Das ab 2007 gültige GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz – GKV-WSG – ist der neue Reformansatz der Politik, sich von der Verantwortung im Gesundheitswesen zurückzuziehen und einen Markt entstehen zu lassen. Nach allem, was mir von den Politikern bekannt ist, die sich im Thema verantwortlich fühlen, glauben sie tatsächlich, dass der Markt es schon richten wird. Der Politik scheint es egal, mit welchen Mitteln und Erfolg Notwendigkeiten wie Prävention, Vorsorge, Diagnostik und Therapie von den Leistungserbringern für die Versicherten der GKV-Kassen erbracht werden können.
In dieser Arbeit nimmt Günter Steffen auf fünf Seiten Stellung zur Lage der Gesetzlichen Krankenversicherung.
Inhaltsverzeichnis
1. Vom Machtstreben, Verschleierung und Abzocken in der Gesetzlichen Krankenversicherung – aber es geht auch anders!
2. Die Auswirkungen der aktuellen Reformansätze
3. Kritik an den Strukturen und Machtinteressen der Krankenkassen
4. Die Situation der Versicherten und Patienten
5. Finanzierung, Zusatzbeiträge und Morbiditätsorientierung
6. Die Situation der Vertragsärzte und die „Zwei-Klassen-Medizin“
7. Resümee zur gesundheitspolitischen Situation
8. Vorschläge für eine grundlegende Systemänderung
9. Fazit zur Umsetzbarkeit der Reformansätze
Zielsetzung und Themen der Analyse
Die vorliegende Arbeit kritisiert die aktuellen gesundheitspolitischen Reformen in Deutschland, insbesondere das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz, und deckt strukturelle Missstände, Machtmissbrauch durch Krankenkassen sowie die ökonomische Benachteiligung von Patienten und Ärzten auf, um abschließend ein Modell für eine prämienbasierte Volksversicherung zur Überwindung der „Zwei-Klassen-Medizin“ vorzuschlagen.
- Kritik an der Marktlogik und den Auswirkungen der GKV-Reformen
- Aufdeckung von Lobbyismus und Machtstrukturen im Gesundheitswesen
- Analyse der finanziellen Belastung für Versicherte und der Budgetierung von Ärzten
- Konzept für eine grundlegende Strukturreform und Einführung einer Volksversicherung
Auszug aus dem Buch
Vom Machtstreben, Verschleierung und Abzocken in der Gesetzlichen Krankenversicherung – aber es geht auch anders!
Das ab 2007 gültige GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz – GKV-WSG – ist der neue Reformansatz der Politik, sich von der Verantwortung im Gesundheitswesen zurückzuziehen und einen Markt entstehen zu lassen. Nach allem, was mir von den Politikern bekannt ist, die sich im Thema verantwortlich fühlen, glauben sie tatsächlich, dass der Markt es schon richten wird. Der Politik scheint es egal, mit welchen Mitteln und Erfolg Notwendigkeiten wie Prävention, Vorsorge, Diagnostik und Therapie von den Leistungserbringern für die Versicherten der GKV-Kassen erbracht werden können.
Notwendige Umsetzungen ambulanter medizinischer Versorgungen - ohne den Umfang zu bestimmen - überlässt der Gesetzgeber den Krankenkassen und den Kassenärztlichen Vereinigungen. Stationäre Behandlungsumsetzungen werden durch restriktive Basisfallwertvorgaben politisch unterstützt. Der Versicherte ist der Leidtragende, wenn er sich finanziell keine privatärztliche Behandlung vom Leitenden Arzt des Krankenhauses leisten kann. Es wird immer mehr zum Regelfall, dass nach einer Operation Entlassungen nach 5 Verweiltagen stattfinden. (Nur dann gelangen die Krankenhäuser wirtschaftlich nicht in eine Verlustzone).
Seit Jahrzehnten destabilisiert die Politik die Gesetzliche Krankenversicherung durch Ausweitung versicherungsfremder Leistungen, sowie durch „Finanzielle Verschiebebahnhöfe“ in jährlich zweistelliger Milliardenhöhe – zu Lasten der Beitragszahler, also Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Rentner.
