Die Hausarbeit soll anhand von Edmund Spensers Reisebericht „A View Upon the Present State of Ireland“, der 1633 veröffentlicht wurde, die Darstellung des Katholizismus in Irland untersuchen. Um dies in einem angemessenen Rahmen zu ermöglichen, muss zunächst die historische Quellenart Reisebericht untersucht werden. Ebenso müssen die historischen Grundlagen abgesteckt werden.
Kein anderes Land scheint gesellschaftlich so stark von seiner Konfession beeinflusst zu sein wie die grüne Insel am Rande Europas, deren Süden man noch heute vermehrt mit der katholischen Religion in Verbindung setzt. Mit der Missionierung durch St. Patrick im 5. Jahrhundert begann für Irland die Zeit des Katholizismus. Dieser sollte später durch die Reformation von der protestantischen Glaubensausrichtung abgelöst werden. Daher stellt das 16. Jahrhundert eine besonders prägende Epoche für religiöse Praktiken und den langwährenden Konfessionskonflikt in Irland dar. Viele Autoren haben sich der irischen Religion gewidmet, so auch diejenigen, die Reiseberichte verfassten. Edmund Spenser war einer dieser zeitweiligen Residenten, die die Insel aus britischer Sicht betrachteten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Reiseberichte als Quelle
3 Historischer Hintergrund
4 Edmund Spenser
5 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Katholizismus im Irland des 16. Jahrhunderts anhand von Edmund Spensers Werk "A View of the Present State of Ireland", um die religiösen Spannungen und kolonialen Perspektiven der damaligen Zeit zu beleuchten.
- Analyse der Quellengattung Reisebericht im Kontext englischer Irland-Sichten
- Historische Einordnung des Konfessionskonflikts im elisabethanischen Irland
- Untersuchung der religiösen Ansichten von Edmund Spenser
- Diskussion über die Rolle der katholischen Kirche und der Reformation in Irland
- Betrachtung von Spensers Lösungsvorschlägen für die irische Problematik
Auszug aus dem Buch
Die Darstellung der irischen Religion durch Spenser
Der allgemeine Fehler kommt nicht von irgendeinem kürzlich erfolgten Mißbrauch, weder vom Volk noch von seinen Priestern, die nicht besser lehren können, als sie es wissen, noch mehr Licht zeigen können, als sie gesehen haben, sondern von der ersten Einführung und Verankerung der Religion in jenem ganzen Reich, [...] zur Zeit von Papst Celestine [...] in dem, zur Zeit des Papstes und lange davor, die Religion mit ihrem päpstlichen Tand verdorben wurde. Was konnten sie also anderes lernen, als solchen Schund, den man ihnen beibrachte, und von jenem Kelch der Stärkung zu trinken, mit dem die purpurne Dirne damals alle Völker betrunken gemacht hatte?
Nichtsdestotrotz, muss auch Iren anerkennen, dass der Papst dem Christentum mit der Missionierung Irlands viele neue Seelen zugebracht hat. Soweit hält er ihm dies auch zugute. Allerdings sind die Iren Katholiken, was „in ihnen allgemeine Krankheiten gezüchtet hat” und dies kann, wenn überhaupt nur durch starke Fegefeuer bereinigt werden. Nachdem Eudox zur Verständlichkeit noch einmal nachfragt, ob also wirklich nur die Institution der katholischen Kirche Schuld trage, und nicht die Bevölkerung oder die Priester, relativiert Iren seine Aussage und weist nun auch den Priestern eine gewisse Teilschuld zu, da sie sich ignorant gegenüber dem Protestantismus zeigen. Mit dieser Sünde werden sie sterben. Schuld am bestehenden irischen Katholizismus sind laut Iren die Unannehmlichkeiten der Zeit und die unruhigen Gelegenheiten, mit denen dieses elende Reich ständig in Aufruhr versetzt wurde. Denn der religiöse Auftrag braucht ruhige Zeiten [...] denn es ist eine ungünstige Zeit, um unter Schwertern zu predigen, und [...] bevor Neues eingebracht wird, muss das Alte entfernt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die religiöse Bedeutung Irlands im 16. Jahrhundert ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Darstellung des Katholizismus in Edmund Spensers Reisebericht zu untersuchen.
2 Reiseberichte als Quelle: Dieses Kapitel erläutert die Funktion und Problematik von Reiseberichten als historische Quellen, die oft stark von den Interessen und kulturellen Vorurteilen der englischen Reisenden geprägt waren.
3 Historischer Hintergrund: Der historische Hintergrund skizziert die schwierige Etablierung der Reformation in Irland und die resultierende Spaltung zwischen der katholischen Bevölkerung und den protestantischen Siedlern.
4 Edmund Spenser: Hier wird Edmund Spensers calvinistisch beeinflusstes Weltbild analysiert und sein Werk "A View of the Present State of Ireland" als politische Abhandlung in den historischen Kontext der Kolonisation Irlands gestellt.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Ergebnisse der Untersuchung und betont Spensers ambivalente Haltung: radikale politische Ansichten gepaart mit moderaten Vorschlägen für eine graduelle religiöse Reform.
Schlüsselwörter
Edmund Spenser, A View of the Present State of Ireland, Irland, Katholizismus, Reformation, Konfessionskonflikt, Reisebericht, Kolonisation, Old English, New English, Papsttum, Missionsgeschichte, Religionsgeschichte, elisabethanisches Zeitalter, Protestantismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Edmund Spenser in seinem Werk "A View of the Present State of Ireland" den Katholizismus wahrnimmt und bewertet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Konfessionskonflikt im 16. Jahrhundert, die Rolle englischer Reiseberichte und die Auswirkungen der Reformation auf die irische Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die spezifische Darstellung der katholischen Kirche und der irischen Religionspraxis in Spensers Text kritisch zu untersuchen und einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse und bettet den Reisebericht in den historischen und literaturwissenschaftlichen Kontext des 16. Jahrhunderts ein.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Reiseberichten, dem historischen Hintergrund der irischen Reformation und einer detaillierten Analyse von Spensers Text.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Edmund Spenser, Katholizismus, Reformation, Kolonisation und der historische Kontext des elisabethanischen Irlands.
Warum betrachtet Spenser die Iren als rückständig im Glauben?
Spenser argumentiert, dass die Iren ihren Glauben aufgrund mangelnder Bildung und des negativen Einflusses der katholischen Institutionen nur oberflächlich praktizieren.
Wie bewertet Spenser die Rolle des Papsttums?
Obwohl er dem Papst die Missionierung Irlands als positiven Akt anrechnet, macht er ihn zugleich für die "geistliche Finsternis" und die Korruption der Kirche verantwortlich.
Schlägt Spenser Gewalt für die Konvertierung vor?
Überraschenderweise schlägt er vor, die irische Bevölkerung durch allmähliche Überzeugung und die Ausbildung einheimischer Priester zum Protestantismus zu führen.
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- Felicitas Deckert (Author), 2020, Katholizismus in Irland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1156219