Framing-Effekte während der Corona-Pandemie in Deutschland. Sprachgebrauch von Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung in der Medienberichterstattung


Bachelorarbeit, 2020

100 Seiten

Katharina Hübner (Autor:in)


Leseprobe


Inhalt

1 Das Corona-Vokabular: Frames in der COVID-19-Pandemie
1.1 Problemstellung: Ausgangssperre oder Ausgangsbeschränkung?
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2 Frames und Framing in der Forschung
2.1 Ursprünge eines disziplinübergreifenden Frame-Konzepts
2.2 Frames im Spannungsfeld des linguistischen und kommunikationswissenschaftlichen Ansatzes
2.3 Frames in kommunikativen Texten: Medien-Frames
2.4 Forschungsstand: Die Rolle von Frames in der Legitimation politischer Maßnahmen

3 Empirisches Vorgehen
3.1 Forschungsziele, zentrale Fragestellungen und Annahmen
3.2 Untersuchungsdesign
3.2.1 Untersuchungsgegenstand
3.2.2 Untersuchungszeitraum
3.2.3 Kategorienbildung
3.3 Methode: Suche nach Textmustern
3.3.1 Erstellung eines eigenen Korpus: Das „Corona-Beschluss-Korpus“
3.3.2 Berechnung von Mehrworteinheiten durch quantitative Methoden
3.3.3 Diskursbeschreibung durch qualitative Methoden

4 Ergebnisse
4.1 Erste Beobachtungen
4.2 Ausgangssperre - Ergebnisse
4.2.1 Problemdefinition: Ausgangssperre ist der Feind
4.2.2 Ursachenzuschreibung: Die Unvernunft der Menschen
4.2.3 Handlungsempfehlung: Freiwillige Beschränkung der Menschen
4.2.4 Explizite Bewertung
4.3 Ausgangsbeschränkung - Ergebnisse
4.3.1 Problemdefinition: Ausgangsbeschränkung ist Rettung
4.3.2 Ursachenzuschreibung: Die Ausbreitung des Coronavirus
4.3.3 Handlungsempfehlung: Wohnungen nur aus triftigen Gründen verlassen
4.3.4 Explizite Bewertung
4.4 Zusammenfassung und Diskussion

5 Fazit und Ausblick

6 Literatur- und Quellenverzeichnis

7 Anhang

1 Das Corona-Vokabular: Frames in der COVID-19-Pandemie

Das Coronavirus Sars-CoV-2, das sich seit Anfang 2020 zu einer weltweiten Pande­mie entwickelte, stellt seitdem gesellschaftliche Systeme und Prozesse auf den Prüf­stand. Nicht nur hat COVID-19 und die damit einhergehenden Maßnahmen zu seiner Eindämmung einen erheblichen Einfluss auf das alltägliche Leben, den Weg zur Ar­beit, in die Schule oder in den Supermarkt oder die Gestaltung der Freizeit; auch die Sprache erfährt durch die Coronakrise eine Veränderung, denn neue Begriffe wie Coronaparty, Lockdown oder Entlehnungen wie Social Distancing ziehen in die All­tagssprache ein oder die Bedeutung bereits bestehender Begriffe verschiebt sich, wodurch sie neu belebt werden, beispielsweise in Kontaktsperre, Mundschutz oder Homeschooling (vgl. DWDS 2020). Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) veranschaulicht dieses im Rahmen der Pandemie entstandene Vokabular: Mit etwa 300 Wörterbucheinträgen (Stand: 03.04.2020) hat das DWDS ein Themeng­lossar angelegt, das die Veränderungen in der deutschen Sprache durch die COVID- 19-Pandemie dokumentiert (vgl. ebd.). Sprache passt sich unserem Alltag an, und mit diesen Veränderungen kann der Zustand der Pandemie mit seinen Auswirkungen auf das gewohnte Leben begriffen und Informationen und Fakten leichter verstanden wer­den (vgl. Wehling 42019, 20f.).

Gegenstand einer im März 2020 stattgefundenen Debatte um die ersten für Bund und Länder beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, welche die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen betrafen, waren „Ausgangs­sperre“ und „Ausgangsbeschränkung“ als Maßnahmen.1 Eine Abfrage im online zu­gänglichen cOWIDplus-Viewer des Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim, das auf Basis von Online-Meldungen etablierter Medienhäuser die Ana­lyse der Gebrauchshäufigkeit eines oder mehrerer Wörter im Vergleich ermöglicht (vgl. Wolfer et al. 2020), zeigt, dass die beiden Begriffe sprachlich zwischen dem 1. Januar und dem 26. November 2020 besonders in Richtung Ende März hoch frequent waren. Doch schien es bis dahin nicht klar zu sein, was nun eine Aus­gangssperre und was eine Ausgangsbeschränkung für die Bundesrepublik bedeutet bzw. wie sie konkret von den Bundesländern umgesetzt werden und in welcher

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Abbildung 1: Verlauf des Sprachgebrauchs von Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung in On­line-Meldungen von Januar bis November 2020 (Stand: 26.11.2020) (cOWIDplus Viewer, IDS Mann­heim)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hinsicht sie sich auf unseren Alltag auswirken würde.2 Was unterscheidet eine Aus­gangssperre von einer Ausgangsbeschränkung? Europäische Länder wie Österreich, Italien, Frankreich oder Spanien, die zu dem Zeitpunkt eine Ausgangssperre verhängt hatten, ließen lediglich mutmaßen, was eine Ausgangssperre für Deutschland bedeu­ten könnte und regten den Interpretationsspielraum der Maßnahmen in der Debatte um den Beschluss an. Mittlerweile dokumentiert z. B. DWDS, dass eine Ausgangs­sperre ein „von einer Verwaltungsbehörde, der Regierung oder dem Militär erlasse­nes Verbot für die Bevölkerung oder Teile der Bevölkerung, das Haus (zu bestimmten Zeiten, ohne individuelle Genehmigung) zu verlassen“ ist und die Ausgangsbeschrän­kung eine „meist amtlich angeordnete Maßnahme, durch die Umfang oder Art des Ausgangs für bestimmte Zielgruppen teilweise eingeschränkt wird, z. B. zur Bekämp­fung von Kriminalität oder Seuchen“ (DWDS 2020).

Bevor sich Begriffe wie Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung und ihre („neue“) Bedeutung in unserer Alltagssprache wiederfinden, müssen sie uns regel­recht in den Sinn kommen, zum Beispiel indem uns Frames in der Medienberichtbe­richterstattung wiederholt geboten werden. Frames werden als Deutungsrahmen ver­standen, die erst die Vermittlung von Fakten möglich machen und uns bestimmte In­terpretationen beispielsweise von Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkungen als Maßnahmen nahelegen (vgl. Wehling 42019, 42f.). Redaktionen sind mitunter Orte, an denen Themen gesetzt werden, sodass nahezu wöchentlich neue Frames in unsere Sprache finden (vgl. ebd., 194ff.). Und diejenigen Frames, die in Diskursen als erstes gesetzt werden, dominieren allgemein unser Denken (vgl. ebd., 47). Nicht nur werden durch Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung selbst unterschiedli­che Frames in unserem Gehirn aktiviert, sondern ihr Sprachgebrauch und den damit einhergehenden Interpretationen beeinflusst, wie wir über diese Maßnahmen denken. So wird in Medienbeiträgen durch Sprache eine Fülle an Assoziationen und Ideen geweckt und die Sachverhalte auf eine bestimmte Art und Weise gerahmt, was als „Framing“ bezeichnet wird (vgl. Matthes 2007, 21). Je häufiger beispielsweise be­stimmte Ideen im Zusammenhang mit Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung gebracht werden, desto mehr werden diese Zusammenhänge Teil unseres alltägli­chen, unbewussten Denkens - zu unserem Common Sense im Sinne eines kol­lektiven Wissens (vgl. Wehling 42019, 59). Ausgangssperre und Ausgangsbeschrän­kung haben somit nicht nur lexikalisch unterschiedliche Bedeutungen; in der Debatte um Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung werden womöglich ganz unter­schiedliche Ideen, Werte oder Moralvorstellungen assoziiert, sodass die Maßnahmen als Gegensätze zueinander betrachtet werden könnten. Eine Pluralität subjektiver Deutungen ist allerdings, wie Elisabeth Wehling (42019, 64) anmerkt, das „Einmaleins des Demokratiegedankens“.

