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Politische Einstellungen von Jugendlichen. Die Einflüsse von Desintegrationserfahrungen in einer Schülerpopulation

Título: Politische Einstellungen von Jugendlichen. Die Einflüsse von Desintegrationserfahrungen in einer Schülerpopulation

Tesis , 2006 , 163 Páginas

Autor:in: Tom Skibbe (Autor)

Pedagogía - Psicología de la personalidad
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In dieser Arbeit soll der Einfluss der sozialen Umwelt auf die Herausbildung demokratischer beziehungsweise undemokratischer Einstellungen von Jugendlichen untersucht werden.

Hierfür sind zunächst die allgemeinen sozialen Prozesse, die in die Lebensbereiche der Jugendlichen hineinwirken, aufzuklären und diejenigen konkreten Bedingungen zu nennen, die das politische Denken und Handeln Jugendlicher beeinflussen.

Die in der Gesellschaft stark zunehmenden konfliktreichen Konkurrenzvorgänge, sowie die damit verbundenen sozialen Auflösungs- und Ausgrenzungsprozesse, die immer tiefer in die Lebensbereiche der Jugendlichen, das heißt, in Familie, Milieu, Schule und Ausbildungsbetrieb eindringen, werden auf der Grundlage der Theorie der sozialen Desintegration interpretiert.

Das Anliegen dieser Arbeit ist die Beantwortung der Frage, ob sich in Abhängigkeit von der Stärke individueller Desintegrationserfahrungen der Jugendlichen, Einflüsse auf politische Einstellungen nachweisen lassen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie

2.1 Gegenstand der Untersuchung

2.2 Demokratische und undemokratische Einstellungen

2.2.1 Demokratische Prozedere

2.2.2 Problematische Erscheinungen im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit der Demokratie

2.2.3 Die Legitimation der Demokratie

2.3 Extremismus

2.3.1 Linksextremismus

2.3.2 Rechtsextremismus

2.4 Erklärungsansätze für den Rechtsextremismus

2.4.1 Persönlichkeitstheorien

2.5 Sozialpsychologische Theorien

2.6 Tajfels Theorie der sozialen Identität und Heitmeyers Desintegrationstheorem

2.7 Heitmeyers Theorie der sozialen Desintegration

2.7.1 Desorganisation und Desorientierung

2.7.2 Die komplexen Formen der Desintegration

2.7.3 Die subjektiven Folgen der Desintegration

2.7.4 Kritik an Heitmeyers Desintegrationstheorem und Antworten auf diese Kritik

2.8 Situative Einflüsse auf politische Einstellungen

2.9 Vorurteile

2.9.1 Begriffsbildung

2.9.2 Ursachen von ethnischen Vorurteilen

2.10 Theoretische Fundierung der Hypothesen

2.10.1 Zu Ursachen und Folgen der Desintegration unter besonderer Berücksichtigung der gemeinschaftlichen Dimension (Familie, Schule, Milieu etc.)

