Mit hunderten Verfilmungen, literarischen Adaptionen und anderweitigen Bearbeitungen ist Graf Dracula der bestbekannte Vampir der Weltgeschichte. Nachfolgend dient Graf Dracula als wiederkehrendes Motiv, an welchem das Phänomen des "Dark Tourism" dargestellt und untersucht werden soll.
Zunächst wird der Frage nachgegangen, was das Phänomen "Dark Tourism" überhaupt ausmacht, denn erst seit etwa 20 Jahren beschäftigt sich die Forschung mit diesem Thema besonders im englisch-sprachigen Raum. 2012 veröffentlichten Heinz-Dieter Quack und Albrecht Steinecke "Dark Tourism. Faszination des Schreckens", welches u.a. auch als Grundlage dieser Ausarbeitung dient, doch liegt hier der Schwerpunkt in erster Linie auf der Tourismusforschung. Kulturwissenschaftliche oder geschichtliche Herangehensweisen liegen nicht im Fokus der Autoren und werden nur partiell berührt.
Darauffolgend wird der Versuch unternommen das Phänomen "Dark Tourism" genauer einzugrenzen, um anschließend auf die verschiedenen Verwendungen des Graf Dracula-Motives einzugehen. Hierfür wurden beispielhaft vier Destinationen in vier europäischen Ländern ausgewählt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition „Dark Tourism“ – ein Versuch
3 Dracula – die Person
3.1.1 Die literarische Person – ein Exkurs
3.1.2 Die historische Person – ein Exkurs
4 Graf Dracula-Tourismus – eine Auswahl
4.1.1 Transsilvanien/Rumänien
4.1.1.1 Die Destinationen
4.1.1.1.1 Schloss Dracula – Das neue
4.1.1.1.2 Schloss Dracula – Das alte
4.1.1.2 Bewertung Hotel Castel Dracula
4.1.1.3 Bewertung Castle Bran
4.1.1.4 Gemeinsamkeiten
4.1.2 Deutschland
4.1.2.1 Die Destination
4.1.2.2 Bewertung
4.1.3 Großbritannien
4.1.3.1 Die Destination
4.1.3.2 Bewertung
4.1.4 Irland
4.1.4.1 Die Destination
4.1.4.2 Bewertung
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „Dark Tourism“ anhand des Motivs „Graf Dracula“. Dabei wird analysiert, wie literarische und historische Bezüge an verschiedenen europäischen Standorten touristisch inszeniert und vermarktet werden, um die Grenzen zwischen Fiktion, Historie und Kommerz aufzuzeigen.
- Grundlagen des „Dark Tourism“ als touristisches Phänomen
- Differenzierung zwischen der literarischen Kunstfigur und der historischen Person Vlad III.
- Vergleichende Analyse touristischer Destinationen in Rumänien, Deutschland, Großbritannien und Irland
- Untersuchung von Authentizität und Inszenierungsstrategien
- Einfluss von wirtschaftlichen Interessen gegenüber historischer Wissensvermittlung
Auszug aus dem Buch
4.1.1.1.2 Schloss Dracula – Das alte
„Das Land jenseits der Wälder war und ist wie kein anderes von Legenden und Mythen umrankt, auch längst bevor man in der ganzen Welt mit heulenden Wölfen und Draculas spitzen Eckzähnen zu assoziieren begann. Eine der Hauptattraktionen ist daher auch das Dracula-Schloß [syn.] Castelul Bran (Törzburg) aus dem 14. Jh. Die Burg mit ihren vielen Türmen und Schießscharten steht an strategisch wichtiger Stelle an einem der Übergänge über die Südkarpaten.“
Die rumänische Tourismus-Homepage versucht sich von Graf Dracula zu distanzieren, indem sie die Informationen über ihn nicht an prominenter Stelle auf die Seite stellt. Stattdessen muss man gezielt danach suchen und findet ledig im letzten Absatz über die Region diese kleine, aus drei Sätzen bestehende Beschreibung.
Doch mehr ist auch nicht nötig, denn Bran Castle hat sich als „Schloss Dracula“ etabliert. Wie das „Hotel Castle Dracula“ liegt Bran Castle ebenfalls in Siebenbürgen, jedoch in der Region Brasov und ist damit etwa 400km vom Borgopass entfernt. Wie bereits angeführt, herrschte Vlad III. nicht über diese Region und ihm gehörte dieses Schloss auch nicht. Ob er es jemals betreten hat, ist fraglich, kann aber letztendlich nicht mehr rekonstruiert werden, da die Quellenlage hierfür nicht ausreichend ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema „Dark Tourism“ und das Motiv „Graf Dracula“ als interdisziplinäres Untersuchungsfeld.
2 Definition „Dark Tourism“ – ein Versuch: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Dark Tourism“ und Ableitung relevanter Faktoren für die Analyse.
3 Dracula – die Person: Differenzierung zwischen der literarischen Figur von Bram Stoker und der historischen Persönlichkeit Vlad III. Drăculea.
4 Graf Dracula-Tourismus – eine Auswahl: Analyse konkreter Fallbeispiele in Rumänien, Deutschland, Großbritannien und Irland sowie deren Bewertung hinsichtlich Authentizität und Vermarktung.
5 Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass die untersuchten Stätten primär als „Dark Fun Factories“ fungieren, bei denen Unterhaltung und Kommerz die historische Vermittlung überlagern.
Schlüsselwörter
Dark Tourism, Graf Dracula, Vlad III., Tourismusforschung, Schloss Bran, Hotel Castel Dracula, Schloss Schenkendorf, Castle Dracula, Authentizität, Inszenierung, Vermarktung, Schauergeschichte, Vampirmythos, Bram Stoker, Thanatourism
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Tourismus und dem populärkulturellen Phänomen „Graf Dracula“, um das Konzept des „Dark Tourism“ in der Praxis zu ergründen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Definition von Dark Tourism, der Unterschied zwischen Fiktion und Realität bei der Dracula-Figur sowie die Analyse touristischer Vermarktungsstrategien an verschiedenen europäischen Standorten.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Destinationen das Dracula-Motiv nutzen, um Touristen anzuziehen und inwieweit dabei historische Fakten oder reine Unterhaltung im Fokus stehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der Untersuchung bestehender touristischer Angebote basiert, um die gewählten Destinationen nach definierten Faktoren zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifisch Destinationen in Rumänien, Deutschland, Großbritannien und Irland, indem er deren Entstehungsgeschichte, Authentizität und den Grad ihrer kommerziellen Ausrichtung prüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Dark Tourism, Graf Dracula, Authentizität, touristische Inszenierung, Bram Stoker, Vlad III. sowie die Kategorien der touristischen Stätten wie „Dark Fun Factories“.
Warum wurde Schloss Schenkendorf als Fallbeispiel gewählt?
Es dient als prominentes deutsches Beispiel für die künstliche Schaffung einer Dracula-Destination durch eine Privatperson, die den Namen des Grafen nutzte, um touristisches Interesse zu generieren.
Wie unterscheidet sich „Castle Bran“ von den anderen untersuchten Destinationen?
Im Gegensatz zu den meist rein unterhaltungsorientierten „Dark Fun Factories“ nähert sich Castle Bran eher einer „Dark Destination“ an, da hier ein Minimum an historischer Einordnung versucht wird.
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- Anna Brauer (Autor), 2017, Das Phänomen des "Dark Tourism" am Motiv Graf Dracula, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1156539