1.1 Problemstellung: Ausgangssperre oder Ausgangsbeschränkung?

Noch bevor am 22. März 2020 von Bund und Ländern Ausgangs- und Kontaktbe­schränkung beschlossen wurden, wurden die Maßnahmen nicht nur von Parteien und Politikerinnen und Politikern, sondern insbesondere auch in der Medienberichterstat­tung durch einzelne Journalistinnen und Journalisten oder Autorinnen und Autoren debattiert. Während die Kontaktsperre oder Kontaktbeschränkungen erst zu dem Zeitpunkt, als der Beschluss erlassen wurde, häufiger thematisiert zu werden schie­nen, schienen Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung bereits als konträre Spieler einer potenziellen Eindämmungsmaßnahme abgehandelt zu werden.3 Fol­gende Thematik schien dabei besonders im Fokus zu stehen: die Vereinbarkeit einer Ausgangssperre mit dem Grundgesetz und der Demokratie. In einem Artikel auf Zeit Online vom 19. März 2020 wird beispielsweise folgende Frage gestellt: „Lässt das Grundgesetz die Maßnahme überhaupt zu?“ (Boehme-Neßler 2020, Abschnitt 1). Die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelt dagegen, ebenfalls in einem Online-Artikel, schon einen Tag später: „Es geht nur mit dem Hammer“, denn „wer noch immer nicht begriffen hatte, wie ernst die Lage ist, musste seither mit Ausgangsbeschränkungen rechnen“ (von Altenbockum 2020, Abschnitt 2). Andere Artikel schienen dagegen den Appell an die Vernunft zu thematisieren, z. B. in folgendem Spiegel-Kommentar: „Die Frage der Ausgangssperre zeigt das: Wollen wir Politiker, die drakonische Maßnah­men verhängen müssen, weil zu viele von uns nicht bereit sind, vernünftig zu sein und sich an die Regeln zu halten?“ (Beyer 2020, Abschnitt 4). In einem „Essay über die Corona-Gesellschaft“ heißt es dazu: „Die Vernunftpanik verhindert Debatten. [...] Man kann gegen Ausgangssperren argumentieren und trotzdem kein Massenmörder sein.“ (Lobo 2020, Abschnitt 10).

Diese Arbeit fokussiert den Sprachgebrauch von Ausgangssperre und Aus­gangsbeschränkung in der Debatte um die Eindämmungsmaßnahmen innerhalb der Medienberichterstattung und den daraus resultierenden Frames als potenzielle Ein­flüsse auf den Beschluss der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen am 22. März 2020. Welche Rolle sprachliche Frames in der Legitimation der Maßnahmen zur Ein­dämmung der COVID-19-Pandemie?

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Der Blick auf typische Sprechweisen soll zunächst darüber Aufschluss geben, welche Frames jeweils im Zusammenhang mit Ausgangssperre und welche mit Ausgangs­beschränkung in der Debatte vorhanden sind. Anhand korpuslinguistischer Methoden werden häufige und signifikante Wortkombinationen, sogenannte „N-Grams“ um Aus­gangssperre und Ausgangsbeschränkung in einem eigens für die Fragestellung er­stellten Korpus aus Online-Artikeln, die den Beschluss der Maßnahmen Ende März debattieren, ermittelt. Über den Sprachgebrauch in der Medienberichterstattung sol­len Frames sichtbar gemacht werden, die die Debatte dominieren und damit potenzi­ell unser Denken beeinflussen können. Erkenntnisse über ein gültiges kollektives Wissen (Common Sense) können über Regelhaftigkeiten in diskursiven Ereignissen wie der Debatte gefunden werden, wofür textübergreifende Analyseeinheiten notwen­dig sind, wie Wengeler und Ziem (vgl. 2013, 2f.) in einer diskurslinguistischen Studie zur sprachlichen Konstruktion der Wirtschaftskrise zeigen. Mit quantitativen und qua­litativen Methoden der Korpuslinguistik werden Sprachgebrauchsmuster von Aus­gangssperre und Ausgangsbeschränkung im eigenen Korpus ermittelt und mit dem Gebrauch vor der COVID-19-Pandemie durch ein Referenzkorpus verglichen. Indem aus den Sprachgebrauchsmustern Frames abgeleitet werden, soll geschlussfolgert werden können, welche Rolle sprachliche Frames in der Legitimation politischer Maß­nahmen haben. Zwar steht dabei der Sprachgebrauch im Fokus, allerdings lassen sich pragmatische und semantische Aspekte nicht immer scharf voneinander trennen (vgl. Bubenhofer 2009, 153). Deswegen gibt das folgende Kapitel sowohl einen Über­blick über Frames als auch Framing, wobei zum einen Erkenntnisse aus der Sprach­wissenschaft und zum anderen aus der Kommunikationswissenschaft herangezogen werden, denn Frames sind von disziplinübergreifendem Interesse, was sich nicht zu­letzt in den Forderungen nach der Integration der Ansätze in der Forschung zeigt. Mit der anschließenden Thematisierung von „Framing-Effekten“ soll ein Überblick über den Forschungsstand zu der Rolle von sprachlichen Frames in der Legitimation poli­tischer Maßnahmen verschafft werden. Daraufhin folgt die Vorstellung des empiri­schen Vorgehens und der Datengrundlage sowie die Analyse und die Ergebnisse dessen.

2 Frames und Framing in der Forschung

Die Erforschung von Frames ist wesentlicher Bestandteil der modernen Kognitions­wissenschaften und ihre Vorstellung, dass sich Sprache und Verstehen in mentalen, kognitiven Strukturen und Prozessen der Erfahrungs- und Informationsverarbeitung niederschlägt, ist Anknüpfungspunkt für die verschiedensten Wissenschaftsdiszipli­nen (vgl. Ziem 2008, 35ff.). So kann die Forschungsgeschichte von Frames nicht etwa fest in einer bestimmten Domäne verankert werden, sodass von einem Ursprung ge­sprochen werden kann, vielmehr führten Einflüsse aus den verschiedensten For­schungszweigen, die aus unterschiedlichen Theorien, Modellen und Definitionen ihr eigenes Verständnis miteinbringen, dazu, dass es heute weder einen einheitlichen Frame- noch einen einheitlichen Framing-Begriff gibt und damit häufig ganz unter­schiedliche Konzepte aufgegriffen werden (vgl. Ziem 2013, 162; vgl. Matthes 2014a, 23; vgl. Matthes/Kohring 2004, 61). Trotz der wechselhaften Forschungsgeschichte und den vielen Definitionen, die mittlerweile zum Frame-Begriff vorliegen, folgen sie dennoch dem gleichen Ziel: zu ergründen, wie wir etwas verstehen, sodass es uns als sinnvoll erscheint und warum wir es auf eine bestimmte Art und Weise tun. Zum Beispiel: Wenn Anna ihrer Tochter Tina einen Kuchen mit Kerzen schenkt, warum wissen wir, dass es sich dabei um einen Geburtstagskuchen handelt? Worin liegt der Unterschied zu sagen, dass Tina 23 Jahre jung oder 23 Jahre alt geworden ist? Fra­mes werden herangezogen, um Wissensordnungen und deren Rolle in Verstehens­und Interpretationsprozessen zu beschreiben, was neben kognitionswissenschaftli­chen Ansätzen ebenso von der Linguistik, den Sozialwissenschaften und den

Kommunikationswissenschaften aufgegriffen wird (vgl. Ziem et al. 2018, 155f.). Im Rahmen sprach- und kommunikationswissenschaftlicher Ansätze werden Frames un­ter anderem als analytisches Instrument eingesetzt, beispielsweise um lexikalisch­syntaktische Strukturen zu beschreiben, oder zur Analyse des öffentlichen Sprachge­brauchs herangezogen sowie hinsichtlich der Rahmung von Nachrichten in Massen­medien (vgl. Ziem 2018, 12). Zwar führt kein Weg daran vorbei, Erkenntnisse aus den unterschiedlichsten Disziplinen zusammenzuführen, damit die Ursprünge des Frame­Konzepts hinreichend erläutert werden können, allerdings hegt dieses Kapitel den Anspruch, sich auf den sprachwissenschaftlichen Hintergrund zu konzentrieren und mit kommunikationswissenschaftlichen Aspekten zu verknüpfen. Daher werden die theoretischen Grundlagen durch den Frame-Ansatz der Kommunikationswissen­schaft erweitert. Außerdem richtet sich dieser explizit auf sprachlichen Einheiten und wird daher einem „linguistic approach“ zugerechnet, weswegen der kommunikations­wissenschaftliche und der linguistische Frame-Ansatz in ein fruchtbares Verhältnis gesetzt werden können (vgl. Ziem 2013, 144).

