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Berufsschule und Grundbildung - Eine exemplarische Untersuchung am Beispiel des Tischlerhandwerks

Title: Berufsschule und Grundbildung - Eine exemplarische Untersuchung am Beispiel des Tischlerhandwerks

Examination Thesis , 2008 , 160 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marc Niemeyer (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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Summary Excerpt Details

Jugendliche und junge Erwachsene streben nach Beendigung ihrer Schulzeit
nach persönlicher Unabhängigkeit. Sie haben den Eindruck, endlich der
„lästigen“ Schule „entkommen“ zu sein. Immer häufiger macht sich bei den
Jugendlichen nach dem Höhenflug Ernüchterung breit, wenn das in der
Schule vermittelte Wissen nicht mehr ausreicht. Das Streben nach Freiheit
und Unabhängigkeit der Jugendlichen und jungen Menschen ist von vielen
individuellen Faktoren abhängig. Wenn der Traum nach dem bevorzugten
Ausbildungsplatz wegen einem nicht vorhandenen oder sehr schlechten
Schulabschluss zerplatzt, machen sich meist Perspektivlosigkeit und
Frustration bemerkbar. Wenn sich darüber hinaus die mit der Ausbildung
verbundene finanzielle Freiheit und Unabhängigkeit nicht einstellt, ziehen sie
sich zusehen zurück.
Aus der persönlichen und praktischen Erfahrung als Tischlermeister habe ich
vielfach festgestellt, dass viele Schüler und junge Menschen den Übergang
von der allgemeinbildenden Schule in die berufliche Bildung nicht schaffen,
obwohl die meisten Jugendlichen trotzdem in der Lage waren, in der
Tischlerwerkstatt zu arbeiten. Aus meinen Beobachtungen heraus hatten die
Jugendlichen vor allem Probleme im theoretischen Ausbildungsteil. Natürlich
gab es unter ihnen auch immer wieder individuelle Probleme im praktischen
Ausbildungsteil.
Für mich stellt sich die Frage, welche Grundbildung den jungen Menschen
schon vor Beginn der eigentlichen Ausbildung vermittelt werden muss. Es
müssen auch die Ursachen von Grundbildungsdefiziten der Jugendlichen
genauer betrachtet werden und bekannt sein, damit man unterstützend und
lenkend darauf einwirken kann. Natürlich wirft das die Frage auf, welche
Maßnahmen bis zum jetzigen Zeitpunkt bei der Grundbildungsarbeit ergriffen
wurde, damit eine qualifizierte Ausbildungsreife erreicht ist, die eine
Ausbildung ohne Probleme ermöglicht. Nur dadurch kann geklärt werden,
welche Grundbildung jungen Menschen vermittelt werden muss, damit diese
zukünftig bessere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben.
Ein direkter Vergleich zwischen den Studien PISA, IGLU, ILAS und ANCLI ist
aufgrund der Komplexität nicht möglich und ist nicht Gegenstand dieser
Examensarbeit. Auch auf die bildungspolitischen Folgen, die sich aus diesen
Studien ergeben, kann nicht näher eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. GRUNDBILDUNG

