Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Sonstiges

Die doppelte Kontingenz im Alltag. Zur Entstehung einer Liebesbeziehung aus systemtheoretischer Perspektive

Titel: Die doppelte Kontingenz im Alltag. Zur Entstehung einer Liebesbeziehung aus systemtheoretischer Perspektive

Seminararbeit , 2009 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Franz Ambelang (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Zwei Menschen und ihre psychische Systeme nehmen sich gegenseitig als Umwelt wahr und können keine Bewusstseinsgrenzen überschreiten, weshalb sie immer getrennt bleiben. Das daran gekoppelte Phänomen der doppelten Kontingenz, das eine Erklärung für die Ausbildung von Liebesbeziehungen liefert, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Es sollen die Mechanismen aufgezeigt werden, die es möglich machen, dass so ein riskantes, ja höchst unwahrscheinliches Unternehmen wie die Liebe, in Gang gesetzt wird und auf Dauer funktionieren kann.

Der erste Teil der Arbeit widmet sich einer systemtheoretischen Untersuchung des Phänomens Liebe und ihrer Entstehung. Ausgehend von ihrer Paradoxie werden die Luhmannschen Termini doppelte Kontingenz, Kommunikation und symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium erläutert. Im darauffolgenden Hauptteil kommen die theoretischen Erkenntnisse in einer Alltagsbetrachtung zur Anwendung. Anhand einer fiktiven Liebesgeschichte wird der Prozess einer entstehenden Liebe exemplarisch aufgezeichnet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Liebe und ihre Entstehung aus systemtheoretischer Sicht

2.1 „Schatz, ich liebe dich!“ - Zur Paradoxie der Liebe

2.2 Die Unüberwindbarkeit der doppelten Kontingenz

2.3 Kommunikation als Operation sozialer Systeme

2.4 Das Medium Liebe und dessen Funktion

3. Blind Date - Eine Alltagsbetrachtung

4. Fazit

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht die Entstehung und Stabilisierung von Liebesbeziehungen auf Basis der soziologischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann. Ziel ist es, das abstrakte theoretische Konzept der doppelten Kontingenz sowie die Mechanismen der Intimkommunikation anhand einer fiktiven Alltagsbeobachtung greifbar und verständlich zu machen.

  • Systemtheoretische Analyse der Paradoxie der Liebe
  • Mechanismen der doppelten Kontingenz in Intimsystemen
  • Kommunikation als autopoietische Operation sozialer Systeme
  • Die Rolle der Liebe als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium
  • Anwendung theoretischer Erkenntnisse auf eine Fallstudie (Blind Date)

Auszug aus dem Buch

Blind Date - Eine Alltagsbetrachtung

„Robert kommt auch zu meiner Geburtstagsparty! Erinnerst du dich nicht, ich habe dir schon von ihm erzählt. Er studiert wie ich Medizin. Lisa, ich glaube, er würde gut zu dir passen. Er sieht gut aus, ist intelligent und sehr sympathisch. Zwar braucht es seine Zeit, bis er auftaut, doch alles in allem ist er ein cooler Typ“, berichtet Lisas Freundin Julia, die weiß, dass Lisa sich nichts sehnlicher wünscht als einen Freund. Augenscheinlich versucht sie sich als Kupplerin, um Lisas Glück auf die Sprünge zu helfen. Ihrer Freundin verschweigt sie, dass sie auch Robert von Lisa vorgeschwärmt hat, um ihn auf die Party zu locken. Ganz nebenbei erzählte sie ihm von ihrer besten Freundin, die Kunstgeschichte studiert und seit vielen Jahren leidenschaftlich Turniertanz betreibt. Nach Julias akribischer Planung steht einem Blind Date zwischen den ahnungslosen Hauptdarstellern Lisa und Robert nichts mehr im Wege.

