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Institutionen als verfertigte Sachen

Título: Institutionen als verfertigte Sachen

Trabajo Universitario , 2007 , 30 Páginas , Calificación: 1,3 (13/15 Punkte)

Autor:in: Matthias Warkus (Autor)

Filosofía - Teoría (cognición, ciencia, lógica, idioma)
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Es heißt zuweilen, die Welt, in der wir leben, bestehe aus einzelnen Sachen, die sich in zwei Sorten einteilen lassen – in solche, die einfach und unmittelbar vorhanden sind, und in solche, die zum Vorhandensein eine Art sozialer Übereinkunft benötigen: »[T]here are portions of the real world, objective facts in the world, that are only facts by human agreement. In a sense there are things that exist only because we believe them to exist. I am thinking of things like money, property, governments, and marriages.«
Ich möchte die These hinterfragen, dass diese Unterscheidung ohne große Schwierigkeiten möglich ist, und daher versuchen, für die Gegenhypothese zu argumentieren.
Ein Wort, das häufig im Zusammenhang mit der genannten Einteilung fällt, ist »Institution «, und das gerne in der Weise, dass Gegenstände wie die genannten (Geld, Besitz, Regierungen, Ehen) als Institutionen oder institutionelle Gegenstände den anderen, »realen « Gegenständen gegenübergestellt werden. Meine Ausgangshypothese lautet also, in diesen Termini formuliert:
Es gibt keine einfache, unproblematische Unterscheidung zwischen institutionellen und nicht-institutionellen Gegenständen.
Ich werde dazu folgendermaßen verfahren: In einem ersten Schritt versuche ich, eine vorläufige Definition von »Institution« zu erarbeiten. Danach werde ich die Institutionentheorie von John R. Searle referieren und dessen Institutionsbegriff zur Arbeitsdefinition in Beziehung setzen. Dies wird hoffentlich einige ihrer Probleme lösen, aber zweifellos auch neue aufwerfen.
Im Anschluss möchte ich an verschiedenen Punkten des bisher Erarbeiteten und an Hand weiterer Literatur zeigen, inwiefern ein bestimmtes Ontologieverständnis zwar helfen kann, die Schwierigkeiten von Searles Institutionentheorie zu bewältigen, dabei aber zwangsläufig die Unterschiede zwischen Institutionen und anderen Gegenständen verschwimmen lässt, also die Ausgangshypothese bestätigen hilft.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist eine Institution?

2.1 Hinweise aus der Alltagssprache

2.2 Hinweise aus der Wissenschaftssprache

2.3 Arbeitsdefinition

2.4 Probleme der Arbeitsdefinition

3 Searles Institutionentheorie

3.1 Realitätskonzept

3.2 Funktionen

3.3 Kollektive Intentionalität

3.4 Konstitutive Regeln

3.5 Kollektives Zusprechen von Funktionen und institutionelle Tatsachen

3.6 Entstehen und Bestehen von Institutionen und institutionellen Tatsachen

3.7 Searles Definition und die Arbeitsdefinition

3.8 Probleme

3.8.1 Zeitlichkeit

3.8.2 Verhandeltheit von Intentionen

4 Die Pflege von Institutionen als ontologisches Geschäft

4.1 Warum Ontologie und welche?

4.2 Ontologie als alltägliches Fachgeschäft und Karl Mannheims Begriff der Weltdeutung

4.3 Ontologie von Institutionen und Ontologie von Stoffdingen

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Institutionentheorie von John R. Searle mit dem Ziel, die Problematik der scharfen Trennung zwischen "institutionellen" und "nicht-institutionellen" Gegenständen aufzuzeigen. Dabei wird eine Arbeitsdefinition erarbeitet, die durch den Einbezug einer Zeitkomponente und soziologischer Ansätze modifiziert wird, um Institutionen letztlich als Gegenstände in ontologischen Fachdiskursen zu verstehen.

  • Kritische Analyse von Searles Konzept der "institutionellen Tatsachen"
  • Untersuchung der Rolle kollektiver Intentionalität und Anerkennung
  • Einführung einer Zeitkomponente und diskurstheoretischer Perspektiven
  • Vergleich von Institutionen mit alltäglichen "Stoffdingen"
  • Plädoyer für eine unikategoriale Ontologie von Gegenständen

Auszug aus dem Buch

3.6 Entstehen und Bestehen von Institutionen und institutionellen Tatsachen

Searle beschreibt einige Wege, die von Institutionen, als Mengen konstitutiver Regeln, zu konkreten institutionellen Tatsachen führen können. Im einfachsten Fall sind physikalisch beschreibbare Phänomene die X-Ausdrücke einer konstitutiven Regel in einer Institution, so dass das Bewegen einer Schachfigur die institutionelle Tatsache, dass ein bestimmter Spielzug stattgefunden hat, in die Welt setzt, oder das Aussprechen einer bestimmten Formel einem Menschen ein Amt verleiht. Searles Institutionentheorie umschließt somit eine Theorie performativer Sprechakte.

In anderen Fällen ist der X-Ausdruck selbst eine institutionelle Tatsache: Die verschiedenen Rechtsakte, durch die ein Eigentumsverhältnis beginnen kann, sind beispielsweise selbst institutionell definiert.

