Die Arbeit thematisiert die Förderung von Literalität im inklusiven Deutschunterricht der Grundschule. Hierfür wird eine Filmszene des Films ‚Hotel Transsilvanien’analysiert. Martin R. Textor bestimmt den Begriff Literacy wie folgt: „Mit dem Begriff ‚Literacy‘ werden nicht nur die Fähigkeiten des Lesens und Schreibens bezeichnet, sondern auch Text- und Sinnverständnis, Erfahrungen mit der Lese- und Erzählkultur der jeweiligen Gesellschaft, Vertrautheit mit Literatur und anderen schriftbezogenen Medien (inkl. Internet) sowie Kompetenzen im Umgang mit der Schriftsprache“. Mit den Worten „nicht nur“ ordnet Textor dem Begriff Literacy die scheinbar allgemeingültige primäre Bedeutung der Lese- und Schreibkompetenz zu.
Inhaltsverzeichnis
1. Definition von Literacy
2. Sachanalyse der Filmszene aus dem Film ‚Hotel Transsilvanien‘
3. Didaktischer Schwerpunkt
3.1. Literarisches Sehgespräch als didaktischer Schwerpunkt
3.2. Gesprächsimpulse im Rahmen des literarischen Sehgespräches zur Förderung von Literacy
3.3. Bezug zur analysierten Szene aus dem Film ‚Hotel Transsilvanien‘
3.4. Herausforderungen im literarischen Sehgespräch
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das literarische Sehgespräch im inklusiven Deutschunterricht der Grundschule genutzt werden kann, um Literalität bzw. Literacy bei Schülern zu fördern, indem die Analyse eines Films als didaktisches Werkzeug eingesetzt wird.
- Definition und theoretische Einordnung des Literacy-Begriffs
- Filmanalyse als Basis für literarisches Lernen
- Methodik des literarischen Sehgesprächs und dessen Gesprächsimpulse
- Auseinandersetzung mit Themen wie Vorurteilen durch Filmanalyse
- Herausforderungen der Lehrkraft bei der Durchführung und Bewertung
Auszug aus dem Buch
3.1. Literarisches Sehgespräch als didaktischer Schwerpunkt
Als didaktischer Schwerpunkt wurde das literarische Sehgespräch gewählt, welche Mörbius als „sprachlich-kommunikative Vermittlungsform bilddominierter Medieninhalte“ (Mörbius 2008, S.141) beschreibt, in „der es darum geht, Schüler in einer authentischen Kommunikationssituation zu einem adäquaten Lesen und Verstehen anzuleiten und dabei Lesekompetenz zu vermitteln“ (ebd.). Der Begriff Lesekompetenz gilt an dieser Stelle differenzierter als das bloße Rezipieren von Texten zu verstehen. Er umfasst den tieferen Zugang zu Bild- und Tonmaterial sowie ihrem Wechselspiel auf Grundlage analytischer und interpretativer Ausführungen zu literarischen Elementen. Im Zuge dieses differenzierteren Lesekompetenzbegriffs wird das filmästhetische Sehen von Schüler*innen geschult.
Es findet eine bewusste Wahrnehmung konstruierender Elemente von Film wie Kamerabewegung, Tiefenschärfe, Einsatz von Licht und Schatten etc. statt (vgl. Preuß 2010, S. 213). Dieses differenzierte Sehen eröffnet Schüler*innen den Zugang zum tieferen Verstehen von literarischen Ausdrucksweisen und der Vermittlung von literarischer Kompetenz im Rahmen des Literarischen Lernens (vgl. Spinner 2006, S.7). Das Literarische Lernen schließt dabei nicht nur die Fähigkeit der Kenntnisnahme und Ausführung literarischer Ausdrucksmittel im Film sondern auch die bewusste Perspektivnahme und Imagination ein (vgl. ebd.).
Um das tiefere ‚Lesen‘ und Verstehen eines Filmes im Sinne des erweiterten Leseverständnisses (siehe Definition Literacy) zu fördern, nutzt das literarische Sehgespräch das methodische Prinzip des genauen und verzögerten Sehens durch Anhalten mit Blick auf besondere Filmstellen sowie Gesprächsimpulse, welche die Pädagog*in währenddessen setzt (vgl. Mörbius 2008, S. 146).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition von Literacy: Dieses Kapitel erläutert den Begriff Literacy über die bloße Lese- und Schreibfähigkeit hinaus als umfassende Kompetenz im Umgang mit Literatur, Erzähl- und Sprachkultur.
