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Anti-Design. Ökologie statt Masse durch funktionales Design Ende der 60ger

Título: Anti-Design. Ökologie statt Masse durch funktionales Design Ende der 60ger

Presentación (Redacción) , 2002 , 15 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Diplom-Kommunikationswirtin Julia Schroeter (Autor)

Diseño (industrial, gráfico, modas)
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Die westliche Welt der 60er Jahre war von vielen sozio-politischen Veränderungen geprägt. Die Kultur der Hippiebewegung , die mit ihr eng verbundenen Anti-Kriegsbewegung in Amerika, die europäischen Studentenunruhen von 1968 waren symptomatisch für einen radikalen Wertewandel, der sich auch im Design niederschlug. Die Besetzung der Mailänder Triennale 1968 durch Studenten , die zur Schließung der Ausstellung führte, manifestierte die massive Kritik am etablierten modernistischen Design.
Die Erdölkrise von 1973 führte zu einer Rückbesinnung auf eine „langlebigere“ Gestaltung, die die Grenzen des Wachstums thematisiert. Dem funktionalen Design wurden alternative Konzepte gegenübergestellt. Es entwickelte sich eine Anti-(funktionalistische) Designbewegung, die sich gegen die Kommerzialisierung richtete und emotional-sinnliche Werte wieder in den Vordergrund rückte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 „Anti-Design“

2.1 Radical Design

2.1.1 Superstudio

2.1.2 Archizoom

2.1.3 Gruppo Strum

2.2 Formen des „Anti-Design“

2.2.1 Recycling Design

2.2.2 Die Gruppe „des-in“

2.3 Do-it-yourself-Design

2.3.1 Alternative Architektur am Beispiel der Hüttendörfer von Gorleben

2.4 HDK Berlin: Projekt 1,2,3 Eierbecher

3 Andrea Branzi: „We are the primitives“

4 Das Ende

5 Anti-Design und Pop

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Strömung des „Anti-Design“ als kritische Gegenbewegung zum rationalistischen Funktionalismus und der industriellen Massenkultur. Ziel ist es, die theoretischen Hintergründe, die verschiedenen Ausdrucksformen wie Recycling- und Do-it-yourself-Design sowie die Parallelen zur Pop-Kultur aufzuzeigen und die sozio-politische Bedeutung dieser Bewegung im Kontext der 1960er bis 1980er Jahre zu analysieren.

  • Kritik an der „Guten Form“ und dem industriellen Funktionalismus.
  • Die Rolle des Radical Design (Superstudio, Archizoom, Gruppo Strum).
  • Praktiken des Recycling- und Do-it-yourself-Designs als Widerstandsformen.
  • Fallbeispiele: Die Hüttendörfer von Gorleben und das HDK-Projekt „1,2,3 Eierbecher“.
  • Die theoretischen Reflexionen von Andrea Branzi zum Neoprimitivismus.

Auszug aus dem Buch

2 „Anti-Design“

Anti-Design ist als Anti-funktionalistisches Design zu verstehen. Es richtet sich gegen die rationalen Prinzipien der Moderne, gegen die sogenannte „Gute Form“. Die „Gute Form“ wurde von Peter Erni in seiner Dokumentation zum Schweizerischen Werkbund wie folgt charakterisiert: „Die gute Form ist eine klare, auf mathematischer Basis konstruierte Form, die Ornamente, Firlefanz, ja das Unnütze weit von sich weist. Sie ist handlich und praktisch (...), ein klassenloses Massenprodukt.“2

Die Anti-Designer kritisierten, dass diesem zweckrationalen Design alles Emotionale, Ursprüngliche und Spontane fehle. Sie werfen dem Funktionalismus vor, dass dieser immer mehr den Menschen als Nutzer der Gegenstände aus den Augen verloren habe.3 Die ökonomischen Bedingungen der Produktion beeinflussen in erster Linie das funktionalistische Design. Die Perfektion der Industrieproduktion lasse zwischen Benutzer und Produkt eine Distanz entstehen, die sie als „Entfremdung in den Objektbeziehungen“ kritisierten. Die extreme Ordnung des Funktionalismus führe sogar zur Deformation der Wahrnehmungsfähigkeit, da der Mensch Vielfalt brauche.

Die Anti-Designer wollten dem individuell kreativen Ausdruck im Design wieder Gültigkeit verleihen. Sie belebten die Ornamente wieder, deren Anwendung Adolf Loos, um die Jahrhundertwende als Verbrechen in der Architektur und Produktgestaltung bezeichnete und waren sich sicher, dass das zweckrationale Design das Ikonische Design (bildhaftes Design) niemals verdrängen könne, weil die Bevölkerung das Verzierte liebe.4 Die Bewegung stand der fortschrittlichen Technologie und dem Konsumdenken allgemein sehr kritisch gegenüber. Sie beklagte, dass das Design immer weniger das Ziel verfolge, eine treibende Kraft in der Kultur zu sein, sondern sich zunehmend in eine konsumorientierte Marketingstrategie verwandle5.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Anti-Design in den sozio-politischen Umbrüchen der späten 1960er Jahre und der Erdölkrise von 1973.

