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Die verschiedenen Arten von Sterbehilfe

Title: Die verschiedenen Arten von Sterbehilfe

Seminar Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jenny Willaredt (Author)

Ethics
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Tod und Sterben sind Themen, die jeden Menschen angehen, denen sich aber die wenigsten Menschen stellen. Früher starben die Menschen zu Hause, im Kreise ihrer Familie. Sie wurden von ihren Angehörigen gepflegt und in ihrem Sterbeprozess begleitet. Heute dürfen die wenigsten Menschen zu Hause sterben. Meist findet der Sterbeprozess im Krankenhaus statt; nicht selten wird er durch die moderne Apparate,- und Intensivmedizin lange hinausgezögert. Oft stellt sich die Frage, ob lebensverlängernde Maßnahmen eingestellt, das heißt zum Beispiel das Beatmungsgerät ausgeschalten werden soll, um so den Sterbeprozess zu ermöglichen.
Ich selbst habe mich erst durch den Tod meines Großvaters mit dem Thema Sterben beschäftigt. Aus nächster Nähe habe ich sein jahrelanges Krebsleiden und den damit einhergehenden körperlichen und auf Grund der starken Medikamente auch geistigen Verfall mitbekommen. Mehr als einmal befand er sich am Rande der Verzweiflung, sah keine Hoffnung mehr und litt unter ständigen Schmerzen, denen auch mit Morphium nicht beizukommen war. Er fühlte sich als Belastung für meine Großmutter, die ihn aufopferungsvoll pflegte und als unnötigen Ballast für das Gesundheitssystem und die Gesellschaft. So äußerte er des Öfteren den Wunsch endlich sterben zu dürfen, um seinem Leid ein Ende zu bereiten.
Immer wieder gibt es Patienten, die mit ihrer Krankheit und den damit verbundenen Schmerzen nicht mehr leben können und wollen. Sollte man diesen Menschen; Menschen wie meinem Großvater nicht helfen und sie von ihrem Leiden erlösen? Ist es nicht unsere Pflicht, ihren Willen zu erfüllen und ihnen ein Sterben in Würde zu ermöglichen? Die Debatte um die Sterbehilfe ist weit mehr als eine interessante Forschungsfrage, die von einer kleinen Gruppe von Experten geführt wird. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen moralischen Konflikt, der alle Menschen betrifft, beziehungsweise einmal betreffen könnte und dem sich daher keiner verschließen sollte. Vor allem auch der Blick auf unsere Nachbarländer, insbesondere die Niederlande und die Schweiz, in denen aktive Sterbehilfe mittlerweile straffrei durchgeführt werden darf, führt in Deutschland immer wieder zu der Diskussion, ob aktive Sterbehilfe auch bei uns legalisiert werden sollte. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einführung

2.) Begriffsklärung

2.1.) Aktive Sterbehilfe

2.2.) Indirekte Sterbehilfe

2.3.) Passive Sterbehilfe

2.3.1.) Die Patientenverfügung

3.) Die Debatte um die Aktive Sterbehilfe

3.1.) Argumente, die für die aktive Sterbehilfe sprechen

3.2.) Argumente, die gegen die aktive Sterbehilfe sprechen

4.) Die Situation in den Niederlanden

5.) Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den moralischen und rechtlichen Konflikt um die aktive Sterbehilfe in Deutschland unter Einbeziehung internationaler Erfahrungen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob aktive Sterbehilfe auch in Deutschland legalisiert werden sollte, wobei das Spannungsfeld zwischen individueller Selbstbestimmung und dem Schutz des menschlichen Lebens analysiert wird.

  • Differenzierung der verschiedenen Formen der Sterbehilfe
  • Ethische Argumentationslinien der Befürworter und Gegner
  • Die Rolle der Patientenverfügung zur Wahrung des Patientenwillens
  • Analyse der gesetzlichen Sterbehilfepraxis in den Niederlanden
  • Bedeutung der Hospizbewegung und Palliativmedizin als Alternativen

