Im Verlauf der Arbeit sollen die Thematiken der politischen Bildung, insbesondere der politischen Erwachsenenbildung und der politischen Partizipation genauer betrachtet werden, um im Anschluss näher zu erläutern, worin die Interdependenzen zwischen diesen beiden thematischen Felder liegen.
Politische Bildung ist angesichts der sich stets im Wandel befindenden Gesellschaft schlicht als unabdingbar zu erachten. Zeitgemäße politische Kenntnisse sind in vielerlei Hinsicht Grundvoraussetzung, um alltägliches Geschehen in der Welt begreifen, angemessen über gesellschaftliche Aspekte urteilen oder an ebensolchen partizipieren zu können. Ein Recht zur Teilnahme ebenso wie die Bereitschaft zur Teilhabe sind als systemrelevant zum Erhalt eines demokratischen Staates einzustufen. Demokratie benötigt die Legitimation durch ihre Mitglieder, um funktionieren zu können und wird überdies von der Mehrheit der in Deutschland lebenden BürgerInnen als Gesellschafts- und Lebensideal gleichermaßen angesehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methodologie
3. Politische Bildung
3.1 Definition: Politische Bildung
3.2 Terminus: Politische Erwachsenenbildung
3.3 Gegenstand und Funktion politischer Erwachsenenbildung
3.4 Zielsetzung politischer Erwachsenenbildung
4. Politische Partizipation
4.1 Definitionsversuch: Politische Partizipation
4.2 Formen der politischen Partizipation in demokratischen Gesellschaften
4.3 Bestimmungsfaktoren politischer Partizipation
5. Wechselseitige Interdependenzen zwischen politische Partizipation und politischer Erwachsenenbildung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen politischer Bildung, insbesondere der Erwachsenenbildung, und der politischen Partizipation, um die wechselseitige Abhängigkeit beider Bereiche im Kontext der deutschen Demokratie zu analysieren und deren gesellschaftliche Relevanz herauszuarbeiten.
- Grundlagen und Definitionen der politischen Bildung
- Gegenstand, Funktionen und Zielsetzungen der politischen Erwachsenenbildung
- Theoretische Ansätze und Formen der politischen Partizipation
- Soziologische und ökonomische Bestimmungsfaktoren politischen Handelns
- Analyse der Interdependenzen zwischen Bildungsprozessen und Bürgerbeteiligung
Auszug aus dem Buch
3.3 Gegenstand und Funktion politischer Erwachsenenbildung
Dem renommierten deutschen Erziehungswissenschaftler Horst Siebert zufolge, beschäftigt sich politische Bildung schlicht mit politischen Thematiken. Darunter fallen seiner Definition nach all jene Aspekte, die in Ministerien behandelt werden (vgl. Siebert 1987, S. 5). Dieser pragmatische Ansatz zur Determination des Gegenstandes von politischer Bildung liegt ergo in der Definition der Themenbereiche dieser Bildungsform. Der deutsche Hochschullehrer für Erwachsenenbildung Ekkehard Nuissl erachtet diesen Darlegungsversuch jedoch als problematisch und kritisiert, dass diese Darstellung „nicht nur quer zur Dichotomie von Öffentlichkeit und Privatheit liegt, sondern praktisch alle Felder menschlichen Handelns in der Gesellschaft zum Gegenstand politischer Bildung erklärt“ (Nuissl 2007, S. 64). Überdies weist er darauf hin, dass Sieberts Bestimmung der intentionalen politischen Bildung sich ausschließlich auf die inhaltliche Ebene und nicht auf die Thematik als solche bezieht, demzufolge „kann fast jedes Thema zum Inhalt politischer Bildung werden, sofern es interessenorientiert und konfliktreflektiert behandelt wird“ (ebd.). Als wichtigste Elemente der politischen Bildung nennt Nuissl explizit die Gegenüberstellung unterschiedlicher Gesellschaftmodelle und die Frage nach den essenziellen Prinzipien des menschlichen Zusammenlebens (vgl. ebd., S. 64f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung unterstreicht die Bedeutung politischer Bildung für den Erhalt und die Legitimation einer demokratischen Gesellschaft und definiert die Teilhabe als Bürgerpflicht.
2. Methodologie: Dieses Kapitel legt den Aufbau der Arbeit dar, von den theoretischen Grundlagen der politischen Bildung bis hin zur Analyse der Interdependenzen mit politischer Partizipation.
3. Politische Bildung: Hier werden Definitionen, Arbeitsfelder und Zielsetzungen der politischen Bildung sowie der speziellen Erwachsenenbildung wissenschaftlich reflektiert.
4. Politische Partizipation: Das Kapitel befasst sich mit Begriffsbestimmungen, verschiedenen Formen der Teilhabe und den Faktoren, die das politische Engagement von Bürgern beeinflussen.
5. Wechselseitige Interdependenzen zwischen politische Partizipation und politischer Erwachsenenbildung: Hier erfolgt die Synthese der beiden Hauptthemen, indem die gegenseitige Stärkung von Bildung und aktiver politischer Partizipation hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Politische Bildung, Politische Erwachsenenbildung, Politische Partizipation, Demokratie, Partizipation, Emanzipation, Mündigkeit, Politische Sozialisation, Gesellschaftliche Beteiligung, Bürgerpflicht, Demokratische Legitimation, Bildungsziele, Politische Teilhabe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der wechselseitigen Abhängigkeit von politischer Bildung und der Partizipation der Bürger an demokratischen Prozessen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen der politischen Erwachsenenbildung sowie die Definitionen, Formen und Bestimmungsfaktoren politischer Partizipation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Relevanz der politischen Bildung für die Demokratie aufzuzeigen und zu erläutern, wie Bildungsprozesse und politische Teilhabe sich gegenseitig bedingen und fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine terminologische und theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur, um einen wissenschaftlich validen Rahmen für die Analyse der Interdependenzen zu schaffen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Begriffen der politischen Bildung und Partizipation, um im letzten Schritt deren Verschränkung zu erörtern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem politische Erwachsenenbildung, Demokratie, Partizipation, Emanzipation, Mündigkeit und politische Sozialisation.
Wie unterscheidet sich die politische Erwachsenenbildung von anderen Bildungsformen?
Sie richtet sich gezielt an Personen nach der ersten schulischen Ausbildung und zielt auf die Befähigung zu reflektiertem, demokratischem Handeln und gesellschaftlicher Verantwortung ab.
Warum wird der ökonomische Erklärungsansatz der Partizipation kritisch betrachtet?
Er wird zwar als Erklärungsmodell für Engagement angeführt, ist aber laut der Arbeit nur als Ergänzung zu soziologischen und sozialpsychologischen Ansätzen zu verstehen, da er menschliches Verhalten zu rationalistisch einstuft.
- Citar trabajo
- Gloria Meßner (Autor), 2020, Politische Partizipation und die Rolle politischer Erwachsenenbildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151930