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Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus am Beispiel muslimischer Patienten

Title: Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus am Beispiel muslimischer Patienten

Term Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Britta Binnewies (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Die Kernfrage Interkultureller Kommunikation lautet, welche Faktoren die Entstehung von
Missverständnissen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kultur beeinflussen.2 Diese
Missverständnisse werde ich im Folgenden schildern.
Zuerst stelle ich die Zielgruppe „Muslimische Patienten“ vor und beginne dann die Problematik
zwischen Klinikpersonal und den muslimischen Patienten darzustellen.
Hierbei beginne ich mit der Herausforderung der sprachlichen Barriere zwischen ausländischem
Patient und Krankenhausmitarbeiter.
Weiterhin schildere ich die kulturellen Differenzen und zeige Unterschiede in Bezug auf das
Besuchsverhalten der Angehörigen und den Glauben der Patienten und die daraus resultierenden
Handlungsweisen im Krankenhaus. Ergänzend weise ich die Problematik hinsichtlich der
medizinischen Maßnahmen, dem differenten Schmerzempfinden und der Einstellung zu Tod und
Trauer hin.f. Ebenfalls beschreibe ich, in wieweit eine unterschiedliche Intimsphäre sowie besondere Verhaltensweisen angesichts gegengeschlechtlicher Krankenpfleger oder Ärzte die Interaktion
zwischen beiden Parteien erschweren können.
Im fünften Teil der Ausarbeitung weise ich auf nötige Veränderungen im Gesundheitssystem hin,
welche die interkulturelle Kommunikation verbessern könnten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Thematik des Dolmetschens im Krankenhaus. Hier werde ich die
aktuelle Situation, Problematik und einen Zukunftsausblick anhand eines Beispiels schildern.
Schlussendlich ziehe ich ein Resümee zur Situation der Interkulturellen Kommunikation im
Krankenhaus.
An dieser Ausarbeitung ist zu beachten, dass alle kulturellen Verhaltensweisen, die geschildert
werden, nicht auf alle türkischen Muslime zutreffen. Hier werden lediglich die meist beschriebenen
Konfliktsituationen aufgezählt. „DEN Muslim gibt es genauso wenig, wie DEN Christen“ (Becker 2006,
S. 16). Sinn dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen wo es zu Problemen in der Kommunikation zwischen
Krankenhausangestellten und türkischen Muslimen kommen kann, woran sich die bestimmten
Verhaltensweisen begründen und wie die Situation in Zukunft verbessert werden kann (siehe 4.
Notwendige Konsequenzen).

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zielgruppe Muslimische Patienten

3. Sprachliche Schwierigkeiten in der Interaktion zwischen Krankenhausmitarbeitern und ausländischen Patienten

4. Kulturelle Differenzen

4.1. Angehörige

4.2. Glaube

4.3. Medizinische Maßnahmen

4.4. Intimsphäre und gegengeschlechtlicher Umgang

4.5. Umgang mit Tod und Trauer

4.6. Umgang mit Schmerz

5. Notwendige Konsequenzen

5.1. Bereich der stationären Versorgung

5.2. Bereich Aus – und Weiterbildung

5.3. Dolmetschen

6. Resümee

7. Reflexion des Seminars

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen interkultureller Kommunikation im Krankenhausalltag am Beispiel muslimischer Patienten, um Missverständnisse zwischen Klinikpersonal und Patienten zu analysieren und Lösungsansätze zu identifizieren.

  • Sprachbarrieren in der ärztlichen und pflegerischen Interaktion
  • Einfluss kultureller und religiöser Normen auf den Krankenhausaufenthalt
  • Konfliktpotenziale durch unterschiedliche Vorstellungen von Familie und Besuchsverhalten
  • Die Bedeutung von professionellem Dolmetschen in medizinischen Einrichtungen
  • Verbesserungsvorschläge für das Gesundheitssystem und die Ausbildung

Auszug aus dem Buch

4. Kulturelle Differenzen

„Besuchen heißt, drei Tage bleiben“. Dieses türkische Sprichwort beschreibt einen weiteren Punkt, der die Kommunikation zwischen den Kulturen besonders problematisch gestaltet. Es handelt sich um den Besuch der Familien und Bekannten des Patienten im Krankenhaus. Dieser wird von Krankenhausmitarbeitern besonders hervorgehoben. Einerseits wird der familiäre Rückhalt, den ausländische Patienten im Allgemeinen genießen, als positiv für den Patienten eingestuft. Weiterhin sei der Familienzusammenhalt bei ausländischen Familien größer und viel wichtiger als im Vergleich zu deutschen Patienten. Andererseits ergäben sich ein großer Konfliktpunkt und ein Problem in der Verständigung zwischen den Kulturen.

Die Problematik liegt in der Häufigkeit und in der Größe der Besuche. Wie bereits erwähnt nehmen die Krankenhausangestellten die Besuche der Patienten einerseits als positiv wahr, da der Patient viel Besuch hat und so den nötigen Rückhalt genießt. Andererseits steht die räumliche Enge bei großem Besuch, oder der erhöhte Lärmpegel entgegengesetzt zu der ersten Meinung. Die Angestellten fühlen sich teilweise durch die Anwesenheit der Besucher in ihrer Arbeit gestört. Außerdem befürchten sie eine Ruhestörung für die nicht islamischen Patienten, welche sich das Zimmer mit diesen teilen.

