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Die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden in Österreich. Handlungen und Motive von TäterInnen und ZuschauerInnen

Title: Die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden in Österreich. Handlungen und Motive von TäterInnen und ZuschauerInnen

Seminar Paper , 2012 , 24 Pages , Grade: 1

Autor:in: Anonym (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Summary Excerpt Details

In dieser Seminararbeit geht es nicht um eine möglichst detailreiche oder allumfassende Schilderung der Verbrechen im Zuge der "Todesmärsche". Auch widmet sie sich nur am Rande den Opfern der Gräueltaten. Vielmehr geht es darum, die Hintergründe dieses Aspekts des nationalsozialistischen Genozids zu beleuchten. Der Fokus liegt somit auf den Befehlsstrukturen, die dem Massenmord zugrunde lagen, auf den Motiven der TäterInnen, auf der Frage nach der Beteiligung der Zivilgesellschaft an den Verbrechen, auf dem Umgang der TäterInnen mit ihren Handlungen, auf der Rolle der "Bystanders" und auf dem Umgang der österreichischen Nachkriegsgesellschaft mit den Verbrechen.

Gregory H. Stanton unterscheidet hinsichtlich der Durchführung von Genoziden "Eight stages of genocide" (Classification, Symbolization, Dehumanization, Organization, Polarization, Preparation, Extermination, Denial).1 Die Arbeit wird vor allem die Organisation, die Vorbereitung und die Durchführung des Genozids an den ungarischen JüdInnen im Zuge der Auflösung der Zwangsarbeitslager auf österreichisch-ungarischem Gebiet behandeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Relevanz des Themas

2. Forschungsstand

3. Fragestellungen und Hypothesen

4. Einführung in das Forschungsthema

4.1. Hintergrund

4.2. Massaker

5. Die Befehle zum Massenmord

5.1. Allgemeine Befehlslage

5.2. Konkrete und vage Mordbefehle

5.3. Befehlsverweigerung

6. Motive

7. Bystanders (ZuschauerInnen)

7.1. ZeugInnen des Massenmords

7.2. Beteiligung der Zivilbevölkerung an Verbrechen und Zivilcourage

8. Die Nachkriegszeit

8.1. Gerichtliche Verfolgung der Täter

8.2. Medialer Diskurs

9. Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht die Hintergründe, Befehlsstrukturen und Motive des Massenmords an ungarischen Jüdinnen und Juden während der sogenannten „Todesmärsche“ im Frühjahr 1945 auf österreichischem Gebiet. Ein zentrales Anliegen ist es, die Rolle der Zivilbevölkerung als Täter oder Bystander sowie den Umgang der österreichischen Nachkriegsgesellschaft mit diesen Verbrechen zu analysieren.

  • Analyse der Befehlsstrukturen und des Verhaltens von NS-Organisationen sowie Zivilpersonen.
  • Untersuchung von Motiven, die zur Beteiligung an den Gewaltverbrechen führten.
  • Reflexion über Handlungsspielräume und Möglichkeiten der Befehlsverweigerung.
  • Darstellung der juristischen Aufarbeitung und des medialen Umgangs in der Nachkriegszeit.

Auszug aus dem Buch

5.3. Befehlsverweigerung

Hinsichtlich der Todesmärsche sind mehrere Beispiele für darin involvierte SS-Männer oder andere Angehörige von Begleitmannschaften, die sich weigerten, an Tötungen teilzunehmen, belegt. Bestraft wurden derartige Verweigerungen nie. Der straflose Umgang mit Verweigerung bzw. der Aspekt der Freiwilligkeit bei der Beteiligung an Verbrechen ist auch in anderen Zusammenhängen, etwa dem Massenmord durch Polizeieinheiten an der jüdischen Bevölkerung in Polen, belegt. Gegenüber der Volkssturmkompanie, die das Massaker am Präbichl zu verantworten hatte, wurde die Tötung von Menschen von ihrem Kommandanten schon einen Tag vor der Übernahme des Transports legitimiert – mit dem Verweis darauf, dass es die – als „Hunde“ und „Schweine“ bezeichneten – JüdInnen verdient hätten, erschossen zu werden. Auch hier gab es offenbar die Möglichkeit zur Nichtteilnahme: Feiglinge hätten sich sofort zu melden, am nächsten Tag sei es zu spät dafür. Wer sich am nächsten Tag feig verhalte, würde vom Befehlshabenden persönlich „erledigt“ werden. Wer hier den Befehl zum Mord gegeben hatte, konnte nie geklärt werden. Am Tag des Massakers verkündete der Kommandant gegenüber der Kompanie, dass die Aufgabe die Tötung von JüdInnen sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Relevanz des Themas: Das Kapitel beleuchtet die Verdrängung der regionalen NS-Verbrechen in Österreich und führt in die Thematik der „Todesmärsche“ ungarischer Jüdinnen und Juden ein.

