Ein bedeutsames Ziel der Europäischen Union ist die Schaffung eines gemeinsamen
Binnenmarktes. Hierbei ist die Schaffung eines integrierten Marktes innerhalb der Europäischen Union nicht als zeitlich begrenzte Aufgabe, sondern vielmehr als ein kontinuierlicher Prozess zu verstehen. Um eine einwandfreie Funktionalität des Binnenmarktes zu gewährleisten, wird die Europäische Binnenmarktpolitik regelmäßig auf Aktualität kontrolliert und gegebenenfalls werden wettbewerbsbeschränkende Vorschriften beseitigt. Ein gemeinsamer Binnenmarkt soll grundsätzlich durch die vier Grundfreiheiten (auch als Marktfreiheiten bezeichnet) realisiert werden. Hierzu zählen der freie Warenverkehr (Art. 23 ff. EGV), die Freizügigkeit (Art. 39 ff. EGV), der freie Dienstleistungsverkehr (Art. 49 ff. EGV) sowie der freie Kapital- und Zahlungsverkehr (Art. 55 ff. EGV) innerhalb der Europäischen Gemeinschaft.
Die Grundfreiheit der Freizügigkeit beinhaltet sowohl die Dienstleistungsfreiheit (Art. 49 EGV) als auch die Niederlassungsfreiheit (Art. 43 EGV), die eine herausragende Bedeutung für die einwandfreie Funktionalität des Binnenmarktes haben. Um Handelshemmnisse kontinuierlich zu
eliminieren, wurde insbesondere der Grundsatz der Niederlassungsfreiheit durch die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes konkretisiert und fortentwickelt.
Laut der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes bezüglich der Niederlassungsfreiheit sind die Mitgliedstaaten jetzt verpflichtet, die Rechtsformen und damit auch die Haftungsbeschränkungen von ausländischen Gesellschaften, die ihren Verwaltungssitz in ihr Hoheitsgebiet verlegen, anzuerkennen.
Aufgrund des Urteils erfolgt nicht nur ein Wettbewerb um die optimale Rechtsform innerhalb der Europäischen Union, sondern auch ein Steuerwettbewerb um den attraktivsten Standort. Die Besteuerung stellt einen wesentlichen Einflussfaktor auf die Standortentscheidung von Unternehmen dar. Steuern beeinflussen nicht nur unternehmerische Entscheidungen, sondern auch die Wettbewerbsposition von Unternehmen. Staaten versuchen grundsätzlich, durch eine vorteilhafte Steuerpolitik Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen zu nehmen und versuchen, Unternehmen zu bewegen, sich in ihrem Staatsgebiet niederzulassen.
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Inhaltsverzeichnis
- ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
- A. EINLEITUNG
- B. KÖRPERSCHAFTSTEUER
- STEUERPFLICHT
- VEREINIGTES KÖNIGREICH
- BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
- SCHEMA ZUR ERMITTLUNG DER STEUERLICHEN BEMESSUNGSGRUNDLAGE
- VEREINIGTES KÖNIGREICH
- BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
- STEUERSÄTZE
- VEREINIGTES KÖNIGREICH
- BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
- FREIBETRÄGE
- VEREINIGTES KÖNIGREICH
- BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
- STEUERPFLICHT
- C. GEWERBESTEUER (NUR IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND)
- STEUERPFLICHT
- ANPASSUNG DER STEUERLICHEN BEMESSUNGSGRUNDLAGE
- HINZURECHNUNGEN
- KÜRZUNGEN
- BERECHNUNG DER GEWERBESTEUER
- D. THESENFÖRMIGE ZUSAMMENFASSUNG
- ANHANG
- LITERATURVERZEICHNIS
- RECHTSQUELLENVERZEICHNIS
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Unternehmenssteuersätze für Kapitalgesellschaften im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, die Unterschiede in den Steuersystemen beider Länder aufzuzeigen und die Auswirkungen auf die Unternehmenssteuerlast zu beleuchten. Die Arbeit konzentriert sich auf die Körperschaftsteuer und die Gewerbesteuer (nur in Deutschland).
- Steuersätze und Steuerlast für Kapitalgesellschaften
- Vergleich der Steuersysteme im Vereinigten Königreich und in Deutschland
- Unterschiede in der Bemessungsgrundlage und den Freibeträgen
- Auswirkungen der Steuersysteme auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen
- Relevanz der Unternehmenssteuer für die Wirtschaftspolitik
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Thematik der Arbeit vor und erläutert die Relevanz des Themas. Im Kapitel B wird die Körperschaftsteuer in beiden Ländern analysiert. Dabei werden die Steuerpflicht, die Bemessungsgrundlage und die Steuersätze im Detail betrachtet. Kapitel C befasst sich mit der Gewerbesteuer in Deutschland. Hier werden die Steuerpflicht, die Anpassung der Bemessungsgrundlage und die Berechnung der Gewerbesteuer erläutert. Die Arbeit endet mit einer thesenförmigen Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Unternehmenssteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Vereinigtes Königreich, Bundesrepublik Deutschland, Steuersätze, Steuerlast, Bemessungsgrundlage, Freibeträge, Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheiden sich die Körperschaftsteuersätze in DE und UK?
Die Arbeit analysiert die spezifischen Steuersätze beider Länder und zeigt auf, wie diese die Standortattraktivität für Kapitalgesellschaften beeinflussen.
Gibt es im Vereinigten Königreich eine Gewerbesteuer?
Nein, die Gewerbesteuer ist eine Besonderheit des deutschen Steuersystems, die in der Arbeit detailliert für die Bundesrepublik Deutschland erläutert wird.
Was ist die „Niederlassungsfreiheit“ in der EU?
Sie erlaubt es Unternehmen, ihren Sitz innerhalb der EU frei zu wählen, was zu einem Wettbewerb der Mitgliedstaaten um die attraktivsten Steuersysteme führt.
Wie wird die steuerliche Bemessungsgrundlage ermittelt?
Die Arbeit vergleicht die Schemata zur Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns und beleuchtet Unterschiede bei Hinzurechnungen und Kürzungen.
Welche Rolle spielen Freibeträge bei der Unternehmenssteuer?
Freibeträge können die effektive Steuerlast mindern; die Arbeit stellt die länderspezifischen Regelungen für Deutschland und das Vereinigte Königreich gegenüber.
Warum ist die Steuerpolitik für die Standortentscheidung wichtig?
Steuern beeinflussen direkt die Wettbewerbsposition eines Unternehmens; Staaten nutzen vorteilhafte Steuersätze, um Ansiedlungen zu fördern.
- Citation du texte
- Thilo Grabo (Auteur), 2008, Analyse der Unternehmensteuersätze für Kapitalgesellschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115683