2.1 Ursprünge eines disziplinübergreifenden Frame-Konzepts

Als historischer Begründer einer vereinheitlichenden Frame-Theorie kann der Kogni- tions- und Künstliche Intelligenz-Forscher Marvin Minsky (1974) angesehen werden (vgl. Kann/Inderelst 2018, 25). Minsky geht davon aus, dass wir auf Informationsein­heiten zurückgreifen und hinzudenken müssen, um den Phänomenen unserer Wahr­nehmung Sinn zu verleihen, und nutzt Frames, um diese Phänomene zu erklären (vgl. Ziem 2008, 23ff.). Frames sind nach Minsky Strukturen, die durch eine Wahr­nehmungserfahrung aktiviert werden und als erworbenes Wissen verankert bleiben, weil jeder Frame eine stereotypische Situation repräsentiert, wie der Besuch eines Kindergeburtstages (vgl. ebd., 24). Konkrete Erfahrungswerte stellen dabei „Leerstel­len“ (auch „Slots“) eines Frames dar, die selbst Informationen über mögliche Füllwerte (auch „values“ oder „filler“) enthalten und die durch „Standardannahmen“ (auch „default values“ oder „default assumptioms“) durch im Langzeitgedächtnis abgespei­chertes Wissen über die Welt spezifiziert werden, die Verstehensprozesse unter­schiedlicher Art steuern (vgl. ebd., 23f.; vgl. Kann/Inderelst 2018, 33). Beispielsweise können durch den Frame für „Kindergeburtstag“ erst bestimmte Äußerungen verstan­den werden, wie: „Mary wurde zu Jacks Party eingeladen und fragte sich, ob ihm ein Flugdrachen gefallen würde“ (vgl. Kann/Inderelst 2018, 36). Darüber hinaus gibt es im Frame vom Kindergeburtstag Leerstellen für die Beteiligten wie „Geburtstagskind“ und „Gäste“, die beispielsweise Informationen über die Erwartung enthalten, dass die Gäste dem Geburtstagskind ein Geschenk kaufen, oder Informationen über Aktivitä­ten wie Essen und Spiele, die spezifiziert sind und in Relation zu einander stehen (vgl. ebd.). Frames repräsentieren demzufolge Wissenszusammenhänge, die wir nicht hinterfragen müssen, um das als sinnvoll zu verstehen, was wir wahrnehmen. Ebenso spielt dies bei der Konzeptualisierung von lexikalischem Wissen eine wesent­liche Rolle, z. B. werden beim Wort Stuhl eine Reihe an Informationen über das Aus­sehen eines Stuhls abgerufen, die uns, basierend auf unserer Erfahrung, wissen las­sen, dass Stühle in der Regel vier Beine und eine Rückenlehne haben (vgl. Ziem 2008, 24). Leerstellen für das Wort Stuhl könnten zum Beispiel die Größe, das Aus­sehen oder die materielle Beschaffenheit sein, die durch Standardannahmen wie „vier Beine“ oder „Holz“ näher spezifiziert sind. Das sind allerdings, wie der Begriff „Stan­dardannahmen“ schon sagt, lediglich Annahmen, die durch andere potenzielle Cha­rakteristika ersetzt werden können (vgl. ebd.). Entscheidend ist jedoch, dass „jede sprachliche Einheit semantisch stark unterspezifiziert ist, Verstehen aber erst dann einsetzt, wenn diese Unterspezifikation durch zumindest vorläufig gültige Annahmen aufgehoben wird“ (ebd.). Wir greifen also auf eine Menge an Informationen zurück, die verschiedene Eigenschaften eines Stuhls beschreiben und die unserer Erwartung, wie ein Stuhl aussehen muss, entsprechen, was auf unseren Erfahrungen basiert (vgl. Minsky 1988, 245). Minsky war der Erste, der terminologisch zwischen den struk­turellen Frame-Elementen Leerstellen, Füllwerten und Standardannahmen unter­schied, allerdings konkretisierte er nicht, welche sprachlichen Ausprägungen diese haben können (vgl. Ziem 2013, 139). Nichtdestotrotz gehören die Terminologien Minskys mittlerweile zum Common Sense in der Frame-Forschung sowie seine Er­kenntnis, dass „Elemente eines Frames hinsichtlich ihrer Stabilität und Dynamik vari­ieren können, sowie die grundsätzliche Prämisse, dass Frames einen ganzheitlichen Charakter haben und auf der Basis rekurrenter Erfahrungen entstanden sind (und sich aufgrund neuer Erfahrungen verändern)“ (Ziem 2008, 18).

Als Frames in der Künstlichen Intelligenz-Forschung sowie in seinen Nachbar­disziplinen bereits intensiv diskutiert wurden, wurde das Konzept von der linguisti­schen Semantik erst Ende der 70er Jahre aufgegriffen (vgl. ebd., 14). Die Künstliche Intelligenz-Forschung, die an der Computersimulation komplexer kognitiver Prozesse wie das Textverstehen interessiert ist, spielte dabei eine große Rolle, denn aus dem Bestreben, Weltwissen über zum Beispiel Situationen und Handlungsabläufe auf Ma­schinen zu implementieren, entwickelte sich aus der Frame-Theorie ein Modell für menschliche Repräsentationen, in der Frames durch eine Netzwerkstruktur charakte­risiert werden, in dieser „jeder Frame eingebettet ist und die jeder Frame selbst bildet, weil seine Elemente (Füllwerte, Standardwerte) ebenfalls den Status von (Sub- )Frames haben“, worauf zahlreiche spätere Ansätze innerhalb der Semantik zurück­gehen (ebd., 17f.). Die Frame-Semantik betont vor allem die Bedeutung von Frames als Hintergrundwissen, mit dem das Verstehen von sprachlichen Äußerungen über­haupt möglich ist (vgl. Kann/Inderelst 2018, 52). Eingeführt wurde der linguistische Frame-Terminus Mitte der 70er Jahre durch Charles Fillmore (1975), der Frames als konzeptuelle Strukturen verstand, die den Gebrauch und das Verstehen von sprach­lichen Ausdrücken motivieren (vgl. Ziem 2008, 14; vgl. Ziem et al. 2018, 158). Die Vorstellung, dass dabei sprachliche Ausdrücke nur im Rahmen eines schematisierten Wissenszusammenhangs verstanden werden können, geht auf Fillmores Studien zur Verbvalenz zurück, seine „Kasusrahmentheorie“ (1968) (vgl. Ziem 2008, 34). Fillmore sah den Zusammenhang zwischen Frames und Verbvalenz als er beobachtete, dass die syntaktische Funktion von einzelnen Satzelementen nicht nur über die realisier­ten, sondern auch durch die nicht-realisierten Satzelemente verstanden werden, so wie Minksy davon ausging, dass bestimmte Informationen hinzugedacht werden müs­sen, um dem, was wir wahrnehmen, Sinn zu verleihen (vgl. ebd., 15). Die nicht-reali- sierten Satzelemente sind in „Kasusrahmen“ angelegt, die die semantische Valenz von Wörtern unabhängig von der syntaktischen Realisation von Argumenten, die von einem Verb gefordert werden, beschreiben und Aufschluss über lexikalisch-semanti­sche Repräsentationen geben (vgl. ebd.). Außerdem ermöglichen sie die Ermittlung von grundlegenden syntaktischen Organisationsstrukturen von Sätzen, indem die ge­forderten „Tiefenkasus“ hierarchisiert werden (vgl. ebd.). Zwar wurde Fillmores The­orie zur semantischen Valenz vielfach rezipiert und erweitert, doch die Kritik bezüglich der Unklarheiten, wie mögliche Tiefenkasus vollständig und verlässlich erfasst und wie eine Hierarchie dessen getestet werden kann, führte dazu, dass er sich schritt­weise von seiner Kasusrahmentheorie entfernte und die Grundzüge einer Bedeu­tungstheorie entwickelte (vgl. ebd.). Zunächst reagierte Fillmore auf die Kritik, indem er fortan Kasusrahmen als sprachliche Mittel betrachtete, die abstrakte „Szenen“ oder „Situationen“ charakterisieren, dessen Eigenschaften verstanden werden müssen, um die semantische Struktur des Verbs zu verstehen (vgl. ebd. 15). Doch dann, in Hinsicht einer Bedeutungstheorie, die sich nicht mehr an der syntaktischen und tie­fenstrukturellen Realisierbarkeit von Argumenten orientiert, rückte er die Idee von „Schemata“ und der Konzeption einer „Frame-Semantik“ in den Vordergrund (vgl. ebd., 15f.). Nach Fillmore besteht jeder Frame aus einem System von Konzepten, die sozusagen miteinander verwandt sind, weil ihre ganze Struktur verstanden werden muss, damit eines der Konzepte verstanden werden kann, und das hat zur Folge, dass in einem Text oder Gespräch alle anderen verwandten Konzepte automatisch verfügbar werden (vgl. Fillmore 1982, 111). Also ähnlich wie bei Minsky, der davon ausging, dass Informationen im Sinne von Leerstellen in Relation zueinanderstehen. Ziem exemplifiziert die Bedeutungstheorie Fillmores anhand des Wortes Wochen­ende: Dieser setzt einen Hintergrund-Frame voraus, der Konzepte wie „Woche“, „Tag“, „Samstag“, „Sonntag“, „Arbeit“ oder „Freizeit“ umfasst, die als konzeptuelle Strukturen sowohl die Bedeutung des Wortes Wochenende als auch den Gebrauch sprachlicher Ausdrücke motivieren (vgl. Ziem 2008, 22). Mit Fillmores Ansatz einer interpretativen Semantik entwickelte sich die Frame-Konzeption von ihrer satzseman­tischen Ausrichtung zu einer eigenständigen Bedeutungstheorie, zum Ende der 90er Jahre dann im Rahmen des groß angelegten „FrameNet“-Projekts der Universität Berkeley (vgl. Ziem 2018, 9). Ziel des Projektes ist es, lexikalische Bedeutungen ei­nes jeden Wortes zu dokumentieren, indem seine „semantische und syntaktische Va­lenz korpusbasiert erfasst und in einer Datenbank systematisch dokumentiert“ wird (Ziem et al. 2018, 164).

