Hochsicherheitsspiele im Fußball bedeuten für die Polizei einen erheblichen Mehraufwand. Wie sich dieser Mehraufwand von Hochsicherheitsspielen genau auf die Polizei auswirkt, wird diese Arbeit darlegen.
Dabei soll aber nicht nur auf den Stakeholder „Polizei“ eingegangen werden, sondern auf die Auswirkungen von Hochsicherheitsspielen im Fußball auf die verschiedenen Stakeholder. Zunächst wird dafür aber die wissenschaftliche Grundlage mit der Erklärung und Definition der Begriffe Stakeholder und Stakeholderdialoge gelegt. Anschließend wird noch die genaue Bedeutung eines Hochsicherheitsspiel im Fußball sowie die Abgrenzung der Begriffe Fan, Ultra und Hooligan erläutert. Im praktischen Teil werden dann die Auswirkungen von Hochsicherheitsspielen auf die einzelnen Stakeholder ausführlich erklärt sowie mit dem Revierderby und dem Fall Werder Bremen zwei Beispiele genannt. Abgerundet wird die Arbeit dann mit einem Fazit sowie Ausblick auf zukünftige Hochsicherheitsspiele.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Definition & Erklärung Stakeholder
2.2 Definition & Erklärung Stakeholderdialoge
2.3 Unterscheidung der Begriffe Fan/Ultra/Hooligan
2.4 Hochsicherheitsspiele im Fußball
3. Praktischer Teil
3.1 Stakeholder bei Hochsicherheitsspielen im Fußball
3.1.1 Heimverein, Gastverein, DFB
3.1.2 Fans/Ultras/Hooligans
3.1.3 Politik
3.1.4 Polizei
3.2 Das Revierderby
3.3 Der Fall Werder Bremen
4. Fazit & Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von als "Hochsicherheitsspiele" eingestuften Fußballbegegnungen auf die beteiligten Akteursgruppen (Stakeholder). Ziel ist es, den erheblichen Mehraufwand und die damit verbundenen Konsequenzen – von operativen Sicherheitsmaßnahmen bis hin zu rechtlichen Auseinandersetzungen über Polizeikosten – transparent darzustellen.
- Grundlegende Begriffsdefinitionen (Stakeholder, Fans, Ultras, Hooligans)
- Die operativen Auswirkungen von Hochsicherheitsspielen auf Vereine und DFB
- Die Rolle staatlicher Stellen und der Politik bei der Sicherheitsprävention
- Polizeiliche Herausforderungen und das Kostenproblem bei Hochrisikospielen
- Praxisbeispiele: Die Rivalität beim Revierderby und der Rechtsstreit Werder Bremen
Auszug aus dem Buch
3.1.4 Polizei
Einer der wichtigsten Stakeholder bei Risikospielen im Fußball ist die Polizei. Sie sorgt nicht nur im Alltag für Recht, Ordnung und Sicherheit, sondern auch bei Fußballspielen ist sie die oberste Instanz, was den Bereich Sicherheit und Ordnung angeht. Allerdings bringt ein Hochrisikospiel auch enorme Auswirkungen für die Polizei mit sich. Statt einer Anzahl von 200 Polizisten, wie bei einem üblichen Bundesligaspiel, sind bei einem Hochrisikospiel fünf Mal so viele Beamte im Einsatz, nämlich um die 1.000. Da die Kapazität der Polizei im Umkreis des Austragungsortes eines Hochrisikospiels oft nicht für diese hohe Anzahl an Beamten ausreicht, kommt es häufig vor, dass Einsatzkräfte aus der ganzen Republik für so ein Hochrisikospiel anreisen, um die entsprechende Mann Zahl zu erfüllen (vgl. Philipps, 2019).
