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Acht und Bann - Der lange Weg zur Toleranz

Title: Acht und Bann - Der lange Weg zur Toleranz

Seminar Paper , 2001 , 26 Pages , Grade: gut (15 Punkte)

Autor:in: Dr. Markus Schrödl (Author)

Law - Philosophy, History and Sociology of Law
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Das Thema wurde im Seminar "Der Lange Weg zur Toleranz" bearbeitet und handelt von der kaiserlichen Acht sowie dem kirchlichen Bann, die als Ungehorsams- bzw. Zwangsstrafen den Widerspenstigen durch Ausschluss aus der Gemeinschaft zur Buße zwingen sollten. Im II. und III. Kapitel werden der Ursprung sowie die verschiedenen Formen von Acht und Bann näher behandelt, während in Kapitel IV. und V. deren Einzelheiten (Gründe, Verhängung, Wirkungen sowie jeweilige Lösungsformen) erläutert werden. Im Anschluss daran wird in Kapitel VI. das Zusammenwirken von Acht und Bann beschrieben, das in gemeinsamen strafbewehrten Taten sowie der gegenseitigen Unterstützung der weltlichen und kirchlichen Institution bei der Durchsetzung der jeweiligen Strafe zum Ausdruck kam. Die Arbeit schließt mit einer Darstellung des § 22 der Wahlkapitulation Karls V. und des Verfahrens gegen Luther sowie der dadurch bedingten, abschwächenden Entwicklung von Acht und Bann ab. Ihr Bedeutungswegfall wird heute als weiterer Meilenstein auf dem Wege zur religiösen Toleranz gesehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Wesen

II. Ursprung

1.) Acht

2.) Bann

III. Formen

1.) Acht

a) Acht bzw. Reichsacht

b) Verfestung

c) Privation

2.) Bann

a) kleiner und großer Bann

b) Interdikt

c) Suspension

IV. Einzelheiten zum Bann

1.) Banngründe

2.) Bannverhängung

a) Allgemeine Voraussetzungen

b) Vorgang beim Anathem

aa) Glockenläuten

bb) Entkleiden der Altäre

cc) Anathemsentzen

dd) Auslöschen der Kerzen

ee) Schließen der Kirchentür

ff) Anschlagen der Namen an die Kirchentür und Verkündigung in den Nachbardiözesen

gg) Vereinzelt auftretende Riten

3.) Folgen bzw. Wirkungen der Exkommunikation

a) Religiöser Verkehr

b) Bürgerlicher Verkehr

c) Bürgerliche Rechtsunfähigkeit

d) Der Verlust der communicatio forensis

aa) Richteramt

bb) Klagerecht

e) Ausschluß von den Akten der freiwilligen Gerichtsbarkeit

f) Wirkungen auf dem Gebiete des öffentlichen Rechts

g) Versagung des kirchlichen Begräbnis

4.) Die Lösung vom Bann

a) Lösung des Lebenden

b) Lösung des Gestorbenen

V. Einzelheiten zur Acht

1.) Achtgründe

a) Delikte des Landfriedensbruchs

b) Fälle der Contumacia

2.) Achtverhängung

a) Mögliche Subjekte

b) Eintritt der Acht

c) Zuständigkeit

d) Vorgang

3.) Wirkungen der Acht

a) Persönliche Folgen

b) Vermögensrechtliche Folgen

4.) Die Lösung aus der Acht

a) Lösung aus der Acht wegen Missetat

b) Lösung aus der Acht wegen Ungehorsams

c) Verfahren

d) Die Wirkung der Absolution

VI. Das Zusammenwirken von Acht und Bann

1.) Taten, die von Acht und Bann bedroht waren

2.) Gegenseitige Nachfolge von Acht und Bann

VII. § 22 der Wahlkapitulation Karls V. und das Verfahren gegen Luther

1.) Inhalt des § 22 der Wahlkapitulation Karls V.

2.) Das Verfahren gegen Luther

3.) Weitere Entwicklung von Acht und Bann

a) Entwicklung des Banns

b) Entwicklung der Acht

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die rechtshistorische Entwicklung und die gesellschaftlichen Auswirkungen von Acht und Bann als Instrumente der Ausgrenzung und Sanktionierung im Mittelalter und der frühen Neuzeit.

  • Ursprung und theoretische Fundierung von Acht und Bann
  • Verfahrensweisen und rituelle Aspekte bei der Verhängung
  • Rechtliche Folgen für die betroffenen Subjekte (Achtung und Exkommunikation)
  • Die Verknüpfung von geistlicher und weltlicher Strafgewalt
  • Historische Fallbeispiele, insbesondere das Verfahren gegen Martin Luther

Auszug aus dem Buch

II. Ursprung

1.) Acht

Die Acht gilt nach der heute noch allgemein herrschenden Meinung als eine alte gemeingermanische Institution und als Grundlage der germanischen Rechts. Nach Auffassung der Germanen war der Friede die Grundlage des Rechts. Der Gemeinde- und Volksverband strebte nach und gestattete diesen Frieden und damit den unantastbaren Schutz der Person und des Eigentums innerhalb des Gemeinde- bzw. Volkgebiets. Wer ein Verbrechen, später gewisse schwere Verbrechen verübte, wurde wegen des in dem begangenen Verbrechens liegenden Treubruchs aus dieser ausgeschlossen und sozusagen friedlos. Er verlor infolgedessen nicht nur dem vom Verband zugebilligten Rechtsschutz und wurde zu einem völlig Fremden, sondern auch als Feind des Friedens und damit seines Volkes angesehen (3).

