Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema „außerschulische Lernorte im Ethikunterricht“. Hierbei geht es um den Besuch einer Gerichtsverhandlung mit einer Hauptschulklasse. Dieser Besuch ist in eine große Unterrichtseinheit zum Thema Gerechtigkeit eingebettet. Der erste Teil der Hausarbeit befasst sich mit dem theoretischen Aspekt von Exkursionen im Unterricht. Hierbei werden unter anderem Vor- und Nachteile sowie didaktische Gesichtspunkte von Exkursionen aufgezeigt. Des Weiteren wird auf die Verwirklichung didaktischer Prinzipien eingegangen und die Arbeitsweisen und Arbeitstechniken während der Gerichtsverhandlung näher betrachtet. Das Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit liegt auf der theoretischen Planung, bezüglich der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Gerichtsbesuches.
Die Lernziele im kognitiven und affektiven Bereich dieser Unterrichtseinheit werden im anschließenden Teil der Hausarbeit aufgeführt.
2. Ausgangspunkt der Unterrichtseinheit
Die Hauptschulklasse, für die diese Unterrichtseinheit konzipiert ist, hatte bis zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der anderen Schulfächer nur wenig Kontakt mit dem Thema „Gerechtigkeit“. Der Hessische Lehrplan für die Hauptschule sieht die Durchführung des Themas in der achten Klasse vor. Das Durchschnittsalter der Schülerinnen und Schüler liegt zwischen 13 und 14 Jahren. Es ist zu erwarten, dass ein bzw. mehrere SuS in diesem Alter schon mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Daher ist das Gelingen dieser Unterrichtseinheit von enormer Bedeutung für den weiteren Werdegang der heranwachsenden Jugendlichen. Der Gerichtsbesuch soll im günstigsten Fall der Abschreckung dienen und zudem die Jugendlichen bei Fehlverhalten auf die möglichen Konsequenzen hinweisen. Der Lehrplan stellt für das Thema „Gerechtigkeit“ einen Querverweis zum Fach PoWi her. In diesem Unterrichtsfach soll ebenfalls in der achten Klasse das Thema „Jugend im Rechtsstaat“ behandelt werden. Im Lehrplan ist eine Verknüpfung dieser beiden Themen vorgesehen. Dies soll die Nachhaltigkeit und den Erkenntnisprozess der SuS fördern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausgangspunkt der Unterrichtseinheit
2.1. Mögliche Probleme beim Besuch einer Gerichtsverhandlung
2.2. Didaktische Legitimierung dieses außerschulischen Lernortes
2.3. Verwirklichung der didaktischen Prinzipien
2.4. Einsatzmöglichkeiten der Exkursion
3. Grundlagen für die Erarbeitung
3.1. Arbeitsweisen für die Exkursion
3.2. Arbeitstechniken bei der Exkursion
4. Verlauf der Exkursion
4.1. Vorbereitung des Lehrers
4.2. Vorbereitung im Unterricht
4.2.1. Inhaltliche Vorbereitung
4.2.2. Organisatorische Vorbereitung
4.3. Situation während der Verhandlung
4.4. Nachbereitung der Exkursion
5. Ziele der Unterrichtseinheit
5.1. Allgemeine Erziehungsziele
5.2. Lernziele
6. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, den Gerichtsbesuch als außerschulischen Lernort im Ethikunterricht theoretisch zu fundieren und praktisch für eine Hauptschulklasse zu planen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der didaktischen Planung sowie der Vor-, Durch- und Nachbereitung einer Gerichtsverhandlung, um das Thema „Gerechtigkeit“ für Schülerinnen und Schüler erfahrbar zu machen.
- Didaktische Legitimation von Exkursionen
- Strukturierung von Vorbereitungsphasen im Unterricht
- Einsatz handlungsorientierter Lernmethoden
- Förderung der Rechtserziehung und des Sozialen Lernens
- Methoden der Reflexion und Ergebnissicherung
Auszug aus dem Buch
2.1. Mögliche Probleme beim Besuch einer Gerichtsverhandlung
In Bezug auf die Informationsbeschaffung nehmen die SuS bei einer Gerichtsverhandlung vorwiegend eine passiv-rezeptive Rolle ein. Sie sitzen im Zuschauerbereich und verfolgen den Ablauf der Verhandlung. Die SuS haben nur die Möglichkeit Beobachtungen, Fragen und Skizzen festzuhalten. Diese Aufzeichnungen sollten im nachfolgenden Unterricht besprochen werden.