1.1 DEFINITION DES BEGRIFFES „GRUNDBILDUNG“

1.2 SYSTEMATISIERUNG DER GRUNDBILDUNG

1.3 GRUNDBILDUNGSDEFIZITE – WELCHE URSACHEN KÖNNEN VORLIEGEN?

1.3.1 Kategorisierung der Grundbildungsdefizite

1.3.2 Grundbildungsdefizite – Auswirkungen auf die Ausbildungssituation

1.3.3 Grundbildung – Maßnahmen gegen Grundbildungsdefizite

1.3.4 Grundbildungsdefizite – Welchen Personenkreis betrifft es?

1.3.5 Soziale Interessen des Individuum an der Grundbildung

1.3.6 Berufsorientierte Grundbildung

1.4 WAS VERSTEHT MAN UNTER ANALPHABETISMUS?

1.4.1 Wie wird man in der heutigen Zeit (funktionale/r) Analphabet/in?

1.4.2 Wie viele Personen betrifft das Problem des Analphabetismus?

1.5 FOLGEN UND BEDEUTUNG FEHLENDER GRUNDBILDUNG AUF DIE AUSBILDUNG

1.6 ZUSAMMENFASSUNG

2. GEGENWÄRTIGE SITUATION IM (TISCHLER) -HANDWERK

2.1 AKTUELLE STRUKTURZAHLEN IM TISCHLERHANDWERK

2.2 EXISTIERENDE SACHLAGE IN RHEINLAND-PFALZ

2.3 GIBT ES FÜR DAS TISCHLERHANDWERK INDIVIDUELLE GRUNDBILDUNGSDEFIZITE DER PERSONENGRUPPE?

2.4 KÖRPERLICHE EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE TISCHLERAUSBILDUNG

2.5 ANFORDERUNGSPROFIL FÜR DAS BERUFSFELD TISCHLER

2.6 ZUSAMMENFASSUNG

3. GRUNDBILDUNG AUS SICHT DER LERNENDEN IM TISCHLERHANDWERK

3.1 GRUNDBILDUNG ALS VORAUSSETZUNG FÜR DIE TISCHLERAUSBILDUNG?

3.2 ZIELSETZUNG DER INTERVIEWS

3.3 FORMULIERUNG DER HYPOTHESEN

3.4 AUSWERTUNG DER SCHÜLERINTERVIEWS

3.5 ERGEBNISSE DER INTERVIEWS

3.6 ZUSAMMENFASSUNG

4. GRUNDBILDUNG AUS SICHT DER LEHRENDEN IM TISCHLERHANDWERK

4.1 DIE EIGNUNGSFESTSTELLUNG IM TISCHLERHANDWERK

4.2 DURCHFÜHRUNGSKRITERIEN DES EIGNUNGSFESTSTELLUNG DES BHKH

4.3 DIFFERENZIERTE BETRACHTUNG DES EINSTELLUNGSTEST

4.3.1 Allgemeiner Teil im Einstellungstest

4.3.2 Kenntnisprüfung im Einstellungstest

4.3.3 Leistungstest

4.4 ERGEBNISSE DER EIGNUNGSFESTSTELLUNG IN RHEINLAND-PFALZ

4.4.1 Ergebnisse Kenntnisprüfung

4.4.2 Ergebnisse Leistungstest

4.4.3 Ergebnisse Eignungstest 2005 - Konzentration

4.5 ZUSAMMENFASSUNG

5. ZUSAMMENFASSUNG UND ANFORDERUNGEN AN DIE PRAXIS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Grundbildung für bildungsbenachteiligte Jugendliche beim Übergang von der allgemeinbildenden Schule in die berufliche Bildung, speziell am Beispiel des Tischlerhandwerks. Ziel ist es, Defizite zu identifizieren und didaktisch-methodische Ansätze zur Verbesserung der Ausbildungsreife sowie der sozialen Integration aufzuzeigen.

  • Grundbildungsdefizite und deren Ursachen
  • Situation und Anforderungen im Tischlerhandwerk
  • Perspektiven der Lernenden durch qualitative Interviews
  • Eignungsfeststellung und Anforderungen aus Sicht der Lehrenden

Auszug aus dem Buch

1.3.1 Kategorisierung der Grundbildungsdefizite

In diesem Kapitel kategorisiere ich die Ursache für Grundbildungsdefizite folgendermaßen: schulische Ursachen, soziale Ursachen und interpersonale Ursachen. Diese Ursachen treten meistens nicht singulär bei den Jugendlichen auf und können sich damit gegenseitig verstärken.

Schulische Ursachen: Der Unterricht an den allgemeinbildenden Schulen wird immer noch durch Frontalunterricht dominiert und dies meist in der fragend-entwickelnden Methode. Die Aktivitäten liegen überwiegend auf der Seite des Lehrers. Die Schüler verharren überwiegend in einer passiven und rezeptiven Haltung. Sprachliche Ausdrucksfähigkeit in Sprache und Schrift wird gefördert und dementsprechend belohnt. Der Schüler wird in seinen Lernaktivitäten auf den kognitiv-geistigen Bereich reduziert. Mangelnder Methodenwechsel im Schulunterricht bevorzugt Schüler, die einen mittleren und höheren Bildungsstandard gewöhnt sind (z. B. soziale Schicht, Vorbildung) und den kognitiv-geistigen Anforderungen gerecht werden können. Gründe für die Methodenarmut sind zum einen mangelnde Methodenkompetenz der Lehrer und zum anderen die zunehmende Auffüllung der Fächer mit Lernstoff, der in immer kürzerer Zeit gelernt werden muss.