Noch zwei Stunden bis zur Party. Lisa steht ratlos vor ihrem Kleiderschrank. Was soll sie bloß anziehen? Sie denkt: „Vielleicht die legere Variante mit Jeans und rotem Top. Nein, damit werde ich nicht seine Aufmerksamkeit erregen können. Dann eher ein klassisches schwarzes Abendkleid mit weitem Ausschnitt. Aber schreckt ihn das nicht ab, mich anzusprechen?“ Zahllose Alternativen stehen ihr zur Auswahl und jede von ihnen konnotiert einen bestimmten Geschmack, ja sogar einen bestimmten Lebensstil, der bei Robert Zustimmung oder Ablehnung auslösen kann. Jede Entscheidung für einen bestimmten Kleiderstil wird zum Bekenntnis. Auch Robert steht der nahenden Party hilflos gegenüber. In seinem Kopf versucht er die erste Kontaktaufnahme mit Lisa durchzuspielen und stößt dabei auf Probleme: „Wie soll ich sie begrüßen? Gebe ich ihr förmlich die Hand, um mich kurz vorzustellen oder umarme ich sie lässig, was ein unbefangenes Gespräch wahrscheinlicher macht? Aber ich kriege den Mund doch sowieso nicht auf, so schüchtern wie ich bin.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die systemtheoretische Perspektive auf die Liebe ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen anhand der Luhmannschen Theorie.

2. Die Liebe und ihre Entstehung aus systemtheoretischer Sicht: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe wie doppelte Kontingenz, Kommunikation und das Kommunikationsmedium Liebe, um die Unwahrscheinlichkeit intimer Beziehungen aufzuzeigen.

3. Blind Date - Eine Alltagsbetrachtung: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse anhand einer fiktiven Liebesgeschichte angewendet, um den Prozess der Entstehung eines Intimsystems im Alltag zu illustrieren.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Liebe trotz ihrer strukturellen Unwahrscheinlichkeit und Instabilität durch entparadoxierende Kommunikationsmechanismen stabilisiert wird.

5. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten soziologischen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Liebe, doppelte Kontingenz, Intimsystem, Kommunikation, Kommunikationsmedium, Luhmann, Interaktionssystem, Selektion, Anschlusskommunikation, soziale Ordnung, Vertrauen, Erwartungserwartungen, Autopoiesis, Sinn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie trotz der strukturellen Unwahrscheinlichkeit und der „doppelten Kontingenz“ zwischenmenschliche Liebesbeziehungen entstehen und funktionieren können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die systemtheoretische Beschreibung von Liebe als Kommunikationsmedium, die Problematik der gegenseitigen Inkommunikabilität psychischer Systeme und die Mechanismen der Anschlusskommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die hochabstrakt formulierte Systemtheorie von Niklas Luhmann auf einen konkreten, lebensnahen Kontext anzuwenden und so die Entstehung von Liebe soziologisch erklärbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systemtheoretische Analyse durchgeführt, die durch ein exemplarisches Alltagsbeispiel (Blind Date) operationalisiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Liebesbeziehung und deren praktische Anwendung in einer fiktiven Fallstudie, die den Verlauf von der ersten Begegnung bis zur Intimkommunikation nachzeichnet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Systemtheorie, Liebe, doppelte Kontingenz, Intimsystem und Anschlusskommunikation geprägt.

Warum ist die „doppelte Kontingenz“ für das Verständnis der Liebe so wichtig?

Sie beschreibt die Grundsituation, in der zwei Individuen (Black Boxes) ihr Verhalten aufeinander abstimmen müssen, ohne die Gedanken oder Erwartungen des jeweils anderen jemals vollständig kennen zu können.

Welche Rolle spielt die Sexualität in der Argumentation des Autors?

Sexualität wird als symbiotischer Mechanismus verstanden, der die verbale Kommunikation ergänzt, das gegenseitige Verstehen symbolisiert und entlastend auf die ansonsten kognitiv anspruchsvolle Intimkommunikation wirkt.

Wie trägt das „Medium Liebe“ zur Stabilität einer Beziehung bei?

Liebe fungiert als Erfolgsmedium, das die Annahmebereitschaft für Kommunikation erhöht und durch spezifische Formvorschriften (wie ständigen Perspektivwechsel) dazu beiträgt, dass Erwartungen stabilisiert und Anschlussfähigkeit gewährleistet werden.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die doppelte Kontingenz im Alltag. Zur Entstehung einer Liebesbeziehung aus systemtheoretischer Perspektive
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Soziologie)
Veranstaltung
Hauptseminar: Niklas Luhmanns Theorie der sozialen Systeme
Note
1,0
Autor
Franz Ambelang (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V1153065
ISBN (eBook)
9783346544049
ISBN (Buch)
9783346544056
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Luhmann Systemtheorie doppelte Kontingenz Soziale System Liebe als Passion Die Gesellschaft der Gesellschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franz Ambelang (Autor:in), 2009, Die doppelte Kontingenz im Alltag. Zur Entstehung einer Liebesbeziehung aus systemtheoretischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1153065
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  22  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum