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Musterhaftigkeit im Sprachgebrauch deutscher Politiker im Corona-Diskurs. Argumentationsmuster, Metaphern und Phraseologismen

Title: Musterhaftigkeit im Sprachgebrauch deutscher Politiker im Corona-Diskurs. Argumentationsmuster, Metaphern und Phraseologismen

Master's Thesis , 2021 , 84 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Lisa Krack (Author)

German Studies - Linguistics
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Im Fokus dieser Masterarbeit steht die Frage, wie PolitikerInnen ein Krisenbewusstsein etablieren, d. h., wie sie in ihren Reden der deutschen Bevölkerung sprachlich vermitteln, dass die Bundesrepublik Deutschland sich momentan in einer sowohl sanitären als auch wirtschaftlichen Krise befindet, was Charakteristika, Ursachen und mögliche Folgen
derselben sind, und wie sie vorhaben, gegen das Virus vorzugehen, um den Normalzustand schnellstmöglich wiederherzustellen. Um Einblicke in das konstruierte Wissen und die Gewohnheiten des Denkens, Fühlens und Wollens von SprachteilhaberInnen in der Corona-Krise zu bekommen, wird der Sprachgebrauch von PolitikerInnen im Corona-Diskurs untersucht. Hierfür werden stenografische Berichte von Bundestagssitzungen als Unterlagen herangezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsüberblick

3. Politolinguistik

4. Textsorte

5. Methode

5.1. Diskursanalyse

5.2. Korpus

5.3. Untersuchungskategorien

5.3.1. Argumentationsmuster/Topoi

5.3.2. Topologische Diskursformation

5.3.3. Metaphorik

5.3.4. Phraseologie

6. Analyse: Erster Lockdown-Diskurs

6.1. Datentopoi

6.1.1. Zahlentopos

6.1.2. Geschichtstopos

6.1.3. Abhängigkeitstopos

6.1.4. Topos der ungewissen Lage

6.1.5. Topos der düsteren Gegenwartsdiagnose

6.1.6. Topos der düsteren Zukunftsprognose

6.2. Topoi der Ursache

6.2.1. Topos der Angstverbreitung

6.2.2. Topos vom Staats- und Politikversagen/Politikerversagen

6.3. Finaltopoi

6.3.1. Arbeitsplatztopos

6.3.2. Lockdown-Topos

6.4. Topoi der Maxime

6.4.1. Solidaritätstopos

6.4.2. Topos der Eigenverantwortung

7. Vergleich: Zweiter Lockdown-Diskurs

7.1. CDU/CSU-Fraktion

7.2. AfD-Fraktion

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Politikerinnen und Politiker während der Corona-Pandemie sprachlich ein Krisenbewusstsein konstruieren und legitimieren, wobei der Fokus auf den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen der CDU/CSU- und der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag liegt.

  • Diskurslinguistische Analyse von Parlamentsreden in der Corona-Krise
  • Untersuchung von Argumentationsmustern, Metaphorik und Phraseologie
  • Vergleich der Krisenkommunikation zwischen Regierungsfraktion und Opposition
  • Erfassung von Mustern der Wirklichkeitskonstruktion und Legitimation
  • Analyse des Einflusses der Pandemie auf den politischen Sprachgebrauch

Auszug aus dem Buch

6.1.1. Zahlentopos

Seit Beginn der COVID-19-Pandemie lässt sich, vor allem in der medialen Berichterstattung, eine Omnipräsenz von Zahlen erkennen. Tagtäglich werden die Menschen über den Stand der Dinge informiert. Dabei werden sie mit Begriffen wie R-Wert oder Inzidenzwert konfrontiert und über Neuinfektionen, Genesene und Todesfälle aufgeklärt. Auch in den Parlamentsreden wird in Bezug auf die aktuelle Situation immer wieder auf Zahlen referiert. Folgende Aussage der CSU-Politikerin Karin Staffler verdeutlicht die Bedeutung von Zahlen während der Pandemie:

„Zahlen spielen in diesen Tagen ja eine ganz besondere Rolle. Ich glaube, wir alle werfen täglich einen besorgten Blick auf die Entwicklung der Zahl der Infizierten. Wir diskutieren über die mögliche Dunkelziffer, und natürlich bedauern wir auch jeden Tag die leider weiterhin steigenden Zahlen der Toten, von denen – das muss man auch mal sagen – jeder Einzelne einer zu viel ist.“ (Staffler CDU/CSU 07.05.20: 19539 B)

