Pädagogische Konzepte und Interventionen. Grundlagen der Pädagogischen Psychologie


Einsendeaufgabe, 2021

17 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Theoretische Grundlagen pädagogischer Konzepte
1.1 Pädagogische Psychologie
1.2 Lernen und Lehren
1.3 Pädagogische Konzepte
1.4 Berührungspunkte sonstiger Wissenschaftsbereiche

2. Konstruktivistisches Lernen
2.1 Konstruktivismus
2.2 Merkmale und Lernumgebung
2.3 Lerntheorien
2.4 Beispiel: Das konstruktivistische Erlernen von Sozialverhalten

3. Evaluation pädagogischer Konzepte
3.1 Evaluation
3.2 Beispiel: Evaluation von „Fit for Life“ im Bildungsalltag
3.2.1 Kurzbeschreibung des Konzeptes
3.2.2 Wissenschaftliche Übertragung
3.2.3 Analyse des Sozialtrainings

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

u.a. unter anderem

SOL Selbstorganisiertes Lernen

SRL Selbstreguliertes Lernen

engl. englisch

v.a. vor allem

k.A. keine Angaben

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Pädagogische Konzepte

1. Theoretische Grundlagen pädagogischer Konzepte

In dem ersten Kapitel dieser Ausarbeitung sollen die theoretischen Grundlagen pädagogischer Konzepte erläutert werden. Hierzu wird vorab in Unterkapitel 1.1 eine übersichtliche Darstellung der Pädagogischen Psychologie erfolgen. Anschließend wird in Unterkapitel 1.2. die Bedeutung von Lernen und Lehren näher erläutert. Das darauffolgende Unterkapitel 1.3 behandelt drei etablierte theoretische Konzepte der Pädagogik. In Unterkapitel 1.4 werden abschließend mögliche Berührungspunkte zu sonstigen Wissenschaftsbereichen vorgestellt.

1.1 Pädagogische Psychologie

Die Pädagogischen Psychologie deckt ein breites Spektrum der zwischenmenschlichen Interaktion unterschiedlicher sozialer Rollenbilder ab. Die hierdurch entstandenen Wirkungsbereiche erstrecken sich über die Vorgänge des Lehrens und Lernens, der Motivation bis hin zur Diagnostik und Intervention. Aus diesem Grund werden der Pädagogischen Psychologie insbesondere die Einflussebenen der Bildung und Erziehung zugeordnet. Diese setzen sich aus den Fachbereichen Lern-, Persönlichkeit-, Entwicklungs- und Sozialpsychologie zusammen (Nungäßer, 2017, S. 19). Innerhalb dieser Fachrichtungen können unterschiedliche Schwerpunkte festgelegt werden, welche u.a. das Lernverhalten oder störungsspezifische Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen untersuchen. Auf der Grundlage theoretischen und empirischen Handelns werden Unterstützungsmöglichkeiten herausgearbeitet, welche förderbedürften Individuen nachhaltig die Bewältigung von Problemsituationen ermöglichen können (Schuster, 2017, S. 2).

1.2 Lernen und Lehren

Unter dem Begriff des Lernens sind diverse Definitionen zu finden, welche alle die Aspekte der Aneignung von Wissen und Fähigkeiten beinhalten. Der Aufbau bzw. die Erweiterung vorhandener Ressourcen kann in unterschiedlichen Kontexten der Erziehung und Bildung sowie der Sozialisation erfolgen. Hierbei wird deutlich, dass die Weiterentwicklung eines jeden Individuums kontinuierlich fortgesetzt und gefördert werden kann und keiner bestimmten Alterskategorie untergeordnet ist (Metzig & Schuster, 2020, S. 23) Die Aneignung von Wissen (als begrifflicher Indikator für Lernerfolg) kann u.a. von den Faktoren der Intelligenz, des Vorwissens, der Motivation, den Persönlichkeitsmerkmalen und Lernbedingungen (z.B. Unterrichtsform) abhängig sein (Wild & Möller, 2020). Erfolgt das Lernen durch externe Hilfestellung bzw. Einflussnahme von außen, so wird der Lernvorgang durch eine Lehrperson begleitet oder gesteuert. Hieraus wird deutlich, dass es sich um einen Prozess handelt, welcher primär des beidseitigen Einflusses bedarf. Dabei kann das Lernen ebenfalls von einem Individuum durch Eigeninitiative ohne Fremdeinwirkung erfolgen (Selbstaneignung), d.h. es werden zeitgleich beide Rollen übernommen (Interpretation des vorhandenen Datenbestandes). Lernen, sowie auch das damit verbundene Lehren, kann demnach anhand unterschiedlicher theoretischer Paradigmen stattfinden. Insbesondere dem Lernen von Verhaltensweisen wurde ein hohes Forschungsinteresse gewidmet, woraus zwei bekannten Strömungen entstanden: „Lernen durch Konditionierung“ (Behaviorismus) und das „sozial-kognitive Lernen“ (Konstruktivismus). Hierbei handelt es sich in erster Linie um das Reagieren bzw. Verarbeiten eines Reizes begleitet von einer Reaktion (Strobach & Wendt, 2019, S. 23). Die Ansätze des Behaviorismus gelten inzwischen als veraltet und finden demnach heute keine gezielte Verwendung im pädagogischen Alltag. Wohingegen den theoretischen Erkenntnissen von u.a. Albert Bandura (1925-2021) seither eine hohe Aussagekraft zugesprochen wird (Rauthmann, 2017, S. 116-117).

