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Die Familie und ihr emanzipatives Potenzial in der Kritischen Theorie

Titel: Die Familie und ihr emanzipatives Potenzial in der Kritischen Theorie

Essay , 2021 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Die Familie stellt seit jeher einen beliebten Forschungsgegenstand in den Sozialwissenschaften dar, soll sich hier Gesellschaftliches doch wie unter einem Brennglas darstellen. Das Essay nähert sich der Institution der Familie nun aus einer Perspektive der traditionellen Kritischen Theorie, rund um Horkheimer, Adorno und Fromm und möchte vor diesem Hintergrund mögliches Emanzipationspotenzial von der Familie ausgehend beleuchten. Schließlich wird vor allem aus der Queer Theory heraus argumentiert, dass die Familie als Hort gesamtgesellschaftlicher Emanzipation gesehen werden kann. Es müssen nur neue familiäre Konstellationen in der Praxis erprobt und gelebt werden.

Durch den gewählten theoretischen Zugang, welche ihren Fokus auf die strukturellen Konstitutionsbedingungen der Gesellschaft wirft, soll bestimmt werden, was auf der individuellen respektive Mikro-Ebene eben kein Potenzial für umwälzende gesellschaftliche Veränderungen verspricht. Die Stärken dieser Theorien auf der strukturellen Ebene können so nutzbar gemacht werden für theoretische Perspektiven, welche ihren Fokus vorrangig auf die individuelle Interaktionsebene legen.
Zusammenfassend stellt diese Arbeit also den Versuch dar, anhand Erkenntnisse der Kritischen Theorie gesellschaftlich emanzipatives Potenzial der Familie ex negativo zu bestimmen und anschließend in einen Kontext aktueller Überlegungen diesbezüglich zu setzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Familie und mögliches Emanzipationspotenzial in der Kritischen Theorie

3. Feministische Einwände

4. Fazit und Schlussüberlegungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Potenzial der Familie für gesellschaftliche Emanzipation aus der Perspektive der Kritischen Theorie, unter Einbeziehung feministischer Kritikpunkte, um zu bestimmen, ob und in welcher Form emanzipatorische Ansätze innerhalb oder ausgehend von dieser Institution möglich sind.

  • Die historische Rolle der Familie in der Kritischen Theorie (Frankfurter Schule)
  • Die patriarchale Struktur der bürgerlichen Familie und ihre ökonomischen Grundlagen
  • Das dialektische Spannungsverhältnis zwischen Familiärer Sorge/Liebe und kapitalistischer Marktkritik
  • Feministische Kritik am Androzentrismus und der Essenzialisierung von Mutterschaft in der Kritischen Theorie
  • Möglichkeiten zur Aktualisierung Kritischer Theorie für heutige Familien- und Sorgekonstellationen

Auszug aus dem Buch

Die Rolle der Familie und mögliches Emanzipationspotenzial in der Kritischen Theorie

Konstitutiv für das Denken Horkheimer und Adornos ist es, ganz im Sinne kritischer Gesellschaftstheorie, das Gegebene als Gewordenes zu begreifen. Das bedeutet in Hinblick auf Familie, dass diese, entgegen der verbreiteten Gepflogenheit, nicht als naturwüchsige Kerneinheit der Gesellschaft überhistorisch vorausgesetzt wird. Adorno betont stark den immanent geschichtlichen Charakter der Familie und hebt hervor, dass diese Institution, ebenso wie andere soziale Institutionen, in gesamtgesellschaftliche Dynamiken und Widerspruchskonstellationen eingebunden ist. Die in der Familie vorherrschenden Logiken und Beziehungsformen sowie ihre irrationalen Momente, stehen Adornos Auffassung nach in einem spezifischen Vermittlungs- und Spannungsverhältnis zur gesellschaftlich herrschenden Form der Rationalität (vgl. Knapp 2015: 188). Deutlich wird in diesem Verständnis ein Gesellschaftsverständnis, welches sich fundamental davon abgrenzt, die Gesellschaft in partikulare Subsysteme einteilen zu wollen, welche nahezu hermetisch nach eigenen Regeln funktionieren und sich über Verhalten und Handeln der vergesellschafteten Subjekte erschließen würden. In den bürgerlich-kapitalistischen Verhältnissen „manifestiert sich in dieser Form der Vergesellschaftung die Herrschaft des Allgemeinen über das Besondere, des Überhangs der Verhältnisse über die Einzelnen“ (Knapp 2015: 184).

