Das Ziel der Untersuchung soll sein, einen Beitrag dazu zu leisten, die Transparenz in Bezug auf Thematiken rund um den Aufsichtsrat zu erhöhen. Es soll mit Hilfe von empirischen Untersuchungen ein Teilbereich untersucht, mit den bisherigen Erkenntnissen abgeglichen und die gewonnenen Ergebnisse analysiert und interpretiert werden. Die Forschungsfrage wird in diesem Zusammenhang lauten, welche Determinanten die Vergütung des Aufsichtsrats in Unternehmen des deutschen Prime Standards bestimmen und wie signifikant diese sind. Hierbei wird nicht versucht, die Gesamtheit aller möglichen Determinanten zu bestimmen, sondern es wird der statistische Einfluss einiger ausgewählter Einflussgrößen untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Relevanz der Untersuchung
1.2 Zielsetzung und Aufbau
2 Theoretische Grundlagen und Stand der Forschung
2.1 Prinzipal-Agent-Theorie
2.2 Corporate Governance
2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.4 Aufsichtsratstätigkeit
2.5 Aufsichtsratsvergütung
2.6 Literaturüberblick
3 Forschungsansatz
3.1 Unternehmenskreis
3.2 Determinanten der Aufsichtsratsvergütung
3.3 Hypothesenbildung
3.4 Variablenstruktur
3.5 Aufsichtsratsvergütung als abhängige Variable
3.6 Determinanten der Vergütung als unabhängige Variablen
3.6.1 Unternehmensgröße
3.6.2 Unternehmensperformance
3.6.3 Aufsichtsratscharakteristik
3.6.4 Kontrollvariablen
4 Empirische Untersuchung
4.1 Modell
4.2 Regressionsdiagnostik
4.3 Datenaufbereitung und -bewertung
4.4 Ergebnisse und Interpretation
5 Schlussbetrachtung
5.1 Limitationen der Untersuchung
5.2 Zusammenfassung
5.3 Fazit
5.4 Ausblick und weiterer Forschungsbedarf
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Master-Thesis untersucht die wesentlichen Determinanten, die die Vergütung von Aufsichtsratsmitgliedern in Unternehmen des deutschen Prime Standards bestimmen. Ziel ist es, durch empirische Regressionsanalysen den statistischen Einfluss ausgewählter Unternehmens- und Gremienvariablen auf die Vergütungshöhe zu quantifizieren, um so zur Transparenz in diesem selten diskutierten Bereich beizutragen.
- Analyse der Prinzipal-Agent-Theorie im Kontext der Aufsichtsratsvergütung
- Einfluss der Unternehmensgröße auf die Vergütungsstruktur
- Korrelation zwischen Unternehmensperformance und variablen Vergütungsbestandteilen
- Bedeutung der Aufsichtsratscharakteristik (z.B. Diversität, Gremiengröße)
- Überprüfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)
Auszug aus dem Buch
2.1 Prinzipal-Agent-Theorie
Die Prinzipal-Agent-Theorie ist ein wissenschaftliches Modell der neuen Institutionenökonomik. Diese versteht die Wirtschaftsbeteiligten wie Unternehmen, Märkte und Regierungen aber auch Gesetze und Regeln aller Art als Institutionen und untersucht ihre Wechselwirkungen. Folgende Abbildung zeigt das Modell grafisch:
Im Kern geht es bei dem Modell um die Beziehung zwischen zwei Individuen, dem Prinzipal und dem Agenten. Der Prinzipal ist ein Auftraggeber, der den Auftragnehmenden, den Agenten, engagiert. In dieser Konstellation liegt das Eigentum in der Gewalt des Prinzipals aber die Handlungsgewalt beim Agenten, woraus der sogenannte Agenturkonflikt entsteht. Es versuchen beide mit möglichst geringem Risiko und Kapitaleinsatz das Maximum an Gewinn zu erwirtschaften und ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Der Agent versucht mit möglichst geringem Aufwand seine Dienstleistung für den Prinzipal zu erbringen, der wiederum nach einer möglichst hohen Dienstleistungsqualität bei möglichst niedriger Vergütung verlangt. In der Praxis wäre dies im Verhältnis zwischen Aktionären und Vorstand der Fall, weswegen der Aufsichtsrat treuhänderisch den Vorstand überwacht.
