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Dampf in Südwest - Eisenbahnbau zur Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika

Title: Dampf in Südwest - Eisenbahnbau zur Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 100 Pages , Grade: gut bis sehr gut

Autor:in: Bruno Wägli (Author)

Geography / Earth Science - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit versucht der Frage nachzugehen, mit welchen politischen, wirtschaftlichen und auch militärischen Intentionen die Bahnen gebaut wurden und warum das Kaiserreich trotz widrigster Bedingungen und unglaublicher Schwierigkeiten an der Erschliessung der Kolonie festgehalten und keinen Aufwand gescheut hat, die Bahnen schliesslich zu bauen und zu betreiben. Wer war Befürworter und wer Gegner des Eisenbahnbaus, wer hat die Strecken schliesslich gebaut, wer daraus in welchem Rahmen Nutzen gezogen? Bestanden wesentliche Unterschiede des Bahnbaus in Deutsch-Südwestafrika zu demjenigen in anderen Kolonialge-bieten und von anderen Kolonialmächten?

(...)

Die Arbeit ist zeitlich eingegrenzt in die Periode von 1884 bis 1914 (Errichtung des Deut-schen Schutzgebietes bis Ausbruch des Ersten Weltkrieges) und räumlich auf das Gebiet des -deutschen Schutzgebietes Südwestafrika, des heutigen Namibia. Nur wo es zum Verständnis unerlässlich ist, wird über den definierten Zeitrahmen hinausgegangen, so wird zum Beispiel die Geschichte des Landes vor der Errichtung des Schutzgebietes kurz gestreift.
Kaum behandelt werden technische Aspekte der Eisenbahn wie Lokomotiv- und Waggonty-pen, Werkstätten, Gleisbau und Architektur der Bahnhöfe oder bautechnische Abläufe und Vorgehensweisen. Diese Aspekte sind bereits in verschiedenen Werken bestens und detailliert dokumentiert.
Der Bau der Werkbahnen zur Beförderung des Guano bei Cape Cross sowie diejenige zur Erschliessung der Diamantenfelder werden nicht behandelt.
Auf eine wesentliche Frage kann auf Grund mangelnden Zugangs zu Quellen im Rahmen dieser Arbeit leider nicht eingegangen werden: Warum hat die South West African Company, deren Konzession das Recht zur Ausbeutung der Kupfervorkommen im Otavi-Gebiet wie auch das Recht zum Bau und Betrieb einer Eisenbahnlinie an die Küste umfasste, von dieser keinen Gebrauch gemacht? Sie hat damit einerseits Bismarcks ursprünglich beabsichtigte Ko-lonialpolitik zum Scheitern gebracht, andererseits potentielle deutsche Investoren nicht eben motiviert und schliesslich den staatlichen Bahnbau provoziert.
Ebenfalls kaum eingegangen werden kann - leider - auf die Biografien der wichtigsten Akteu-re, seien dies nun Beamte, Wirtschaftskapitäne, Soldaten, Siedler oder Stammeshäuptlinge. Jedes einzelne dieser Themen wäre eine eigene Arbeit wert. In dieser Arbeit müssen einige Zitate aus dem Koloniallexikon genügen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Gegenstand der Arbeit

1.2. Stand der Forschung und Quellenlage

1.3. Fragestellung und Hypothesen

1.4. Arbeitsmethode und Vorgehensweise

1.5. Abgrenzung des Themas

2. Land und Leute: Südwestafrika vor der kolonialen Herrschaft

2.1. Alles dominierende Aridität: Die Umweltbedingungen Südwestafrikas

2.2. Leeres Land zieht Leute an: Die Geschichte und Bevölkerung vor 1884

2.3. Unaufhaltsam: Der Vorstoss der Weissen

3. "Denn wo der deutsche Aar Besitz ergriffen und die Krallen in ein Land hineingesetzt hat, das ist deutsch und wird deutsch bleiben": Deutsche Kolonialpolitik und Besitzergreifung