1.3 Pädagogische Konzepte

Die Pädagogik verfügt über unterschiedliche Konzepte und Verfahrensweisen. Diese dienen der obligatorischen Arbeitsanweisung pädagogischen Handelns. Des Weiteren können sie als Orientierungsgrundlage für Erziehungsberechtigte bei der Suche einer geeigneten Betreuungs-/Bildungseinrichtung dienen. Die folgende Tabelle zeigt ausgewählte Beispiele pädagogischer Konzepte mit ihren signifikanten Merkmalen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Pädagogische Konzepte (Quelle: Eigene Darstellung; Grundlagenkenntnisse)

Obgleich eine Abgrenzung zwischen den einzelnen konzeptuellen Herangehensweisen im Betreuungs- und Erziehungsverständnis vorhanden ist, schließen sie keine Überschneidungen und Gemeinsamkeiten im pädagogischen Alltag aus. Eine Symbiose aus unterschiedlichen Merkmalen wird insbesondere in ungebundenen Einrichtungen angestrebt, um hierdurch die bestmögliche Förderung für jedes Individuum zu erreichen. Die Konzepte haben aufgrund ihrer Gründer:innen unterschiedlichen Bekanntheitsgrad erlangt und existieren daher eigenständig (insbesondere Montessori und Waldorf). Grundlegend muss eine verständliche Definition der pädagogischen Überzeugungen vorliegen, welche zum Teil auf historisch-empirischen Untersuchungen und Erkenntnissen aufbauen. Unterschiedliche Einflussfaktoren, wie z.B. der politische Führungsstil, die Weltanschauung oder die gesellschaftlichen Strukturen tragen hierzu nachhaltig bei (Interpretation des vorhandenen Datenbestandes). Ein Konzept besteht demnach aus einer schriftlichen Reproduktion pädagogischen Handelns einer bestimmten Institution, welche nach festgelegten Verfahrensweisen (Methodik) einer ausgewählten Zielgruppe zur Verfügung gestellt wird (Nungäßer, 2017, S. 32).

1.4 Berührungspunkte sonstiger Wissenschaftsbereiche

Der psychologische Zweig der Pädagogischen Psychologie schließt bereits ein weites Spektrum weiterer psychologischer Fachrichtungen mit ein, welche ebenfalls ihre Verknüpfungen in anderen Wirkungsebenen in (außer-)psychologischen Kontexten wiederfinden (Meseth, Casale, Tervooren & Zirfas, 2019, S. 72). Durch die bereits erfolgte Beschreibung der pädagogisch-psychologischen Konzepte wurde ersichtlich, dass die Pädagogik, als eigenständige Disziplin, eine einflussreiche Wissenschaft darstellt. Die Pädagogik unterscheidet sich von der (Pädagogischen) Psychologie in ihrer Betrachtungsweise auf den Menschen (Klafki, 2020, S. 144).