Sowohl Fillmore als auch Minsky gelten als diejenigen Forscher, die den Frame-Begriff eingeführt haben (vgl. Ziem 2018, 8). Während sich der Gegenstands­bereich von Fillmores Frame-Theorie auf konzeptuelle Strukturen bezieht, die beim Verstehen sprachlicher Ausdrücke relevant sind, nutzt Minsky Frames, um Phäno­mene der visuellen Wahrnehmung zu erklären (vgl. Ziem 2008, 25). Doch sowohl Fillmore als auch Minsky betrachten Frames als standardisierte Formationen von teil­weise variablen und sich schnell ändernden Wissenselementen (vgl. ebd., 17). Es wird außerdem davon ausgegangen, dass Fillmore Minskys Ideen rezipiert hat, und Fillmore soll selbst betont haben, dass die konzeptuellen Strukturen bereits durch Minsky und anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, aber unter anderen Termini, verwendet wurden (vgl. ebd., 17, 23). So findet sich die Grundidee von Fra­mes bereits in den 20ern und 30ern des 19. Jahrhunderts wieder, insbesondere in der Schema-Theorie des Psychologen Frederic Bartlett und seinen Begriffen „Gestalt“ und „Schema“, was die wichtigste Anregung für Fillmore als auch Minsky und zahlrei­che weitere Künstliche Intelligenz-Forschende war (vgl. ebd., 14). Beispielsweise be­greift Minsky ebenso wie Barlett Schemata als kognitive Formate zur Wissensreprä­sentation (vgl. Ziem 2013, 139).

Frames wurden von unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen wie der Sprachwissenschaft mit der Frame-Semantik aufgegriffen. Doch die Frame-Semantik stellt selbst ein Konglomerat verschiedener Forschungsansätze, (Teil-)Theorien, Mo­dellen und Projekten zwischen mehreren benachbarten Disziplinen dar, die keinen einheitlichen Frame-Begriff hat (vgl. Busse 2012, 23; vgl. Ziem 2013, 162). So unter­scheidet sich die linguistische Frame-Forschung vor allem im avisierten Gegen­standsbereich, der zugrunde gelegten Methode und der strukturellen Bestimmung von Frames (vgl. Ziem 2013, 162). Frames werden in der Linguistik insbesondere im Bereich der lexikalischen Semantik eingesetzt, indem auf sogenannte Konzept-Fra­mes zurückgegriffen wird sowie in der Syntaxtheorie auf sogenannte Prädikat-Fra­mes, sodass grob zwischen Frames als kognitives Repräsentationsformat und Fra­mes als analytisches Instrument zur Beschreibung von Wissensstrukturen unterschie­den werden kann (vgl. ebd., 153; vgl. Ziem 2018, 11f.). Sowohl lexikografische als auch epistemologische Frame-Studien greifen auf das Verständnis von Frames als Prädikationsrahmen zurück, indem davon ausgegangen wird, dass sich alle Wissen­saspekte mit einer potenziellen Bedeutungsrelevanz in „Prädikate“ überführen lassen und einem bestimmten Ausdruck zugewiesen werden können, was sich im aufgeru­fenen Frame wiederspiegelt (vgl. Ziem 2013, 153). Klaus-Peter Konerding (1993) war der Erste, der Frames als Prädikationsrahmen begriff: Er entwickelte die „Hypero­nymtypenreduktion“ als ein lexikografisch-lexikologisches Verfahren zur Bestimmung von Frames und einer framegestützten Ermittlung des stereotypischen Wissens einer Entität, die über eine Menge an Prädikatoren zugänglich wird (vgl. Konerding 1993, 163). Konerding versuchte dabei mithilfe des Verfahrens „Matrixframes“ zu ermitteln, mit denen sich der Bedeutungsrahmen von lexikalischen Ausdrücken korpusbasiert ermitteln lässt (vgl. Ziem 2018, 9). Frames fungieren dabei vor allem als empirisches bzw. korpuslinguistisches Instrument, um diese Formate zu untersuchen (vgl. Fill­more 1985, 232). Diese Phase begann Ende der 80er Jahre, als die Frame-Theorie allgemein rezipiert wurde (vgl. Ziem 2008, 18).

Im angloamerikanischen Raum wurden frame-basierte Studien im engen Zu­sammenhang mit der Konstruktionsgrammatik gebracht, die von Fillmore und ande­ren Forscherinnen und Forschern in Berkeley entwickelt wurde, aber auch vereinzelt mit der Kognitiven Grammatik Ronald Langackers (1987), wo Frames u. a. in der Le­xikologie, Lexikographie, Syntax und Pragmatik zum Einsatz kamen (1987) (vgl. ebd., 18f.). Mit Gilles Fauconniers Theorie der „mental spaces“ (1985) entwickelte sich ab den späten 90er Jahren eine neue Tendenz, die Integrierbarkeit von Frames der fill- more'schen Prägung in die Theorie der konzeptuellen Integration („blending“) nach Fauconnier und Mark Turner (1998, 1999) zu thematisieren, beispielsweise Baker (1999), der über semantische Analysen auch lexikologische Studien und psycholin­guistische Experimente durchführte, wofür er die Theorie der „mental spaces“ frucht­bar machte (vgl. ebd., 19f.). Im deutschsprachigen Raum wird dagegen eine integra­tive Perspektive in der Literatur weitgehend ignoriert und konzeptualistische Beschrei­bungsansätze in der germanistischen Linguistik nur mangelhaft rezipiert, was nach Ziem mit der einseitigen Beschäftigung mit Frames zusammenhängt (vgl. ebd., 20, 22). Dennoch steht die Vielseitigkeit der Einsatzbereiche von Frames im deutschsprachigen nicht hinter dem englischsprachigen Raum: von Metaphernanaly­sen, lexikographischen und lexikologischen Untersuchungen bis hin zu Argumentati­onsanalysen, gesprächsanalytischen Studien und sogar in Einbindung in eine Semi­otik literarischer Texte (vgl. ebd., 21).

2.2 Frames im Spannungsfeld des linguistischen und kommunikations­wissenschaftlichen Ansatzes

Das letzte Kapitel zeigte, dass die Forschungsgeschichte des Frame-Begriffs, der Frame-Theorie vielschichtig ist, aber ihren konzeptionellen Ursprung in den Sprach- und Kognitionswissenschaften hat und dabei insbesondere die linguistische Frame­Semantik durchdrungen hat. Die Frame-Semantik rückt die notwendigen Kenntnisse und Hintergrundannahmen, um einen sprachlichen Ausdruck zu verwenden und zu verstehen, in den Vordergrund, sowie die Gestalt des verstehensrelevanten Wissens, die am Prozess der Bedeutungskonstitution beteiligt ist (vgl. Ziem 2018, 159). Mit der Jahrhundertwende und der zunehmenden Vereinnahmung von Frames als Analyse­werkzeug der kulturwissenschaftlich ausgerichteten Semantik erweiterte sich der Ge­genstandbereich der linguistischen Erforschung von Frames auf den öffentlichen Sprachgebrauch und sprachlichen Konzeptualisierungen von gesellschaftlichem Wis­sen im Kontext diskursiver Zusammenhänge (vgl. Ziem 2013, 154). Frames fungieren dabei nicht nur als analytisches Hilfsmittel, sondern werden darüber hinaus unter dis­kurslinguistischen Gesichtspunkten betrachtet, die über die Textgrenze hinaus gehen (vgl. ebd.). Das analytische Interesse an Frames in Texten wird darüber hinaus zu­vorderst von der Kommunikationswissenschaft zentriert, die seit Mitte der 1990er Jah­ren ihren eigenen Frame-Begriff entwickelte und das Konzept seitdem zur Grundlage zahlreicher Studien machte (vgl. ebd., 137, 146). Ihr Untersuchungsinteresse liegt insbesondere auf „professionellen, journalistischen Texten mit Breitenwirkung im po­litischen Kontext“ (ebd., 146). Doch im Vergleich zu linguistischen Frame-Ansätzen fokussiert die Kommunikationswissenschaft weniger Aspekte sprachlicher Bedeu­tungskonstitution, sondern vielmehr die Untersuchung der Wirkung, Verbreitung und strategische oder massenmediale Rahmung einer Nachricht, was als Framing ver­standen wird (vgl. ebd., 144). Der Framing-Ansatz besteht in dem Gedanken der Kon- struiertheit der Medienberichterstattung und lehnt eine objektive Abbildung von Rea­lität durch Medien ab, da Realität nur durch die subjektive Wahrnehmung und deren Mitteilung sozial relevant wird (vgl. Matthes 2007, 22f.). Dabei wird Akteurinnen und Akteuren eine bedeutende Rolle zugetragen, denn Framing bedeutet in der Kommu­nikationswissenschaft, dass beispielsweise Journalistinnen und Journalisten,

Politikerinnen und Politiker, Parteien oder soziale Bewegungen eine bestimmte Inter­pretation über z. B. einen Sachverhalt, ein Ereignis oder eine Person kommunikativ in Umlauf bringen, um diese einzuordnen und zu beurteilen (vgl. Scheufele/Engel- mann 2018, 124f.). Die Grundidee geht auf einen weiteren Pionier der Frame-For­schung neben Minsky und Fillmore zurück: auf den Soziologen Erving Goffmann (1974), der in den 70ern ein Forschungsprogramm entwickelte, das er als „Rah­menanalyse“ bezeichnete und nach dem Menschen bestimmte Interpretationsrah­men, also Frames bevorzugen, um Situationen und Sachverhalten ihren Sinn zu ver­leihen (vgl. Marcinkowski 2014, 7). Beim Framing handelt es sich also um einen akti­ven Deutungsprozess von Personen, die uns z. B. zum gleichen Thema verschiedene Perspektiven bieten, und aus diesem Prozess resultieren Frames (vgl. Matthes 2007, 21). Frames bieten uns Orientierung in der Informationswelt, indem einige Informati­onen hervorgehoben und andere ausblendet werden (vgl. Ziem et al. 2018, 157). Während die Sprachwissenschaft Frames im Wesentlichen als Prädikationsrahmen versteht, rückt die Kommunikationswissenschaft die Vorstellung von Frames als Me­dienrahmen in den Vordergrund, wo Frames als Schemata fungieren, die die Funktion haben, bestimmte Teile der Realität auszuwählen und zu betonen (vgl. Ziem 2013, 146). Dieses Verständnis von Frames wurde in der Kommunikationswissenschaft maßgeblich durch Robert M. Entman geprägt (vgl. ebd., 137). Auf seine Frame-Defi­nition, die er in seinem Aufsatz von 1993 „Framing: Toward Clarification of a Fractured Paradigm“ aufsetzt, greifen heute eine Vielzahl von kommunikationswissenschaftli­chen Frame-Studien zurück (vgl. Matthes 2008, 6f.):