3.1. Nur widerwillig: Bismarcks Haltung nach der Reichsgründung

3.2. Wirtschaftliche und bevölkerungspolitische Hintergründe und Hoffnungen

3.3. Platz an der Sonne: Befürworter und Gegner der Kolonialpolitik

3.4. Nord-Süd gegen Ost-West: Deutschland im Wettstreit mit anderen Mächten

3.5. Railway Imperialism: Der Eisenbahnbau als Mittel der Kolonialpolitik

3.6. Deutscher Adler in Südwest: Die Errichtung des Schutzgebietes 1884

3.7. Rohstoffe, Rinder und Schafe: Die Wirtschaft des Schutzgebietes

4. Verkehrssysteme vor dem Eisenbahnbau

4.1. Nabelschnur zum Mutterland: Der Seeweg nach Deutsch-Südwestafrika

4.2. Kampf gegen Naturgewalten: Bau von Häfen und Molen

4.3. Träger und Ochsenkarren: Inlandtransporte vor dem Eisenbahnbau

5. Eisenbahnbau in Deutsch-Südwestafrika

5.1. Rinderpest und Pferdesterbe: Ereignisse, die den Bahnbau beschleunigten

5.2. Ein erster Schritt: Swakopmund - Windhuk

5.3. Lange Geschichte: Otavi-Bahn

5.4. Von Norden und von Süden her: Südbahn

5.5. Grosse Investitionen: Die Gesamtheit der realisierten Bahnbauten

5.6. Zukunftsprojekte: Weitere Bahnbauten und Ausbauprojekte

5.7. German Brain and African Mussels: Die Erbauer der Bahnen

6. Auswirkungen des Eisenbahnbaus

6.1. Aufstand!: Bedeutung der Eisenbahn

6.2. Langsam, aber stetig: Entwicklung des Schutzgebietes

6.3. Freuden und Leiden: Alltagsbetrieb und -probleme der Eisenbahn

7. Fazit

7.1. Zusammenfassung der Erkenntnisse

7.2. Beantwortung der Forschungsfragen

7.3. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Beweggründe für den Eisenbahnbau in der deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika zwischen 1884 und 1914. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, warum das deutsche Kaiserreich trotz extremer geografischer und klimatischer Hürden am Ausbau der Infrastruktur festhielt und welche Rolle die Eisenbahn sowohl für die Kolonialmacht als auch für die indigenen Bevölkerungen spielte.

  • Historische Analyse der Kolonialpolitik und des "Railway Imperialism"
  • Geografische Herausforderungen und klimatische Bedingungen in Südwestafrika
  • Ökonomische Bedeutung von Bodenschätzen und Infrastruktur für das Kaiserreich
  • Soziale Auswirkungen des Bahnbaus auf die indigene Bevölkerung
  • Technische und logistische Herausforderungen beim Betrieb der Eisenbahnlinien

Auszug aus dem Buch

Die Landung in Swakopmund war lange Zeit auch für die Passagiere abenteuerlich und gefährlich

Swakopmund im Sonnenschein sah freundlich und verheissungsvoll aus. Zur Bewillkommnung des Dampfers wehten Flaggen auf vielen Häusern… Der Tag verging und die See wurde immer schlechter…Gegen Mittag erbarmte sich der Himmel unser …und glättete die Wogen. Da begann die Landung. … und wurden auf sehr primitive Art in das tief unten auf dem Wasser schaukelnde Brandungsboot verladen. Nacheinander setzte man sich in einen Korbstuhl, der an einer Kette hing. Vermittles eines Krans wurde der Korb dann in das Boot hinabgelassen, einer der bereits anwesenden Kruboys riss einen heraus, und der Korb ward wieder in die Höhe gewunden…Geradem als wir darin sassen, kam von der Küste das Warnungssignal, kein Boot dürfe mehr abgelassen werden…Durch die Brandung kommt überhaupt nur der ganz ungefährdet hindurch, der sie kennt. Fast jedes Mal beim Landen kentern Boote, Menschenleben sind sogar zu beklagen und viele Gepäckstücke, Ballen, Kisten, Eisenschienen gehen dabei verloren…Ich bewundere die Geschicklichkeit der Kruboys, die mit grösster Sicherheit und Kaltblütigkeit ihre Ruder in die Wellen tauchen…als ich allerdings die kolossalen Brecher aus allernächster Nähe sah, die sich haushoch aufzutürmen schienen oder einen tiefen Abgrund schufen, konnte ich mich einer Gänsehaut nicht erwehren…mit einem gewaltigen Ruck fuhr das Vorderteil des Bootes auf… Vom Lande aus waren uns schon einige Kaffern entgegen gelaufen und ehe ich mich über ihre Absicht klar war, hatte mich schon einer auf den Rücken genommen und im Trabe aufs Trockene getragen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Gegenstand der Arbeit, den Stand der Forschung sowie die methodische Herangehensweise an die Untersuchung des Eisenbahnbaus.

