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10 Jahre nach Kyoto - Welche Rolle spielen die USA in den internationalen Klimaverhandlungen?

Title: 10 Jahre nach Kyoto - Welche Rolle spielen die USA in den internationalen Klimaverhandlungen?

Diploma Thesis , 2008 , 108 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Diplom Volkswirt Christian Altrichter (Author)

Business economics - Economic Policy
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Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das vom angloamerikanischen Raum geprägte Wohlstands- und Wachstumsparadigma allgegenwärtig. So wird es in vielen Ländern, insbesondere in Schwellenländern und den „Ländern des Südens“ als ein Maxim politischen und wirtschaftlichen Handelns angesehen, nach ähnlich hohen (Lebens-)Standards zu streben, wie sie in Industrieländern existieren. Das jenes Paradigma nicht nur positive wohlstandssteigernde Konsequenzen hat, sondern mit wirtschaftlichem Wachstum auch die Emissionen ansteigen und infolge dessen, negative Veränderungen für die Umwelt resultieren. Gewiss die Umweltproblematik ist nicht neu, Umweltprobleme gibt es schon seit dem Mittel¬alter nur ihre Dimension hat sich in den heutigen Tagen stark gewandelt. Lange Zeit galten die Umweltgüter Luft und Wasser als Prototypen freier öffentlicher Güter. Dies mag vor 200 Jahren noch vertretbar gewesen sein, da die Belastungen durch menschliches Einwirken geringer waren, weil einerseits weniger als eine Milliarde Menschen auf der Erde lebten und andererseits durch die heute bedeutend intensivere Lebensweise, die durch den steigenden Wohlstand im Laufe der Jahrhunderte stetig zugenommen hat.
Nachdem die Umweltpolitik in den 60er und Anfang 70er Jahren noch eine weniger bedeutende Rolle gespielt hat, Fricke bezeichnet dieses Terrain als „low-politics“, hat sich der Stellenwert dieses Politikbereiches, insbesondere nach den internationalen Klimaberichten des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der nun bereits in vierter aktueller Ausgabe vorliegt, stark gewandelt. So konnte 1997 in Kyoto nach Jahren zähen Verhandelns und nach dem Regierungswechsel im Jahre 1993 durch die positiven Impulse des damaligen umweltengagierten Vizepräsident Gore in Berlin 1995 die Grundlage für den 1997 beschlossenen Vertrag, dem Kyoto-Protokoll (KP), zum Schutz des Klimas vereinbart werden, wobei die Interessen der Verhandlungsstaaten weiterhin stark divergierten. So muss konstatiert werden, dass die USA im Basisjahr des Kyoto-Protokolls mehr als ein Drittel der gesamten Emissionen der Welt emittiert hat, obwohl nur vergleichsweise wenig, knapp fünf Prozent der Weltbevölkerung, in den Vereinigten Staaten leben und die Nutzung natürlicher Ressourcen intensiver ist als in vergleichbaren Industrieländern der OECD.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Naturwissenschaftliche Basis und Folgen des Klimawandels

2.1 Definitionen

2.2. Natürlicher vs. Anthropogener Treibhauseffekt

2.3 Die IPCC-Reports und erwartete Kostenbelastung der USA

2.3.1 Die vier „Klimaschutzgutachten“ (Assessment Reports) des IPCC

2.3.2 Projektionen und Folgen des Klimawandels

3. Die Geschichte der amerikanischen Umweltpolitik

3.1 Anfänge in den 70ern

3.2 Die 80er Jahre und der steinige Weg nach Kyoto

3.3. Clinton, Berlin und der Weg nach Kyoto

3.4. Die Post-Kyoto-Phase

4. Kritik und Mechanismen des Kyoto-Protokolls

4.1 Einleitung

4.2 Warum ist „Equity“ so wichtig ?

4.3.Die finanzielle Belastung durch das Kyoto-Protokoll

4.4 Die flexiblen Mechanismen

4.4.1 Der Emissionshandel Artikel 17 KP

4.4.2 Die Projektmechanismen Joint Implementation (JI) Artikel 6 KP und der Clean Development Mechanismus (CDM) Artikel 12 KP