2.10.2 Desintegrationserfahrungen und rechtsextremistische Einstellungen

2.10.3 Desintegrationserfahrungen und Ethnozentrismus

2.10.4 Desintegrationserfahrungen und materieller Intergruppenkonflikt

2.10.5 Desintegrationserfahrung und Konventionalismus

2.10.6 Desintegrationserfahrung und autoritäre Reaktion

2.10.7 Desintegrationserfahrung und Rassismus

3. Methode

3.1 Datenerhebung

3.2 Operationalisierung

3.2.1 Die Konstruktion der abhängigen Variablen

3.2.2 Einlassungen zur Methode der Operationalisierung der abhängigen Variablen

3.3 Die Konstruktion der unabhängigen Variablen

3.3.1 Aspekt der Tiefe der Desintegrationserfahrungen

3.3.2 Aspekt der Breite der Desintegrationserfahrungen

3.4 Bildung von Gruppen

3.5 Stichproben

3.5.1 Beschreibung der Stichproben

3.5.2 Beurteilung der Stichproben

3.6 Statistische Hypothesen

3.7 Testplanung

4. Ergebnisse

4.1 Statistische Analysen zur Stichprobenstruktur

4.2 Zusammenfassende Betrachtungen struktureller Merkmale der Stichprobe

4.3 Deskriptive Übersicht über grundlegende Ergebnisse

4.4 Statistische Hypothesenprüfung

4.4.1 Ergebnisse der Hypothesenprüfung PH 1

4.4.2 Ergebnisse der Hypothesenprüfung PH 2

4.4.3 Ergebnisse der Hypothesenprüfung PH 3

4.4.4 Ergebnisse der Hypothesenprüfung PH 4

4.4.5 Ergebnisse der Hypothesenprüfung PH 5

4.4.6 Ergebnisse der Hypothesenprüfung PH 6

4.5 Zusätzliche Ergebnisabsicherung

5. Diskussion und Zusammenfassung

5.1 Zusammenhang von Desintegrationserfahrung und rechtsextremistischen Einstellungen

5.2 Zusammenhang von Desintegrationserfahrung und Ethnozentrismus

5.3 Zusammenhang von Desintegrationserfahrung und Intergruppenkonflikte um knappe Ressourcen

5.4 Zusammenhang von Desintegrationserfahrungen und Konventionalismus

5.5 Zusammenhang von Desintegrationserfahrung und Autoritarismus

5.6 Zusammenhang von Desintegrationserfahrung und Rassismus

6. Möglichkeiten zur Schaffung einer wirksamen demokratischen Gegenkultur zum antipluralistischen und antidemokratischen Rechtsextremismus

6.1 Gesellschaftliche Bedingungen, die einen Einfluss auf die Herausbildung demokratischen bzw. undemokratischer Einstellungen haben

6.2 Autoritärer Kollektivismus versus Autonomie und Mündigkeit

6.3 Milgramexperiment: Was ist mündiges und was ist unmündiges Verhalten?

7. Diskussion methodischer und statistischer Probleme

7.1 Probleme bei der Operationalisierung der abhängigen Variablen

7.2 Probleme bei der Operationalisierung der unabhängigen Variablen

7.3 Probleme mit der Stichprobenstruktur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die soziale Umwelt auf die Herausbildung demokratischer bzw. undemokratischer Einstellungen bei Jugendlichen hat. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob sich in Abhängigkeit von der Stärke individueller Desintegrationserfahrungen – etwa in Familie, Schule oder Milieu – Einflüsse auf politische Einstellungen nachweisen lassen und ob diese Erfahrungen zur Kompensation in rechtsextremistische Denkmuster führen.

  • Analyse des Einflusses sozialer Desintegration auf politische Einstellungen von Jugendlichen.
  • Untersuchung psychologischer Basisprozesse wie Autoritarismus, Ethnozentrismus und Konventionalismus.
  • Empirische Überprüfung von Zusammenhängen zwischen Desintegrationserfahrungen und rechtsextremistischen Orientierungen.
  • Betrachtung gesellschaftlicher Bedingungen und deren Rolle bei der Herausbildung demokratischer bzw. undemokratischer Einstellungen.
  • Ableitung von Ansätzen für eine wirksame demokratische Gegenkultur.

Auszug aus dem Buch

2.5.2 Soziale Kategorisierung und soziale Gruppen

Grundsätzlich liegen der Wahrnehmung sozialer Gruppen Kategorisierungsprozesse zugrunde, die der mentalen Organisation der sozialen Umwelt dienen. Familie, Berufsstand, Religion, Nation, Hautfarbe, Rasse etc. sind einige solcher Kategorien, denen sich Menschen auf der Basis eigner Merkmale und entsprechend ihrer sozialen Lage zugehörig oder auch nicht zugehörig fühlen bzw. denen sie von anderen Menschen zugeordnet bzw. nicht zugeordnet werden. Gleichzeitig ergeben sich Relationen zwischen den sozialen Kategorien, denen man angehört und jenen, denen man nicht angehört, die dem Individuum erlauben die eigne Position im gesellschaftlichen Kontext auszumachen. So lässt sich beispielweise der gesellschaftliche Wert, der einem Berufsstand zugemessen wird, etwa auf der Dimension der Bezahlung abschätzen, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religionsgruppe an Maßstäben der Glaubwürdigkeit messen oder die eigene Nation hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit im Vergleich zu anderen Nationen betrachten. Die mit diesen Beziehungen der Eigengruppe zu anderen Gruppen einhergehenden relativen Bewertungen können sowohl mit Stolz, Schamgefühlen als auch mit neutralen oder ambivalenten Gefühlen einhergehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den Kontext des Anwachsens von Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremistischer Gewalt in Ostdeutschland nach dem Zusammenbruch der DDR und den damit verbundenen Strukturwandel.