2. Land und Leute: Südwestafrika vor der kolonialen Herrschaft: Analysiert die geografischen Umweltbedingungen und die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung vor Beginn der deutschen Kolonialherrschaft.

3. "Denn wo der deutsche Aar Besitz ergriffen und die Krallen in ein Land hineingesetzt hat, das ist deutsch und wird deutsch bleiben": Deutsche Kolonialpolitik und Besitzergreifung: Untersucht die politischen Hintergründe der deutschen Kolonialexpansion, die Motive Bismarcks und die Bedeutung des Eisenbahnbaus im Kontext des Imperialismus.

4. Verkehrssysteme vor dem Eisenbahnbau: Beschreibt die schwierigen logistischen Bedingungen, wie den Seeweg und den Ochsenwagen-Transport, die vor der Einführung der Schiene herrschten.

5. Eisenbahnbau in Deutsch-Südwestafrika: Detailliert die konkreten Bauprojekte der Staatsbahn, der Otavi-Bahn und der Südbahn unter Berücksichtigung technischer und finanzieller Faktoren.

6. Auswirkungen des Eisenbahnbaus: Behandelt die strategische Bedeutung der Bahnen während der Aufstände, die wirtschaftlichen Folgen sowie den schwierigen Alltagsbetrieb.

7. Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und beantwortet die in der Einleitung aufgestellten Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Deutsch-Südwestafrika, Namibia, Eisenbahnbau, Kolonialpolitik, Railway Imperialism, Otavi-Bahn, Swakopmund, Windhuk, Schutztruppe, Rinderpest, Namib, Imperialismus, Infrastruktur, Rohstoffgewinnung, Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Publikation beleuchtet den Aufbau des Eisenbahnnetzes in der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) zwischen 1884 und 1914 und setzt diesen in den Kontext kolonialpolitischer und wirtschaftlicher Interessen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Themen umfassen die Geografie Namibias, die deutsche Kolonialpolitik, technische Aspekte des Bahnbaus, die militärische Bedeutung der Schiene sowie die sozialen Folgen für die einheimische Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu klären, mit welchen Intentionen die Bahnen gebaut wurden und warum das Kaiserreich trotz enormer Hindernisse an diesem Infrastrukturprojekt festhielt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, wobei der Autor den wissenschaftstheoretischen Ansatz des Positivismus sowie behavioristische Erklärungsmodelle zur Analyse der Handlungsmotive von Entscheidungsträgern nutzt.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der vorkolonialen Verkehrsverhältnisse, den Bau der spezifischen Bahnstrecken (z.B. Otavi-Bahn, Südbahn) sowie die Analyse der Betriebsbedingungen und Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Eisenbahnbau, Railway Imperialism, Kolonialgeschichte, Namibia, deutsche Kolonien und Transportinfrastruktur.

Welche Rolle spielte die Rinderpest für den Eisenbahnbau?

Die Rinderpest im Jahr 1897 führte zum Zusammenbruch des auf Ochsenkarren basierenden Transportsystems, was den Bau einer leistungsfähigen Eisenbahnverbindung ins Landesinnere als dringende Notwendigkeit für die Versorgung der Schutztruppe erscheinen ließ.

Warum war der Bau der Otavi-Bahn besonders herausfordernd?

Neben dem extremen Klima und schwierigem Gelände stellte der Herero-Aufstand die Planer vor massive Probleme, da Baukapazitäten durch militärische Erfordernisse gebunden waren.

Welche soziale Rolle spielten die Herero und Nama beim Bahnbau?

Sie wurden in der Regel als billige Arbeitskräfte zwangsverpflichtet, wobei die Zwangsarbeit unter den Bedingungen der Kolonialherrschaft mit extremer Härte und Grausamkeit verbunden war.

Excerpt out of 100 pages  - scroll top

Details

Title
Dampf in Südwest - Eisenbahnbau zur Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika
College
University of Fribourg  (Institut für Geografie (Prof. Dr. O. Graefe))
Course
Travail de Recherche Personnel II
Grade
gut bis sehr gut
Author
Bruno Wägli (Author)
Publication Year
2008
Pages
100
Catalog Number
V115362
ISBN (eBook)
9783640169498
ISBN (Book)
9783640172191
Language
German
Tags
Dampf Südwest Eisenbahnbau Kolonialzeit Deutsch-Südwestafrika Travail Recherche Personnel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bruno Wägli (Author), 2008, Dampf in Südwest - Eisenbahnbau zur Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115362
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