Bindungsorientierte Begleitung in der Schwangerschaft (B.O.B.S.). Förderung der vorgeburtlichen Mutter-Kind-Bindung


Präsentation, 2021

39 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

· Entstehung und Entwicklung der BA

· Bedeutung der vorgeburtlichen Bindung

· Ablauf der BA

· Ausarbeitung einer Anamnese

· Mentaler Dialog zwischen Mutter und Baby

· Vorteile der BA für Mutter und Baby – Statistische Daten

· Bowlby's Bindungskonzept und seine Übertragung auf die BA

· Bindungsstörungen und ihre Ursachen

· Auswirkungen von mütterlichem Stress auf ihr Baby

· Geburtstrauma

· Zwillingsverlust in Utero

· Reproduktionsmedizin – Auswirkungen der künstlichen Befruchtung

· Geburtsvorbereitungen im Rahmen der BA

· Epigenetische Einflüsse auf die Schwangerschaft

BINDUNGSANALYSE

(nach Hidas und Raffai)

Vorgeburtliche Bindungsförderung

Es geht in meinem Vortrag nicht um die klassische Bindungsanalyse (BA) , wie sie von Psychotherapeuten und Psychoanalytikern praktiziert und gelehrt wird, sondern um ein eigenes Format, das den Titel trägt:

BINDUNGSGORIENTIERTE BEGLEITUNG IN DER SCHWANGERSCHAFT - ZUR FÖRDERUNG DER VORGEBURTLICHEN MUTTER-KIND-BINDUNG

B.O.B.S.

(in Anlehnung an die klassische Bindungsanalyse nach Hidas und Raffai)

Der Einfachheit halber verwende ich in meinem Vortrag die Abkürzung BA.

Ich möchte mich Ihnen zuerst kurz vorstellen:

Ich bin zertifizierte Bindungsanalytikerin mit Zusatzausbildungen in Hypnose und Regressionstechniken. Seit August letzten Jahres biete ich Online Ausbildungskurse zum Erlernen der BA an und seit 5 Jahren begleite ich Schwangere mit der BA. Ich habe zudem viele Jahre an unterschiedlichen Universitäten und Fachhochschulen verschiedene Fächer auf Englisch und Französich unterrichtet und als diplomierte Fachübersetzerin war mein Fachbereich in erster Linie Psychologie.

Ich werde Ihnen heute Abend eine neuartige Methode vorstellen, mit der Schwangere begleitet werden können, mit dem Ziel die Bindung zu ihren ungeborenen Babys zu fördern und zu vertiefen.

Sie ist in den 80er Jahren von zwei ungarischen Psychoanalytikern, Dr. György Hidas und Dr. Jenö Raffai, entwickelt worden, die immer wieder betont haben, dass es sich um eine Präventivmethode handelt.

Das Erlernen Ihrer Methode befähigt die Ausgebildeten, dazu beitragen, dass, was immer eine Schwangere belastet, nicht auf das ungeborene Baby übertragen wird.

Wenn Sie sich nicht vorstellen können, dass Babys von Anfang an, also von der Zeugung an, denkende, fühlende, lernende interagierende Lebewesen sind, dann sind Sie im falschen Vortrag! Aber schalten Sie nicht gleich ab, ich bitte Sie, sich dem Gedanken zu öffnen, dass das ungeborene Kind bereits ab dem Moment der Zeugung fühlen und Erinnerungen speichern kann! Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wird das Leben und Erleben im Mutterleib intensivst erforscht und es gibt inzwischen vielfältige Möglichkeiten, die es erlauben, den Wahrheitsgehalt der Forschungsergebnisse zu überprüfen.

Ich stelle Ihnen zunächst meine Themen vor:

