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Aggression - Theorie und Theorie in der Praxis

Title: Aggression - Theorie und Theorie in der Praxis

Bachelor Thesis , 2008 , 60 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Moritz Prien (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Aggression ist seit Menschengedenken ein zentrales Thema des Lebens. Ob in biblischen Geschichten, in Darstellungen antiker Kunst oder in der Kunstgeschichte allgemein; Aggression ist seit jeher ein wichtiges, weil Menschen gefährdendes und ein zugleich äußerst menschliches Thema, das „bibliotheksfüllend“ (Nolting, 1997, S.15) ist. In den folgenden Ausführungen geht es ausschließlich um schädliche Aggression, nicht um die jedem Menschen vertraute Form von Aggression, die lebensimmanent ist.
In Zeiten erhöhter Jugendkriminalität, zahlenmäßig gestiegener und an Schulen gemeldeter Gewalttaten, der alltäglich spürbar gestiegenen Zahl von gewalttätigen Übergriffen unter Gleichaltrigen und Bandengruppierungen, die ein hohes Gewaltpotential besitzen, stellt sich zunächst die Frage, wie es zu dazu kommt, die Frage nach dem ‚Warum’. Nicht erst seit den Vorfällen an der Rütli-Schule stößt dieses Thema auch auf mediales Interesse.
„Das hier ist brutaler Krieg. Sie bewaffnen sich mit Messern, Pistolen und Knüppeln, schlagen sich krankenhausreif, erpressen Schutzgelder. An vielen Schulen herrschen Angst und Schrecken“ (Schubarth, 1994, S.21).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition und –Abgrenzung

2.1 Aggressivität

2.2 Aggression

2.3 Aggressives Verhalten

2.4 Gewalt

2.5 Zwischenfazit

3. Verschiedene Theorien zur Entstehung aggressiven Verhaltens

3.1 Die Triebtheorie

3.2 Die Frustrations-Aggressions-Theorie

3.3 Die Lerntheorie

3.4 Zwischenfazit

4. Empirische Befunde

4.1 Kriminalstatistik

4.2 Genetische, hormonelle und biologische Einflussfaktoren

4.3 Psychische Einflussfaktoren

4.4 Soziale Einflussfaktoren

4.5 Temporäre Verschiebung gewalttätigen Verhaltens

4.6 Rollenverhalten und die Gleichaltrigengruppe

4.7 Einfluss und Auswirkungen medialer Gewaltdarstellungen

4.8 Zwischenfazit

5. Prävention: Anti-Aggressivitäts-Training (AAT)

6. Lehrerinbefragung

6.1 Vorbemerkung

6.2 Noltings Befragung

6.3 Eigene Befragung und deren qualitative Inhaltsanalyse

6.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten

6.5 Zwischenfazit

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Aggression und des aggressiven Verhaltens aus wissenschaftlicher und pädagogischer Sicht. Ziel ist es, zentrale psychologische Theorien zur Entstehung von Aggression zu beleuchten, empirische Einflussfaktoren zu analysieren und deren Relevanz für den pädagogischen Praxisalltag durch den Vergleich mit einer Lehrerinbefragung und die Vorstellung des Anti-Aggressivitäts-Trainings (AAT) zu hinterfragen.

  • Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmung (Aggression, Gewalt, Aggressivität)
  • Psychologische Erklärungsansätze (Triebtheorie, Frustrations-Aggressions-Theorie, Lerntheorie)
  • Empirische Einflüsse (Biologie, Psychologie, soziale Faktoren, Medienkonsum)
  • Pädagogische Intervention am Beispiel des Anti-Aggressivitäts-Trainings (AAT)
  • Vergleichende Analyse professioneller Alltagsvorstellungen von Lehrkräften

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Triebtheorie

Um die Triebtheorie darzustellen, bedarf es der Erwähnung zweier Männer, die sich um die Entwicklung jener verdingten, auch und vor allem im Bezug auf „triebtheoretische Ansätze zur Erklärung sozial-schädlicher Reaktionsbereitschaften“ (Biedermann/Plaum, 1999, S.16): Sigmund Freuds psychoanalytischer Ansatz und der ethologische Ansatz nach Konrad Lorenz.

