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Ethnische Konflikte in Indien. Die Anti-Sikh-riots in Dehli im Jahr 1984

Title: Ethnische Konflikte in Indien. Die Anti-Sikh-riots in Dehli im Jahr 1984

Essay , 2007 , 10 Pages , Grade: 3

Autor:in: Tanja Wessel (Author)

Politics - Region: South Asia
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Im folgenden werden die Anti-Sikh-riots 1984 in Delhi behandelt. Diese werden als gewaltätige Anti-Sikh-Progrome, ausgelöst durch die Ermordung der Premierministerin Indira Gandhi durch ihre Sikh-Leibwächter Beant Singh und Satwant Singh am 31. Oktober 1984, bezeichnet. Sie stellen somit einen innerstaatlichen Konflikt dar und beschränkten sich auf den Zeitraum vom 31. Oktober bis zum 3. November 1984.

Bei den Konfliktparteien handelt es sich um die religiösen Gruppen der Sikhs und der Hindus; in diesem konkreten Fall Hindus gegen Sikhs.

Die Sikhreligion wurde 1569 von ihren ersten Guru Nanak gegründet. Dieser sah den Sikhismus als eine Synthese zwischen Hinduismus und Islam. So lehnte dieser die Vielgötterei, das Kastenwesen und die Benachteiligung von Frauen ab. Zu den markantesten Merkmalen der Sikhs gehören die 5 K`s: Kesh (ungeschnittenes Kopf- und Barthaar), Kangha (das Haar mit einem Kamm festgesteckt), Kucha (eine kurze Hose zu tragen), Kara (ein eiserner Armreif, als Symbol der Armut und Treue zum Guru) und Kirpan (immer einen Dolch am Körper zu tragen). Auch haben alle Sikhs einen gemeinsamen Nachnamen: Die Männer heißen Singh und die Frauen heißen Kaur. Desweiteren waren die Sikhs schon immer kriegerisch; sie kämpften als Grenzbewohner des indischen Subkontinents, nämlich als Bewohner des Punjab, in früheren Jahrhunderten mit Griechen, Persern, Arabern und Mongolen, sowie während der Kolonialzeit in der britischen Armee, in welcher sie als Soldaten sehr geschätzt wurden.

Der Hinduismus ist ein Sammelbegriff für verschiedene religiöse Strömungen in Indien, welche die Veden als heilige Schriften anerkennen. Kennzeichnend für Hindus ist der Glaube an die Wiedergeburt und an eine Vielzahl von Göttern. Das Alltagsleben der Hindus wird von der Zugehörigkeit zu einer der vier Kasten – die Brahmanen, die „ksatiya´s“, die „vaishya´s“ und die „shudra´s“ - bestimmt. Der Hinduismus ist die älteste und auch verbreiteste Religion in Indien – rund 82 Prozent der Inder sind Hinduisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Politischer Kontext

3 Sozialer/kultureller Kontext

4 Konfliktverlauf

5 Die Rolle von Polizei und der Indian National Congress Party

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und den Ablauf der gewaltsamen Anti-Sikh-Pogrome in Delhi, die nach der Ermordung von Premierministerin Indira Gandhi im Oktober 1984 eskalierten. Ziel ist es, die sozio-politischen Ursachen dieses innerstaatlichen Konflikts sowie das gezielte Agieren staatlicher Akteure und politischer Parteien während der Ausschreitungen aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung der Spannungen zwischen Sikh-Aktivisten und der indischen Zentralregierung
  • Religiöse und kulturelle Identitätsbildung von Sikhs und Hindus im indischen Kontext
  • Eskalationsmechanismen und der konkrete Konfliktverlauf zwischen dem 31. Oktober und 3. November 1984
  • Die Rolle der Polizei und der Indian National Congress Party als Akteure und Anstifter der Gewalt

Auszug aus dem Buch

4 Konfliktverlauf

Am Morgen des 31. Oktobers um 9.10 Uhr wurden von Beant Singh fünf Schüsse und von Satwant Singh 24 Schüsse - was seine gesamte Waffenladung darstellte - auf Indira Gandhi, welche sich gerade auf dem Weg in ihr Büro befand, abgefeuert. Bei Indira Gandhi befanden sich zu dieser Zeit Narain Singh, der Head Constable; R.K. Dhawan, ein Special Assistant; Nathu Ram, ihr persönlicher Assistent; A.S.I. Rameshwar Dyal und H.Y. Sharda Parshad. Nach dem Angriff wurde Indira Gandhi sofort ins All-India Institute of Medical Sciences gebracht. Als sie dort ankam, war sie bereits hirntot. Doch offiziell wurde ihr Tod erst 15.40 Uhr verkündet.

