Erfolgsfaktoren einer Unternehmensgründung


Seminararbeit, 2018

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 GrundlagenzurUnternehmensgründung
2.1 Definition des Begriffes Unternehmensgründung
2.2 Anreize einer Unternehmensgründung
2.3 Wirtschaftspolitischer Stellenwert einer Unternehmensgründung

3 Erfolgsfaktoren einer Unternehmensgründung
3.1 Erfolgsfaktoren im Überblick
3.1.1 Erfolgsfaktoren nach Peters / Waterman
3.1.2 Erfolgsfaktoren nach Pümpin
3.1.3 Erfolgsfaktoren nach Kurt Nagel
3.1.4 Erfolgsfaktoren nach Steinle / Kirschbaum / Kirschbaum
3.1.5 Erfolgsfaktoren nach PIMS
3.2 Zentrale Elemente einer Unternehmensgründung
3.2.1 Businessplan im Überblick
3.2.2 Marktanalyse
3.2.3 Finanzierungsquellen

4 Problembereiche einer Unternehmensgründung
4.1 Qualifikationsprobleme
4.2 Finanzierungsprobleme
4.3 Planungsunsicherheiten

5 Fallbeispiel

6 FazitundAusblick

7 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Die verschiedenen Gründungstypen nach Szyperski/Nathusius (1999, S. 27)

Abbildung 2 High Involvment vs. Low Involvement nach Vogelsang, Fink, Baumann (2016, S. 287)

Abbildung 3 SWOT-Analyse nach Kollmann (2016, S. 269)

1 Einleitung

„Was bedeutet schon Geld. Ein Mensch ist dann erfolgreich, wenn er zwischen Auf­stehen und Schlafengehen, das tut, was ihm gefällt.“1 In einer Welt in der Menschen darauf trainiert werden sich anzupassen und zu funktionieren, ist der berufliche Er­folg eines der höchsten Ziele. Arbeitnehmer im Angestelltenverhältnis sind dabei nicht immer glücklich und möchten aus diversen Gründen eine eigene Unterneh­mung gründen.

Ziel der Seminararbeit ist einen gesamtheitlichen Überblick zum Thema Erfolgsfakto­ren einer Unternehmensgründung zu liefern. Dabei wird als Ergänzung auf zentrale Elemente wie die Inhalte eines Businessplan, derwirtschaftspolitische Stellenwert sowie im Gegensatz zu den Erfolgsfaktoren auch auf die Problembereiche einer Un­ternehmensgründung eingegangen. Die Seminararbeit richtet sich somit an junge Unternehmensgründer und solche die es werden wollen.

Die Motivation der Seminararbeit ist darin begründet das vermittelte betriebswirt­schaftliche Wissen des gesamten Studiums zu vertiefen um einen Grundstein für zu­künftige Unternehmensgründung zu legen. Die Inhalte der Seminararbeit basieren dabei aufeiner umfassenden, aktuellen Literaturrecherche. Weiterhin gibt das Inter­view mit dem Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter X des mittelständische n Messebau Unternehmen Y, einen Einblick in die Praxis.

2 Grundlagen zur Unternehmensgründung

Nachfolgend wird ein grundlegender Einblick über den Begriff Unternehmensgrün­dung verschafft, um eine Basis für die darauf aufbauenden Kapitel zu geben.

2.1 Definition des Begriffes Unternehmensgründung

Für den Begriff Unternehmensgründung lässt sich in der Literatur eine Vielzahl von Synonymen finden, wobei die Bezeichnungen Start-Up, Entrepreneurship, Selbstän­digkeit und Existenzgründung die häufigste Verwendung finden.2

Eine genaue Abgrenzung der einzelner Synonyme zur Unternehmensgründung las­sen sich in der Realität aufgrund der großen Vielfalt kaum aussagekräftig wissen­schaftlich definieren.3 Bereits 1924 wurde von Kalveram die Unterscheidung zwi­schen Neugründung und Umgründung getroffen.4 Mit dem Ziel eine möglichst ge­naue Definition darzustellen haben Szyperski/Nathusius die Typen der Unterneh­mensgründung definiert (siehe Abbildung 1).5

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Die verschiedenen Gründungstypen nach Szyperski/Nathusius (1999, S. 27)