2. Sachanalyse der Filmszene aus dem Film ‚Hotel Transsilvanien‘: Hier wird der Animationsfilm sowie die gewählte Schlüsselszene analysiert, in der das Zusammentreffen von Dracula und einem Menschen das zentrale Problem und die Dynamik der Handlung einleitet.
3. Didaktischer Schwerpunkt: Dieser Abschnitt beschreibt das literarische Sehgespräch als Methode, um filmästhetisches Sehen zu schulen und ein tieferes Text- sowie Medienverständnis zu ermöglichen.
3.1. Literarisches Sehgespräch als didaktischer Schwerpunkt: Das Kapitel definiert das literarische Sehgespräch als sprachlich-kommunikative Form, um Lesekompetenz und literarisches Lernen durch die bewusste Wahrnehmung filmischer Gestaltungsmittel zu fördern.
3.2. Gesprächsimpulse im Rahmen des literarischen Sehgespräches zur Förderung von Literacy: Hier werden verschiedene Arten von Gesprächsimpulsen vorgestellt, die Schüler zu genauem Beobachten, Perspektivübernahme und Reflexion des Gesehenen anleiten sollen.
3.3. Bezug zur analysierten Szene aus dem Film ‚Hotel Transsilvanien‘: Das Kapitel veranschaulicht die praktische Anwendung der Gesprächsimpulse anhand der gewählten Filmszene, um insbesondere das Thema Vorurteile mit Schülern zu bearbeiten.
3.4. Herausforderungen im literarischen Sehgespräch: Abschließend werden die Rolle der Lehrkraft als Gesprächsleiter, die methodische Integration sowie die Problematik der Bewertung im Rahmen dieser assoziativen Unterrichtsform diskutiert.
Schlüsselwörter
Literalität, Literacy, Deutschunterricht, Grundschule, literarisches Sehgespräch, Filmanalyse, Lesekompetenz, literarisches Lernen, Gesprächsimpulse, Vorurteile, Filmästhetik, Perspektivübernahme, Inklusion, Medienkompetenz, Interpretation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Förderung von Literacy im inklusiven Deutschunterricht der Grundschule unter Verwendung von Filmanalyse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Bestimmung von Literacy, der didaktischen Nutzung des literarischen Sehgesprächs und der praktischen Filmanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schüler durch das methodische Prinzip des literarischen Sehgesprächs Filme tiefergehend "lesen" und verstehen lernen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode des literarischen Sehgesprächs, basierend auf dem Ansatz von Mörbius, kombiniert mit einer Sachanalyse einer ausgewählten Filmszene.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der Schlüsselszene, eine theoretische Grundlegung des Sehgesprächs und die konkrete didaktische Anwendung samt Herausforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Literacy, literarisches Sehgespräch, Filmanalyse, Lesekompetenz und literarisches Lernen.
Warum wurde speziell der Film "Hotel Transsilvanien" für die Analyse gewählt?
Der Film eignet sich besonders gut, um das Thema Vorurteile in einer für Kinder zugänglichen Weise zu thematisieren und durch die Schlüsselszene tiefgreifende didaktische Impulse zu setzen.
Wie trägt das literarische Sehgespräch zur Perspektivübernahme bei?
Durch gezielte Gesprächsimpulse werden Schüler animiert, die Haltung und das Verhalten von Figuren detailliert zu betrachten und sich in diese hineinzuversetzen.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei dieser Methode?
Die Lehrkraft agiert als Gesprächsleiterin, die weit im Voraus den Film auswählt, geeignete Haltepunkte bestimmt und während des Gesprächs durch Impulse den Verstehensprozess moderiert.
Warum ist die Bewertung im literarischen Sehgespräch eine Herausforderung?
Da es sich um eine frei-assoziative Methode handelt, ist sie schwer objektiv zu benoten; der Verzicht auf Rückmeldungen kann zudem zu Unsicherheiten bei den Schülern führen.
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- Anonym (Author), 2020, Förderung von Literalität. Literacy im inklusiven Deutschunterricht der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1157694