Zusammenfassung der Kapitel
Vom Machtstreben, Verschleierung und Abzocken in der Gesetzlichen Krankenversicherung – aber es geht auch anders!: Einleitende Kritik am GKV-WSG und der wachsenden Marktlogik zu Lasten der Patientenversorgung.
Die Auswirkungen der aktuellen Reformansätze: Darstellung, wie politische Entscheidungen die medizinische Qualität mindern und die Belastung für Versicherte erhöhen.
Kritik an den Strukturen und Machtinteressen der Krankenkassen: Analyse des zweckentfremdeten Marketingeinsatzes der Kassen zur bloßen Mitgliederakquise und zum Machtausbau der Vorstände.
Die Situation der Versicherten und Patienten: Erörterung der mangelnden Mitsprachemöglichkeiten und der zunehmenden finanziellen Belastungen für Versicherte.
Finanzierung, Zusatzbeiträge und Morbiditätsorientierung: Erläuterung der Finanzierungsströme innerhalb des Gesundheitsfonds und der Problematik der Zusatzbeiträge.
Die Situation der Vertragsärzte und die „Zwei-Klassen-Medizin“: Untersuchung der Budgetierung von Haus- und Fachärzten und der daraus resultierenden Folgen für die Patienten.
Resümee zur gesundheitspolitischen Situation: Abschließendes Urteil über die verfehlten Erwartungen der Patienten an eine zeitgemäße hausärztliche Betreuung.
Vorschläge für eine grundlegende Systemänderung: Vorstellung eines Entwurfs für eine prämienbasierte Volksversicherung zur Schaffung echten Wettbewerbs.
Fazit zur Umsetzbarkeit der Reformansätze: Widerlegung der Behauptung, alternative Reformkonzepte seien unrealistisch oder naiv.
Schlüsselwörter
Gesetzliche Krankenversicherung, GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz, Gesundheitsfonds, Zwei-Klassen-Medizin, Volksversicherung, Lobbyismus, Patientenversorgung, Hausarzt, Morbiditätsorientierung, Krankenkassen, Zusatzbeiträge, Strukturreform, Medizinische Grundabsicherung, Arzthonorare, Pharmalobby.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert kritisch die Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen seit Einführung des GKV-WSG und beleuchtet strukturelle Defizite sowie machtpolitische Interessen der Krankenkassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen politischer Reformen auf die Patientenversorgung, die ökonomische Situation der niedergelassenen Ärzte und die Fehlsteuerungen durch Lobbyeinflüsse.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die bestehenden Ungerechtigkeiten aufzuzeigen und ein Modell für eine bürgergerechte, prämienbasierte Volksversicherung vorzustellen, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Patienten dient.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse aktueller gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen, fachlicher Statistiken und wertet Stellungnahmen von Interessenvertretungen aus, um seine Thesen zu belegen.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden insbesondere die „Zwei-Klassen-Medizin“, die Rolle der Pharmaindustrie, die Problematik der Arzthonorierung sowie die Zweckentfremdung von Geldern durch Krankenkassen diskutiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Systemkritik, Gesundheitsfonds, Transparenz, Patientenrechte und notwendige Strukturreformen charakterisieren.
Warum hält der Autor die „Zwei-Klassen-Medizin“ für ein zentrales Problem?
Der Autor sieht darin eine direkte Folge der Budgetierung und der Unterfinanzierung notwendiger medizinischer Leistungen, die dazu führt, dass Patienten keine angemessene Zeit für notwendige Gespräche erhalten.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Pharmalobby?
Er kritisiert den massiven Einfluss der Pharmalobby, der bis in das Bundeskanzleramt reicht und die Einführung einer dringend benötigten Positivliste für Arzneimittel seit Jahren verhindert.
Was fordert der Autor als Alternative zum aktuellen System?
Er fordert eine prämienbasierte Volksversicherung, bei der die medizinische Grundabsicherung einheitlich geregelt ist, während andere Leistungen über freiwillige Zusatzversicherungen abgedeckt werden.
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- Günter Steffen (Autor), 2008, Vom Machtstreben, Verschleierung und Abzocken in der Gesetzlichen Krankenversicherung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115498