Bei selbstständigen Gründungen ist der Gründer in einer unabhängigen Vollzeitbe­schäftigung im gegründeten Betrieb und geht dem Aufbau oder der Sicherung der selbständigen unternehmerischen Existenz nach (beispielsweise ein Handwerksbe­trieb).6

Bei einer unselbständigen Gründung ist der Gründer in einer abhängigen Beschäfti­gung und die Gründung ist ein Teil seines Ihres des Aufgabenbereiches (Bspw. Gründung einer Tochterunternehmung).7

Eine derivative Gründung bedeutet die Übernahme, Umgründung oder sonstige Maßnahme (Restrukturierung) zur Eingliederung in ein bestehendes Unternehmen (Bspw. Übernahme einer GmbH mit neuen Gesellschaftern).8

Die originäre Gründung erfolgt bei einem grundsätzlichen Neuaufbau ohne Rückgriff auf vorhandene Strukturen oder Prozesse (Bspw. Gründung eines Technologie-Un­ternehmens).9

Die Transformationsgründung betrifft Fusionen und Umgründungen. Nach Szy­perski/Nathusius wird hierbei von einer unechten Gründung gesprochen, da das be­stehende Unternehmen nur mit einer neuen Eigentümerstruktur besetzt und keine neue Identität geschaffen wird.10

Die Betriebsgründung ist die Isolation einer Wirtschaftseinheit aus einem bestehen­den Unternehmen. Häufig wird dies als Spin-off bezeichnet und geschieht dann, wenn die Entwicklung eines neuen, innovativen Produktes autonomes Handeln im Bereich Produktion oder Marketing erfordert.11

Bei der Existenzgründung tritt eine unabhängige Person als selbständig Gewerbebe­treibender auf. Der Unterschied zum Transformationsprozess ist, dass die Gründer­person einen bereits vorhandenen Unternehmensbestand übernimmt. Die berufliche Veränderung des Individuums liegt hierbei im Fokus (beispielsweise Übernahme ei­ner Bäckerei).12

Die Unternehmensgründung ist die vollkommene Neugründung. Es wird eine rechtli­che Einheit neu geschaffen, ohne aufbereits bestehende Betriebsstrukturen oder Unternehmen zurückzugreifen. Das Unternehmen muss sich am Markt etablieren und seine Existenz rechtfertigen.13

2.2 Anreize einer Unternehmensgründung

Vor einer Gründung ist abzuwägen ob eine Gründungsmotivation vorhanden ist. Wissenschaftlich lässt sich die Gründungsmotivation mit Push- und Pull-Faktoren nach LEE (1972) beschreiben.14

Push-Faktoren

Bei Push-Faktoren erfolgt die Gründung aus einem Grund einer unerwünschten Situ­ation zu entkommen. Unter dem Aspekt der Digitalisierung ist absehbar, dass in na­her Zukunft immer mehr Jobs entfallen werden.15 Das vermeiden bzw. das beenden von Arbeitslosigkeit ist das größte Push-Motiv. Weitere Push-Motive sind unter ande­rem das Entfallen von Vorgesetzten oder das Entdecken einer Marktlücke.16

Pull Faktoren

Pull-Faktoren hingegen stehen fürdas Erreichen von selbstgewählten, positiven Zie­len. So haben frühere Untersuchungen ergeben, dass Gründer nach Unabhängigkeit oder einem besseres Einkommen streben.17 Weitere Motive können unter anderem die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, Flexibilität oder soziale Anerkennung sein.18

2.3 Wirtschaftspolitischer Stellenwert einer Unternehmensgründung

Durchschnittlich wurden im Jahr 2015 bis 2017 664.000 Unternehmungen pro Jahr gegründet.19 Ein wesentlicher Einflussfaktor von Unternehmensgründungen ist die Arbeitslosenquote. Zwischen derAnzahl an Unternehmensgründungen und derAr- beitslosenquote existiert ein wiederholt nachgewiesener Kausalzusammenhang.20 So wurde im Jahr 2017 ein Rekordtiefvon 2,533 Millionen Arbeitslosen (5,7%) ge­messen, während die Anzahl der Gründungen in diesem Jahr um ganze -17% im Vergleich zum Vorjahr auf557.000 Personen gesunken ist.21