Doch nicht nur durch eine höhere Anzahl an Einsatzkräften beeinflusst ein Hochrisikospiel die Polizei, es müssen auch polizeiliche Vorfeldmaßnahmen getroffen werden. So wird eine derartig große Veranstaltung wie ein Hochrisikospiel aus polizeilicher Sicht in vier Phasen polizeilicher Handlungsmöglichkeiten unterteilt. Die erste Phase ist die langfristige Vorbereitung des Events. Zur Sicherheitsprävention gehören Maßnahmen, wie Aufklärungsgespräche, Gefährderansprachen sowie Gefährderanschreiben (vgl. Barczak, 2014, S.889f). Das Zusammenkommen und das Anreisen der Zuschauer stellen die zweite Phase dar. Die Aufgabe der Polizei ist hierbei, die beiden Fanlager bestmöglich zu trennen, um mögliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. In der dritten Phase muss die Polizei alle Abläufe während der Veranstaltung sicherstellen (vgl. Barczak, 2014, S.889).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die pandemiebedingte Reduzierung polizeilicher Einsätze und führt in das Thema ein, wie Hochsicherheitsspiele trotz sinkender Zuschauerzahlen hohe Sicherheitsanforderungen an Behörden stellen.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert die wissenschaftliche Basis durch die Definition der Stakeholder-Theorie, Erläuterungen zu Stakeholderdialogen sowie die klare begriffliche Abgrenzung zwischen Fans, Ultras und Hooligans.
3. Praktischer Teil: Hier werden die Auswirkungen von Hochsicherheitsspielen konkret auf die verschiedenen Stakeholder wie Vereine, Fans, Politik und Polizei analysiert und anhand des Revierderbys sowie des Falles Werder Bremen praxisnah illustriert.
4. Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Hochsicherheitsspiele einen hohen Mehraufwand für alle Akteure bedeuten und schlägt Lösungsansätze wie personalisierte Tickets zur Kostenreduktion vor.
Schlüsselwörter
Fußball, Hochsicherheitsspiele, Stakeholder, Polizei, Fanverhalten, Ultras, Hooligans, Sicherheitsmanagement, Polizeikosten, DFB, Revierderby, Werder Bremen, Stadionordnung, Prävention, Risikospiel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die vielfältigen Auswirkungen und Herausforderungen, die entstehen, wenn ein Fußballspiel aufgrund Sicherheitsbedenken als Hochsicherheitsspiel eingestuft wird.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Stakeholder-Analyse, die polizeiliche Sicherheitsstrategie, die Rolle der Politik bei der Risikoprävention und die wirtschaftlichen Folgen der Kostenübernahme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Status "Hochsicherheitsspiel" auf die operativen Abläufe und das Kostenmanagement der beteiligten Parteien auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine theoretische Fundierung durch Literaturrecherche mit einer anschließenden praktischen Analyse anhand spezifischer Fallbeispiele kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die spezifischen Maßnahmen für Heim- und Gastvereine, die Kategorisierung von Zuschauern, die staatlichen Stellen der Politik und die polizeilichen Handlungsphasen detailliert aufgeschlüsselt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die wichtigsten Begriffe sind Hochsicherheitsspiele, Stakeholder-Dialoge, Polizeieinsatzkosten und die Differenzierung zwischen Fan, Ultra und Hooligan.
Wie unterscheidet die Polizei bei Hochrisikospielen zwischen den Zuschauertypen?
Die Polizei kategorisiert Zuschauer in die drei Stufen A (friedlich), B (gewaltbereit/Ultras) und C (gewaltsuchend/Hooligans), um ihr Sicherheitskonzept zielgerichtet anzupassen.
Was ist das Kernproblem im "Fall Werder Bremen"?
Es geht um die rechtliche Auseinandersetzung darüber, wer die hohen Polizeikosten bei gewinnorientierten Hochrisikospielen tragen muss – das Bundesland oder der Veranstalter bzw. die DFL.
- Arbeit zitieren
- Niklas Reuter (Autor:in), 2021, Hochsicherheitsspiele im Fußball und die Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit Stakeholder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152215