2.) Bann

Schon im alten Testament bringt das Wort "Cherem" als Bezeichnung für den Bann zum Ausdruck, daß der Gegenstand den gemeinen Gebrauch gänzlich entzogen und der Gottheit unwiderruflich zu ausschließlicher Verfügung übergeben wird. Der Bann war im Ursprung eine Weihe von Kriegsgefangenen und Beutegut und wurde erst in späteren Jahren zu einem Sanktionsmittel umgeformt, indem man ihn über die heidnischen Völker auf Grund schwerer Gesetzesverstöße und Abgötterei verhängte. Gebannt wurde ebenso, wer den Bann nicht beachtete, z.B. etwas Gebanntes behielt und wer ihn nicht vollstreckte (4).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Wesen: Definiert Acht und Bann als Zwangsmittel zur Durchsetzung von Gehorsam und zur sozialen Ausgrenzung.

II. Ursprung: Erläutert die germanischen Wurzeln der Acht als Friedlosigkeit und die biblischen Hintergründe des Bannes als Weihe bzw. Sanktion.

III. Formen: Unterscheidet zwischen verschiedenen Abstufungen wie Reichsacht, Oberacht, Interdikt und dem großen/kleinen Bann.

IV. Einzelheiten zum Bann: Detailliert die rituellen Abläufe der Bannverhängung, die rechtlichen Folgen und die Möglichkeiten der Wiederaufnahme (Lösung vom Bann).

V. Einzelheiten zur Acht: Beschreibt die Gründe, den Ablauf der Verhängung, die Folgen für das Vermögen und die Person sowie das Absolutionsverfahren.

VI. Das Zusammenwirken von Acht und Bann: Analysiert die enge Kooperation zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt zur Absicherung der Rechtsordnung.

VII. § 22 der Wahlkapitulation Karls V. und das Verfahren gegen Luther: Diskutiert die rechtliche Begrenzung dieser Zwangsmittel im Kontext der Reformation und die Entwicklung im 16. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Acht, Bann, Reichsacht, Exkommunikation, Friedlosigkeit, Mittelalter, Rechtsgeschichte, Kirchenrecht, Landfriedensbruch, Absolution, Reichskammergericht, Martin Luther, Wahlkapitulation, Zwangsmittel, Sanktionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die rechtshistorische Bedeutung, Entwicklung und Anwendung der Rechtsinstitute Acht und Bann sowie deren Funktion als Zwangsmittel im Mittelalter.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung umfasst die Herkunft der Begriffe, die rituellen Verfahren bei der Verhängung, die rechtlichen und sozialen Folgen für die Betroffenen sowie die Interaktion zwischen Kirche und Kaiserreich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den "langen Weg zur Toleranz" durch die Analyse jener Instrumente aufzuzeigen, die zur Ausgrenzung von Individuen aus der Rechtsgemeinschaft genutzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine rechtsgeschichtliche Analyse, die sich primär auf die Auswertung historischer Quellen, Gesetzestexte und die einschlägige Fachliteratur stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Acht und Bann, deren spezifische Wirkungen auf das bürgerliche und kirchliche Leben sowie das Zusammenwirken dieser beiden Machtinstanzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Reichsacht, Bann, Exkommunikation, Friedlosigkeit, Landfriedensbruch und das Verfahren gegen Martin Luther.

Warum war der soziale Ausschluss durch den Bann so wirksam?

Der Bann isolierte den Betroffenen vollständig vom sozialen, kirchlichen und bürgerlichen Leben, was in einer eng vernetzten mittelalterlichen Gesellschaft einem sozialen Tod gleichkam.

Welche Rolle spielte § 22 der Wahlkapitulation Karls V.?

Diese Bestimmung diente als rechtlicher Schutzmechanismus, der verhinderte, dass die Reichsacht ohne vorheriges ordentliches Gerichtsverfahren verhängt werden konnte, was insbesondere für den Fall Luther von großer Bedeutung war.

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Details

Title
Acht und Bann - Der lange Weg zur Toleranz
College
University of Regensburg  (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Kirchenrecht und europ. Rechtsgeschichte)
Course
Seminar Prof.Dr. Hans-Jürgen Becker "Der lange Weg zur Toleranz"
Grade
gut (15 Punkte)
Author
Dr. Markus Schrödl (Author)
Publication Year
2001
Pages
26
Catalog Number
V115741
ISBN (eBook)
9783640171019
ISBN (Book)
9783640172863
Language
German
Tags
Acht Bann Toleranz Seminar Prof Hans-Jürgen Becker Toleranz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Markus Schrödl (Author), 2001, Acht und Bann - Der lange Weg zur Toleranz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115741
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