Beide im Folgenden aufgezeigten triebtheoretischen Ansätzen gehen von einem erblich weitergegebenen, dem Menschen inne wohnenden Aggressionspotential aus, das sich für aggressives Verhalten eines Menschen verantwortlich zeigt. Der Mensch sei demnach auf biologische Weise zu seinem, ungeachtet der jeweiligen Intensität, aggressiven Verhalten bestimmt (vgl. Biedermann/Plaum, 1999, S.16). Anders ausgedrückt gehen triebtheoretische Erklärungsansätze von der Vermutung aus, dass der Mensch, gesteuert von Trieben (Freud) und Instinkten (Lorenz), in bestimmten Schlüsselsituationen dem Drang ausgesetzt ist, sich zielgerichtet aggressiv zu verhalten. Zur Auslebung dieses Drangs, also auch um von ihm befreit zu werden, wenn auch nur für kurze Zeit (s.u.), verhalten sich Menschen, triebtheoretisch erklärt, aggressiv, was nicht zuletzt auch unter dem Einfluss erbgenetischer Anteile geschehen soll (vgl. Biedermann/Plaum, 1999, S.17). Also liegt die Gemeinsamkeit der beiden Modelle darin begründet, dass sie ein „einfaches Energiemodell zur analogen Beschreibung“ (Mummendey, 1983, nach Biedermann/Plaum, 1999, S. 19) aggressiver Handlungen gebrauchen, d.h. dass auch Konrad Lorenz davon ausgeht, es würden kontinuierlich aggressive Triebenergien erzeugt, die sich bis zur Entladung über einen bestimmten Zeitraum aufstauen. (Heckhausen, 1989, nach Biedermann/Plaum, 1999, S. 19) Auch wird in diesem Kontext vom „hydraulischen Modell“ gesprochen, weil die Stauung der Energie der Stauung des Dampfes in einem Dampfkessel gleichkomme (vgl. Scheithauer, 2003, S. 71).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema Aggression als zentrales, lebensimmanentes Phänomen und Darlegung der Zielsetzung, Theorien und deren Praxisrelevanz zu untersuchen.

2. Begriffsdefinition und –Abgrenzung: Klärung und Abgrenzung der Begriffe Aggressivität, Aggression, aggressives Verhalten und Gewalt zur Vermeidung synonymischer Unschärfen.

3. Verschiedene Theorien zur Entstehung aggressiven Verhaltens: Darstellung der Triebtheorie, Frustrations-Aggressions-Theorie und Lerntheorie als zentrale Erklärungsmodelle.

4. Empirische Befunde: Analyse von Faktoren wie Biologie, Kriminalstatistik, psychischen und sozialen Einflüssen sowie medialen Wirkungen auf aggressives Verhalten.

5. Prävention: Anti-Aggressivitäts-Training (AAT): Vorstellung der Methode des AAT als konfrontativer Ansatz zur Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen.

6. Lehrerinbefragung: Qualitative Untersuchung der Ansichten einer Lehrkraft über Aggression im Vergleich mit den theoretischen Ergebnissen nach Nolting.

7. Resümee: Zusammenfassende Reflexion der theoretischen Erkenntnisse und der Bedeutung für die pädagogische Ausbildung und Praxis.

Schlüsselwörter

Aggression, Gewalttätigkeit, Lerntheorie, Triebtheorie, Frustration, Erziehung, Anti-Aggressivitäts-Training, Modelllernen, Sozialisation, Pädagogik, Jugendkriminalität, Verhaltensstörungen, Persönlichkeitsentwicklung, Prävention, Interventionsmethode.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Aggression sowie deren Anwendung und Reflexion im professionellen pädagogischen Alltag.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen Begriffsdefinitionen, psychologische Theorien zur Entstehung von Aggression, empirische Befunde und präventive Interventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie theoretisches Wissen über Aggression in die tägliche pädagogische Praxis einfließt und von Fachkräften zur Erklärung von Verhaltensweisen genutzt wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Neben der Literaturrecherche und theoretischen Analyse wird eine qualitative Befragung einer Lehrkraft durchgeführt, deren Ergebnisse in Bezug zu etablierten Studien gesetzt werden.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine empirische Analyse der Einflussfaktoren sowie eine exemplarische Fallstudie zu einem Anti-Aggressivitäts-Training.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Aggressionstheorien, Modelllernen, Sozialisationsbedingungen und professionelles pädagogisches Handeln.

Welche Rolle spielt das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) in der Arbeit?

Das AAT dient als praktisches Beispiel, um zu illustrieren, wie lerntheoretisch-kognitive Ansätze konkret in der Präventionsarbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen umgesetzt werden.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Medien bei Gewaltentstehung?

Der Einfluss medialer Gewaltdarstellungen wird als Teil eines komplexen Kumulationsmodells gesehen, bei dem persönliche Lebensbedingungen und individuelle Eigenschaften des Rezipienten entscheidend für die Wirkung sind.

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Details

Title
Aggression - Theorie und Theorie in der Praxis
College
University of Hannover  (Institut für Sonderpädagogik)
Grade
1,3
Author
Moritz Prien (Author)
Publication Year
2008
Pages
60
Catalog Number
V115329
ISBN (eBook)
9783640159345
ISBN (Book)
9783640160174
Language
German
Tags
Aggression Theorie Praxis Psychologie Pädagogische Psychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Prien (Author), 2008, Aggression - Theorie und Theorie in der Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115329
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