„To frame ist to select some aspects of a perceived reality and make them more salient in a communcating text, in such a way as to promote a particular problem definition, causal interpretation, moral evaluation, and/or treatment recommendation for the item described.“ (Entman 1993, 52)

Nach Entman legen uns also Frames eine bestimmte Problemdefinition, kausale In­terpretation, moralische Bewertung und Handlungsempfehlung nahe. Wie bereits an­gedeutet existiert nie nur ein Frame, z. B. zu einem Thema, sondern in der Kommu­nikationswissenschaft wird davon ausgegangen, dass es mehrere Frames gibt, die miteinander konkurrieren (vgl. Matthes 2007, 47). So stellt jeder öffentliche Diskurs einen Wettbewerb dar, an dem verschiedene Akteurinnen und Akteure teilnehmen, wo Frames erkämpft, neu definiert oder je nach Erfolg angepasst und ausgetauscht werden (vgl. ebd.). Framing ist ein dynamischer sozialer Prozess, in dem sich Frames kontinuierlich entfalten, weil Diskurse sich immer weiterentwickeln und dabei ständig neue Deutungen oder Umdeutungen aufgenommen werden (vgl. Badr 2017, 181). Badr (ebd., 180) betrachtet beispielsweise den Journalismus als „Streitarena“ oder Hertog und McLeod (2001, 147, zitiert nach Badr 2017, 184) Framing als „Potenzial 14 zur Spaltung der Diskurse“. Dem folgend wird der Framing-Ansatz insbesondere bei Streitthemen angewandt, weil Akteurinnen und Akteure dazu tendieren, bestimmte Frames zu bevorzugen (Frame-Bias), sodass durch Medieninhalte bewusst oder un­bewusst bestimmte Gruppen, Individuen oder Meinungen zur politischen Geltung ver­holfen werden kann (vgl. ebd., 180). Politikerereignisse werden so häufig zum Ge­genstand von Framing (vgl. Marcinkowski 2014, 9). Und wie die Wahrnehmung und Reaktion durch Frames beeinflusst werden kann, steht im Zentrum aller Framing-Stu- dien (vgl. Delle Donne 2019, 58). Voraussetzung dafür, dass Medien in dem Sinne wirken, ist, dass Personen sich für das Thema interessieren und sich bei der eigenen Meinungsbildung an den Massenmedien orientieren wollen (vgl. Matthes 2007, 166f.). „Personen mit einem hohen Orientierungsbedürfnis möchten ausführlich über ein Thema durch Massenmedien unterrichtet werden, sie möchten verschiedene Seiten des Themas kennen lernen [sic!] und sind interessiert an journalistischen Bewertun­gen.“ (ebd., 167). Wirkungen - also Effekte auf Urteile und Einstellungen als Ergebnis des Framings - werden in der Forschung als Framing-Effekte bezeichnet (vgl. ebd., 163; vgl. Scheufele/Engelmann 2018, 125). Die Kommunikationswissenschaft richtet sich demnach vielmehr auf das Perspektivierungspotenzial von Frames in der mas­senmedial ausgerichteten Kommunikation, als auf die Strukturaspekte von Frames und dem Status von Frame-Elementen wie in linguistischen Ansätzen (vgl. Ziem et al. 2018, 157). So wird die terminologische Unterscheidung zwischen Leerstellen, Füllwerten und Standwertwerten kaum explizit in der Kommunikationswissenschaft thematisiert (vgl. Ziem 2013, 149).

Der erläuterte Framing-Ansatz in der Kommunikationswissenschaft und der Stellenwert von Frames innerhalb dessen kann in drei Kernthesen zusammengefasst werden, die Matthes (vgl. 2014a, 21) in drei Prinzipien unterteilt: das Ambivalenzprin­zip, nach dem bei politischen Themen mehrere in Konflikt stehende Aspekte koexis­tieren, das Selektionsprinzip, das die Funktion von Frames hat, gewisse Aspekte aus der ambivalenten Welt herauszugreifen und dem Konsistenzprinzip, nach dem die einzelnen Elemente eines Frames eine logische Argumentationskette ergeben und die von einem Akteur in einem Diskurs vertreten wird. Nach Matthes (vgl. ebd., 26) handelt es sich beim Framing-Ansatz allerdings nicht um eine Theorie, durch die em­pirisch überprüfbare Aussagen formuliert werden können, sondern eher um ein fle­xibles theoretisches Tool, dass sich zu Beschreibung von Phänomenen im politischen Kommunikationsprozess eignet, die die Selektion und Salienz von Kommunikations­inhalten und Wirkungen zum Gegenstand haben. Damit sei der Framing-Ansatz ein „Pflänzchen, das auf allen Böden gut gedeihen kann“ (ebd.). Daher ist es nicht ver­wunderlich, dass Framing auch für die Sprachwissenschaft eine Rolle spielt. Sowohl der kommunikationswissenschaftliche als auch der linguistische Frame-Ansatz gehen von der kognitiven und durch soziale Prozesse beeinflussbaren Verankerung von Fra­mes aus sowie ihre Verbindung zu Prozessen der Perspektivierung, Selektion und Salienz und ihren Strukturen im Sinne von Frame-Elementen (vgl. Ziem et al. 2018, 156). Beide Wissensdisziplinen betrachten den Prozess der sprachgeleiteten Wis­senskonstruktion als ein intrinsisch kognitives Phänomen, sodass sich der Framing- Ansatz kaum von diskurslinguistisch orientierten Frame-Ansätzen unterscheidet (vgl. Ziem 2013, 162f.). Außerdem haben beide Ansätze massenmedial verbreitete Zei­tungstexte als Hauptuntersuchungsgegenstand und folgen bei der Zusammenstel­lung von Texten zu einem Korpus der inhaltlich-thematischen Relevanz (vgl. ebd., 162). Während es sich allerdings beim kommunikationswissenschaftlichen Ansatz, der Frames als Medienrahmen versteht, fast vollständig um reine Textanalysen han­delt, werden in der Sprachwissenschaft mithilfe von Prädikationsrahmen weitere Phä­nomenbereiche abgesteckt: neben der lexikalischen Semantik beispielsweise Meta­phern, Argumentation, Sprechaktverben, Text-Bildbeziehungen oder Bildinformatio­nen (vgl. ebd., 147, 154). Beim kommunikationswissenschaftlichen Ansatz, ausge­hend von Entmans Frame-Konzept, kommen Frames zuvorderst als Kodierschemata zum Einsatz und dienen eher als heuristischer Leitfaden für die Inhaltsanalyse, wo Frame-Elemente aus den zu untersuchenden Daten selbst hergeleitet werden (vgl. ebd., 140). Dabei greifen kommunikationswissenschaftliche Studien meist auf Metho­den der qualitativen Sozialforschung oder auf quantitativ-statistische Validierungsver­fahren zurück, anders als es in sprachwissenschaftlichen Zugängen üblich ist (vgl. ebd., 145). Sprachwissenschaftliche Frame-Studien folgen eher texthermeneutischen und/oder korpuslinguistischen Prinzipien (vgl. ebd., 163).

2.3 Frames in kommunikativen Texten: Medien-Frames

Im Folgenden soll näher auf das kommunikationswissenschaftliche Verständnis von Frames als Medienrahmen eingegangen werden, denn das letzte Kapitel gab zwar eine Zusammenfassung über Frames in der Kommunikationswissenschaft, die maß­geblich von dem Framing-Ansatz geprägt ist, lässt aber offen, wie Frames konkret empirisch und unter welchen Kriterien in Texten bzw. Medienbeiträgen bestimmt wer­den. Die Frage, was einen Frame letztendlich zu einem „Medien-Frame“ macht, steht im Fokus dieses Kapitels. In diesem Zusammenhang soll darüber hinaus in die Arten von Frames eingeführt werden, die die inhaltsanalytisch ausgerichtete Kommunikati­onswissenschaft unterscheidet.

