Das Ziel dieser Arbeit ist eine möglichst umfassende und differenzierte Analyse des Zusammenhangs zwischen Partnerschaft, Elternschaft und subjektiver Gesundheit. Die Hauptfragestellung lautet: Welche Haushaltskonstellationen belasten und welche bereichern unsere Gesundheit?
Wie die sozialwissenschaftliche Forschung in den letzten Jahren gezeigt hat, können sowohl Partnerschaft als auch Elternschaft gesundheitsfördernd wirken. Viele Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass Personen, die mit einem Partner und/oder Kindern zusammenleben, einen besseren physischen und psychischen Gesundheitszustand sowie eine höhere Lebenserwartung haben als Alleinlebende oder Alleinerziehende.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie und Forschungsstand
2.1 Mehrperspektivische Definitionen von Gesundheit und Krankheit
2.2 Einfluss der Partnerschaft auf die Gesundheit
2.3 Einfluss der Elternschaft auf die Gesundheit
3 Empirisches Vorgehen
3.1 Datengrundlage und Operationalisierung
3.2 Methoden
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Analyse
4.2 Multivariate Analyse
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Haushaltskonstellationen, nämlich Partnerschafts- und Elternschaftsstatus, und der subjektiven Gesundheit der Individuen. Ziel ist es, auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) empirisch zu analysieren, welche Lebensformen eine gesundheitliche Belastung darstellen und welche als gesundheitsförderlich oder bereichernd identifiziert werden können.
- Analyse des Einflusses von Partnerschaften auf die subjektive Gesundheit.
- Untersuchung der Auswirkungen von Elternschaft auf das physische und psychische Wohlbefinden.
- Differenzierte Betrachtung der Lebenssituation von Alleinerziehenden im Vergleich zu Paaren.
- Anwendung hierarchischer linearer Modelle (Random-Intercept-Modelle) zur statistischen Auswertung.
- Kontrolle von soziodemografischen Faktoren wie Geschlecht, Erwerbsstatus, Bildung und Alter.
Auszug aus dem Buch
2.2 Einfluss der Partnerschaft auf die Gesundheit
Die Partnerrolle kann als eine reziproke Unterstützungsrolle verstanden werden, die idealerweise auf gegenseitiger Liebe oder mindestens Zuneigung basiert (Meyer 2000: 53). Es kann angenommen werden, dass bei der Partnerrolle die Ressourcen wichtiger sind als die Anforderungen, sodass der partnerbedingte Alltagsstress eher gering und die partnerbedingte soziale Unterstützung relativ hoch ist (ebd.). Ohne Partner zu leben heißt dementsprechend, weniger Ressourcen und weniger sozialer Unterstützung zu haben, akute Belastungen schlechter bewältigen zu können und deshalb stärker unter akutem Stress zu leiden als im Zusammenleben mit einem Partner (ebd.: 53f.). Zum Einfluss der Partnerschaft auf die Gesundheit liegen viele Untersuchungen vor. Im Folgenden werden einige davon exemplarisch dargestellt.
Umberson (1992) ist in ihrer Studie der Frage nachgegangen, wie der Familienstand, das Geschlecht und die soziale Kontrolle des Gesundheitsverhaltens miteinander assoziiert sind. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass gesundheitsschädigende Verhaltensweisen am häufigsten i) in Ehen und ii) von Frauen sanktioniert werden (Umberson 1992: 907). Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist, dass die Auflösung von ehelichen Partnerschaften das gesundheitsschädigende Verhalten begünstigt, und zwar unabhängig vom Geschlecht (ebd.).
In der Studie von Duncan et al. (2006) wurden die Veränderungen im Alkohol-, Marihuana- und Zigarettenkonsum im Zusammenhang mit der Eheschließung beziehungsweise Eingehung einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft untersucht. Die Autoren konstatieren, dass in beiden Fällen die Prävalenz des Rauschtrinkens und Marihuanakonsums sinkt, wobei die Ehe einen stärkeren Effekt als eine nicht eheliche Lebensgemeinschaft hat, insbesondere bei Männern (Duncan et al. 2006: 691). Für das Rauchverhalten lassen sich hingegen keine signifikanten Veränderungen finden (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die sozialwissenschaftliche Fragestellung ein, ob Partnerschaft und Elternschaft gesundheitsfördernd wirken, und skizziert das Ziel der Arbeit, diese Zusammenhänge differenziert zu analysieren.
2 Theorie und Forschungsstand: Das Kapitel definiert Gesundheit und Krankheit aus verschiedenen Perspektiven und erörtert den theoretischen Forschungsstand zum Einfluss von Partnerschaft und Elternschaft auf die Gesundheit.
3 Empirisches Vorgehen: Hier werden die Datenbasis des SOEP, die Stichprobenauswahl, die Operationalisierung der Variablen sowie die verwendeten statistischen Methoden beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Analysen sowie die multivariaten Random-Intercept-Modelle zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Befunde und reflektiert die Limitationen der Untersuchung sowie weiterführende Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
Partnerschaft, Elternschaft, subjektive Gesundheit, SOEP, Alleinerziehende, Mehrebenenanalyse, soziale Unterstützung, Gesundheitsverhalten, Geschlechterunterschiede, Erwerbsstatus, Haushaltskonstellation, Lebensqualität, soziale Kontrolle, Familienstand, psychisches Wohlbefinden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie sich verschiedene partnerschaftliche und familiäre Lebensformen auf die subjektive Gesundheit der Menschen auswirken.
Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den gesundheitlichen Auswirkungen von Partnerschaften, Elternschaft und dem Leben als Alleinerziehende im Vergleich zu anderen Haushaltsformen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche Haushaltskonstellationen belasten und welche bereichern unsere Gesundheit?
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung, insbesondere Random-Intercept-Modelle (Mehrebenenanalyse), um die Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Beschreibung der Datenbasis und Methoden sowie eine detaillierte Darstellung und Diskussion der deskriptiven und multivariaten Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind subjektive Gesundheit, Partnerschaft, Elternschaft, soziale Unterstützung und das Sozio-ökonomische Panel (SOEP).
Warum wird zwischen Alleinerziehenden und Paaren mit Kindern unterschieden?
Die Unterscheidung ist zentral, da Alleinerziehende laut Arbeit besonderen Belastungen durch die alleinige Verantwortung für Haushalt und Erziehung bei oft gleichzeitiger Erwerbstätigkeit ausgesetzt sind.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich des Einflusses von Partnerschaften?
Die Studie deutet darauf hin, dass die soziale Unterstützung und Ressourcen in einer Partnerschaft grundsätzlich protektiv wirken können, wobei das Alleinleben und Alleinerziehen häufiger mit gesundheitlichen Einbußen korrelieren.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2020, Partnerschaft und Elternschaft als Belastung oder Bereicherung für die Gesundheit? Eine Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1153714