China als ökonomisches Powerhouse des 21. Jahrhunderts hat eine lange und sehr lehrreiche, wirtschaftliche Geschichte. Mit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik im Jahr 1978 hat sich die heutige Großmacht entschieden, einen neuen, wirtschaftlichen Weg einzuschlagen und kann seitdem mit teilweise sehr imposanten Wachstumszahlen glänzen. Im Laufe der Zeit folgten viele wirtschaftliche Reformen und das grundlegende Wirtschaftssystem sowie die Wirtschaftspolitik haben sich stark verändert.
Seit 2016 ist China erstmals der wichtigste Handelspartner für Deutschland und viele Industrien sind stark von den Importen aus Ostasien abhängig.
Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Rolle Chinas als internationale, wirtschaftliche Großmacht zu eruieren und dabei vor allem die Innovationsstrategie- und Kultur zu analysieren. Die Arbeit soll außerdem näher untersuchen, ob China mit seiner neuen Strategie des innovationsgetrieben Wachstums erfolgreich sein kann.
Es wird zunächst mithilfe der Wachstumsrechnung, erstmals durch R. Solow im Jahr 1957 eingeführt, aufgezeigt, wie sich das Wachstum der Volksrepublik China bis 2019 entwickelt hat. Dabei wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufgeteilt in die Komponenten Kapital, Arbeit und dem Solow-Residuum (= Totale Faktorproduktivität). Anschließend wird die totale
Faktorproduktivität (TFP) näher untersucht und in einen internationalen Vergleich gesetzt, um mehr über die Qualität der Produktivität aussagen zu können. Schließlich soll die Produktivität noch hinsichtlich der Effizienz und dem Technologischen Stand/Wissen untersucht werden. Den Abschluss der Arbeit bildet die kritische Auseinandersetzung mit dem nationalen Innovationssystem Chinas.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorgehensweise
1.2 Methodik und Modell
2 Analyse
2.1 Ausgangslage
2.2 Totale Faktorproduktivität – nähere Untersuchung
2.3 Technologischer Fortschritt und Effizienz
2.4 Das demographische Problem
3 Chinas Innovationssystem
3.1 Der staatliche Sektor
3.2 Universitäten und Hochschulen
3.2.1 Wissenschaftliche Publikationen
3.2.2 Patente
4 Kultur und Interkulturelle Kommunikation
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle Chinas als internationale Wirtschaftsmacht mit einem Fokus auf die Innovationsstrategie und -kultur. Ziel ist es zu analysieren, ob China den Übergang von einem investitionsgetriebenen zu einem innovationsgetriebenen Wachstum erfolgreich vollziehen kann, wobei insbesondere Produktivitätsfaktoren und institutionelle Rahmenbedingungen beleuchtet werden.
- Makroökonomische Analyse der Produktivität (Solow-Wachstumsmodell)
- Strukturelle Untersuchung des chinesischen Innovationssystems
- Vergleichende Analyse von Patentaktivitäten und Forschungsindikatoren
- Einfluss kultureller Faktoren auf interkulturelle Kommunikation und Wirtschaftswachstum
- Kritische Bewertung staatlicher Steuerung versus marktwirtschaftlicher Effizienz
Auszug aus dem Buch
1.2 Methodik und Modell
Die vorrangige Forschungsmethode dieser Arbeit ist die qualitative Inhaltsanalyse.
Eine Untersuchung der Forschungsfrage wird durch die Wachstumstheorie ermöglicht. Die aggregierte Produktionsfunktion eines Landes kann mithilfe der folgenden Cobb-Douglas Produktionsfunktion dargestellt werden: Y = AK^(α)(HL)^(1-α). Diese Gleichung besagt, dass die Produktion (Y) eine Funktion der eingesetzten Faktoren Kapital (K) und Arbeit (L) darstellt. α ist die Produktionselastizität des Outputs in Bezug auf Kapital. A ist die Produktivität und das H steht für Humankapital. Dabei misst das H sowohl die Bildung als auch die Gesundheit eines Arbeiters in Bezug auf die Produktivität. Teilen der beiden Seiten durch L gibt uns die Produktion je Erwerbstätigen.