Journalistische Medien spielen eine wesentliche Rolle dabei, welche Sicht im „Kampf um die Deutungshoheit“ dominiert (vgl. Matthes 2007, 17f.). Sie verfügen über die Möglichkeit, die Deutungsangebote der Kommunikatoren gegenüberzustellen oder selbst durch Selektion und Salienz gewisse Aspekte eines Themas in ein bestimmtes Licht zu rücken (vgl. ebd.). Menschen sind darüber hinaus auf Massenmedien ange­wiesen, weil sie die Komplexität brisanter Themen oder Ereignisse reduzieren, aber auch erst den Resonanzraum für Brisanz schaffen, also dass diese Themen oder Ereignisse überhaupt von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden (vgl. ebd., 24; vgl. Ziem et al. 2018, 175f.). Kommunikative Texte bzw. Medienbeiträge kontextuali- sieren ein Thema und nehmen dabei eine bestimmte Sichtweise ein, die in Mustern von Problemdefinitionen, Verantwortungszuschreibungen, Bewertungen und Hand­lungsanweisungen sichtbar werden, was in der Kommunikationswissenschaft als „Medien-Frame“ bezeichnet wird (vgl. Matthes 2008, 2). Medien-Frames machen Wissenseinheiten bei den Rezipierenden leichter verfügbar und werden daraufhin für die Urteilsbildung herangezogen (vgl. Matthes 2007, 158). Ihren Ursprung haben sie in Entmans Frame-Konzept. Seine Definition gilt in der Forschung mittlerweile als klassisch, beispielsweise zeigte Matthes (vgl. 2008, 6f.) in einer Metaanalyse, dass die meisten kommunikationswissenschaftlichen Frame-Studien in der Tradition Ent­mans stehen. Darüber hinaus wurde sein Konzept verschiedentlich weiterentwickelt. So leiten Matthes und Kohring vier Frame-Elemente zur Beschreibung von Medien­Frames aus der Definition Entmans ab, die als Leerstellen verstanden werden: „Prob­lemdefinition“, „Kausale Interpretation“, „Moralische Bewertung“ und „Handlungsemp­fehlung“ (vgl. Matthes/Kohring 2004, 64; vgl. Matthes 2014b, 13-14, zitiert nach Kann/Inderelst 2018, 55f.). Die vier Frame-Elemente fungieren sozusagen als Analy­sebegriffe und ermöglichen, dass Frames zum einen theoretisch und zum anderen aus dem Datenmaterial abgeleitet werden, was Matthes (vgl. 2007, 180) als „empirie­geleitete Kategorienbildung“ bezeichnet. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen werden bei Matthes und Kohring (vgl. 2004, 62f.) Frames nicht über eine direkte inhaltanaly­tische Codierung ermittelt, sondern über das statistische Verfahren der hierarchi­schen Clusteranalyse, mit dem Ziel, Texte zu gruppieren. Matthes und Kohring (ebd., 62) nehmen an, dass „sich die empirischen Ausprägungen der als Variablen operati­onalisierten und mittels einer Inhaltsanalyse erfassten Frame-Elemente in einer je charakteristischen Weise gruppieren und so zu verschiedenen Mustern formen kön­nen“. Ein Muster wird dann als Frame bezeichnet, wenn dieses über mehrere Texte hinweg gefunden wird (vgl. ebd.). Frames werden somit nicht als komplette Einheiten erhoben, sondern über ihre Elemente bestimmt, die in einer spezifischen Ausprägung miteinander vorkommen (vgl. ebd., 61). Allerdings müssen nicht zwingend alle Frame-Elemente gefunden werden: Wenn mindestens zwei Elemente kodiert werden können, wird von einem „impliziten Frame“ gesprochen und bei allen vorhandenen Elementen von einem „expliziten Frame“ (vgl. Matthes 2007, 179).

Mit der Problemdefinition wird ein Thema sprachlich bezeichnet und beschrie­ben, warum dieses Thema wichtig ist und öffentlich diskutiert wird und welche Akteure dabei relevant sind (vgl. ebd., 134f.). Allerdings ist damit nicht das Thema im Groben gemeint, sondern ein bestimmter Blickwinkel auf dieses Thema, weswegen es nach Matthes sinnvoller wäre, von „Themendefinition“ zu sprechen als von Problemdefini­tion (vgl. ebd., 135). Als weiteres Frame-Element wird betrachtet, inwiefern dieses Thema bewertet wird. Mit der moralischen Bewertung wird allerdings direkt danach gefragt, wie negativ ein Zustand oder eine Situation ist, weil viele Themen, beispiels­weise Arbeitslosigkeit, sexueller Missbrauch oder Krieg, bereits mit einer negativen Bewertung einhergehen und eine kategorische Bewertung überflüssig machen (vgl. ebd., 136). Hinter der Ursachenzuschreibung als Frame-Element steht die Grundan­nahme eines natürlichen Kausalitätsbedürfnisses im menschlichen Denken, da „Men­schen sich durch kausale Schlüsse ihr eigenes Verhalten und das ihrer Umwelt er­klären“ (vgl. ebd., 135). Einfacher könnte gesagt werden, dass damit die Frage ge­stellt wird, durch wen oder was der Zustand oder die Situation negativ ist, denn sobald ein Zustand bewertet wird, treten Ursachenzuschreibungen auf (vgl. ebd.). Darüber hinaus ist bei allen politischen Themen die Frage nach Verantwortung zentral für die politische Meinungsbildung und eine Notwendigkeit, die sich aus der Feststellung ei­nes Problems ergibt (vgl. ebd.). Das letzte Frame-Element, die Handlungsempfeh­lung, schlägt eine Art Problemlösung vor. Demnach hebt der Medien-Frame nicht nur eine bestimmte Sicht auf ein konfliktbehaftetes Thema hervor und weist etwas oder jemanden sozusagen eine Schuld zu, sondern beschreibt darüber hinaus einen po­tenziellen Weg aus dem Konflikt. Die Handlungsempfehlung ist dabei immer zukunfts­gerichtet, muss aber nicht nur eine spezifische Lösung aufzeigen, denn es können auch mehrere Maßnahmen gefordert werden (vgl. ebd. 136).

Nach Matthes und Kohring (vgl. 2004, 62) eignet sich die Definition Entmans gegenüber anderen besonders zur Operationalisierung, da sie den Vorteil hat, dass sie durch ihre breite Rezeption sehr bekannt ist und zum anderen als Bindeglied zwi­schen den verschiedenen Forschungseinrichtungen fungieren kann. Darüber hinaus bewährt sich Entmans Konzept besonders zur Untersuchung von konfliktbehafteten Themen oder politischen Debatten, weil dabei das Ambivalenzprinzip am stärksten zum Tragen kommt (vgl. Matthes 2007, 152; vgl. Löblich 2014, 67). So untersuchte beispielsweise Matthes (2007) den Einfluss der Politikberichterstattung auf die Ein­stellung der Rezipierenden. Medien-Frames entstehen bei Streitthemen dadurch, dass sich diverse und zahlreiche Akteure über einen längeren Zeitraum am öffentli­chen Diskurs beteiligt haben (Hertog und McLeod 2001, 142, zitiert nach Badr 2017, 182). Ihre Beteiligung ermöglicht es erst, dass Frames sich entwickeln können (vgl. ebd.). Während Matthes Frames an einzelne Sprecheräußerungen von Akteuren knüpfte, werden in der inhaltsanalytischen Forschung Frames als Eigenschaften ei­nes Textes betrachtet (vgl. Matthes 2007, 200f.; vgl. Matthes 2014a, 24). Indem Fra­mes als strategische Sicht eines Akteurs betrachtet werden, wird nach Potthoff und Kohring (vgl. 2014, 30) allerdings vernachlässigt, dass die Journalistin oder der Jour­nalist den Medienbeitrag konstruieren und damit sowohl die Äußerungen anderer Ak­teure selektieren als auch eigene Aussagen (vgl. auch Matthes 2007, 20). Matthes (vgl. 2014a, 24) argumentiert allerdings weiterhin dafür, Akteursaussagen als Analy­seeinheit zu wählen, da damit deutlich wird, dass mehrere Urteilsmuster in einem Beitrag vertreten sein können und es sich nicht im Vorhinein festlegen lässt, dass es nur einen Frame pro Beitrag gibt, wovon der Großteil der inhaltanalytischen Framing- Forschung ausgeht. Trotz dieser Uneinigkeit geht die Kommunikationswissenschaft mehrheitlich davon aus, dass Medien-Frames das „Ergebnis der Kopplung journalis­tischer Informationsverarbeitung und strategischer Kommunikation“ sind (Marcin- kowski 2014, 7). Doch die kommunikationswissenschaftliche Perspektive, die sich nach Entmans „communicating texts“ ausrichtet, untersucht nicht nur Frames von Textproduzierenden in Hinblick auf das Framing eines dargestellten Ereignisses oder Sachverhaltes („communicator frames“) (vgl. Ziem 2013, 146). Ebenso lassen sich in einem Medienangebot zugrundliegende Frames („frames in media content“), mit Be­zug auf die bei den Rezipierenden erzielten Frame-Effekte („frame effects“) und hin­sichtlich der Frames, die Rezipierende beim interpretierenden Verstehen des Medi­engehaltes einbringen („audience frame“) empirisch analysieren (ebd.).