Daran anknüpfend ist auch für Horkheimer die patriarchale Autorität innerhalb der bürgerlichen Familie keineswegs eine ahistorische Konstante, sondern bildete sich über die ökonomische Sphärentrennung in Produktion und Konsumtion sowie die deren vergeschlechtlichte Segregation heraus. Der Vater „ist Herr im Haus, weil er das Geld verdient oder wenigstens besitzt“ so Horkheimer (Horkheimer 1987: 55). Im historisch-materialistischen Sinne, ist die patriarchale Autorität für ihn nicht eindimensional als negativ zu bewerten, sondern dialektisch zu verstehen, wenn er schreibt:

„Die Selbstzucht des Individuums, der Sinn für Arbeit und Disziplin, die Fähigkeit, an bestimmten Ideen festzuhalten, Folgerichtigkeit im praktischen Leben, Anwendung des Verstandes, Ausdauer und Freude an konstruktiver Tätigkeit konnten in den gegebenen Verhältnissen einzig unter dem Diktat und der Leitung des Vaters, der selbst die Schule des Lebens an sich erfuhr, entwickelt werden.“ (Horkheimer 1987: 52)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, skizziert die historische Bedeutung der Familie in der Soziologie und erläutert den Stellenwert der Familie innerhalb der Kritischen Theorie unter Berücksichtigung der Erfahrung des Nationalsozialismus.

2. Die Rolle der Familie und mögliches Emanzipationspotenzial in der Kritischen Theorie: Hier wird rekapituliert, wie Horkheimer und Adorno die Familie dialektisch als historisch gewordene, widersprüchliche Institution begreifen, die sowohl patriarchale Herrschaft manifestiert als auch, in der mütterlichen Fürsorge, Momente eines emanzipatorischen Widerstands gegen die kapitalistische Entseelung enthalten kann.

3. Feministische Einwände: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit dem Androzentrismus der Kritischen Theorie auseinander und beleuchtet, wie feministische Theoretikerinnen die einseitige Fixierung auf die Mutterrolle, die Vernachlässigung der weiblichen Subjektivität sowie die Essenzialisierung von Mutterschaft als blinde Flecken der Frankfurter Schule kritisieren.

4. Fazit und Schlussüberlegungen: Das abschließende Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse sowie die feministische Kritik zusammen und diskutiert Möglichkeiten, wie die Kritische Theorie heute produktiv weiterentwickelt werden kann, um Fragen von Liebe, Sorge und Geschlecht in modernen Gesellschaften unter Berücksichtigung ihrer gesellschaftlichen Bedingtheit zu analysieren.

Schlüsselwörter

Kritische Theorie, Familie, Emanzipation, Frankfurter Schule, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, patriarchale Autorität, Geschlechterverhältnisse, Care-Arbeit, Feministische Kritik, Sphärentrennung, gesellschaftliche Totalität, Kapitalismuskritik, Liebe, Subjektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle der Familie im Rahmen der Kritischen Theorie zukommt und ob der Familie ein emanzipatives Potenzial zugeschrieben werden kann, um gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die patriarchale Struktur der bürgerlichen Familie, das dialektische Spannungsverhältnis zwischen privater Sorge und öffentlichem Markt sowie die feministische Auseinandersetzung mit diesen theoretischen Konzepten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das gesellschaftlich emanzipative Potenzial der Familie aus einer Perspektive der Kritischen Theorie ex negativo zu bestimmen und dieses in den Kontext aktueller feministischer und queerfeministischer Debatten zu setzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rekonstruktive Vorgehensweise, indem sie die ursprünglichen Werke der Kritischen Theorie (insbesondere von Horkheimer und Adorno) aufarbeitet und diese durch die Brille moderner geschlechterwissenschaftlicher Erkenntnisse kritisch aktualisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst die theoretische Herleitung der Familie bei Horkheimer und Adorno, untersucht die Widersprüche zwischen ökonomischer Rationalität und emotionaler Sorge und stellt dem die kritisch-feministische Perspektive gegenüber, die den Androzentrismus und die Essenzialisierung von Weiblichkeit aufdeckt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Kritische Theorie, Emanzipation, Geschlechterverhältnisse, Care-Arbeit, patriarchale Autorität, Kapitalismuskritik und Subjektivität.

Inwiefern sieht Horkheimer die Familie als einen Ort des Widerstands?

Horkheimer erkennt in der mütterlichen Fürsorge und Liebe ein antiautoritäres Moment, das als Reservoir von Widerstandskräften gegen die vollkommene Entseelung der Welt durch den kapitalistischen Markt dienen kann.

Warum kritisieren feministische Theoretikerinnen die Haltung der Frankfurter Schule?

Sie kritisieren, dass die Kritische Theorie Frauen oft nur als Objekte patriarchaler Strukturen oder als bloße Mütter und Ehefrauen betrachtet, anstatt ihnen einen eigenen Status als handelnde Subjekte zuzuerkennen, und dass sie die Haus- und Sorgearbeit systematisch unterbelichtet.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Familie und ihr emanzipatives Potenzial in der Kritischen Theorie
Hochschule
Universität Wien
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V1154380
ISBN (eBook)
9783346548399
ISBN (Buch)
9783346548405
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gender studies kritische theorie adorno horkheimer familie emanzipation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Die Familie und ihr emanzipatives Potenzial in der Kritischen Theorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1154380
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Leseprobe aus  15  Seiten
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