- 1. Ich referiere kurz über die Entstehung und Entwicklung der BA
- 2. Dann gehe ich auf die Bedeutung der vorgeburtlichen Bindung ein
- 3. und schildere anschließend den Ablauf der BA.
- 4. daran schließt sich die Erläuterung der Ausarbeitung einer Anamnese
- 5. Des weiteres beschreibe ich, wie der Dialog zwischen Mutter und Baby funktioniert
- 6. und liefere einige statistische Daten, die die Vorteile der BA für Mutter und Baby verdeutlichen.
- 7. Dann folgt ein kurzer Einblick in das Bindungskonzept von Bowlby und wie es sich auf die Bindungsanalyse übertragen lässt
- 8. Ich werde anschließend über Bindungsstörungen, ihre Ursachen & Auflösungsmöglichkeiten sprechen
- 9. Wir werden uns danach mit den Auswirkungen von Stress der Schwangeren auf ihr Baby beschäftigen und wie die BA dem entgegenwirken kann?
- 10. Anschließend folgt die Schilderung, wie das Baby die Geburt erlebt
- 11. Weitere brisante Themen sind Zwillingsverlust in Utero
- 12. und die Auswirkungen einer künstlichen Befruchtung im Rahmen der sogenannte Reproduktionsmedizin
- 13. Danach werde ich kurz eingehen auf die besondere Geburtsvorbereitung im Rahmen der BA, besonders deshalb, weil sie von Mutter und Baby gemeinsam durchgeführt wird, wie auch die Geburt selber
- 14. In einem letzten Kapitel gehe ich auf die Epigenetik und ihre Einflüsse auf die Schwangerschaft ein. Dieses Thema ist so umfangreich, dass man Stunden damit füllen könnte, heute kann ich es nur kurz darstellen und an einer sehr erfolgreichen BA veranschaulichen.

Einige Themen werde ich zusammenfassend vortragen, andere etwas ausführlicher!

Entstehung und Entwicklung der BA:

Sie ist von dem ungarischen Psychoanalytiker Dr. Jenö Raffai zusammen mit seinem Lehranalytiker Dr. György Hidas in den 80/90er Jahren entwickelt worden. Sie ermöglicht es schwangeren Frauen, mentalen und emotionalen Kontakt zu ihren ungeborenen Babys aufzunehmen.

Die vordringlichsten Ziele der Bindungsanalyse sind:

1. Förderung einer tiefen vorgeburtlichen Mutter-Kind- Bindung
2. Stärkung der schwangeren Frauen auf vielen Ebenen
3. Unterstützung des mütterlichen Reifungsprozesses
(Raffai: „Vom Kind der Mutter zur Mutter des Kinds werden“
4. Befriedigung des ureigenen, primären Bedürfnisses des ungeborenen Babys, angenommen und geliebt zu werden, Sicherheit und Schutz gewährt zu bekommen und vor allem sicher gebunden zu sein.

Ein Baby, das vor der Geburt eine sichere Bindung erfahren hat, ist bindungsfähiger, weil es an seine vorgeburtlichen Beziehungserfahrungen anknüpfen kann.

Die Ursprünge der BA gehen zurück auf Dr. Raffais therapeutische Arbeit mit psychotischen jungen Leuten in Ungarn in den achtziger Jahren. Er entdeckte, dass sich ihre psychischen Störungen während der gesamten Zeitspanne entwickelten, die sie in der Gebärmutter ihrer Mütter verbracht hatten. Ich zitiere wieder Raffai: „Was ihnen vollkommen fehlte, war das bewusste Empfinden ihrer eigenen Körpergrenzen, was es ihnen unmöglich machte, sich selbst bereits pränatal als autonome, unabhängige Wesen zu erfahren und ein eigenes Selbst zu entwickeln.“

Raffai hat eindeutige Beweise gefunden für den Zusammenhang zwischen einer problembehafteten Bindungsfähigkeit ihrer Mütter – wie auch immer sie beschaffen sein mag - und dem Fehlen eines Selbstbewusstseins bei den jungen psychotischen Patienten.

Für Raffai ist die emotionale und mentale Befindlichkeit der Schwangeren während der Schwangerschaft mit besonderem Fokus auf die Bindungsfähigkeit der werdenden Mutter und deren Auswirkungen auf das ungeborene Baby von allergrößter Bedeutung.

Deshalb hat Raffai nach einer Präventivmethode gesucht, mit der zuerst die Bindungsbeschaffenheit und -fähigkeit analysiert wird, um sie dann zu verbessern und zu stärken, also die Gründe bestehender Bindungsprobleme aufzudecken, damit die werdenden Mütter eine gesunde, stabile, schützende und unterstützende Bindungsbeziehung zu ihren ungeborenen Baby bereits pränatal entwickeln können.

Zusammen mit Hidas hat Raffai ab Mitte der 80er Jahre schwangere Frauen in Ungarn mit der Bindungsanalyse begleitet und ab 2004 nach Kontaktaufnahme zu Dr. Ludwig Janus auch in Deutschland seine Methode in Ausbildungskursen gelehrt. Beide haben zusammen bis zu Raffais Tod (2015) in Deutschland, Österreich, in der Schweiz und in Belgien BindungsanalytikerInnen ausgebildet. Alle Länder zusammen genommen (Ungarn, Deutschland, Schweiz, Österreich, Belgien, die USA), in denen Raffai die BA bekannt gemacht und gelehrt hat, kann man sagen, dass bislang ca.10.000 Frauen mit der BA begleitet worden sind, die im übrigen inzwischen auch an verschiedenen Universitäten beforscht wird.

