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Totalitäre Systeme und Gesellschaftsformen. Erving Goffmans Theorie des dramaturgischen Handelns in autoritären Systemen

Titre: Totalitäre Systeme und  Gesellschaftsformen. Erving Goffmans Theorie des dramaturgischen Handelns in autoritären Systemen

Dossier / Travail de Séminaire , 2019 , 15 Pages , Note: 2.0

Autor:in: M.A. Political Sience Henri Uhlig (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Wie verhält sich das soziale Handeln, also das beständige Einnehmen von Rollen, Rollenwechseln und Rollendistanz in "totalen Institutionen", welche dem Insasse und dem Gefängniswärter ein von der Außenwelt völlig verschiedenes ortsbestimmtes Verhalten abverlangen? Im Gefängnis können die Insassen nicht selbst darüber bestimmen, ob sie auf der Vorderbühne performen oder ob sie sich Zwecks Vorbereitung der Rolle auf der Hinterbühne bewegen. Im Anbetracht der permanenten Überwachung beginnt die aufgelegte Fassade des Insassen zu bröckeln, weil die Trennungslinie zwischen Vorder- und Hinterbühne verwischt. Kann der einzelne Insasse seine "Selbst"- Identität vor den totalitären Eingriffen im Gefängnisalltag wahren und gelingt es diesem sein "Normalitätsschauspiel" bei Besuch aufrechterhalten, indem dieser der endgültigen Stigmatisierung innerhalb von totalitären Institutionen durch eine "sekundäre Anpassung" entgeht? Gelingt es den Insassen innerhalb einer abgeschlossenen und reglementierten totalen Institution bei der Verrichtung von gemeinsamen Tätigkeiten als geschlossenes Ensemble aufzutreten und der Überwachung durch die Wärter, als auch dem Zwang der totalitären Institution zur Verrichtung von Diensten zu trotzen, indem keine destruktiven Informationen an die Wärter gelangen, welche die Situationsbestimmung der gemeinsamen Darstellung diskreditiert?

In dieser Arbeit soll zunächst der Theateralltag des einzelnen Individuum, aber auch des Individuums im Ensemble dargestellt werden. Des Weiteren geht es darum zu klären, warum das soziale Handeln in unterschiedlichen sozialen Situationen nach der beständige Einnahme von Rollen, Rollenwechseln und einer Rollendistanz verlangt. Hierbei soll eine nähere Untersuchung des Stanford-Prison-Projekts unter der Anwendung der Theorie des dramaturgischen Handelns für Antworten auf die oben gestellten Zwischenfragen sorgen. Am Schluss dieser Arbeit soll eine kurze Zusammenfassung der erzielten Ergebnisse stehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Alltagstheater - Die Gesellschaft als Bühne

3. „Totale Institutionen“ - Umformung des Selbst

3.1 Individuum in der totalitären Institution - Primäre und sekundäre Anpassung

3.2 Fallbeispiel - Stanford-Prison-Experiment

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das soziale Handeln in „totalen Institutionen“ unter Anwendung der dramaturgischen Theorie von Erving Goffman, um zu analysieren, wie die strikte Umgebung die Identität und das Rollenverhalten von Individuen beeinflusst.

  • Die Theorie des dramaturgischen Handelns im Alltag
  • Mechanismen der Selbstdarstellung und Rollenkonflikte
  • Strukturmerkmale und Auswirkungen totaler Institutionen
  • Analyse des Stanford-Prison-Experiments als Fallbeispiel
  • Prozesse der Entindividualisierung und Machtmissbrauch

Auszug aus dem Buch

3.2 Fallbeispiel - Stanford-Prison-Experiment

Im Folgenden soll die Aufarbeitung des Stanford-Prison-Experiments aufzeigen, dass sich der dramaturgische Ansatz und die gesammelten Erkenntnisse aus den Studien über totale Institutionen von Erving Goffman während des zwei Wöchigen sozialpsychologische Projekts an der Stanford Universität unter der Leitung von Prof. Dr. Philip G. Zimbardo im Jahre 1971 beobachten lässt (vgl. Lück 2016: 379).

Zur weiteren Aufarbeitung des Stanford-Prison-Experiments bedarf es erst einer kurzen Herleitung des sozialpsychologischen Projekts, welches die Verhaltensweisen der Probanden in Stresssituationen herausstellen sollte. Des Weiteren sollte erforscht werden, wie sich das ungewohnte Umfeld und die neue zugewiesene Rolle auf die Identitätsfindung des einzelnen Probanden auswirkt. Lässt sich im Laufe der „Prisionisierung“ eine zunehmende Deindividualisierung bei den Insassen feststellen und wie wirkt sich die verliehene Autorität durch die Amtseinnahme des Vollzugsbeamten auf den Drang zum Machtmissbrauch bei dem ein oder anderen Probanden aus?