Wenn Inhalte einseitig durch den Lehrenden, aufgrund von Rationalisierungen, formalen Denksystemen und Beurteilungen und einseitiger Bevorzugung bestimmter Denk- und Lernmuster, in den Vordergrund geschoben werden, verhindert es beim Lernenden hinreichende Lernchancen. Immer noch gilt in manchen Schulen der Sekundarstufe I das pädagogische Robinson-Modell. Die bildungsbenachteiligten Jugendlichen werden mit den Unterrichtszielen alleine gelassen, was bei ihnen, mit einer normalen Lernsituation völlig überfordert, Frustrationen, Unlust und Aggressivität auslöst.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des Übergangs von der Schule in den Beruf und die Bedeutung einer qualifizierten Grundbildung für Jugendliche.

1. GRUNDBILDUNG: Dieses Kapitel definiert Grundbildung und kategorisiert verschiedene Ursachen für Bildungsdefizite sowie deren Auswirkungen auf die Ausbildungssituation.

2. GEGENWÄRTIGE SITUATION IM (TISCHLER) -HANDWERK: Es wird die aktuelle wirtschaftliche Lage des Tischlerhandwerks und die Anforderungen an Bewerber in Rheinland-Pfalz dargestellt.

3. GRUNDBILDUNG AUS SICHT DER LERNENDEN IM TISCHLERHANDWERK: Basierend auf qualitativen Interviews werden die Sichtweisen der Auszubildenden auf notwendige Grundbildungsinhalte reflektiert.

4. GRUNDBILDUNG AUS SICHT DER LEHRENDEN IM TISCHLERHANDWERK: Dieses Kapitel analysiert die Eignungsfeststellungsverfahren und die Anforderungen der Betriebe aus der Perspektive der Lehrenden.

5. ZUSAMMENFASSUNG UND ANFORDERUNGEN AN DIE PRAXIS: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung und formuliert Anforderungen an die Bildungspraxis zur Förderung bildungsbenachteiligter Jugendlicher.

Schlüsselwörter

Grundbildung, Tischlerhandwerk, Bildungsbenachteiligung, Ausbildung, Berufseinstieg, Grundbildungsdefizite, Eignungsfeststellung, Jugendliche, Lernende, Lehrende, Qualifizierung, Kompetenzen, Hauptschule, Sozialkompetenz, Arbeitsmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Relevanz und den Defiziten der Grundbildung bei Jugendlichen beim Übergang in die berufliche Ausbildung, mit einem speziellen Fokus auf das Tischlerhandwerk.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die Ursachen von Grundbildungsdefiziten, die aktuelle wirtschaftliche Situation im Handwerk, die Perspektive der Lernenden und Lehrenden sowie Eignungstestverfahren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, welche Grundbildung junge Menschen vor Beginn einer Tischlerausbildung benötigen, um erfolgreich bestehen zu können, und welche Ursachen hinter bestehenden Defiziten liegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Der Autor nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse und qualitativen, narrativen Schülerinterviews mit Auszubildenden einer Meisterschule für Handwerker.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die schulischen, sozialen und interpersonalen Ursachen für Bildungsdefizite und stellt empirische Ergebnisse von Eignungstests im Tischlerhandwerk dar.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Grundbildung, Bildungsbenachteiligung, Tischlerhandwerk, Ausbildungsreife und berufliche Qualifizierung.

Warum spielt das "Robinson-Modell" eine Rolle?

Es dient als pädagogisches Beispiel für eine Lernform, bei der Jugendliche mit den Unterrichtszielen allein gelassen werden, was bei bildungsbenachteiligten Schülern zu Frustration führt.

Welche Rolle spielt die "Eignungsfeststellung des BHKH"?

Sie dient als bundeseinheitliches Instrument, um theoretische Fähigkeiten und Fertigkeiten potenzieller Bewerber zu prüfen, wobei der Autor kritisch anmerkt, dass praktische Eignung hierbei zu kurz kommt.

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Details

Title
Berufsschule und Grundbildung - Eine exemplarische Untersuchung am Beispiel des Tischlerhandwerks
College
University of Kaiserslautern
Grade
1,7
Author
Marc Niemeyer (Author)
Publication Year
2008
Pages
160
Catalog Number
V115339
ISBN (eBook)
9783640174423
ISBN (Book)
9783640205004
Language
German
Tags
Berufsschule Grundbildung Eine Untersuchung Beispiel Tischlerhandwerks
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Niemeyer (Author), 2008, Berufsschule und Grundbildung - Eine exemplarische Untersuchung am Beispiel des Tischlerhandwerks, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115339
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