Mindestlöhne und ihre Effekte auf dem Arbeitsmarkt

Zwischen der klassischen sowie der keynesianischen Theorie und der beispielhaften Wirklichkeit


Hausarbeit, 2008
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1 EINFÜHRUNG

2 MINDESTLÖHNE IN DER THEORIE
2.1 Begriff: Lohn
2.2 Begriff: Mindestlohn
2.3 Mindestlöhne im klassischen Arbeitsmarktmodell
2.4 Mindestlöhne im keynesianischer Arbeitsmarktmodell

3 MINDESTLÖHNE IN DER PRAXIS
3.1 Mindestlohn durch Tarifbindung
3.2 Mindestlohn im deutschen Bauhauptgewerbe
3.3 Mindestlohn im europäischen Wirtschaftsraum

4 DISKUSSION

5 ZUSAMMENFASSUNG UND RESÜMEE

LITERATURVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Arbeitsangebotsfunktion (schematisch) Quelle: Schenk, H.: Seite 34, Abb. 18

Abbildung 2: Arbeitsangebotsfunktion mit Mindestlohn (schematisch) Quelle: Schenk, H.: Seite 34, Abb. 20

Abbildung 3: Klassisches Arbeitsmarktmodell (schematisch) Quelle: Edling, H.: Seite 233, Abb. G.11

Abbildung 4: Keynesianischer Arbeitsmarktmodell (schematische Darstellung) Quelle: Landmann, O./ Jerger, J.: Seite 68, Abb. 2.12

1 EINFÜHRUNG

Die Arbeitsmarktpolitik in Deutschland hat unter anderem den Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Ziel, dies wird durch politische Maßnahmen im Bereich des Arbeitsangebotes sowie der Arbeitsnachfrage erzielt. Im Ergebnis der Maßnahmen und unter Berücksichtigung der allgemeinen verbesserten Wirtschaftslage gab es im 1. Quartal 2008 rund 3,6 Millionen Arbeitslose.1

Mit dem sinken der Arbeitslosenquote stieg allerdings zeitgleich der Beschäftigungsanteil im Niedriglohnbereich. Die Niedriglohnschwelle wird gemäß OECD-Definition bei zwei Dritteln des inländischen Medianlohnes2 festgelegt. Für Deutschland liegt die bundeseinheitliche Niedriglohnschwelle im Jahre 2006 bei Euro 9,13 (brutto je Stunde). Demnach lag in Deutschland im Jahr 2006 für knapp 6,5 Mio. Beschäftigte das Arbeitsentgelt unterhalb der Niedriglohnschwelle, dies entspricht ca. 22,2 % aller Beschäftigten.3 Im Jahre 1994 waren es dagegen nur 15 %.4

Mit der Ausweitung des Niedriglohnsektors steigt auch das Armutsrisiko der Erwerbstätigen. Viele der Arbeitsentgelte unterhalb der Niedriglohnschwelle können keinen angemessenen Lebensstandard gewährleisten. Zum Teil sind diese Haushalte auf staatliche Transferleistungen zur Sicherung des Existenzminimums angewiesen.5 So beziehen bereits heute ungefähr 1,3 Millionen Niedriglohnbeschäftigte vom Staat ergänzende Leistungen zur Grundsicherung.6 Das Existenzminimum bzw. die Höhe der Grundsicherung, als minimaler Lebensstandard, wird im Sozialgesetzbuch eindeutig definiert. Es beträgt nach SGB II §§ 20 ff. für einen allein stehenden Erwachsenen ohne Kinder Euro 347,00 Regeleistungen sowie Euro 317,00 für Miete und Heizung.7

Im Zusammenhang mit dem rasanten Wachstum des Niedriglohnsektors und der verbundenen Einkommensarmut wird die aktuelle arbeitsmarktpolitische Diskussion über die Forderungen nach Mindestlöhnen immer lauter und zunehmend kontroverser diskutiert. Die Befürworter eines Mindestlohns wollen mit diesem Instrument unter anderem ein weiteres Wachstum des Niedriglohnsektors verhindern und die stei-gende Einkommensarmut bekämpfen. Die Gegner des Mindestlohns argumentieren mit der negativen Auswirkung einer solchen Lohnuntergrenze auf den Arbeitsmarkt, in Folge dessen es zwingend zur Arbeitslosigkeit kommt.

