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Eine Analyse der Darstellung des Wahnsinns in Hartmanns "Iwein"

Titel: Eine Analyse der Darstellung des Wahnsinns in Hartmanns "Iwein"

Hausarbeit , 2018 , 12 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird die Frage untersucht, was für eine Rolle der Wahnsinn Iweins und dessen Darstellung für den Rest der Erzählung hat. Dabei soll vor allem untersucht werden, ob Iweins Verrücktheit letzten Endes sogar zu einer Verbesserung der ursprünglichen Identität beiträgt. Dazu wird zuerst erläutert, wie genau die Szene des Wahnsinns in der Erzählung dargestellt wird. Anschließend wird darauf eingegangen, wie genau es überhaupt dazu kommen konnte, dass Iwein diesem Irrsinn verfällt und inwiefern sich sein Verhalten nach dem Wahnsinn verändert hat. Schließlich wird analysiert, inwiefern sich die gegebenenfalls vorhandene Verhaltensänderung auf eine Verbesserung oder Verschlechterung des Charakters von Iwein auswirkt.

Die Darstellungen von Rittern und anderen Helden in Artusromanen waren Darstellungen von Idealen. Sie galten als "gesellschaftliche Leitbilder" die ausschließlich darauf aus waren, durch Ritterkämpfe und anderen Möglichkeiten zu einem höfischen Vorbild zu gelangen. Dies lässt sich auch im Werk "Iwein" von Hartmann von Aue beobachten. Dort geht es um den Ritter Iwein, der nicht nur ein normaler Ritter ist, sondern zu den Artusrittern und damit zu den besten Rittern des Landes gehört. Jedoch gibt es in dieser Erzählung auch einen Zeitpunkt, in der das Verhalten von Iwein diesem Ideal nicht mehr entspricht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Identität und Identitätsverlust im Mittelalter

3. Die Darstellung des Wahnsinns im Iwein

4. Auslöser für den Verfall in den Wahnsinn

5. Gegenüberstellung des Verhaltens vor und nach der Krise

6. Analyse der Verhaltensänderung

7. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Wahnsinns als narratives Element in Hartmanns von Aue "Iwein". Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob der psychische Zusammenbruch der Hauptfigur lediglich als Krise zu verstehen ist oder ob er als notwendige Bedingung für eine charakterliche Weiterentwicklung und die Erlangung einer gefestigten Identität fungiert.

  • Analyse des Identitätsbegriffs und der Identitätskrisen im höfischen Roman des 13. Jahrhunderts.
  • Untersuchung der physischen und psychischen Symptomatik des Wahnsinns bei Iwein.
  • Identifikation der Ursachen für den Wahnsinn, insbesondere im Kontext von Schuld und sozialem Versagen.
  • Vergleich der Ritteridentität vor und nach der Krise hinsichtlich Selbstlosigkeit und Motivation.
  • Bewertung der Rolle von göttlichem Schutz und persönlicher Reue für den Entwicklungsprozess der Figur.

Auszug aus dem Buch

3. Die Darstellung des Wahnsinns im Iwein

Betrachtet man nun die genaue Darstellung des Wahnsinns im „Iwein“, so erkennt man, dass sich dieser sowohl im Inneren als auch im Äußeren widerspiegelt. So wird auch im Vers 3256 festgehalten, dass die Minne Iwein sowohl „sinne unde lîp [verkêrte]“.

Im Bezug auf den sinne zeigt dies sich insbesondere durch den wie vorhin beschriebenen Identitätsverlust. Durch den Verlust und die Wut verfällt Iwein dermaßen dem Wahnsinn, dass er sich selbst komplett vergisst. Er weiß nicht mehr wer er ist bzw. wer er mal war, verdrängt sämtliche Erinnerungen an sein Ritterleben und verhält sich zunehmend unmenschlicher. Selbst als er sich schon wieder äußerlich auf dem Weg der Heilung befindet, ist sein Gedächtnis noch gestört. So fragt er sich selbst „bistûz Îwein, ode wer?“ (V.3509), hält sich selbst nur für einen gewöhnlichen Bauern und vergleicht sein vorheriges Ritterleben mit einem „troum“ (V.3513).

Äußerlich wird dies auch veranschaulicht. So reißt Iwein sich, kaum dass er den Hof verlassen hatte, sämtliche Kleider vom Leib. Da er so mit der Zeit verwahrlost, bis er sogar „gelîch einem môre“ (V.3348) aussieht, verliert er so auch äußerlich jeden Bezug zum Aussehen eines Ritters. Einzig und allein durch den Besitz einer markanten Narbe kann Iwein am Ende durch drei Damen identifiziert werden (V.3378–3382).