Die Teilnehmer an den BA-Ausbildungskursen kommen aus den unterschiedlichsten beruflichen Bereichen, wie. z. B. Gynäkologen, Allgemeinmediziner, Körpertherapeuten, Familientherapeuten, Doulas, Psychologen, Psychotherapeuten, Heilpraktiker und natürlich in vorderster Front Hebammen, sie stehen den Schwangeren - neben ihren Familien - am nächsten.

Im Verlauf dieser Jahre hat Raffai die Ergebnisse wissenschaftlicher Erkenntnisse und pränataler Psychologie ständig in seine Methode einfließen lassen.

In diesem Zusammenhang ist eine der bedeutendsten Entdeckungen durch den Molekularbiologen Bruce Lipton das sogenannte Zellgedächtnis, das Pränatalpsychologen vorsprachliches Bewusstsein nennen. Alle Erfahrungen, die das Baby in der Gebärmutter macht, sind in allen seinen Zellen gespeichert in erster Linie natürlich im Gehirn.

Die werdende Mutter überträgt ihre Erlebniswelt auf ihr Baby über chemische und biologische Prozesse. Alle negativen und positiven Gefühle der Schwangeren werden auf das Baby übertragen, also Stress, Ängste, Trauer, Depressionen, aber auch - und das ist wichtig - Gefühle von Freude, Harmonie und Stärke.

Wenn beispielsweise die Schwangere während ihrer Schwangerschaft Vater oder Mutter verliert und sie darüber übermäßig trauert, wird das ungeborene Baby mit den Stresshormonen der Mutter überflutet. Im Rahmen der Bindungsanalyse helfen in einem solchen Fall die von Raffai ausgearbeiteten Instruktionen, mit denen die Mutter in einem inneren Dialog ihrem Baby versichert, dass die empfundene Trauer ihre eigene ist und nicht die des Babys. Ich erkläre später, was es mit dem INNEREN DIALOG auf sich hat.

Die Bindungsanalyse bietet einen neuen Zugang zu Schwangerschaft und Geburt, denn sie führt zu absolut neuen Erkenntnissen, von denen auch andere Bereiche profitieren können, wie z.B. Frühe Hilfen, Schwangerschaftsberatungseinrichtungen, usw.

Säuglinge, Kleinkinder re-inszenieren oft erlebte Geburtstraumata. Welche Kindergärtnerin beispielsweise kommt auf die Idee, dass sich, wenn ein 4-jähriger Junge auf andere ständig einboxt, dahinter ein traumatisches Geburtserlebnis verbirgt?

Das Wissen um die Bedeutung des vorgeburtlichen Lebens und Erlebens schafft ein tieferes Empfinden für das, was das Baby in Utero an Erfahrungen sammelt. Vor allem positive Bindungserfahrungen schaffen die Grundlage für eine spätere, stabile, psychische und physische Gesundheit im Erwachsenenleben.

Zentraler Begriff der Bindungsanalyse: BINDUNG

Warum ist gerade die vorgeburtliche Bindung von außerordentlicher Bedeutung für die Bindung zwischen Mutter und Kind, sowie für die emotionale, Entwicklung des Babys und besonders die Entwicklung seines Gehirns?

Einer der führenden deutschen Neurobiologen und Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther erläutert die Bedeutung der vorgeburtlichen Erfahrungen und Erlebnisse folgendermaßen: „ Während seiner ersten neun Monate lernt ein Kind vermutlich weitaus mehr als im Verlauf seines gesamten späteren Lebens und was es bereits vor seiner Geburt an Bindungserfahrungen gelernt hat, ist offenbar ganz entscheidend für sein späteres Leben.“

Erlebt das Kind bereits vor seiner Geburt Bindungssicherheit, ist es in der Lage, schon früh ein Selbstbewusstsein zu entwickeln, das begleitet wird von der Erkenntnis des Selbstwertes.

Durch die Interaktionen mit der Mutter, durch die Bilder, die sie ihrem Baby schickt - unbewusst - jedoch im Rahmen der BA bewusst - macht das Baby die Erfahrung, dass es wahrgenommen wird. Es braucht ein Gegenüber, das ihm das spiegelt, dann erkennt es, dass es existiert!