Nachdem die Ermordung Indira Ghandis bekannt wurde, begannen die Angriffe auf die Sikh-Bevölkerung Delhis noch am selben Tag, also am 31. Oktober 1984, beim All-India Institute of Medical Sciences.

Den ersten Ausschreitungen ging jedoch eine Phase der Volksaufhetzung voraus, in welcher Gerüchte verbreitet worden - teilweise sogar über Lautsprechern von Polizisten. Diese besagten, dass „ Sikhs Lämpchen und Süßigkeiten verteilten, um den Tod Indira Gandhis zu feiern[...], dass Zugladungen mit Hunderten von getöteten Hindus aus dem Punjab im Bahnhof von Od Delhi einliefen [...], dass das Wasser in Delhi von Sikhs vergiftete worden sei.“.xi

Ab 18.00 Uhr wurden dann auf den Straßen Slogans wie „Blood for blood“ und „Kill the traitors“ gerufen. Nachdem Autos und Häuser in Brand gesetzt wurden, griff die Meute auch Sikhmänner, -frauen und -kinder an. Man raubte sie aus, schlug sie mit Eisenstäben halbtot und setzte sie dann mittels Kerosin in Brand.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen der Anti-Sikh-Pogrome und erläutert die religiösen Identitätsmerkmale von Sikhs und Hindus als Hintergrund des Konflikts.

2 Politischer Kontext: Das Kapitel beschreibt den Aufstieg militanter Sikh-Aktivisten um Bhindranwale sowie die Rolle der Kongresspartei bei der Destabilisierung der regionalen Politik bis hin zur Stürmung des Goldenen Tempels.

3 Sozialer/kultureller Kontext: Hier wird der wachsende Wunsch der Sikhs nach Autonomie und die daraus resultierende Entfremdung von der indischen Mehrheitsgesellschaft sowie die Hinwendung zur 'Hindu-Politik' thematisiert.

4 Konfliktverlauf: Dieser Abschnitt rekonstruiert die Ermordung Indira Gandhis und die unmittelbar darauf folgende, durch Gerüchte geschürte Gewalteskalation gegen die Sikh-Bevölkerung in Delhi.

5 Die Rolle von Polizei und der Indian National Congress Party: Das Kapitel analysiert die systematische Beteiligung und Duldung der Gewalt durch staatliche Sicherheitskräfte und lokale Politiker der Kongresspartei.

Schlüsselwörter

Anti-Sikh-Pogrome, Delhi 1984, Indira Gandhi, Sikhismus, Hinduismus, Konfliktverlauf, Indian National Congress Party, Punjab, Khalistan, Kommunalismus, religiöse Identität, politische Gewalt, Minderheitenkonflikt, Menschenrechte, Eskalation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen, dem Verlauf und den politischen Auswirkungen der gewaltsamen Ausschreitungen gegen Sikhs in Delhi im Jahr 1984 nach der Ermordung Indira Gandhis.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen der politische Kontext der Sikh-Autonomiebestrebungen, die Rolle religiöser Identitäten, die Eskalationsmechanismen der Gewalt sowie das Handeln staatlicher Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den innerstaatlichen Konflikt zu analysieren und aufzuzeigen, wie politische Interessen und organisierte Anstiftung zur massiven Eskalation der Pogrome beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historische Fallstudienanalyse basierend auf Literaturquellen, Berichten von Menschenrechtsorganisationen und Zeitzeugnissen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den politischen und sozialen Kontext, den chronologischen Ablauf der Unruhen und die Untersuchung der Rolle von Polizei und Kongresspartei.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Anti-Sikh-Pogrome, Kommunalismus, politische Instrumentalisierung, Minderheitenschutz und der historische Kontext des Punjab-Konflikts.

Welche Rolle spielte die Polizei während der Unruhen?

Berichten zufolge agierte die Polizei passiv oder förderte die Gewalt aktiv, indem sie Gerüchte verbreitete und den Mob nicht an den Angriffen hinderte.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Kongresspartei?

Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die Kongresspartei durch die Mobilisierung der Massen und die logistische Unterstützung der Brandstifter eine zentrale Anstifterrolle bei den Pogromen einnahm.

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Details

Title
Ethnische Konflikte in Indien. Die Anti-Sikh-riots in Dehli im Jahr 1984
College
University of Heidelberg  (Südasieninstitut)
Grade
3
Author
Tanja Wessel (Author)
Publication Year
2007
Pages
10
Catalog Number
V115653
ISBN (eBook)
9783640170593
ISBN (Book)
9783668143937
Language
German
Tags
Anti-Sikh-riots Dehli
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Wessel (Author), 2007, Ethnische Konflikte in Indien. Die Anti-Sikh-riots in Dehli im Jahr 1984, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115653
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