Für eine Entschädigung von 15 US-Dollar pro Tag meldeten sich 75 Studenten der Stanford University, wovon allerdings nur 24 als Versuchspersonen für das sozialpsychologische Projekt gebraucht wurden. Hohe Auswahlkriterien wurden nicht an die Probanden gestellt, denn diese sollten lediglich nicht vorbestraft sein und unter keinen psychischen Erkrankungen leiden (vgl. Lück 2016: 380). Vor der Zusage und vor dem Beginn des Projekts wusste keiner der Versuchspersonen, ob er für die kommenden zwei Wochen die Rolle des Wärters oder eher die Rolle des Insassen einnehmen würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Erving Goffmans Theorie des dramaturgischen Handelns ein und stellt die Forschungsfrage zur Wahrung der Identität in totalen Institutionen.

2. Alltagstheater - Die Gesellschaft als Bühne: Dieses Kapitel erläutert die Grundkonzepte des sozialen Handelns als Rollenspiel und die Unterteilung in Vorder- und Hinterbühne.

3. „Totale Institutionen“ - Umformung des Selbst: Hier wird der Begriff der totalen Institution definiert und dessen machtvolle Struktur auf das Individuum analysiert.

3.1 Individuum in der totalitären Institution - Primäre und sekundäre Anpassung: Das Unterkapitel beschreibt die psychologische Degradierung und die Strategien der Anpassung von Inhaftierten.

3.2 Fallbeispiel - Stanford-Prison-Experiment: Die Aufarbeitung des Experiments zeigt die praktischen Auswirkungen der Rollenzuweisung und der Institution auf Machtmissbrauch und Identitätsverlust.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass totale Institutionen durch ihre Struktur Identitäten verformen und Akteure in Rollen zwingen, die häufig zu Entindividualisierung führen.

Schlüsselwörter

Dramaturgisches Handeln, Erving Goffman, Totale Institutionen, Selbstdarstellung, Stanford-Prison-Experiment, Rollenkonflikt, Identität, Entindividualisierung, Machtmissbrauch, Vorderbühne, Hinterbühne, Prisionisierung, Sekundäre Anpassung, Soziale Interaktion, Rollendistanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das soziale Verhalten von Individuen innerhalb totaler Institutionen und nutzt dafür die Theorie des dramaturgischen Handelns von Erving Goffman.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Selbstdarstellung im Alltag, die Struktur totaler Institutionen wie Gefängnisse oder Kasernen sowie die psychologischen Auswirkungen dieser Umgebungen auf die Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob Insassen ihre „Selbst“-Identität unter totalitären Eingriffen wahren können und wie die institutionelle Umgebung soziales Handeln und Rollenverhalten beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Konzepte, die durch eine Fallstudienanalyse des Stanford-Prison-Experiments ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des Alltagstheaters dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse, wie totale Institutionen Individuen durch Regeln und Überwachung zu einer Umformung des Selbst zwingen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere dramaturgisches Handeln, totale Institutionen, Deindividualisierung, Rollenwechsel und das Stanford-Prison-Experiment.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Wärters von der des Insassen im Experiment?

Während der Insasse meist in einer passiven Rolle des „role-takers“ verharrt, neigen die Wärter dazu, die zugewiesene Machtposition durch eine aktive Neuinterpretation als „role-maker“ für Machtmissbrauch zu nutzen.

Was bedeutet der Begriff „sekundäre Anpassung“ in diesem Kontext?

Es handelt sich um eine Strategie der Insassen, um sich trotz der totalen Überwachung Freiräume zu schaffen und einen Rest ihrer persönlichen Individualität zu bewahren.

Warum spielt die Trennung von Vorder- und Hinterbühne eine so große Rolle?

In totalen Institutionen verwischt diese Trennung, was dazu führt, dass das Individuum keinen Rückzugsort zur Rollenvorbereitung mehr hat, was schließlich zum Bröckeln der sozialen Fassade führt.

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Résumé des informations

Titre
Totalitäre Systeme und Gesellschaftsformen. Erving Goffmans Theorie des dramaturgischen Handelns in autoritären Systemen
Université
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Note
2.0
Auteur
M.A. Political Sience Henri Uhlig (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
15
N° de catalogue
V1156413
ISBN (ebook)
9783346549433
ISBN (Livre)
9783346549440
Langue
allemand
mots-clé
Systemtheorien totalitäre Systeme Gesellschaftsformen Systemforschung politische soziologie politogie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M.A. Political Sience Henri Uhlig (Auteur), 2019, Totalitäre Systeme und Gesellschaftsformen. Erving Goffmans Theorie des dramaturgischen Handelns in autoritären Systemen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1156413
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Extrait de  15  pages
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