Das Ungeborene bekommt alles mit, was seine Mutter beschäftigt, umtreibt, quält etc. also starke Emotionen wie Liebe und Hass, feinere Gefühlszustände wie Zweifel und Unentschiedenheit. Alles, was das Baby fühlt und wahrnimmt, formt seine Einstellung zum Leben, zu sich selbst und zu den Eltern. Ob es später überwiegend glücklich, traurig, angriffslustig, feige, selbstsicher oder von Angst gepeinigt sein wird, hängt größtenteils davon ab, welche Botschaften es in Bezug auf sich selbst im Mutterleib erhalten hat.

Nach den Erkenntnissen der modernen Entwicklungspsychologie, vor allem aber der Pränatalpsychologie wird die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes von der Zeugung an und die ganzen 9 Monate in der Gebärmutter geprägt. ( fetal imprinting/ programming). Bereits in der Schwangerschaft beginnt die werdende Mutter, die kindliche Seele zu formen und das beste Mittel hierfür ist eine tiefe, intensive, positive, emotionale Bindung! Sie ist Synonym dafür, dem ungeborenen Baby Geborgenheit, Schutz und Sicherheit zu geben und ihm Zuverlässigkeit und Fürsorge zu vermitteln.

Für Kinder, gleich ob vor oder nach der Geburt stellt Bindung ein absolutes Primärbedürfnis dar und wenn dieses Bedürfnis bereits vorgeburtlich erfüllt wird, ist eine wirkungsvollere Grundlage geschaffen für eine seelisch und körperlich stabile Gesundheit im Erwachsenenalter, die Erwachsene zu stabilen, harmonischen und friedfertigen Beziehungen befähigt.

Welche positiven Auswirkungen hat die vorgeburtliche Bindung?

Die mit der BA begleiteten Kinder entwickeln sich tatsächlich anders. Sie sind viel besser in der Lage, ihre Affekte und Emotionen zu regulieren und s ie können viel angemessener auf Stresssituationen reagieren Die Entwicklung der Fähigkeit zur Affektregulierung braucht sich wiederholende sichere, tragfähige Bindungserfahrungen, die über hinreichend gute Fürsorge erlebbar sind.

Die BA Babys erwerben laut Raffai das, was man Psycho-Sozialkompetenz nennt, das heisst sie sind viel empathischer und einfühlungsfähiger als andere Kinder! Sie entwickeln Selbstvertrauen, dadurch fühlen sie sich viel sicherer, die Welt um sie herum zu erkunden. Wenn z.B. Geschwister in denselben Kindergarten oder in dieselbe Schule gehen und das eine Kind ist während der Schwangerschaft mit der Bindungsanalyse begleitet worden und das andere nicht, so bestätigen Kindergärtnerinnen und Lehrer große Unterschiede im Lern- und Sozialverhalten!

Der Kanadier Thomas Verny, ein weiterer Experte auf dem Gebiet der Pränatalpsychologie beschreibt die Wirkung von vorgeburtlicher Bindung sehr eindrucksvoll: „Ein sicher gebundener Mensch hat zutiefst Selbstvertrauen, Er weiß, dass alles gut gehen wird. Er weiß es mit der wundervollen Sicherheit eines Menschen, der von der ersten Stufe des Bewusstseins an gesagt bekam, dass er gewünscht ist und geliebt wird. Solche Eigenschaften wie Optimismus, Vertrauen, Freundlichkeit und Extravertiertheit sprudeln dann ganz natürlich aus diesem Gefühl hervor! (Auszug aus Verny's Buch: „Das Leben vor der Geburt“)

Was kann die Förderung der vorgeburtlichen Bindung im Rahmen der Bindungsanalyse bewirken?

In erster Linie geht es bei der BA darum festzustellen, wie die Bindungsfähigkeit der werdenden Mutter beschaffen ist und deshalb gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der BindungsanalytikerInnen, diese Fähigkeit zu stärken, eventuell vorhandene Defizite aufzuspüren, nach ihren Ursachen zu suchen, und die Schwangere dazu anzuleiten, mentalen und emotionalen Kontakt zu ihrem Baby aufzunehmen.

Wenn die Bindungsfähigkeit der Schwangeren gestört ist, wird es ihr sehr schwer fallen, diesen Kontakt herzustellen. Also muss nach Blockaden geforscht werden und dazu dient eine sehr ausführliche Anamnese!

