Shakespeare's "The Tempest" und "Das Bordbuch des Columbus", zwei Dokumente der Kolonialzeit


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

14 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Das Bordbuch des Columbus
1.1. Der erste Kontakt mit den Eingeborenen der Insel Guanahani
1.2. Der "Edle Wilde"
1.3. Die Kariben
1.4. Der „Böse Wilde“

2. Shakespeare' s The Tempest
2.1. Zusammenfassung von The Tempest:
2.2. Historischer Hintergrund:
2.3. Was spielen Geister in diesem Stück für eine Rolle?
2.4. Namensgebung:
2.5. Caliban, der betrogene Wilde:

3. Abschluss

Bibliographie:

1. Das Bordbuch des Columbus

Das Bordbuch des Columbus, erschienen im Horst Erdmann Verlag 1970, ist eine deutsche Übersetzung des von Christopher Kolumbus geführten Bordbuchs während seiner ersten Entdeckungsreise im Jahre 1942. Es ist eines der bedeutendsten Dokumente in der Geschichte der Seefahrt, in dem detailliert Tag für Tag die Ereignisse und Beobachtungen Columbus' niedergeschrieben wurden. Für diese Hausarbeit habe ich mich insbesondere mit den ersten Begegnungen zwischen Columbus und den Ureinwohnern der Inseln auseinandergesetzt.

1.1. Der erste Kontakt mit den Eingeborenen der Insel Guanahani

Columbus hatte seinen ersten Kontakt mit amerikanischen Eingeborenen auf den Inseln des Karibischen Meeres. Seine Mannschaft und er trafen auf den großen Antillen die Taino, die der Völkerfamilie der Arawaken angehörten und vom sudamerikanischen Festland her die Inseln in Besitz genommen hatten. Die Taino lebten auf der Stufe einer primitiven Pflanzerkultur, zeigten aber bereits Ansätze zur Entwicklung einer Hochkultur. Der Anbau der Baumwolle lieferte ihnen den Rohstoff für die Herstellung von Geweben; Gold verarbeiteten sie zu Schmuckstücken, und aus Stein und Holz schufen sie Kunstwerke.[1] Körperbau und Gesichtszuge der Taino machten auf die Europäer einen angenehmen Eindruck. Kolumbus schildert sie als gut gewachsene, hübsche Menschen und stellt mit Überraschung fest, dass sie kein krauses Haar und keine schwärzliche Hautfarbe haben.

„Ihr Anblick ist für uns ebenso überraschend, denn sie unterscheiden sich von allen Menschenrassen, die wir bisher gesehen haben. Auch in Lissabon, ja nicht einmal in Afrika stieß ich auf Geschöpfe von solchem Aussehen. Sie gehen umher wie Gott sie geschaffen hat, ... Ihre Haut ist von rötlichgelber Farbe, ihr Haar tiefschwarz und glatt - nicht kraus wie das der afrikanischen Völker- und fällt wie ein Roßschweif auf den Rücken herab...“[2]

Die Taino waren nach den Schilderungen des Kolumbus eine friedliche Menschenart.

Er sprach oft von der Gutmütigkeit und gesitteten Lebensart dieser Eingeborenen.

Sie näherten sich den fremden Spaniern ohne Argwohn und tauschten, was sie

besaßen, bereitwillig für irgendwelche Kleinigkeiten aus. Kolumbus schrieb an die

Katholischen Könige:

,,lt is true that when they are reassured and have thrown off this fear, they are guileless.. . . They never refuse anything that they possess when it is asked of them; on the contrary, they offer it themselves. . . and whether it be something of value or of little worth that is offered to them, they are satisfied…”[3]

1.2. Der "Edle Wilde"

Diejenigen Stämme der Eingeborenen, die den Spaniern keinen Widerstand entgegensetzten, bereitwillig Nahrungsmittel herbeibrachten und gegen wertlosen Plunder den Spaniern ihr Gold überließen, waren, denke ich, das Material für die europäische Sichtweise, dass es sich bei diesen Eingeborenen um rein gute und edle Wilde ging.

„Sie brachten uns als Geschenke Papageien, aus Baumwolle verfertigtes Garn und eine Art Brot mit, das sie Cassava nennen und aus einer Wurzel zubereiten, die den Namen Yuka trägt. An unseren Geschenken hatten sie viel Freude. Sie schienen zu glauben, daß alles, was aus unseren Händen kommt, überirdische Kraft besitzt.“[4]

Dieses Bild der „paradiesischen Unschuld" verfestigt sich bei den Europäern, da die Eingeborenen noch nackt umher liefen, wie sie geschaffen wurden. Kolumbus, der sie nicht verstand, war fasziniert von ihrer Sprache und sah sie, weil sie nicht so versessen auf Gold waren wie die Spanier, als Verkörperung der Sanftmut und Liebe.