2. Theorie: Legt die theoretischen Grundlagen dar, insbesondere die Theorie der sozialen Desintegration und psychologische Theorien zur autoritären Persönlichkeit sowie sozialen Identität.

3. Methode: Erläutert das methodische Vorgehen der empirischen Querschnittsbefragungen, die Operationalisierung von Variablen und die Bildung der Stichproben.

4. Ergebnisse: Präsentiert die statistischen Analysen und die Prüfung der aufgestellten Hypothesen hinsichtlich des Einflusses von Desintegration auf politische Einstellungen.

5. Diskussion und Zusammenfassung: Reflektiert die Ergebnisse der Hypothesenprüfungen, diskutiert die Bedeutung der Desintegration und führt eine zusammenfassende Bewertung durch.

6. Möglichkeiten zur Schaffung einer wirksamen demokratischen Gegenkultur zum antipluralistischen und antiindividualistischen Rechtsextremismus: Erörtert gesellschaftliche Bedingungen und die Rolle von Autonomie und Mündigkeit für den demokratischen Zusammenhalt.

7. Diskussion methodischer und statistischer Probleme: Kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweise, der Operationalisierung sowie der Stichprobenstruktur.

Schlüsselwörter

Desintegration, Rechtsextremismus, Jugendliche, politische Einstellungen, Ethnozentrismus, Autoritarismus, Konventionalismus, Rassismus, soziale Identität, soziale Kategorisierung, Fremdenfeindlichkeit, Intergruppenkonflikt, Sozialisation, Vorurteile.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Umgebung und der Entstehung demokratischer beziehungsweise undemokratischer politischer Einstellungen bei Jugendlichen in Ostdeutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Theorie der sozialen Desintegration, die Analyse von Einstellungs- und Reaktionsmustern im Rechtsextremismus sowie psychologische Basisprozesse wie Autoritarismus und Ethnozentrismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, ob sich Einflüsse auf politische Einstellungen nachweisen lassen, die in Abhängigkeit von der Stärke individueller Desintegrationserfahrungen der Jugendlichen stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf empirischen Querschnittsbefragungen von Schülern, deren Daten mittels statistischer Verfahren, wie der Faktorenanalyse und t-Tests, ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Theorie der sozialen Desintegration nach Heitmeyer, der Theorie der sozialen Identität sowie der Operationalisierung der abhängigen und unabhängigen Variablen zur Vorbereitung der empirischen Hypothesenprüfung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Desintegration, Rechtsextremismus, Ethnozentrismus, Autoritarismus und Konventionalismus.

Warum wird speziell das Konzept der sozialen Desintegration herangezogen?

Es dient dazu, die sozialen Auflösungs- und Ausgrenzungsprozesse nach dem Zusammenbruch der DDR zu interpretieren und deren Einfluss auf das Sicherheits- und Zugehörigkeitsbedürfnis Jugendlicher zu erklären.

Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für die Stichprobe der Gymnasiasten?

Die Arbeit diskutiert die mögliche Verzerrung durch einen überproportionalen Anteil an Gymnasiasten und prüft, ob dieser soziale Rückhalt in der Familie eine dämpfende Wirkung auf die Entstehung rechtsextremer Einstellungen haben könnte.

Final del extracto de 163 páginas  - subir

Detalles

Título
Politische Einstellungen von Jugendlichen. Die Einflüsse von Desintegrationserfahrungen in einer Schülerpopulation
Universidad
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Autor
Tom Skibbe (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
163
No. de catálogo
V1152888
ISBN (Ebook)
9783346546678
ISBN (Libro)
9783346546685
Idioma
Alemán
Etiqueta
politische einstellungen jugendlichen einflüsse desintegrationverfahren schülerpopulation
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tom Skibbe (Autor), 2006, Politische Einstellungen von Jugendlichen. Die Einflüsse von Desintegrationserfahrungen in einer Schülerpopulation, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152888
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