Es fällt auf, dass Searle als X-Ausdruck einerseits Handlungen wie performative Sprechakte, andererseits Tatsachen zulässt. Dies ist vor dem Hintergrund dessen, dass in seinem Realitätsmodell jede Handlung auf bestimmte physikalische Phänomene reduziert werden kann, einigermaßen verständlich, trägt aber nicht zur Klarheit bei.

Das Fortbestehen jeder Institution und institutionellen Tatsache wird für Searle bestimmt durch die Anerkennung, die sie genießt. Mit Verschwinden der Anerkennung verschwindet gegebenenfalls auch die Institution:

»The secret of understanding the continued existence of institutional facts is simply that the individuals directly involved and a sufficient number of members of the relevant community must continue to recognize and accept the existence of such facts. Because the status is constituted by its collective acceptance, and because the function, in order to be performed, requires the status, it is essential to the functioning that there be continued acceptance of the status. The moment, for example, that all or most of the members of a society refuse to acknowledge property rights, as in a revolution or other upheaval, property rights cease to exist in that society.«

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung hinterfragt die Unterscheidung zwischen institutionellen und nicht-institutionellen Gegenständen und stellt die Gegenhypothese auf, dass diese Differenz problematisch ist.

2 Was ist eine Institution?: Dieses Kapitel erarbeitet eine vorläufige Arbeitsdefinition von Institutionen, gestützt auf alltags- und wissenschaftssprachliche Beobachtungen, und benennt erste definitorische Probleme.

3 Searles Institutionentheorie: Eine detaillierte Darstellung und kritische Auseinandersetzung mit der Theorie von John R. Searle, insbesondere hinsichtlich seines Realitätskonzepts und der kollektiven Intentionalität.

4 Die Pflege von Institutionen als ontologisches Geschäft: Hier wird der ontologische Status von Institutionen untersucht und durch die Einbeziehung von Strobach und Mannheim sowie den Vergleich mit Stoffdingen erweitert.

5 Zusammenfassung: Die Argumentationsschritte der Arbeit werden rekapituliert und die Schlussfolgerung einer unikategorialen Ontologie gestärkt.

Schlüsselwörter

Institutionen, John R. Searle, Ontologie, institutionelle Tatsachen, kollektive Intentionalität, konstitutive Regeln, soziale Realität, Statusfunktionen, Stoffdinge, Anerkennung, Diskurs, Zeitkomponente, Handlungsregeln, Sozialwissenschaften, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Institutionentheorie von John R. Searle und hinterfragt die gängige Unterscheidung zwischen institutionellen und natürlichen Gegenständen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Ontologie sozialer Institutionen, das Verständnis von kollektiver Intentionalität sowie die Frage, wie Institutionen durch Anerkennung bestehen oder zerfallen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die Unterscheidung zwischen institutionellen und nicht-institutionellen Gegenständen aufrechterhalten werden kann, und schlägt eine revidierte Definition vor.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse, die theoretische Konzepte (Searle) mittels Literaturkritik und logischer Argumentation auf ihre Konsistenz und Praktikabilität hin überprüft.

Was bildet den Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Dekonstruktion von Searles Theorie und deren Erweiterung um soziologische Konzepte, um Institutionen als diskursiv verhandelte Gegenstände zu begreifen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen "Institutionelle Tatsachen", "konstitutive Regeln", "Statusfunktionen", "ontologisches Geschäft" und "unikategoriale Ontologie".

Wie bewertet der Autor den von Searle postulierten "Hintergrund"?

Der Autor steht dem Konzept des "Hintergrunds" kritisch gegenüber und argumentiert, dass dieser durch explizite Prozesse der Anerkennung in einem ontologischen Diskurs ersetzt werden sollte.

Welchen Stellenwert nimmt die "Zeitkomponente" in der Argumentation ein?

Die Zeitkomponente ist zentral, da sie es erlaubt, Institutionen nicht als statische Zustände, sondern als Prozesse in der Zeit zu betrachten, was insbesondere für die Frage ihrer Entstehung und ihres Bestehens entscheidend ist.

Kann man laut der Arbeit Institutionen mit einfachen Dingen vergleichen?

Ja, der Autor argumentiert, dass Institutionen und sogenannte "Stoffdinge" letztlich beide als Gegenstände in ontologischen Fachdiskursen zu verstehen sind, ohne dass ein fundamentaler ontologischer Unterschied bestehen muss.

Final del extracto de 30 páginas  - subir

Detalles

Título
Institutionen als verfertigte Sachen
Universidad
University of Marburg  (Institut für Philosophie)
Curso
Gesellschaftswissenschaften und Philosophie
Calificación
1,3 (13/15 Punkte)
Autor
Matthias Warkus (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
30
No. de catálogo
V115414
ISBN (Ebook)
9783640173457
ISBN (Libro)
9783640173716
Idioma
Alemán
Etiqueta
Institutionen Searle Construction of Social Reality Sozialkonstruktivismus Ontologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Matthias Warkus (Autor), 2007, Institutionen als verfertigte Sachen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115414
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