Während die Pädagogik sich gezielt mit den Kernfragen der Bildung und Erziehung beschäftigt, liegen die Untersuchungsfragen der Psychologie in dem Verhalten und Erleben eines Individuums. Aus diesem Grund ist die Pädagogische Psychologie, in ihrer vorwiegend ganzheitlichen Sicht, eine fortschrittliche übergeordnete Vereinigung vieler Teilbereiche (Interpretation des vorhandenen Datenbestandes). Eine weitere historisch tief verankerte Wissenschaft stellt die Philosophie dar (Bach, 2019, S. 1). Ihre berühmten Vertreter:innen wie u.a. Jean Jacques Rousseau (1712-1778), Friedrich Fröbel (1782-1852) oder Maria Montessori (1870-1952) sind hier für ihre Lebenswerke hervorzuheben. Die primäre Untersuchungsfrage der Philosophie dient der Erklärung der (menschlichen) Existenz. Daraus werden die Verknüpfungen zwischen den Wissenschaftsbereichen erkennbar. Liegt, wie in dem Fall der oben genannten Persönlichkeiten, zudem eine spezifische Schulung in diversen Wissenschaftsbereichen der Philosophie, Pädagogik, Soziologie und/oder Psychologie vor, so eröffnet dies einen weiten Blickwinkel über den Menschen.

Zusammenfassung

Die Pädagogische Psychologie ist eine Symbiose aus unterschiedlichen Teilbereichen. Hierbei wird ein umfassendes Bild des Menschen erschaffen, um möglichst viele Determinanten erforschen zu können. Zielführend ist es, anhand etablierter theoretischer Konzepte, einen Lernprozess zu begleiten bzw. zu fördern oder im therapeutischen Kontext eine Aufbesserung der Lebenssituation zu erreichen. Dies entspricht dem klassischen Vorgehen in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen. Zu den bekanntesten pädagogischen Konzepten zählen die Montessoripädagogik (Maria Montessori) und die Waldorfpädagogik (Rudolf Steiner). Diese bestehen aus einer schriftlichen Reproduktion pädagogischen Handelns einer bestimmten Institution, welche nach festgelegten Verfahrensweisen (Methodik) eine ausgewählte Zielgruppe betreut, erzieht und unterrichtet. Sowohl die Pädagogische Psychologie als auch ihre in Verbindung stehenden Wissenschaftsbereiche wie die Pädagogik, die Philosophie und Psychologie haben eine signifikante Gemeinsamkeit – Alle stellen den Menschen, das Individuum, mit seinen Bedürfnissen und Eigenschaften in den Mittelpunkt.

2. Konstruktivistisches Lernen

Das folgende Kapitel beinhaltet die Beschreibung des Konzepts des „Konstruktivistischen Lernens“. Hierfür erfolgt zunächst in Unterkapitel 2.1 eine allgemeine Beschreibung des Konstruktivismus. Anschließend wird in Unterkapitel 2.2 das Konstrukt in seinen einzelnen Bestandteilen näher erläutert. Zusätzlich werden im Unterkapitel 2.3 die dazugehörigen Lerntheorien aufgeführt. Anhand eines Anwendungsbeispiels in Unterkapitel 2.4 wird ein abschließender Transfer ermöglicht.

2.1 Konstruktivismus

Der Konstruktivismus behandelt die Wörter „Wahrheit“, „Realität“ und „Wirklichkeit“ als Synonyme, obgleich in anderen Fachbereichen ein differenzierter Umgang mit den Begrifflichkeiten vorgesehen ist.

Die Bezeichnung des Konstruktivismus ist ein Sammelbegriff, welcher verschiedene erkenntnistheoretische Aufzeichnungen zusammenfasst. Hierbei handelt es sich um die Beschreibung bzw. Erklärung der menschlichen Wahrnehmung und damit verbundenen Lernprozessen. Die Vertreter:innen der in den 60er und 70er Jahren entstandenen Strömungen des konstruktivistischen Lernens gehen dabei davon aus, dass das Individuum seine Umwelt selbst konstruiert (Von der Assen, 2019, S. 9). Innerhalb der konstruktivistischen Forschungsweise gibt es diverse Gruppierungen, wie u.a. den Radikale Konstruktivismus oder den Pädagogischen Konstruktivismus, welche sich von den heutigen Ansichten weiterer erkenntnistheoretischer Theorien zum Teil stark unterscheiden können (Interpretation des vorhandenen Datenbestands). Zu den vorrangigen Kernaspekten des Radikalen Konstruktivismus zählen z.B.: 1. Das Gehirn ist semantisch erschlossen und kann somit die Wirklichkeit nur konstruieren (Realität = Fiktion), 2. Konstruktionen sind nicht anhand ihres Wahrheitsgehaltes zu erschließend, sondern betreffend ihres Pragmatismus im Alltag und 3. Eine direkte Einflussnahme pädagogischen Handelns im Lehrprozess wird aufgrund der standardisierten Vorgehensweise ausgeschlossen (Weiß & Zirfas, 2020, S. 153). Konstruktivistische Theorien behaupten demnach, dass lediglich ein subjektives Bild der „Realität“ durch die eigene Wahrnehmung und Interpretation (u.a. von Faktoren der Intelligenz beeinflusst) durch die Interaktion mit der Umwelt erzeugt wird. Auf eine weitere Ausführung der Unterkategorien wird aufgrund des begrenzten Rahmens und der fehlenden Relevanz für die folgenden Konstrukterklärungen verzichtet.