Grundsätzlich werden in inhaltsanalytischen Arbeiten zum einen formal-stilis­tische und zum anderen inhaltsbezogene Medien-Frames unterschieden: Während bei formal-stilistischen Frames der Aufbau einer Nachricht und die Untersuchung der Struktur bzw. die Präsentationsform einer Medienbotschaft im Vordergrund steht, werden mit inhaltsbezogenen Frames verschiedene Aspekte eines Themas ange­sprochen, wobei es darum geht, was gesagt wird (vgl. Matthes 2007, 57f.). Formal­stilistische Medien-Frames lassen sich darüber hinaus in episodische und themati­sche Frames unterscheiden: Bei thematischen Frames wird ein Thema in einen brei­ten Kontext gestellt, der den Hintergrund eines Phänomens erklärt und bei episodi­schen Frames erfolgt ein Bericht aus der Perspektive eines einzelnen Akteurs, wäh­rend Hintergründe zu einem Problem und Sachverhalt nicht diskutiert werden, z. B. die Darstellung eines Konfliktes (Konflikt-Frame) oder die Fokussierung auf Personen (Personen-Frame) unabhängig von einem Thema (vgl. ebd.). Inhaltsbezogene Fra­mes unterteilen sich dagegen in themenspezifische und themenübergreifende Fra­mes: Während themenspezifische Frames nur auf ein Thema zutreffen, sind themen­übergreifende Frames auf mehrere Themen anwendbar, weil eine Medienbotschaft immer unter einem gewissen thematischen Leitaspekt behandelt wird, der auf ver­schiedene Themen zutreffen kann, beispielsweise werden in verschiedenen Studien zum Thema EU-Politik die Frames „Wirtschaft“, „Moral“, „Konflikt“, „Human Interest“ und „Verantwortung“ aufgegriffen (vgl. ebd., 59).

2.4 Forschungsstand: Die Rolle von Frames in der Legitimation politi­scher Maßnahmen

In den letzten Kapiteln ging es darum, wie zum einen in der Sprachwissenschaft und zum anderen in der Kommunikationswissenschaft Frames zum Gegenstand oder auch zum Untersuchungswerkzeug werden. Vor allem letztere Wissensdisziplin stellt Framing ins Zentrum ihres Interesses und die Art und Weise, wie Frames unsere Wahrnehmung und Reaktion beeinflussen (vgl. Delle Donne 2019, 58). Im Folgenden wird die Erforschung von solchen Framing-Effekten behandelt und der Forschungs­stand überblickt, welche Rolle Frames konkret dabei spielen, dass politische Maß­nahmen Unterstützung bzw. Legitimation erfahren.

Nirgendwo scheint mehr öffentlich gestritten zu werden als in der Politik bzw. zu politischen Ereignissen oder Themen. Letztendlich ist die Öffentlichkeit unentbehr­lich in der politischen Willensbildung aller freiheitlicher Systeme, denn die demokrati­sche Herrschaft ist auf Zustimmung angewiesen und deshalb begründungs- und re­chenschaftspflichtig - ohne die Öffentlichkeit kann kein politisches System funktionie­ren und Entscheidungen nicht legitimiert werden (vgl. Sarcinelli 32009, 55; vgl. Löblich 2014, 69). Die Medienberichterstattung ist daran maßgeblich beteiligt, denn sie be­einflusst politische Prozesse, beispielsweise in der Zustimmungswerbung von Politi­kerinnen und Politikern, weil Verlage, Sender oder einzelne Journalistinnen und Jour­nalisten in der Konstruktion von Medien-Frames mitwirken und dabei auch selbst zu politischen Akteuren werden (vgl. Löblich 2014, 69). Öffentliche Themen, in denen die Rahmung eines Themas ausgehandelt wird, werden allerdings erst bedeutsam, wenn sie tatsächlichen Einfluss auf Bürgerinnen und Bürger haben, also indem sich Frames auf politische Handlungen als auch Überzeugungen von Menschen auswir­ken (vgl. Matthes 2007, 26). Letzteres zeigt beispielsweise eine Studie von Nelson, Clawson und Oxley (vgl. 1997, 572ff.) mit dem Ergebnis, dass die Unterstützung für eine Ku Klux Klan-Kundgebung sich in Abhängigkeit davon verändert, wie das Thema in den Fernsehnachrichten oder in Textpassagen gerahmt wird. Oder eine Studie von Lau und Schlesinger (vgl. 2005, 105), in der durch unterschiedliche Frames, die von Wählerinnen und Wählern verwendet werden, um über Themen wie Gesundheitsver­sorgung oder öffentliche Bildung zu argumentieren, ihre Haltung zu diesen Themen stark beeinflusst. Und dabei kommt es noch nicht mal darauf an, ob jemand (in dem Thema) politisch gebildet ist - ganz im Gegenteil: Forschungsergebnisse zufolge sind Personen mit höherem politischem Wissen sogar anfälliger für Framing-Effekte als weniger politisch kompetente Personen (vgl. Nelson et al. 1997, 234; vgl. Druck- man/Nelson 2003, 741; vgl. Lau/Schlesinger 2005, 105).

Häufig im politischen Diskurs ist das sogenannte „emphasis framing“ anzutref­fen, das so viel bedeutet, dass wir durch Frames dazu gebracht werden, uns bei der Meinungsbildung z. B. zu den Themen Steuern, Arbeitslosigkeit oder Kriminalität auf bestimmte Aspekte zu konzentrieren, weil sie hervorgehoben werden (vgl. Wehling 2017, 139). Frames können dabei sowohl Unterstützung als auch Ablehnung motivie­ren, denn sie legen uns eine Bewertung nahe, die entweder positiv oder negativ sein kann (vgl. Marcinkowski 2014, 9). Die öffentliche Aufmerksamkeit für gesellschaftliche Zustände und die Empfehlung für politische Behandlung wird gesteigert, weil be­stimmte Deutungen eine höhere Anziehungskraft haben und Betroffenheit generieren als andere (vgl. ebd.). Zum Beispiel zeigen Thibodeau und Boroditsky (vgl. 2011, 10) in ihrer Studie zu Framing-Effekten auf die Einstellung zum Thema Kriminalität, dass Personen durch bestimmte sprachliche Frames entweder eine rigorose Bekämpfung fordern oder zunächst die Ursachen der Kriminalität ergründen wollen. Sie präsen­tierten Probanden einen Text, in dem Kriminalität entweder als Virus („crime-as-virus framing“) oder als gefährliche Bestie („crime-as-beast framing“) darstellt wird und er­zeugten durch unterschiedliche metaphorische Frames so große Meinungsunter­schiede, dass Thibodeau und Boroditsky sie als größer als zwischen Demokraten und Republikanern bezeichnen (vgl. ebd.). Diejenigen, die mit dem Virus-Frame konfron­tiert wurden, sprachen sich dafür aus, die Ursachen zu untersuchen und das Problem durch soziale Reformen zu behandeln, während diejenigen, die mit dem Bestie­Frame konfrontiert wurden, vorschlugen, härtere Maßnahmen zu ergreifen, Kriminelle einzufangen, einzusperren und härtere Vollzugsgesetze zu erlassen (vgl. ebd., 2ff.). Frames in politischen Debatten sind oft metaphorischer Natur, weil in ihnen abstrakte Ideen bzw. Konzepte referiert werden, ebenso wie bei Nachrichtenberichten oder Themen wie Kriminalität, aber auch Demokratie oder Immigration (vgl. Wehling 2017, 137). Die metaphorische Rahmung politischer Themen beeinflusst die Einstellung ei­nes Einzelnen erheblich, wie beispielsweise Landau et al. (2009) zeigen: Die Aktivie­rung des metaphorischen Frames NATION AS PERSON führt dazu, dass Probanden die Vorstellung einer Viruserkrankung auf die Einwanderung übertragen und zum Anstieg einwanderungsfeindlicher Einstellungen (vgl. ebd., 142). So wird die Frage der Ein­wanderung zu einer Frage des Schutzes des (nationalen) Körpers vor Krankheiten (vgl. ebd.). Häufig wird eine spezifische ideologische Perspektive auf ein Thema be­tont, was als „moralisches Framing“ bezeichnet wird (vgl. ebd., 138). Beispielsweise kann das Ankommen der Geflüchteten, die in den Jahren 2015 und 2016 Schutz in Europa suchten, metaphorisch als eine Krankheit oder als eine Flut interpretiert wer­den, womit eine negative Wahrnehmung einhergeht (vgl. ebd.). Dieser „illness-frame“ wird beispielsweise aktiviert, wenn wir „Geflüchtete breiten sich in ganz Europa aus“ sagen oder hören. Moralisch „strenge“ oder „fürsorgliche“ Rahmungen von politischen Themen gelten dabei als besonders einflussreich und sind ein mächtiges Überzeu­gungsinstrument, da Werte für die politische Meinungsbildung der Menschen zentral sind (vgl. ebd.). Emotionen, die durch Frames induziert werden, können ebenso an Framing-Effekten beteiligt sein. Frames können Emotionen wie Ärger hervorrufen, wie Kühne und Schemer (vgl. 2014, 209) in einem Laborexperiment zeigten. Dabei führten bestimmte Medien-Frames dazu, dass Strafmaßnahmen befürwortet wurden und zu der Motivation, sich für die Umsetzung politisch zu engagieren (vgl. ebd.). Allerdings konnte kein definitiver Beleg für die emotionale Mediation von Framing- Effekten geliefert werden (vgl. ebd., 206).

Zusammengefasst kann die Einstellung und Meinung zu einem Thema, einer Person usw. durch Frames gelenkt werden, beispielsweise ob wir politische Maßnah­men befürworten oder ablehnen. Uns werden bestimmte Interpretationen nahegelegt, und je nachdem, welche Deutung dominiert, führt sie dazu, dass wir sie entweder eher negativ oder positiv wahrnehmen. Wie aus Kapitel 2.2 hervorgegangen ist, müs­sen wir uns allerdings erst für das Thema interessieren und bei unserer Meinungsbil­dung an den Massenmedien orientieren wollen. Je höher dabei bereits unser Wissen darüber ist, desto anfälliger sind wir, uns von Frames beeinflussen zu lassen. Daher ist die Medienberichterstattung im Wesentlichen daran beteiligt, dass politische Maß­nahmen von Regierungen durch die Öffentlichkeit Legitimation erfahren.