„...auch war es nicht möglich, ihn zu einem einzigen Wort zu bewegen. Die Räte, die zu seinen Füßen saßen, antworteten für ihn. Sie versicherten mir, daß es auf Hayti nur wenig Gold gebe, dafür umso mehr auf der Insel Babeque. Bevor ich den Kaziken entließ, beschenkte ich ihn mit ein paar Bernsteinperlen,... Ich zeigt ihm spanische Münzen, auf denen Bildnisse des Königs und der Königin geprägt waren,...Doch er verstand mich nicht und wußte mit all dem nichts anzufangen. Er glaubte nicht, daß es einen Erdteil gebe, der so wundersame Wesen und wundersame Dinge hervorbringe, und blieb dabei, dass wir keine gewöhnlichen Sterblichen, sondern im Himmel zu Hause seien.“[5]

Er hebt an ihnen besonders hervor, daß sie sich sehr gut zu Untertanen des spanischen Königs machen lassen würden.

„Von den Inseln nahm ich mehrer Eingeborene an Bord, ..., um sie nach Spanien zu bringen.“[6]

1.3. Die Kariben

Die Kariben werden folgendermaßen beschrieben:

„Sie behaupteten, auf einer Insel mit dem Namen Bohio gebe es Gold in Hülle und Fülle, doch solle ich mich vor den Bewohnern sehr in acht nehmen. Diese hatten nur ein Auge und eine Hundeschnauze und nährten sich von Menschenfleisch. Etwas weiter wohne ein noch wilderer Stamm, der jeden, den er ergreifen könne, sofort enthaupte, um sein Blut zu trinken.“[7]

Oder:

„Sie zeigten uns Pfeile der Caniboto-lndianer,..., und wiesen auf Körperstellen, wo ein Stuck Fleisch fehlte. Allen Ernstes behaupteten sie, die Kannibalen hatten es ihnen abgebissen und in rohem Zustand verzehrt. Natürlich glaubte ich ihnen kein Wort.“[8]

Diese Indianer werden auch als Canibales, Canibas oder am häufigsten als Caribas bezeichnet, von ihnen leiten alle europäischen Sprachen das Wort "Kannibalismus" ab. Auch die ersten mutmaßlichen Fälle von "Kannibalismus" werden mit ihnen in Verbindung gebracht. (Näheres dazu, siehe Punkt 2.4.)

Die von den Tainos so genannten Caribas oder Kariben bezeichneten sich selbst als Kalihnas. Sie waren Neuankömmlinge auf dem später nach ihnen benannten Meer, der Karibik, und seinen Inseln; erst Anfang des 15. Jahrhunderts waren sie in das Gebiet gekommen und hatten die Kleinen Antillen von Grenada bis nach Guadeloupe erobert und sich mit den dort schon ansässigen Bewohnern vermischt. Entgegen den bis heute gängigen Erklärungen waren sie weder wild noch kriegerisch, und sie waren auch keine Kannibalen.[9]

[...]


[1] http://www.net-lexikon.de/Taino.html

[2] Columbus, Christoph. Das Bordbuch 1492. Horst Edelmann Verlag.1970 (S.97)

[3] http://www.wwnorton.com/college/historv/worldciv/workbook/ralprs19.htm

[4] Columbus, Christoph Das Bordbuch 1492. Horst Edelmann Verlag.1970 (S.98)

[5] Columbus, Christoph. Das Bordbuch 1492. Horst Edelmann Verlag.1970 (S.113, 114)

[6] Columbus, Christoph. Das Bordbuch 1492. Horst Edelmann Vertag.1970 (S.106)

[7] Columbus, Christoph. Das Bordbuch 1492. Horst Edelmann Verlag.1970 (S.104)

[8] Columbus, Christoph. Das Bordbuch 1492. Horst Edelmann Verlag.1970 (S.114)

[9] http://www.net-lexikon.de/Kariben.html

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Shakespeare's "The Tempest" und "Das Bordbuch des Columbus", zwei Dokumente der Kolonialzeit
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Anglistik/Amerikanistik)
Veranstaltung
Shakespeare’s späte Romanzen: „The Winter’s Tale“ and „The Tempest“
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V115401
ISBN (eBook)
9783640178506
ISBN (Buch)
9783640178551
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Shakespeare, Tempest, Bordbuch, Columbus, Dokumente, Kolonialzeit, Shakespeare’s, Romanzen, Winter’s, Tale“, Tempest“
Arbeit zitieren
Jennifer Martin (Autor), 2005, Shakespeare's "The Tempest" und "Das Bordbuch des Columbus", zwei Dokumente der Kolonialzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115401

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