In der vorliegenden Hausarbeit soll im ersten Abschnitt mittels der klassischen und der keynesianischen Arbeitsmarkttheorie der Frage nachgegangen werden, inwieweit ein Mindestlohn Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben kann. Da theoretische Modelle keine eindeutigen Aussagen für die Realität zulassen, werden im zweiten Abschnitt praktische Erfahrungen mit bestehenden Mindestlöhnen exemplarisch aufgezeigt. Abschließend bezieht der Verfasser Stellung zum Mindestlohn in Deutschland und fasst die Erkenntnisse aus seiner Hausarbeit zusammen.

2 MINDESTLÖHNE IN DER THEORIE

2.1 Begriff: Lohn

Aus Sicht der Wirtschaftswissenschaften ist der Lohn das Faktoreinkommen der Haushalte, es ist die Gegenleistung für den Produktionsfaktor Arbeit. Aus Sicht der Arbeitsnachfrager (Unternehmen und Staat) sind Löhne Kostenfaktoren.

Der Begriff Lohn, als die traditionelle Bezeichnung für das Einkommen von Arbeitern, steht in der heutigen Zeit synonym für die Einkommen von Angestellten sowie Beamten oder Arbeitnehmern. Das Einkommen der Haushalte wird a]ls Nettolohn bezeichnet, der Arbeitsnachfrager trägt weiteren Lohnnebenkosten. Dies sind zum Beispiel die anteiligen Beiträge zur Sozialversicherung.

Bei wirtschaftlichen Betrachtungen des Lohnes sind nicht der Nominallohn (Einkommen je Zeiteinheit), sondern die reale Kaufkraft für Arbeitsanbieter sowie Arbeitsnachfrager von Interesse. Die reale Kaufkraft wird als Reallohn (Ir) bezeichnet und entspricht den um die Inflation bereinigten Nominallohn (I). Lohnerhöhungen führen nur dann zu einer Steigerung der Kaufkraft, wenn die Erhöhung größer ist als der Preisanstieg auf den Gütermärkten.

Die Höhe von Ir hat unmittelbaren Einfluss auf das Arbeitsangebot BA der Haushalte. In der theoretischen Betrachtung des Arbeitsmarktes wird davon ausgegangen, dass eine Steigerung von Ir zu einer steigenden Arbeitsangebotsfunktion BA führt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Arbeitsangebotsfunktion (schematisch)

2.2 Begriff: Mindestlohn

Ein Mindestlohn Ir,min schreibt vor, dass ein festgelegtes Faktoreinkommen nicht unterschritten werden darf. Diese Untergrenze kann entweder tarifvertraglich oder gesetzlich festgelegt werden. Ein Mindestlohn soll im Regelfall gewährleisten, dass die Einkommen der Arbeitsanbieter mindestens die Höhe des gesetzlich festgelegten Existenzminimums erreichen.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Arbeitsangebotsfunktion mit Mindestlohn (schematisch)

2.3 Mindestlöhne im klassischen Arbeitsmarktmodell

Das klassische Arbeitsmarktmodell entstand im 18. Jahrhundert und wurde vor allem durch Adam Smith9 geprägt.

[...]


1 vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland

2 Medianlohn teilt eine gegebene Datenreihe in zwei Hälften, ist also der mittlere Lohn zwischen zwei Referenzlöhnen

3 vgl. Kalina, T./ Weinkopf, C.: IAQ-Report 2008-01, Seite 2

4 vgl. Hans-Böckler-Stiftung: Böckler Boxen, Infografik zu Niedriglöhnen

5 vgl. 3. Armutsund Reichtumsbericht der Bundesregierung: Kernaussagen, 05/2008, o.S.

6 vgl. Schroeder, W.: WSI Mitteilungen 4/2008, Seite 174

7 vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Infografik: Haushaltseinkommen mit ALG II

8 vgl. Bontrup, H.-J.: 2008, Seite 99

9 Adam Smith (1723-1790)

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Mindestlöhne und ihre Effekte auf dem Arbeitsmarkt
Untertitel
Zwischen der klassischen sowie der keynesianischen Theorie und der beispielhaften Wirklichkeit
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Veranstaltung
Fach Wirtschaftspolitik
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V115207
ISBN (eBook)
9783640157808
ISBN (Buch)
9783640157860
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mindestlöhne, Effekte, Arbeitsmarkt, Fach, Wirtschaftspolitik
Arbeit zitieren
Peter Janakiew (Autor), 2008, Mindestlöhne und ihre Effekte auf dem Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115207

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