Unternehmensgründungen sind für die Wirtschaft in der heutigen Zeit der Digitalisie­rung unter dem Schlagwort Industrie 4.0 maßgeblich und bilden die Schnittstelle zwi­schen Old- und New-Economy.22 Daher ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Gründungen 2017 in der Informations- / Kommunikationsbranche stattgefunden ha­ben.23 Die ehemalige Bundesministerin fürWirtschaft und Energie, Frau Brigitte Zyp- ries, eröffnete die zweite Startup Night! Luft und Raumfahrt 2017 mit den Worten dass die Entwicklung unserer Industrie bei der Digitalisierung nur dann funktioniert, wenn sich etablierte Industrieunternehmen und Startups zusammenschließen.24

Unternehmensgründungen dienen der langfristigen Sicherung des Wohlstandes durch die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes und fördern neben dem Wirtschafts- auch das Beschäftigungswachstum.25 Im Jahr 2017 haben Gründer ca. 145.000 voll­zeitäquivalente Arbeitsplätze geschaffen.26 Die Einkommensverhältnisse der New­Economy sind im Vergleich zur Old-Economy geringer, jedoch schätzen die Arbeit­nehmer unter anderem die flachen Hierarchien und den Gestaltungsspielraum.27

In Verbindung mit internationale Netzwerken schaffen Gründer hinsichtlich der Glo­balisierung einen interkulturellen Austausch und interessante Aufgaben fürAnge- stellte.28

3 Erfolgsfaktoren einer Unternehmensgründung

In der Forschung der Erfolgsfaktoren lassen sich zentrale Begriffe wie Schlüsselfak­toren, (Erfolgs-)Determinanten, Erfolgskomponenten oderWettbewerbsfaktoren im- merwiederfinden, jedoch sind diese nicht eindeutig definiert.29 Nach Kreilkamp sind strategische Erfolgsfaktoren die Determinanten, die den Erfolg oder Misserfolg des unternehmerischen Handelns beeinflussen.30 31 Nachfolgend werden einzelne Modelle aufgegriffen und beschrieben.

3.1 Erfolgsfaktoren im Überblick

Dieses Kapitel beschreibt verschiedene Modelle von Erfolgsfaktoren, welche über die Jahre erarbeitet wurden.

3.1.1 Erfolgsfaktoren nach Peters / Waterman

Unter der praktischen Anwendung des 7S-Modells in amerikanischen Unternehmen von Peters und Waterman haben sich acht Faktoren der erfolgreichen Unterneh­mensführung ergeben: Primat des Handelns, Nähe zum Kunden, Freiraum für Unter­nehmertum, Produktivitätdurch Menschen, Sichtbar gelebtes Wertesystem, Bindung an das angestammte Geschäft, einfacherflexiblerAufbau und Straff-lockere Füh- rung.[01]

3.1.2 Erfolgsfaktoren nach Pümpin

Cuno Pümpin hat aus dem Konzept der strategischen Erfolgspositionen (SEP) zur Operationalisierung der Führungsaufgaben zehn Führungsregeln bei der Unterneh­mensgründung abgeleitet: Strategien, Planung, Disposition, Organisation, Manage­ment, Führungsstil, Managementmethoden, Machtzentren, Mitarbeiterentwicklung, Berichtswesen.32

[...]