Die Notation in Produktion je Erwerbstätigen wird uns bei der Berechnung in Kapitel 3.2 ff. hilfreich sein, wenn wir mithilfe der Wachstumsrechnung die Produktivität in China selbst und im Vergleich mit anderen Ländern messen.
Für die Cobb-Douglas Funktion gelten die typischen Eigenschaften. 1. Konstante bzw. abnehmende Skalenerträge. 2. Positive und abnehmende Grenzerträge. 3. Abnehmende Grenzrate der Substitution. Weiterhin gilt für die Wachstumsrate der Produktivität folgende Herleitung: Unter Berücksichtigung der Produktregel können wir die Inputfaktoren der Produktionsfunktion unter der Sammelvariable X zusammenführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas seit 1978 und Definition der Zielsetzung sowie der verwendeten methodischen Ansätze der Arbeit.
2 Analyse: Untersuchung des BIP-Wachstums und der Produktivität, wobei der Fokus auf dem Einfluss von Kapitalakkumulation, demografischen Herausforderungen und Effizienzproblemen liegt.
3 Chinas Innovationssystem: Analyse der staatlichen Sektoren, Bildungseinrichtungen sowie von Patentindikatoren zur Bewertung des chinesischen Innovationspotenzials im internationalen Vergleich.
4 Kultur und Interkulturelle Kommunikation: Erörterung der Auswirkungen kultureller Werte, insbesondere hierarchischer Strukturen und Zeitverständnisse, auf das wirtschaftliche Umfeld und die internationale Zusammenarbeit.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die notwendigen Strukturreformen für einen nachhaltigen Innovationspfad Chinas.
Schlüsselwörter
China, Wirtschaftswachstum, Totale Faktorproduktivität, TFP, Innovationssystem, Kapitalakkumulation, Forschung und Entwicklung, Patente, Wissensökonomie, Strukturreformen, Cobb-Douglas Funktion, Humankapital, Interkulturelle Kommunikation, Wirtschaftspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Chinas wirtschaftliche Transformation von einem investitionsgetriebenen zu einem innovationsgesteuerten Wachstumssystem vor dem Hintergrund makroökonomischer Produktivitätskennzahlen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Wachstumsrechnung, die Rolle des Staates und der Universitäten im Innovationssystem sowie der Einfluss kultureller Faktoren auf wirtschaftliche Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist zu eruieren, ob China durch eine neue Strategie des innovationsgetriebenen Wachstums erfolgreich den Übergang in ein Land mit hohem Einkommen bewältigen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Inhaltsanalyse unter Anwendung der neoklassischen Wachstumstheorie und des Cobb-Douglas Produktionsmodells.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine makroökonomische Analyse der Produktivität, eine Untersuchung des Innovationssystems (Staat und Bildung) sowie eine Betrachtung der kulturellen Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Innovationspotenzial, totale Faktorproduktivität (TFP), Kapitalakkumulation und Strukturreformen.
Welche Bedeutung haben Patente in der Untersuchung?
Patente werden als Indikator für die Innovationsfähigkeit genutzt, wobei die Arbeit kritisch hinterfragt, inwieweit hohe Patentzahlen tatsächlich auf technologische Qualität schließen lassen.
Warum spielt das Hukou-System eine Rolle?
Das Hukou-System schränkt die Mobilität von Arbeitskräften ein, was laut der Analyse einen effizienzhemmenden Faktor darstellt und das Produktivitätspotenzial Chinas limitiert.
Wie bewertet der Autor die Zukunft Chinas?
Der Autor sieht den Transformationsprozess hin zu einer innovationsgetriebenen Nation als realistisch an, weist jedoch auf dringende Strukturreformen und die Notwendigkeit einer Liberalisierung im Bildungs- und Unternehmenssektor hin.
- Citar trabajo
- Marcel Herget (Autor), 2021, Chinas Innovationskultur. Eine makroökonomische Analyse der Produktivität und des Innovationspotenzials im internationalen Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152330