Weiter verschärft wird dieser Konflikt dadurch, dass der Agent dem Prinzipal gegenüber einen Wissensvorsprung hat, da dieser der Spezialist im operativen Bereich ist und das Eigentum des Prinzipals verwaltet bzw. verwendet. Besondere Bedeutung kommt der Rolle des Aufsichtsrats in diesem Kontext zu, da seine Einordnung in diese Theorie nicht eindeutig funktioniert. Der Aufsichtsrat fungiert als Agent der Aktionäre und gleichzeitig als Prinzipal des Vorstands.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung der Aufsichtsratsvergütung ein, begründet deren wissenschaftliche Relevanz und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2 Theoretische Grundlagen und Stand der Forschung: Hier werden der theoretische Rahmen durch die Prinzipal-Agent-Theorie, rechtliche Vorgaben wie das Aktiengesetz und der DCGK sowie der aktuelle Forschungsstand dargelegt.
3 Forschungsansatz: Dieses Kapitel beschreibt die Selektion des Unternehmenskreises, die Ableitung der Hypothesen sowie die Struktur der untersuchten Variablen.
4 Empirische Untersuchung: Der Kern der Arbeit umfasst die Regressionsanalyse, die Regressionsdiagnostik zur Datenprüfung und die Interpretation der statistischen Ergebnisse.
5 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel reflektiert die Limitationen der Studie, fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Aufsichtsratsvergütung, Corporate Governance, Prinzipal-Agent-Theorie, Aktiengesetz, Prime Standard, Unternehmensperformance, Unternehmensgröße, Regressionsanalyse, Aufsichtsrat, Vergütungssysteme, Agency-Kosten, Transparenz, Vorstandsüberwachung, Diversität, Kapitalmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die Einfluss auf die monetäre Entlohnung von Aufsichtsratsmitgliedern bei börsennotierten Unternehmen des deutschen Prime Standards haben.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Neben der Vergütung stehen rechtliche Rahmenbedingungen, Corporate Governance Strukturen, die Rolle des Aufsichtsrats als Kontrollorgan und die Auswirkung ökonomischer Kennzahlen auf die Vergütung im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erhöhung der Transparenz in Bezug auf die Determinanten der Aufsichtsratsvergütung durch empirische Validierung bestehender Hypothesen mit Hilfe aktueller Daten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine multiple lineare Regressionsanalyse durchgeführt, um den statistischen Zusammenhang zwischen der Vergütung pro Kopf (abhängige Variable) und verschiedenen Unternehmens- sowie Gremienvariablen (unabhängige Variablen) zu prüfen.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Vergütungsdeterminanten, die Definition eines Forschungsmodells sowie die empirische Auswertung und Diagnose des gewählten Regressionsmodells.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Aufsichtsratsvergütung, Corporate Governance, Prinzipal-Agent-Theorie, Unternehmensperformance und der Prime Standard.
Welchen Einfluss hat die Unternehmensgröße auf die Vergütung laut der Untersuchung?
Die Untersuchung zeigt ein heterogenes Bild; während die Marktkapitalisierung eine klare Signifikanz aufweist, ist der Einfluss der Bilanzsumme weniger konsistent über alle Indizes hinweg signifikant.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Frauenquote im Aufsichtsrat?
Der Frauenanteil im Aufsichtsrat wurde als Indikator für Diversität untersucht und zeigt im Gesamtmodell eine hohe Signifikanz als Determinante für die Vergütung.
Warum ist das Thema für die aktuelle Wirtschaftslage relevant?
Angesichts von Skandalen wie dem Fall Wirecard steht die Kontrollfunktion des Aufsichtsrats stärker in der öffentlichen Kritik, was Fragen zur Transparenz und Angemessenheit der Vergütung aufwirft.
Inwieweit schränkt die Datenlage die Ergebnisse ein?
Da die Daten primär aus Geschäftsberichten stammen, können nur quantifizierbare Faktoren analysiert werden; individuelle qualitative Merkmale der Mandatsträger bleiben oft unberücksichtigt, was die Modellgüte limitiert.
- Quote paper
- Daniel Schneegaß (Author), 2021, Determinanten der Aufsichtsratsvergütung von Unternehmen des deutschen Prime Standard, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1157230