2 „Anti-Design“: Dieses Kapitel erläutert die ideologische Abkehr vom Funktionalismus und der „Guten Form“ hin zu einem emotionaleren, individuelleren Designverständnis.

2.1 Radical Design: Hier werden italienische Gruppen wie Superstudio oder Archizoom vorgestellt, die durch utopische Visionen den Rationalismus hinterfragten.

2.2 Formen des „Anti-Design“: Es werden Methoden wie das Recycling-Design und die Arbeit der Gruppe „des-in“ als Antwort auf die Konsumgesellschaft thematisiert.

2.3 Do-it-yourself-Design: Dieses Kapitel behandelt das Prinzip der Selbstermächtigung der Nutzer und den Entwurf als Anregung zur Eigenproduktion.

2.4 HDK Berlin: Projekt 1,2,3 Eierbecher: Ein praktisches Beispiel an der HDK Berlin zeigt, wie Studierende mit funktionalistischer „Kälte“ brachen.

3 Andrea Branzi: „We are the primitives“: Der Ansatz von Andrea Branzi wird als theoretische Brücke zur Postmoderne und zum sogenannten Neoprimitivismus analysiert.

4 Das Ende: Die Auflösung der Radical-Design-Bewegung wird als Übergang zur postmodernen Designkultur interpretiert.

5 Anti-Design und Pop: Hier werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Pop-Art und Anti-Design in Bezug auf Kommerzialisierung und Ästhetik untersucht.

Schlüsselwörter

Anti-Design, Funktionalismus, Radical Design, Gute Form, Recycling-Design, Do-it-yourself-Design, Konsumgesellschaft, Andrea Branzi, Neoprimitivismus, Industriedesign, Postmoderne, Architektur, Subkultur, Objektbesetzung, Kreativität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Anti-Design-Bewegung, die sich als Gegenentwurf zum modernen Funktionalismus etablierte, um emotionalere und ökologisch bewusstere Designansätze zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Kritik am rationalistischen Design, die theoretischen Ansätze des Radical Design, ökologische Ansätze wie Recycling und die Demokratisierung durch Do-it-yourself-Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Anti-Design-Strategien versuchten, die Entfremdung zwischen Nutzer und industriellem Produkt durch Selbstbestimmung und Emotionalität aufzuheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine referenzbasierte kulturwissenschaftliche Ausarbeitung, die durch theoretische Literaturanalyse und die Untersuchung historischer Designbeispiele gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Anti-Designs, die Vorstellung einflussreicher Gruppen wie Superstudio und Archizoom sowie die Darstellung praktischer Ansätze wie Recycling-Design und Do-it-yourself-Projekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Anti-Design, Funktionalismus-Kritik, Radical Design, Neoprimitivismus und Do-it-yourself.

Was unterscheidet das Recycling-Design vom regulären Konsumdesign?

Recycling-Design nutzt vorhandene Materialien und verleiht ihnen durch ihre Gebrauchsspuren eine neue, emotionale Dimension, statt den Konsum neuer, „perfekter“ Industrieprodukte zu fördern.

Wie lässt sich das Projekt „1,2,3 Eierbecher“ in den Kontext des Anti-Designs einordnen?

Es diente als pädagogisches Beispiel, bei dem Studierende gezielt die „sauberen“ Regeln des Industriedesigns brachen, um durch spielerische Materialvielfalt Individualität gegen eine standardisierte Norm zu setzen.

Inwiefern korrelieren Pop-Kultur und Anti-Design?

Beide Strömungen lehnten den strengen Funktionalismus ab; während die Pop-Kultur jedoch eine Wegwerfästhetik nutzte, lehnte das Anti-Design primär die industriellen Produktionsbedingungen ab.

Was bedeutet der Begriff „Neoprimitivismus“ bei Andrea Branzi?

Branzi beschreibt damit den Rückgriff auf Magie, Rituale und Stammessymbole in einer postindustriellen Gesellschaft, in der Menschen durch die Beschäftigung mit ihrem eigenen Körper versuchen, ihre verlorene Identität zu stärken.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Anti-Design. Ökologie statt Masse durch funktionales Design Ende der 60ger
Universidad
University of the Arts Berlin  (Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation)
Curso
Was ist Pop?
Calificación
1,3
Autor
Diplom-Kommunikationswirtin Julia Schroeter (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
15
No. de catálogo
V115391
ISBN (Ebook)
9783640177097
Idioma
Alemán
Etiqueta
Anti-Design
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Diplom-Kommunikationswirtin Julia Schroeter (Autor), 2002, Anti-Design. Ökologie statt Masse durch funktionales Design Ende der 60ger, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115391
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