Auch in seinem Verhalten ist nichts mehr von hoevescheit zu erkennen. Er schläft draußen in der Wildnis, isst rohes Fleisch und verliert die Fähigkeit der Artikulation. Selbst mit dem Einsiedler, den er Wald trifft und von welchem er Brot und Wasser bekommt, wechselt er kein Wort. Auch die Flucht und der Aufenthalt im Wald an sich dient als Kontrast zu seinem früheren Leben, da hier die wilde Natur dem Hofe direkt gegenübergestellt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die höfische Idealwelt der Artusromane ein und formuliert die Fragestellung nach der Rolle des Wahnsinns für die Identitätsentwicklung Iweins.

2. Identität und Identitätsverlust im Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert den zeitgenössischen Diskurs über Identitätskrisen, bei denen der Verlust des gesellschaftlichen Rollenbildes mit einem Verlust des Ich-Bewusstseins einhergeht.

3. Die Darstellung des Wahnsinns im Iwein: Hier wird analysiert, wie sich der Wahnsinn Iweins sowohl durch den Verlust der höfischen Zivilisiertheit als auch durch physische Verwahrlosung in der Narration manifestiert.

4. Auslöser für den Verfall in den Wahnsinn: Der Autor untersucht das Fehlverhalten Iweins, insbesondere das Versäumen der Rückkehrfrist zu Laudine, welches zu Scham, Schuldgefühlen und letztlich zur psychischen Krise führt.

5. Gegenüberstellung des Verhaltens vor und nach der Krise: Dieses Kapitel arbeitet den Wandel vom egozentrischen Kämpfer, der nur auf sein eigenes Ansehen bedacht ist, zum selbstlosen Helfer heraus.

6. Analyse der Verhaltensänderung: Die Analyse hinterfragt, ob die Heilung und die anschließenden Taten tatsächlich als Entwicklung zum Besseren zu werten sind, gestützt durch Begriffe wie Reue (riuwe).

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Wahnsinn als notwendiges, krankheitsähnliches Korrektiv fungiert, das der Figur eine moralische Läuterung ermöglicht.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Mittelalter, Artusroman, Identitätsverlust, Wahnsinn, Identitätskrise, Rittertum, Schuld, Läuterung, Aventiure, Höfische Gesellschaft, Selbstfindung, höfisches Ideal, Charakterentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung des Wahnsinns bei der Hauptfigur Iwein im gleichnamigen Werk von Hartmann von Aue und untersucht dessen Funktion für die Identität der Figur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Identitätsverlust im höfischen Kontext, die Darstellung von Wahnsinnssymptomen, das Konzept der ritterlichen Schuld sowie die moralische und charakterliche Transformation der Hauptfigur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob der Wahnsinn für die Figur des Iwein eine reine Zäsur darstellt oder ob er eine notwendige Bedingung für eine Verbesserung seiner ursprünglichen Identität und moralischen Qualität bildet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die philologische Untersuchungen von Versstellen mit fachspezifischen Theorien zu mittelalterlichen Identitätskrisen verknüpft.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Symptome des Wahnsinns, eine Rekonstruktion der auslösenden Schuldmomente und einen vergleichenden Abschnitt, der das Rittertum vor und nach der Krise gegenüberstellt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Schlüsselbegriffe wie Identitätskrise, höfisches Ideal, Schuld, Reue, Transformation und die spezifische Figur des Iwein charakterisieren.

Inwiefern spielt der Begriff „riuwe“ (Reue) eine Rolle für die Heilung?

Der Autor argumentiert, dass das Empfinden von „riuwe“ bei Iwein bereits vor der physischen Heilung einsetzt und die innere Bereitschaft zur Buße und Besserung signalisiert, was seine spätere Wandlung legitimiert.

Warum wird der Wahnsinn in der Arbeit nicht als persönliches Versagen, sondern als Krankheit gedeutet?

Die Arbeit betont, dass Iwein durch den Identitätsverlust buchstäblich nicht mehr „er selbst“ ist. Die Zuweisung des Wahnsinns als schicksalhafte Krankheit schützt das Idealbild des Ritters vor dem Vorwurf der bewussten Böswilligkeit.

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Details

Titel
Eine Analyse der Darstellung des Wahnsinns in Hartmanns "Iwein"
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
12
Katalognummer
V1153722
ISBN (eBook)
9783346544988
ISBN (Buch)
9783346544995
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Iwein ÄDP Ältere deutsche Philologie Analyse Wahnsinn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Eine Analyse der Darstellung des Wahnsinns in Hartmanns "Iwein", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1153722
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Leseprobe aus  12  Seiten
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