1 o. V. (2017) http://www.karriere-berufung.de/beruflicher-erfolg-definition/

2 Vgl. Fallgatter, M. J. (2002), S. 11 ff.; Gruber, M. (2005), S. 10.; Pott, O.; Pott, A. (2015), S.2ff.

3 Vgl. Fallgatter, M. J. (2002), S. 1 ff.; Gruber, M. (2005), S. 10.

4 Vgl. Gruber, M. (2005), S. 9.

5 Vgl. Kollmann, T. (2016) S. 1.

6 Vgl. Szyperski, N.; Nathusius, K. (1999), S. 27.

7 Vgl. Szyperski, N.; Nathusius, K. (1999), S. 27.

8 Vgl. Szyperski, N.; Nathusius, K. (1999), S. 27.

9 Vgl. Szyperski, N.; Nathusius, K. (1999), S. 27.

10 Vgl. Szyperski, N.; Nathusius, K. (1999), S. 27.

11 Vgl. Szyperski, N.; Nathusius, K. (1999), S. 27.

12 Vgl. Szyperski, N.; Nathusius, K. (1999), S. 27.

13 Vgl. Szyperski, N.; Nathusius, K. (1999), S. 27.; Pott, O.; Pott, A. (2015), S. 23

14 Vgl. Wien, A. (2009) S. 1.; o.V. (k. A.) https://www.qruenderlexikon.de/checkliste/suchen/pruefen- sie-sich/selbstaendiq-werden/; Caliendo, M.; Krittikos, A. (2010) https://www.diw.de/documents/publi- kationen/73/diw 01.c.356435.de/10-18-1.pdf, S.5ff.

15 Vgl. Arntz, M.; Gregory, Terry.; Zierhan, U.; Lehmer, F.; Matthes, B.(2018) https://www.econs- tor.eu/bitstream/10419/179119/1/1023005018.pdf, S.6ff.

16 Vgl. Caliendo, M; Kritikos, A. (2010) https://www.diw.de/documents/publikatio- nen/73/diw 01.c.356435.de/10-18-1.pdf, S.5ff.

17 Vgl. Birley, S.; Westhead, P. (1994) S. 7 ff.

18 Vgl. Wien, A. (2016) S. 22.; Freudig, C.; Torka, P. (2017) https://www.pwc.de/de/startups/startup- unternehmen-in-deutschland-2017.pdf, S. 2.

19 Vgl. Metzger, G. (2018) https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF- Dokumente-Gründunqsmonitor/KfW-Gruendunqsmonitor-2018.pdf, S. 2.

20 Vgl. Metzger, G. (2018) https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF- Dokumente-Gründunqsmonitor/KfW-Gruendunqsmonitor-2018.pdf, S.1.

21 Vgl. Metzger, G. (2018) https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF- Dokumente-Gründunqsmonitor/KfW-Gruendunqsmonitor-2018.pdf, S. 2.; o. V. (2018) https://www.ta- qesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt-249.html

22 Vgl. o. V. (2016) https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/start-ups-vier-qruender-vier-ideen-ein-ziel- 1.3121350-2; Vgl. Bonn, H.-P.; Nöll, F. (2016) S. 7.

23 Vgl. Freudig, C.; Torka, P. (2017) https://www.pwc.de/de/startups/startup-unternehmen-in-deutsch- land-2017.pdf, S. 30.

24 Vgl. Zypries, B. (2017) https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Videos/2017/20170221-startup-niqht-ero- effnunqsrede-zypries.html

25

Vgl. Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (2017) https://www.hiiq.de/wp- content/uploads/2017/08/Entrepreneurship Deutschland print.pdf, S. 9.; van Baal, S.; Bahrke, M.; Kempermann, M.; Schmitt, K. (2016) https://www.dihk.de/ressourcen/downloads/studie-unternehmer- tum-wohlstand

26 Vgl. Metzger, G. (2018) https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF- Dokumente-Gründungsmonitor/KfW-Gruendunqsmonitor-2018.pdf, S. 6.

27 Vgl. Königes, H. (2018) https://www.computerwoche.de/a/weniger-urlaub-und-niedrigere-qehaelter- in-startups,3545406; Hüfner, D. (2018) https://t3n.de/news/warum-in-einem-startup-arbeiten-1098181/

28 Vgl. PID Arbeiten für Wissenschaft und Öffentlichkeit GbR (2016) https://www.qruenderwo- che.de/fileadmin/qew/downloads/ueber-qruenderwoche/broschuere-netzwerke-besseres-qruendunqs- klima.pdf, S. 18.

29 Vgl. Tjaden, G. (2003), S. 63.

30 Vgl. Kreilkamp, E. (1987), S. 176; Hansen, F. (2009), S. 64 ff..

31 Vgl. Pekrul, S. (2006), S. 98.

32 Vgl. Pekrul, S. (2006), S. 98.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Erfolgsfaktoren einer Unternehmensgründung
Hochschule
Leibniz Akademie Hannover - Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Hannover
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V1157669
ISBN (Buch)
9783346566805
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erfolgsfaktoren einer Unternehmensgründung
Arbeit zitieren
Marcel Rödiger (Autor:in), 2018, Erfolgsfaktoren einer Unternehmensgründung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1157669

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