Auszug aus dem Buch

3.1.) Argumente, die für die aktive Sterbehilfe sprechen

Das wichtigste Argument, das Befürworter der Sterbehilfe anführen, ist das der menschlichen Würde und Selbstbestimmung. So habe der Mensch das Recht selbstständig über sein Leben, sowie auch seinen Körper zu bestimmen. Jeder Mensch ist befugt über seine eigenen Belange, einschließlich der Fragen, die Gesundheit und Krankheit, sowie Leben und Sterben betreffen, selbst zu entscheiden. Jeder ärztliche Eingriff, auch derjenige, der der Heilung dient, ist zustimmungspflichtig (Kreß, 2004, 3ff). Warum sollte einem Menschen dieses Recht auf Selbstbestimmung also bei seinem Tode vorenthalten werden? Sollte nicht jeder Mensch den Zeitpunkt seines Todes selbstständig wählen dürfen? Kann nicht jeder Mensch für sich selbst entscheiden, wann die Schmerzen unerträglich werden, wann das Leben für ihn/ sie nicht mehr lebenswert ist? So stehen alle Grundrechte, also auch der Schutz des Lebens unter dem Vorbehalt der Menschenwürde. Mit dem Rechtsgut Leben lässt sich demnach kein Übergehen des Grundrechts der Selbstbestimmung oder der Menschenwürde rechtfertigen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, so steht es im Grundgesetz. Doch ist es dem Menschen überhaupt noch möglich in Würde zu sterben? Wird der Tod heute nicht durch die moderne Apparatemedizin immer länger hinausgezögert und aufgehalten? So starben die Menschen früher oft innerhalb kürzester Zeit an ihren Krankheiten. Früher trat der Tod nach Erreichen des Erwachsenenseins und des Alters ein, während das Leben heute um eine weitere Phase erweitert wurde: die Jahre der tödlichen Krankheiten. Dies ist aber nicht dem Willen Gottes zuzuschreiben, sondern der medizinischen Anstrengungen des Menschen. Es war also der Mensch, der den außergewöhnlichen Fortschritt der Medizin bewerkstelligt hat, muss es dann nicht auch der Mensch sein, der trotz der heutigen Möglichkeiten ein Sterben in Würde ermöglicht? (Fricke, 2006, 153ff.)

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einführung: Der Autor thematisiert die Herausforderungen des Sterbens in der modernen Medizin und leitet anhand persönlicher Erfahrungen zur zentralen Fragestellung der Legalisierung aktiver Sterbehilfe in Deutschland über.

2.) Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der aktiven, indirekten und passiven Sterbehilfe sowie die Bedeutung der Patientenverfügung als Instrument zur Wahrung des Selbstbestimmungsrechts.

3.) Die Debatte um die Aktive Sterbehilfe: Hier werden die gegensätzlichen ethischen und moralischen Standpunkte dargelegt, wobei sowohl die Argumente für die Selbstbestimmung als auch die Bedenken bezüglich ethischer Risiken und Schutzbedürftigkeit analysiert werden.

4.) Die Situation in den Niederlanden: Der Abschnitt beleuchtet die dortige gesetzliche Praxis, die Kriterien für Sterbehilfe sowie die daraus resultierenden gesellschaftlichen und medizinischen Auswirkungen.

5.) Schluss: Der Autor resümiert, dass statt einer Legalisierung aktiver Sterbehilfe der Fokus auf dem Ausbau der Palliativmedizin, Hospizarbeit und der rechtlichen Verankerung von Patientenverfügungen liegen sollte.

Schlüsselwörter

Sterbehilfe, aktive Sterbehilfe, passive Sterbehilfe, indirekte Sterbehilfe, Selbstbestimmung, Menschenwürde, Patientenverfügung, Palliativmedizin, Hospizbewegung, Suizid, Euthanasie, Sterbeprozess, Lebensende, Ethik, Medizinrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen und rechtlichen Debatte um die aktive Sterbehilfe in Deutschland und untersucht, ob eine Legalisierung unter Berücksichtigung der Patientenwürde und des Selbstbestimmungsrechts sinnvoll ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition medizinischer Sterbebegleitung, ethische Argumente zur Sterbehilfe, die Rolle der Patientenverfügung sowie den Vergleich mit der gesetzlichen Situation in den Niederlanden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, ob aktive Sterbehilfe nach deutschem Vorbild legalisiert werden sollte, wobei der Fokus auf Alternativen wie der Palliativversorgung liegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, ethischen Grundsatzfragen und eine Analyse der aktuellen Rechtslage sowie Praxisbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, eine detaillierte Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten zur Sterbehilfe und eine kritische Auseinandersetzung mit der Sterbehilfepraxis in den Niederlanden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sterbehilfe, Selbstbestimmung, Patientenverfügung, Palliativmedizin und Ethik.

Wie bewertet der Autor die Situation in den Niederlanden?

Der Autor sieht das niederländische Beispiel kritisch, da dort eine Tendenz zur Ausweitung der Sterbehilfepraxis auch auf psychisch Kranke oder lebensmüde Menschen erkennbar ist.

Warum ist die Patientenverfügung laut dem Autor so wichtig?

Sie ist ein essenzielles Mittel, damit Patienten ihren Willen zur Begrenzung von lebenserhaltenden Maßnahmen rechtssicher äußern und so eine ungewollte Verlängerung des Sterbeprozesses vermeiden können.

Was schlägt der Autor als Alternative zur aktiven Sterbehilfe vor?

Anstatt der aktiven Sterbehilfe empfiehlt der Autor den konsequenten Ausbau der Palliativmedizin, der Hospizbewegung und eine bessere Unterstützung durch Sterbebegleitung, um ein Sterben in Würde zu ermöglichen.

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Details

Title
Die verschiedenen Arten von Sterbehilfe
College
Catholic University of Applied Sciences Freiburg
Course
Angewandte Ethik
Grade
1,0
Author
Jenny Willaredt (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V115237
ISBN (eBook)
9783640166367
ISBN (Book)
9783640166503
Language
German
Tags
Sterbehilfe Angewandte Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jenny Willaredt (Author), 2008, Die verschiedenen Arten von Sterbehilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115237
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