4.4.3 Die Senkenregelung im KP

5. Alternative Strategieansätze zu Kyoto

5.1. Einleitung

5.2 Spieltheoretische Grundlagen

5.2 Klimaabkommen zwischen den USA und China

5.2.1 Das Standard-Modell ohne induzierten technologischen Wandel

5.3. Klimaabkommen zwischen den USA und Kanada

5.4 Einführung in die Thematik der Diffusionsprozesse

5.4.1 Formen der Handlungskoordination

5.4.1.1 Zentrale Regulierung

5.4.1.2 Dezentrale Regulierung

5.4.1.3 Mehrebenenregulierung

5.4.2 Umweltpolitische Innovationsmuster von „Pionierstaaten“

5.4.3 Erklärungsansätze

5.4.4 Internationaler Kontext von Politikdiffusionen

6. Fazit und Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Rolle der USA in der internationalen Klimapolitik, insbesondere nach dem Rückzug aus dem Kyoto-Protokoll im Jahr 2001, und untersucht zukünftige klimapolitische Optionen. Ziel ist es, den Entscheidungsprozess der USA zu beleuchten und alternative Strategien aufzuzeigen, wie die USA wieder eine Führungsrolle in der internationalen Klimapolitik einnehmen können oder wie multilaterale sowie bilaterale Ansätze die Klimaverhandlungen ergänzen können.

  • Historische Analyse der amerikanischen Umweltpolitik seit den 70er Jahren.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Kyoto-Protokoll, dessen Mechanismen und Herausforderungen (Equity, Kosten, Trittbrettfahrer-Problematik).
  • Spieltheoretische Untersuchung bilateraler Klimaverträge (USA-China, USA-Kanada).
  • Analyse von Diffusionsprozessen umweltpolitischer Innovationen auf subnationaler Ebene in den USA (Mehrebenensystem).

Auszug aus dem Buch

3. Die Geschichte der amerikanischen Umweltpolitik

Die Grundlagen des Phänomens des Treibhauseffektes wurden bereits 1896 vom schwedischen Wissenschaftler Svante Arrhenius beschrieben. Die daraus resultierenden Folgen haben – wie bereits in Kapitel 2 beschrieben – höchst unterschiedliche Auswirkungen in den einzelnen Nationen, und trotz der fundierten wissenschaftlichen Kenntnis bleibt ein minimal bestehender Unsicherheitsfaktor. Brauch (1996, 317) sieht sogar einen Wandel, in der alten „globalen Ordnung“, indem er nicht mehr Machtpolitik, wie sie seit 1815 vorherrschend war, sondern den Klimawandel, den Bevölkerungszuwachs und den steigenden Energiebedarf - drei stark interdependente Faktoren - als die bedeutendsten Herausforderungen für das 21. Jahrhundert ansieht.

Das rasante Wirtschaftswachstum in den 50er und 60er Jahren, zusätzlich gespeist von günstigen Ölimporten, sowie den offenkundigen Luft- und Wasserverschmutzungen in den USA boten einen fruchtbaren Nährboden für ein breites umweltpolitischen Engagement Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre. Es begann, mir dem ersten wichtigen umweltpolitischen Gesetz, dem „National Environmental Policy Act“ unter Präsident Nixon und gipfelte darin, dass Jimmy Carter große Teile Alaskas unter Schutz stellte.“47 Dieser führte dazu, dass viele Klagen von Betroffenen bei der 1970 gegründeten „Environmental Protection Agency“ (EPA) eingereicht wurden, da nun eine gesetzliche Basis als Grundlage für einen einheitlichen Umweltstandard durchsetzbar geworden war. Im gleichen Jahr wurde ein Programm zur Luftreinhaltung, der sog. „Clean Air Act“ (CAA) beschlossen.48 Erstmals wurden mit einem Gesetz nationale Ziele für Luftqualitätsstandards definiert als auch eine prozentuale Reduktion für Fahrzeugemissionen gesetzlich vorgeschrieben, kontrolliert durch die EPA.49 Diese setzt daraufhin nationale Standards für die spezifizierten Emissionen, die im Gesetz genannt sind – im übrigen ist Kohlendioxid bis heute kein Bestandteil des CAA – worauf dann die nationalen Regierungen in ihren State Implementation Plans (SIPs) nachweisen müssen, mit welchen Maßnahmen sie die von der EPA vorgegebenen Standards erreichen können.50

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt das globale Wachstums- und Wohlstandsparadigma, die zunehmende Bedeutung der Umweltpolitik seit den 70er Jahren und die spezifische Herausforderung der US-Klimapolitik nach dem Rückzug aus dem Kyoto-Protokoll.