2. Forschungsstand: Hier werden die maßgeblichen wissenschaftlichen Arbeiten und Standardwerke vorgestellt, die sich mit den Deportationen und den NS-Gewaltverbrechen in Österreich auseinandersetzen.

3. Fragestellungen und Hypothesen: Dieses Kapitel definiert den Fokus auf Befehlsstrukturen, Täter-Motive, Bystander-Rollen und die gesellschaftliche Aufarbeitung der Genozid-Ereignisse.

4. Einführung in das Forschungsthema: Die Hintergründe des Zwangsarbeitseinsatzes am „Südostwall“ sowie der Ablauf der Evakuierungstransporte in Richtung Mauthausen werden erläutert, inklusive konkreter Beispiele für begangene Massaker.

5. Die Befehle zum Massenmord: Das Kapitel analysiert die chaotische Befehlslage, die Rolle lokaler NS-Instanzen und die Möglichkeiten zur Befehlsverweigerung für Begleitmannschaften.

6. Motive: Es werden psychologische und soziologische Thesen zu den Ursachen von Genoziden diskutiert und auf die spezifische Mordlust und Ideologie der Täter während der Todesmärsche angewandt.

7. Bystanders (ZuschauerInnen): Dieses Kapitel beleuchtet das Verhalten der lokalen Bevölkerung, unterscheidet zwischen passiven Zuschauern, aktiven Tätern und Fällen von Zivilcourage.

8. Die Nachkriegszeit: Der Fokus liegt auf der juristischen Verfolgung der Täter durch britische und österreichische Gerichte sowie auf der medialen Berichterstattung in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

9. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Verbrechen auf einem Mix aus Systemzwang und individueller Beteiligung basierten und die gesellschaftliche Aufarbeitung lange Zeit lückenhaft blieb.

Schlüsselwörter

Todesmärsche, Nationalsozialismus, Holocaust, Zwangsarbeit, Mauthausen, Befehlsverweigerung, Bystander, Zivilcourage, NS-Gewaltverbrechen, Geschichtsaufarbeitung, Volkssturm, Täterforschung, Genozid, Österreichische Nachkriegsgeschichte, Südostwall.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die NS-Verbrechen an ungarischen Jüdinnen und Juden während der sogenannten „Todesmärsche“ im Frühjahr 1945 in Österreich und die Rolle der beteiligten Personen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind Befehlsstrukturen, Täter-Motive, das Verhalten der Zivilbevölkerung (Zuschauer vs. Helfer) und die juristische sowie mediale Nachkriegsaufarbeitung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Hintergründe des Genozids an ungarischen Jüdinnen und Juden zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, wie Täter agierten und welche Spielräume für Befehlsverweigerung oder Widerstand existierten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender wissenschaftlicher Forschung sowie der Untersuchung von Protokollen und Berichten zur juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Befehlslage der NS-Regimes, die verschiedenen Motive für die Morde, das Handeln der Bystander sowie die Gerichtsprozesse nach 1945.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Todesmärsche, Zwangsarbeit, Täterforschung, Befehlsverweigerung, Zivilcourage und die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Österreich.

Welche Rolle spielte der Volkssturm bei den Todesmärschen?

Der Volkssturm war an der Bewachung und Durchführung der Transporte beteiligt. Viele Angehörige leisteten den Tötungsbefehlen Folge, während vereinzelt auch Widerstand oder Befehlsverweigerungen vorkamen.

Wie reagierte die lokale Bevölkerung auf die Geschehnisse?

Die Reaktionen waren heterogen: Während viele Zuschauer passiv blieben, beteiligten sich manche Zivilisten aktiv an Gewaltakten, während vereinzelt Zivilcourage in Form von Lebensmittelhilfe oder Verstecken gezeigt wurde.

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Details

Title
Die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden in Österreich. Handlungen und Motive von TäterInnen und ZuschauerInnen
Grade
1
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2012
Pages
24
Catalog Number
V1156311
ISBN (eBook)
9783346551306
ISBN (Book)
9783346551313
Language
German
Tags
todesmärsche jüdinnen juden österreich handlungen motive täterinnen zuschauerinnen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2012, Die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden in Österreich. Handlungen und Motive von TäterInnen und ZuschauerInnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1156311
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