„Und dann immer diese Menschenaufläufe bei den Ausländern, die Patienten brauchen doch Ruhe; dass die das nicht verstehen.“ (Link 1998, S. 45)

Manche Pflegerinnen und Pfleger haben auch das Gefühl während ihrer Verrichtungen von den Verwandten des Patienten regelrecht „überwacht“ zu werden. Weiterhin übernehmen die Verwandten, besonders die Ehefrauen bei ihren Männern die Pflege des Patienten oder bekochen ihn. Dies resultiert aus der Tatsache, dass in vielen türkischen Krankenhäusern die Besucher Tag und Nacht bei den Patienten bleiben können und der Patient in der Türkei von seiner Familie gepflegt wird. Teilweise gehört sogar die Verpflegung und Pflege zu den Pflichten der Familie, da in türkischen Krankenhäusern das Pflegepersonal sehr unterbesetzt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen von Migranten im deutschen Gesundheitssystem und definiert die Zielgruppe der muslimischen Patienten.

2. Zielgruppe Muslimische Patienten: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung und die aktuelle soziologische Zusammensetzung der muslimischen Bevölkerung in Deutschland.

3. Sprachliche Schwierigkeiten in der Interaktion zwischen Krankenhausmitarbeitern und ausländischen Patienten: Die Analyse konzentriert sich auf Kommunikationsbarrieren, die durch unzureichende Deutschkenntnisse und kulturelle Missverständnisse entstehen.

4. Kulturelle Differenzen: Hier werden zentrale Aspekte wie Familienbesuche, religiöse Riten, Intimsphäre sowie der Umgang mit Tod, Trauer und Schmerz detailliert betrachtet.

5. Notwendige Konsequenzen: Das Kapitel diskutiert praxisnahe Verbesserungsvorschläge für Kliniken, insbesondere durch Fortbildungen und professionelle Dolmetscherdienste.

6. Resümee: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer interkulturellen Öffnung des Gesundheitssystems.

7. Reflexion des Seminars: Ein persönlicher Erfahrungsbericht über die Teilnahme an dem Seminar zur interkulturellen Kommunikation.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kommunikation, Krankenhaus, Muslimische Patienten, Sprachbarrieren, Migration, Dolmetschen, Kulturelle Differenzen, Gesundheitswesen, Patientenversorgung, religiöse Bräuche, Interaktion, Krankenhauspersonal, Schmerzempfinden, Trauerkultur, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die spezifischen Kommunikationsprobleme und interkulturellen Herausforderungen, die bei der medizinischen Behandlung muslimischer Patienten in deutschen Krankenhäusern auftreten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen sprachliche Barrieren, kulturelle Unterschiede im Besuchs- und Pflegeverhalten, religiöse Aspekte wie Gebet und Fasten sowie der Umgang mit Schmerz und Trauer.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu identifizieren, welche Faktoren die Entstehung von Missverständnissen zwischen Patienten mit Migrationshintergrund und dem Krankenhauspersonal beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Ausarbeitung, die durch Fallbeispiele und Zitate aus fachspezifischer Forschung untermauert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sprachlichen Barrieren, eine detaillierte Betrachtung kultureller Differenzen bei der Behandlung sowie die Ableitung von Konsequenzen für die Klinikpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Interkulturelle Kommunikation, Krankenhaus, muslimische Patienten, Dolmetschen und Gesundheitswesen.

Wie gehen türkische Patienten laut Arbeit mit Schmerz um?

Der Schmerzausdruck wird als intensiver und lauter beschrieben als bei deutschen Patienten, was oft auf kulturelle Prägungen und die Angst zurückzuführen ist, ohne deutliche Bekundung keine Hilfe zu erhalten.

Warum ist die Rolle der Angehörigen im Krankenhaus so bedeutend?

In der muslimischen Kultur ist der Besuch von Kranken eine soziale Pflicht; zudem übernehmen Angehörige häufig pflegerische Aufgaben, da dies in ihrem Herkunftskontext üblich ist.

Welche Lösung schlägt die Autorin für das Dolmetscherproblem vor?

Die Arbeit plädiert für den Ausbau professioneller Dolmetscherdienste, wie etwa den Gemeindedolmetscherdienst, sowie für eine verstärkte interkulturelle Schulung des Krankenhauspersonals.

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Details

Title
Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus am Beispiel muslimischer Patienten
College
University of Kassel  (Fachbereich Sozialwesen)
Course
Interkulturelle Kommunikation
Grade
1,0
Author
Britta Binnewies (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V115508
ISBN (eBook)
9783640170111
ISBN (Book)
9783640172528
Language
German
Tags
Interkulturelle Kommunikation Krankenhaus Beispiel Patienten Interkulturelle Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Britta Binnewies (Author), 2008, Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus am Beispiel muslimischer Patienten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115508
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