3 Empirisches Vorgehen

Das vorangegangene Kapitel zeigte, dass zum einen sprachliche Ausdrücke be­stimmte Wissensaspekte aktivieren, damit wir ihre Bedeutung verstehen können, ohne diese Ausdrücke bei ihrem Gebrauch oder bei der Rezeption wie beim Lesen ständig hinterfragen müssen. Zum anderen können bestimmte Deutungen auf ein konfliktbehaftetes Thema, insbesondere in politischen Streitsituationen, unsere Wahrnehmung und unser Denken darüber beeinflussen. Die folgende Untersuchung hegt den Anspruch, zu ermitteln, welche Frames in der Debatte um Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung vorhanden sind und daraus abzuleiten, wie sie sich auf die Legitimation politischer Maßnahmen auswirken können, sodass wir den Be­schluss der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen am 22. März 2020 entweder be­fürworten oder ablehnen. Doch bevor Ergebnisse präsentiert und analysiert werden, wird im Folgenden erläutert, wie empirisch vorgegangen wurde: über die Fragen, Ziele und Annahmen, die die Analyse leiten bis hin zur Methode sowie den Katego­rien, die verwendet wurden, um Frames zu erschließen. Darüber hinaus werden in diesem Kapitel die Kriterien vorgestellt, die den Untersuchungsgegenstand bilden.

3.1 Forschungsziele, zentrale Fragestellungen und Annahmen

Die Untersuchung geht voran mit der Prämisse, dass dominierende Frames zum Thema Corona-Eindämmungsmaßnahmen durch sich musterhaft wiederholende Sprechweisen in Medienbeiträgen sichtbar werden, wo Ausgangssperre und Aus­gangsbeschränkung nicht nur selbst unterschiedlich gedeutet werden, sondern dar­über hinaus unterschiedlich durch Rezipierende gedeutet werden können und damit Einfluss auf ihre Wahrnehmung und Einstellung auf die letztendlichen Maßnahmen haben, was dem kommunikationswissenschaftlichen Ansatz folgt (s. Kapitel 2.2). Fra­mes werden als Phänomene betrachtet, die anhand des Sprachgebrauchs in der Me­dienberichterstattung empirisch bestimmt werden können. Dabei werden Redaktio­nen bzw. Journalistinnen und Journalisten als Akteure betrachtet, die Medien-Frames konstruieren, um der Öffentlichkeit Deutungen anzubieten, die sie entweder von an­deren Akteuren, wie Politikerinnen und Politiker, die häufig in der Debatte vertreten sind und sich zu den Maßnahmen äußern, übernommen, interpretiert oder eigene Gedanken dazu beigetragen haben. Nichtsdestotrotz bilden Sprechweisen bzw. Aus­sagen, die musterhaft und textübergreifend gefunden und der Debatte zugeschrieben werden, die Grundlage, um Frames zu ermitteln. Demzufolge wird davon ausgegan­gen, dass sich nicht nur ein Frame pro Medienbeitrag niederschlägt, sondern dass mehrere Frames oder auch gar kein Frame vorhanden sein können. Im Fokus stehen inhaltsbezogene themenspezifische Medien-Frames, weil die Untersuchung auf den verschiedenen Aspekten der Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 liegt, die mit Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung angesprochen werden und sich das Thema auf den Sachverhalt des bevorstehenden Beschlusses beschränkt. Damit soll allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass auch themenübergreifende Medien­Frames gefunden werden können, was allerdings im Rahmen dieser Arbeit nicht un­tersucht wird. Im Vordergrund der Untersuchung steht, was und wie etwas im Zusam­menhang mit Ausgangssperre im Vergleich zu Ausgangsbeschränkung gesagt wird - und nicht möglichweise wozu und mit welcher Wirkung als Aspekt des strategischen Framings und in Hinsicht auf ein zu beeinflussendes Publikum. Der Fokus liegt dem­nach zunächst auf den Textproduzierenden („communicator frames“), allerdings sol­len daraus Frames abgeleitet werden, die Rezipierende beim interpretierenden Ver­stehen des Mediengehaltes einbringen („audience frames“) (s. Kapitel 2.3). Ziel ist, den öffentlichen Sprachgebrauch auf nahegelegte Deutungen zu untersuchen, was schlussendlich selbst ein Deutungsakt ist, der von dem Untersuchenden ausgeht (vgl. Matthes/Kohring 2004, 58f.; vgl. Bubenhofer 2009, 38). Ausgangspunkt ist dabei die Hypothese, dass sich die Sprechweisen mit Ausgangssperre von Ausgangsbeschrän­kung maßgeblich voneinander unterscheiden und in der Medienberichterstattung na­hezu als Gegensätze behandelt werden - unterschiedliche Aspekte werden hervor­gehoben und andere ausgeblendet. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass Aus­gangssperre und Ausgangsbeschränkung als synonym zueinander betrachtet wer­den, sondern dass sie unterschiedliche Maßnahmen mit der gleichen Eintrittswahr­scheinlichkeit sind, weswegen beide Maßnahmen Gegenstand der Debatte waren. Sprechweisen, die typisch für den Sprachausschnitt der Debatte sind, sollen Hinweise darauf geben, welche unterschiedlichen Ideen mit Ausgangssperre im Vergleich zu Ausgangsbeschränkung assoziiert werden. Eine weitere Annahme, die die Untersu­chung leitet, ist, dass ein gewisser Common Sense bezüglich der Bedeutung der bei­den Ausdrücke existiert, der im Kontext der Corona-Pandemie im Allgemeinen und der Debatte um den Beschluss der Eindämmungsmaßnahmen im Spezifischen er­weitert wird bzw. eine Anpassung erfahren hat. Auf die Bedeutungskonstitution, wie sie vorwiegend von der frame-semantischen Linguistik zentriert wird, wird allerdings in dieser Arbeit nicht eingegangen. Allerdings wird in der Untersuchung davon aus­gegangen, dass jedes Wort einen Frame aktiviert und eine Reihe an Konzepten as­soziiert und motiviert, die zum Verstehen und zur Deutung beitragen, und seine Ele­mente den Status von Subframes haben. Demzufolge wird auch ein Frame aktiviert, wenn eine Idee negiert wird (vgl. Wehling 42019, 52).

Summa summarum dienen folgenden Fragen als Leitfaden in der Untersuchung:

1) Welche Sprechweisen sind typisch für Ausgangssperre im Zeitraum der De­batte?
2) Welche sind typisch für Ausgangsbeschränkung während der Debatte?

[...]


1 Die Bundesländer greifen in ihrer Allgemeinverfügung zum Beschluss am 22. März 2020 entweder „Ausgangsbeschränkung“ (z. B. Sachsen 2020a) oder „Kontaktbeschränkung“ (z. B. Hamburg 2020) auf. Im Beschluss der Bundesregierung sind die Ausdrücke „Kontakt-Beschränkung“ und „Beschränkung so­zialer Kontakte“ zu finden (Bundesregierung 2020). Daher wird in dieser Arbeit im Zusammenhang mit den im März beschlossenen Eindämmungsmaßnahmen zusammenfassend von Ausgangs- und Kon­taktbeschränkungen gesprochen und bzgl. der Debatte vor dem Beschluss einheitlich von Ausgangs­sperre und Ausgangsbeschränkung, da diese Begriffe häufiger im März auftauchen als Kontaktsperre und Kontaktbeschränkung (s. Anhang 2).

2 Beispielsweise sind Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung erst seit dem 7. Mai 2020 im DWDS- Themenglossar zur COVID-19-Pandemie verzeichnet, wie eine Anfrage beim Zentrum für digitale Lexi­kographie der deutschen Sprache ergeben hat. Die Debatte um Ausgangssperre und Ausgangsbe­schränkung hatte im Zeitraum des Beschlusses am 22. März 2020 stattgefunden.

3 vgl. Verlauf des Sprachgebrauchs von Ausgangsbeschränkung im Vergleich zu Kontaktbeschränkung und Ausgangssperre im Vergleich zu Kontaktsperre in Online-Meldungen vom 1. Januar bis 30. April 2020 (s. Anhang 2).

Ende der Leseprobe aus 100 Seiten

Details

Titel
Framing-Effekte während der Corona-Pandemie in Deutschland. Sprachgebrauch von Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung in der Medienberichterstattung
Autor
Jahr
2020
Seiten
100
Katalognummer
V1154268
ISBN (eBook)
9783346556837
ISBN (Buch)
9783346556844
Sprache
Deutsch
Schlagworte
framing-effekte, corona-pandemie, deutschland, sprachgebrauch, ausgangssperre, ausgangsbeschränkung, medienberichterstattung, frames, framing
Arbeit zitieren
Katharina Hübner (Autor:in), 2020, Framing-Effekte während der Corona-Pandemie in Deutschland. Sprachgebrauch von Ausgangssperre und Ausgangsbeschränkung in der Medienberichterstattung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1154268

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