Jens Spahn leitet seine Rede mit der Angabe aktueller Fallzahlen ein: „Aus der Coronaepidemie in China ist eine weltweite Pandemie geworden. In Europa gibt es inzwischen mehr als 3000 bestätigte Infektionen, bei uns in Deutschland 240, die meisten in Nordrhein-Westfalen.“ (Spahn CDU/CSU 04.03.20: 18438 A) Mit diesen Informationen trägt der Bundesminister für Gesundheit zur Etablierung eines Faktenwissens über die Pandemie bei, da der Zuhörerschaft durch solche Aussagen vermittelt wird, dass eine Krise vorliegt, von der auch das eigene Land betroffen ist. Der Zahlentopos tritt hier in die Argumentation stützender Funktion auf, da durch das Anführen hoher Zahlen der Ernst der gegenwärtigen Lage (Topos der düsteren Gegenwartsdiagnose) betont und zugleich Handlungsbedarf impliziert wird: Weil die Zahlen belegen, dass das Virus sich auch in Deutschland ausbreitet, müssen Maßnahmen zur Eindämmung getroffen werden. Die Bezugnahme auf Zahlen sichert die Glaubwürdigkeit der Argumentation, da es sich um nicht hinterfragbare Fakten handelt, wodurch strenge Maßnahmen bei der Zuhörerschaft eher auf Akzeptanz stoßen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den sprachlichen Einfluss der Coronapandemie auf Politik und Gesellschaft und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit.

2. Forschungsüberblick: Gibt einen Abriss über die bereits vorhandenen, oft populärwissenschaftlichen Beiträge zur Sprache in der Corona-Krise.

3. Politolinguistik: Definiert das Forschungsfeld und beleuchtet die enge Verflechtung von politischem Handeln und sprachlicher Gestaltung.

4. Textsorte: Erläutert die Relevanz der Parlamentsrede als zentrale Legitimationsform im politischen Prozess.

5. Methode: Beschreibt den diskurslinguistischen Ansatz, das Korpus der stenografischen Berichte und die gewählten Untersuchungskategorien.

6. Analyse: Erster Lockdown-Diskurs: Analysiert detailliert die verwendeten Topoi wie Zahlentopos, Ursachen- und Finaltopoi während der ersten Pandemiephase.

7. Vergleich: Zweiter Lockdown-Diskurs: Vergleicht die Argumentationsmuster und rhetorischen Strategien der Fraktionen in der späteren Phase der Pandemie.

8. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die strategische Nutzung von Sprache sowie die Unterschiede in der Argumentation der Fraktionen hervor.

Schlüsselwörter

Politolinguistik, Corona-Krise, Parlamentsreden, Diskursanalyse, Topos, Argumentationsmuster, Phraseologie, Metaphorik, Lockdown, Legitimation, Wirklichkeitskonstruktion, Krisenkommunikation, CDU/CSU, AfD, Musterhaftigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht linguistisch, wie Politikerinnen und Politiker des Deutschen Bundestages die Corona-Pandemie in ihren Reden thematisieren und welche sprachlichen Strategien sie zur Krisenbewältigung und Legitimation einsetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Verwendung von Topoi (Argumentationsmustern), die Bedeutung von Metaphern sowie der Einsatz von Phraseologismen im parlamentarischen Diskurs während der ersten beiden Lockdowns.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzudecken, wie Politikerinnen und Politiker durch Sprache ein Krisenbewusstsein erzeugen und dabei Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten in der Argumentation zwischen der Regierungsfraktion (CDU/CSU) und der Oppositionsfraktion (AfD) aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die diskurslinguistische Methode, insbesondere die Analyse von "herausragend relevanten Diskurs-Konstituenten" wie Lexik, Metaphorik und Argumentation, basierend auf dem Modell der topologischen Diskursformation.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Datentopoi, der Ursachen- und Finaltopoi im ersten Lockdown-Diskurs sowie einen vergleichenden Abschnitt, der diese Erkenntnisse auf den zweiten Lockdown-Diskurs überträgt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Politolinguistik, Corona-Diskurs, Parlamentsreden, Topos, Argumentationsmuster und Metaphorik.

Wie unterscheidet sich die Argumentation von CDU/CSU und AfD beim Thema Zahlen?

Die CDU/CSU nutzt den Zahlentopos meist zur Legitimation von Maßnahmen, während die AfD hohe Zahlen primär heranzieht, um die Passivität der Regierung zu kritisieren und alternative Maßnahmen zu fordern.

Welche Rolle spielen Kriegs- und Katastrophenmetaphern?

Diese Metaphern dienen dazu, die Krise als lebensbedrohlich zu rahmen und dadurch scharfe, aber alternativlos wirkende politische Eingriffe im parlamentarischen Diskurs zu rechtfertigen.

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Details

Title
Musterhaftigkeit im Sprachgebrauch deutscher Politiker im Corona-Diskurs. Argumentationsmuster, Metaphern und Phraseologismen
College
University of Trier
Grade
1.3
Author
Lisa Krack (Author)
Publication Year
2021
Pages
84
Catalog Number
V1157378
ISBN (PDF)
9783346554130
ISBN (Book)
9783346554147
Language
German
Tags
Muster Musterhaftigkeit Diskurs Diskurslinguistik Corona Pandemie Krisendiskurs Diskursanalyse Topos Topoi Argumentationsmuster Metapher Metaphern Politik Argumente Phraseologie Phraseologismen Sprachgebrauch Politiker CDU AfD Lockdown Politolinguistik Parlamentsdebatte Plenarprotokoll
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Krack (Author), 2021, Musterhaftigkeit im Sprachgebrauch deutscher Politiker im Corona-Diskurs. Argumentationsmuster, Metaphern und Phraseologismen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1157378
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