2.2 Merkmale und Lernumgebung

Das „Konstruktivistische Lernen“ ist ebenfalls unter den Begriffen des Selbstorganisierten bzw. Selbstregulierten Lernens (SOL/SRL), Selbstlernens, Kompetenzlernen oder dem Independent Learning (engl.) zu finden. Hierbei handelt es sich um den Wissenserwerb aus Sicht der Konstruktpsychologie. Anhand diverser Untersuchungen konnte ermittelt werden, dass u.a. Kinder eigenständig Ideen zur Problemlösung entwickeln können, wenn ihnen keine strengen Vorgaben gemacht werden (Neumayr, Baubin & Schinnerl, 2018, S. 158). Das Lernen erfolgt demzufolge selbstbestimmt bzw. autonom und unbewusst (Imhof, 2020, S. 49). Hierdurch wird ersichtlich, dass es sich um einen aktiven und selbst gesteuerten Kognitionsprozess handelt, welcher vermehrt im sozialen Kontext stattfindet (Interpretation des vorhandenen Datenbestandes). Eine strikte Trennung zwischen dem Einfluss der Selbst- und Fremdbestimmung ist nicht möglich, sodass hierbei vermehrt von überwiegender Bestimmung einer dieser beiden Steuerungsformen gesprochen werden sollte. Des Weiten handelt es sich bei Lehr-/Lernprozessen, trotz verschieden stark ausgeprägten Steuerungsdominanzen, immer um Mischformen. Insbesondere in der Erwachsenenbildung wird das Selbstlernen vermehrt vorausgesetzt bzw. gefordert. Aufgrund dessen, dass das vorliegende Konstrukt keinen genauen Definitionen unterliegt und dennoch weite Bereiche der Pädagogischen Psychologie abdeckt, müssen ihre konzeptuellen Determinanten (z.B. Kognition, Volition, Motivation etc.) berücksichtigt werden (Schulz, 2020, S. 19-21).

2.3 Lerntheorien

Innerhalb des Konstruktivistischen Lernens etablierten sich unterschiedliche theoretische Ansätze, welche den Prozess differenziert beschreiben. Hierzu zählt zum einen das sogenannte „Ankerlernen“ (Anchord-Instruction-Ansatz). Anhand authentischer Problemsituationen (v.a. audiovisuell) sollen eigene, zum Teil interdisziplinäre, Lösungen herausgearbeitet werden. Dies kann zudem im sozialen Kontext entstehen, sodass die entstehenden Problemlösungen einen Perspektivenwechsel ermöglichen (mebis-Redaktion, 2021). Das Ankerlernen fördert den Erwerb von Fähigkeiten und Fertigkeiten durch einen selbstgesteuerten Prozess. Zum anderen gibt es das „Flexible Lernen“ (Cognitive-Flexible-Theorie). Zu den primären Bestandteilen zählen komplexe und realitätsgetreue Fallbeispiele, welche variabel und explorativ den Umgang mit Veränderungszuständen ermöglichen. Zielführend ist die Anwendung oder Erweiterung vorhandenen Wissens durch unterschiedliche und mehrdimensionale Problemsituationen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Pädagogische Konzepte und Interventionen. Grundlagen der Pädagogischen Psychologie
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1154712
ISBN (eBook)
9783346547958
ISBN (Buch)
9783346547965
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogik, Psychologie, Pädagogische Psychologie, Pädagogische Konzepte, Pädagogische Interventionen
Arbeit zitieren
Lena Haas (Autor:in), 2021, Pädagogische Konzepte und Interventionen. Grundlagen der Pädagogischen Psychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1154712

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