Wertrelevanz (value relevance) ist ein Konstrukt der Rechnungslegungsforschung, das den langfristigen Zusammenhang zwischen Rechnungslegungsinformationen und den anschließenden Kapitalmarktreaktionen in Form von Börsendaten beschreibt. Da sich die Wertrelevanz nicht ohne Weiteres messen lässt, werden in der Literatur unterschiedliche Konzepte zur Operationalisierung dieser angewandt.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die in empirischen Studien angewandten Konzepte und Unterkonzepte der Assoziationsstudien zur Operationalisierung von Wertrelevanz zu verschaffen. Ferner werden die einzelnen Herangehensweisen der Assoziationsstudien miteinander verglichen und ihre Vor- und Nachteile analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Konstrukt der Wertrelevanz
2.1 Definition und Einordnung in die Kapitalmarktrelevanz
2.2 Bedeutung der Informationseffizienz
2.3 Assoziationsstudien
3 Operationalisierung von Wertrelevanz mithilfe von Assoziationsstudien
4 Bewertung von Assoziationsstudien zur Operationalisierung
4.1 Relative versus inkrementelle Assoziationsstudie
4.2 Preis- versus Renditemodell
4.3 Allgemeine Grenzen von Assoziationsstudien
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen fundierten Überblick über die in der empirischen Forschung angewandten Konzepte und Unterkonzepte der Assoziationsstudien zur Operationalisierung von Wertrelevanz zu verschaffen, deren Funktionsweise zu erläutern und die verschiedenen Herangehensweisen kritisch hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile zu vergleichen.
- Grundlagen der Wertrelevanz und deren Einordnung in die Kapitalmarktrelevanz
- Differenzierung zwischen relativen und inkrementellen Assoziationsstudien
- Vergleich von Preis- und Renditemodellen als Bewertungsansätze
- Analyse der methodischen Grenzen und Interpretationsschwierigkeiten von Assoziationsstudien
Auszug aus dem Buch
4.2 Preis- versus Renditemodell
Die Präferenz zwischen Preis- und Renditemodell ist in der Literatur umstritten, auch wenn ihre ökonomische Bedeutung laut Christie (1987) identisch ist, da sich das Rendite- aus dem Preismodell ableitet.
Laut Brown/Lo/Lys (1999) besitzen Preismodelle den Nachteil, dass sie weniger robust auf die, bereits auf S. 13 beschriebenen, Größeneffekte reagieren als Renditemodelle. Laut Barth/Kallapur (1996) führen Größenunterschiede im Stichprobenumfang bei Preismodellen zu verzerrten Schätzern der Regressionskoeffizienten und weitergehend ebenso zu Verzerrungen des Bestimmtheitsmaßes R².
Laut Ota (2003) besitzen die Renditemodelle hingegen den Nachteil, dass sie vergangene Rechnungslegungsinformationen, wie in Abb. 4 verdeutlicht wird, nicht mehr erfassen, sondern nur die, die innerhalb des betrachteten Zeitraums anfallen (accounting recognition lag), während Preismodelle eine kumulative Größe über alle vergangenen Rechnungslegungsinformationen hinweg darstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Konstrukt der Wertrelevanz ein, verortet es im Bereich der Rechnungslegungsforschung und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Konstrukt der Wertrelevanz: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Wertrelevanz, ordnet ihn in die Kapitalmarktrelevanz ein und analysiert die Bedeutung der Informationseffizienz sowie die Grundlagen der Assoziationsstudien.
3 Operationalisierung von Wertrelevanz mithilfe von Assoziationsstudien: Das Kapitel bietet einen Überblick über empirische Assoziationsstudien ab dem Jahr 2001 und klassifiziert diese nach ihren Ansätzen und verwendeten Modellen.
4 Bewertung von Assoziationsstudien zur Operationalisierung: Dieses Kapitel analysiert kritisch die Vor- und Nachteile der verschiedenen methodischen Ansätze, vergleicht Preis- und Renditemodelle und erörtert allgemeine Grenzen dieser Studienform.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert die Etablierung sowie die methodischen Herausforderungen von Assoziationsstudien in der Wertrelevanzforschung.
Schlüsselwörter
Wertrelevanz, Rechnungslegung, Assoziationsstudien, Kapitalmarktrelevanz, Informationseffizienz, Preismodell, Renditemodell, Größeneffekte, Regressionsanalyse, Bestimmtheitsmaß, empirische Forschung, Standardsetzer, Accounting Recognition Lag, Transitory Earnings, Rechnungslegungsstandards
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und bewertet wissenschaftliche Konzepte, die genutzt werden, um die Wertrelevanz von Rechnungslegungsinformationen für Kapitalmärkte empirisch zu erfassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Wertrelevanz, der Anwendung von Assoziationsstudien als Messmethode sowie dem kritischen Vergleich verschiedener statistischer Modelle.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die in empirischen Studien genutzten Konzepte zu geben, die verschiedenen methodischen Herangehensweisen zu vergleichen und ihre spezifischen Stärken und Schwächen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die internationale empirische Studien zur Wertrelevanzforschung aus dem Zeitraum 2001 bis 2021 klassifiziert und methodisch hinterfragt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, eine Übersicht über aktuelle Studienpraxis sowie eine detaillierte methodische Bewertung von Ansätzen und Modellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Wertrelevanz, Assoziationsstudien, Preis- und Renditemodelle sowie die kritische Reflexion über methodische Limitationen wie Größeneffekte.
Warum wird zwischen Preis- und Renditemodellen unterschieden?
Die Wahl des Modells beeinflusst, wie gut vergangene oder aktuelle Informationen erfasst werden; während Preismodelle kumulative Daten liefern, fokussieren Renditemodelle auf periodenspezifische Auswirkungen.
Welches Problem beschreiben die Autoren als „Accounting Recognition Lag“?
Damit ist das Phänomen gemeint, dass Renditemodelle Schwierigkeiten haben, Informationen zu erfassen, die außerhalb des betrachteten Zeitraums liegen, da sie nur zeitnahe Kursänderungen berücksichtigen.
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- Anonym (Author), 2021, Analyse und Bewertung der Konzepte zur Operationalisierung von Wertrelevanz der Rechnungslegungsinformationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1157908