2. Naturwissenschaftliche Basis und Folgen des Klimawandels: Dieses Kapitel definiert Umwelt und Klima, erklärt den Treibhauseffekt und analysiert die Rolle des IPCC sowie die erwarteten wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere für die USA.

3. Die Geschichte der amerikanischen Umweltpolitik: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Kontext der amerikanischen Umweltgesetzgebung von den 70er Jahren bis zur Post-Kyoto-Phase und analysiert die Entwicklung der politischen Haltung der USA gegenüber internationalen Klimaverhandlungen.

4. Kritik und Mechanismen des Kyoto-Protokolls: Das Kapitel analysiert die Kritik am Kyoto-Protokoll, thematisiert das wichtige Prinzip der „Equity“ sowie die finanzielle Belastung und erläutert die Funktionsweise der flexiblen Mechanismen (Emissionshandel, JI, CDM) und die Senkenregelung.

5. Alternative Strategieansätze zu Kyoto: Dieses Kapitel diskutiert alternative klimapolitische Strategien, einschließlich spieltheoretischer Ansätze für bilaterale Abkommen und analysiert Diffusionsprozesse von umweltpolitischen Innovationen im amerikanischen Mehrebenensystem.

6. Fazit und Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die weiterhin entscheidende Rolle der USA für die globale Klimapolitik, unterstreicht die technologische Problemlösungskompetenz und reflektiert über die Möglichkeiten von bilateralen Abkommen und subnationalen Netzwerken.

Schlüsselwörter

Kyoto-Protokoll, Klimapolitik, USA, Emissionshandel, Treibhauseffekt, IPCC, Umweltpolitik, Spieltheorie, Politikdiffusion, Mehrebenensystem, Erneuerbare Energien, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Technologischer Wandel, Equity.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle der USA in den internationalen Klimaverhandlungen, insbesondere die Auswirkungen und Hintergründe des Rückzugs aus dem Kyoto-Protokoll im Jahr 2001.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der amerikanischen Umweltpolitik, eine kritische Analyse des Kyoto-Protokolls sowie die Untersuchung alternativer Strategien wie bilateraler Abkommen und der Rolle einzelstaatlicher Umweltpolitik in den USA.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, das Entscheidungsverhalten der USA in der Klimapolitik zu verstehen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die USA wieder in globale Klimaschutzbemühungen eingebunden werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse historischer und politischer Entwicklungen sowie auf spieltheoretische Modelle, um die strategischen Optionen und Kooperationsmöglichkeiten im Bereich des Klimaschutzes zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, die Geschichte der US-Umweltpolitik, die Mechanismen und Kritikpunkte des Kyoto-Protokolls sowie alternative Strategieansätze, inklusive Diffusionsprozessen von Innovationen innerhalb der USA.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kyoto-Protokoll, USA, Klimapolitik, Emissionshandel, Politikdiffusion, Mehrebenensystem und Spieltheorie.

Warum ist das "Gefangenendilemma" für diese Arbeit relevant?

Es dient zur spieltheoretischen Veranschaulichung der Schwierigkeiten, stabile internationale Umweltabkommen zu schließen, bei denen jedes Land Anreize hat, sich als Trittbrettfahrer zu verhalten.

Welche Bedeutung haben "Pionierstaaten" wie Kalifornien für die amerikanische Klimapolitik?

Sie fungieren als Innovatoren, die durch ehrgeizige Umweltstandards auf einzelstaatlicher Ebene Impulse für die nationale Politik geben und durch Diffusionsprozesse die Grundlage für breitere klimapolitische Maßnahmen schaffen können.

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Details

Title
10 Jahre nach Kyoto - Welche Rolle spielen die USA in den internationalen Klimaverhandlungen?
College
Technical University of Chemnitz  (Lehrstuhl VWL, Finanzwirtschaft)
Grade
2,0
Author
Diplom Volkswirt Christian Altrichter (Author)
Publication Year
2008
Pages
108
Catalog Number
V115352
ISBN (eBook)
9783640159369
ISBN (Book)
9783640160181
Language
German
Tags
Jahre Kyoto Welche Rolle Klimaverhandlungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Volkswirt Christian Altrichter (Author), 2008, 10 Jahre nach Kyoto - Welche Rolle spielen die USA in den internationalen Klimaverhandlungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115352
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