Eine unpersönliche, beziehungslose Einstellung zum Kind hat erhebliche und lebenslang andauernde Folgen für das Kind! Ablehnung, die zu Abtreibungsversuchen geführt hat, die der Embryo aber überlebt hat, gehören zu den traumatischsten Verletzungen, die einem ungeborenen Baby zugefügt werden können. Diese Babys leiden als Erwachsene ihr Leben lang unter Bindungslosigkeit, Verlassenheitsängsten, Panikgefühlen, Vernichtungsängsten.

Ich werde zum Schluss meines Vortrages eine sehr gelungene Bindungsanalyse schildern, die deutlich macht, wie die Anwendung dieser Methode bewirken kann, dass aus einer anfänglichen ablehnenden Haltung zu Beginn einer Schwangerschaft eine liebevolle Annahme des Babys möglich geworden ist.

Wie ist die Bindungsanalyse strukturiert, bzw. wie läuft sie ab?

Der beste Zeitpunkt für den Beginn einer Bindungsanalyse ist zwischen der 12 und 17. SSW. Sie kann allerdings auch etwas später beginnen.

In einem Erstgespräch wird die Schwangere nach den Gründen gefragt, warum sie zur Bindungsanalyse kommt, welche Erwartungen sie hat und welchen Zweck die Bindungsanalyse erfüllen soll. Sie erhält zudem eine ausführliche Erläuterung, was die BA alles beinhaltet und wie sie abläuft.

Als zweites wird eine sehr ausführliche Anamnese erstellt, auf die ich in Kürze näher eingehen werde. Das Ausfüllen der Anamnese kann zuweilen bis zu 4 Stunden dauern, je nachdem was die Schwangere an „Gepäck“ mitbringt.

Auf die Anamnese Erstellung folgen die sogenannten Babystunden. Üblicherweise treffen sich Schwangere und Bindungsanalytikerin einmal pro Woche, möglichst am selben Tag zur selben Zeit, damit sich das Baby an diese Regelmäßigkeit gewöhnt und sie zu einem festen Ritual wird. Auf diese Weise wird dem Baby Zuverlässigkeit vermittelt. Die einzelne Babystunde kann zwischen 45 und 60 Minuten dauern.

Zuerst erzählt die Schwangere, was sie in der Woche zuvor erlebt hat, eventuell aufgetretene Probleme werden besprochen, dann legt sich die Schwangere hin und wird von der Bindungsanalytikerin in einen Zustand der Tiefenentspannung geführt, wobei sie ihr bestimmte Instruktionen zur Kontaktaufnahme mit dem Baby gibt.

Dabei richtet die Schwangere ihre Aufmerksamkeit auf ihren Körper. In der Tiefenentspannung konzentriert sie sich auf Sinneseindrücke, Gefühle, Gedanken und Phantasien, die als symbolische Bilder auf ihrem inneren Bildschirm erscheinen können. Die werdende Mutter stellt sich auf das Baby und die inneren Bilder ein. Dadurch entsteht das, was Raffai als „ INNEREN DIALOG“ zwischen Mutter und Baby bezeichnet. Diese Interaktion und Verbindung funktioniert in beide Richtungen. Sie ist, wie Raffai es nannte, die "Nabelschnur beider Seelen".

Sobald die Verbindung mit dem Baby hergestellt ist, beginnt die werdende Mutter, ihrem Baby innere Bilder zu schicken und sie kann bildhafte Antworten vom Baby empfangen. Es kommt häufiger vor, dass es am Anfang für die Schwangere schwierig ist, die eigenen Bilder von den Bildern des Babys zu unterscheiden. Das ist ganz normal.

[...]

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Bindungsorientierte Begleitung in der Schwangerschaft (B.O.B.S.). Förderung der vorgeburtlichen Mutter-Kind-Bindung
Autor
Jahr
2021
Seiten
39
Katalognummer
V1156721
ISBN (eBook)
9783346543677
ISBN (Buch)
9783346543684
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vorgeburtliche Bindungsförderung, Schwangerschaftsbegleitung, Bindungsanalyse, Stärkung der Mutter-Baby-Bindung, Salutogenese
Arbeit zitieren
Christa Balkenhol-Wright (Autor:in), 2021, Bindungsorientierte Begleitung in der Schwangerschaft (B.O.B.S.). Förderung der vorgeburtlichen Mutter-Kind-Bindung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1156721

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