Im Anschluss an die Verhandlung soll ein Gespräch mit einem Richter oder Richterin folgen. Hierbei haben die SuS die Möglichkeit, Fragen z. B. zur Verhandlung oder zum Urteil zu stellen.
Neben der Schwierigkeit, dass die SuS eine zu passiv-rezeptive Rolle einnehmen, besteht ein anderes mögliches Problem darin, dass die SuS den Ablauf der Besichtigung nicht aktiv nach ihren Vorstellungen gestalten können. Dies liegt darin begründet, dass eine Gerichtsverhandlung nach strengen Vorschriften und Richtlinien abläuft, die nicht unterbrochen werden können. Darüber hinaus kann es auch vorkommen, dass die SuS durch die Fülle an Eindrücken überfordert werden, was in Folge dessen zu einer kognitiven Überforderung führen kann. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, erfolgt eine umfangreiche Reflexion des Gerichtsbesuches. Nichtsdestotrotz überwiegen im Großen und Ganzen die Vorteile dieser Makromethode.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Hausarbeit thematisiert die theoretische Planung eines Gerichtsbesuchs als außerschulischer Lernort, eingebettet in eine Unterrichtseinheit zum Thema Gerechtigkeit.
2. Ausgangspunkt der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit des Gerichtsbesuchs für Hauptschüler im Alter von 13-14 Jahren und verknüpft das Thema mit dem Lehrplan und dem Fach PoWi.
3. Grundlagen für die Erarbeitung: Hier werden die methodischen Ansätze erläutert, insbesondere Sozialformen und Arbeitstechniken wie Beobachtungsraster für die Exkursion.
4. Verlauf der Exkursion: Dieses zentrale Kapitel gliedert die Exkursion in die Phasen der Vorbereitung durch den Lehrer und im Unterricht, die Durchführung vor Ort sowie die strukturierte Nachbereitung.
5. Ziele der Unterrichtseinheit: Die Lernziele werden in kognitive, affektive und psychomotorische Bereiche unterteilt, wobei die affektive Verinnerlichung von Werten im Fokus steht.
6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird betont, dass der Lernort Gericht Hemmschwellen abbaut und durch die aktive Rolle der Schüler einen hohen nachhaltigen Lernerfolg ermöglicht.
Schlüsselwörter
Außerschulischer Lernort, Gerichtsverhandlung, Gerechtigkeit, Ethikunterricht, Didaktische Prinzipien, Exkursion, Handlungsorientierung, Sozialisierung, Rechtserziehung, Hauptschule, Methodenkompetenz, kognitives Lernen, affektives Lernen, Vorbereitung, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktische Konzeption und Planung einer Exkursion zu einer Gerichtsverhandlung für eine 8. Hauptschulklasse im Rahmen des Ethikunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Gerechtigkeit, das Verhalten im Rechtsstaat, die Rolle von Gesetzen und Regeln sowie die praktische Anwendung von Unterrichtsinhalten in der Realität.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Hauptziel ist es, Schülern Einsicht in zivile Ordnung und Rechtsnormen zu vermitteln sowie durch den realen Bezug ein tieferes Verständnis für das Thema Gerechtigkeit zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Fokus liegt auf der Makromethode der Exkursion, ergänzt durch handlungsorientierte Ansätze, entdeckendes Lernen und Methoden wie das Gruppenpuzzle zur Nachbereitung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Vorbereitung (Lehrerplanung und Unterrichtsgestaltung), der praktischen Durchführung inklusive Verhaltensstandards sowie der systematischen Nachbereitung durch die Lernenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Schlüsselwörtern zählen Außerschulischer Lernort, Gerichtsverhandlung, Ethikunterricht, Handlungsorientierung und Rechtserziehung.
Warum wird eine "passiv-rezeptive" Rolle der Schüler kritisch gesehen?
Da Schüler bei einer echten Verhandlung keine aktive Mitgestaltungsmöglichkeit haben, besteht die Gefahr der Überforderung oder mangelnden Beteiligung; daher sind Vorbereitung und Reflexion essenziell.
Wie wird das Interview mit dem Richter didaktisch eingebettet?
Es wird als teilstrukturierte Methode geplant, bei der Schüler in Gruppen einen Leitfaden erstellen, um den Lernprozess aktiv und kommunikativ zu gestalten.
- Quote paper
- Tristan Paar (Author), 2007, Außerschulischer Lernort: Gerichtsverhandlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115756