Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die möglichen Auswirkungen des Markteintritts von Airbnb auf den Berliner Mietwohnungsmarkt zu untersuchen. Um dies zu erreichen, stellt sich folgende Forschungsfrage: Welches Marktverhalten und -ergebnis bewirkt der Eintritt von Airbnb in die bereits bestehenden Strukturen des Marktes kurzzeitig zur Verfügung stehender Wohnungen in Berlin? Dazu wird die Hypothese aufgestellt, dass der Markteintritt von Airbnb grundsätzlich Auswirkungen auf den Mietwohnungsmarkt in Berlin hat und diese hauptsächlich negativer Art sind. Für die Beantwortung von Forschungsfrage und Hypothese werden Ergebnisse veröffentlichter quantitativer und qualitativer Studien und anderer im Vorfeld durchgeführter Literaturrecherche dargestellt.
Der Mietwohnungsmarkt wird hinsichtlich seiner Mietwohnungsbauentwicklung vor dem Marktzutritt von Airbnb analysiert, die Nutzungsentwicklung der gleichnamigen Plattform werden dargestellt und mögliche aus dem Marktzutritt resultierende Marktveränderungen untersucht. Das Kapitel "Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse" vereint abschließend alle herausgearbeiteten Zwischenergebnisse. Dabei überwiegen negative Aspekte und die Ergebnisse weisen auf einen negativen Einfluss der Kurzzeitvermietung über Airbnb auf reguläre Mietpreise sowie das Mietwohnungsangebot hin.
Besonders die kommerzielle Nutzung ganzer Wohnungen zum Zweck der Kurzzeitvermietung entzieht dem bereits angespannten Berliner Wohnungsmarkt zusätzlich Wohnraum. Airbnb-Angebote könnten durch negative Externalitäten zudem die Attraktivität einer Wohnlage senken. Damit bestätigt sich die eingangs aufgestellte Hypothese. Ein großes Problem stellt im Zusammenhang mit Airbnb die Datengrundlage dar, da sich das Unternehmen weigert, Nutzungszahlen zu veröffentlichen. Inwiefern Maßnahmen der Berliner Senatsverwaltung zum Zweck der Marktregulierung auf falschen Annahmen basieren und ihre Wirkung verfehlen, bleibt daher offen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problemhintergrund und Themenschwerpunkt
2.1. Relevanz für Theorie und Praxis
2.2. Ziel dieser Hausarbeit
2.3. Themenabgrenzung
3. Airbnb und die Sharing Economy
3.1. Sharing Economy
3.2. Das Unternehmen Airbnb
4. Folgen des Markteintritts von Airbnb für den Berliner Mietwohnungsmarkt
4.1. Der Berliner Mietwohnungsmarkt
4.1.1. Bevölkerungsentwicklung
4.1.2. Mietwohnungsbauentwicklung
4.2. Nutzungsentwicklung von Airbnb in Berlin
4.3. Mögliche Änderungen auf dem Berliner Mietwohnungsmarkt im Zusammenhang mit Airbnb
5. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
6. Diskussion
6.1. Grenzen der Arbeit
6.2. Zukünftige Forschungsschwerpunkte
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Markteintritts von Airbnb auf den Berliner Mietwohnungsmarkt unter der Forschungsfrage, welches Marktverhalten und -ergebnis durch Airbnb in den bestehenden Strukturen kurzzeitig verfügbarer Wohnungen in Berlin bewirkt wird. Dabei wird die Hypothese verfolgt, dass diese Auswirkungen hauptsächlich negativer Art sind und den Wohnraum verknappen.
- Analyse des Berliner Mietwohnungsmarktes vor und nach dem Airbnb-Markteintritt.
- Untersuchung der Nutzungsentwicklung der Plattform Airbnb in Berlin.
- Evaluation negativer Externalitäten der Kurzzeitvermietung auf reguläre Mietpreise.
- Bewertung der Datengrundlage und politischer Regulierungsmaßnahmen (z. B. ZwVbG).
Auszug aus dem Buch
3.1. Sharing Economy
Wörtlich übersetzt bedeutet „Sharing Economy“ „teilende Wirtschaft“. Dabei impliziert das Wort „sharing“ etwas Nicht-kommerzielles, für das Allgemeinwohl Bestimmte. Im Allgemeinen gibt es viele verschiedene Definitionen für den Begriff der SE. Beispielsweise definieren Botsman und Rogers die Sharing Economy als “a system that activates the untapped value of all kinds of assets through models and marketplaces that enable greater efficiency and access.” (Murillo, Buckland & Val (2016, S. 68) zitiert nach Botsman und Rogers (2010, S. 24)), während Fraiberger und Sunderarajan (2015) die SE als ein „Array“ an Plattformen beschreiben, die privaten Einzelpersonen einen marktbasierten Austausch von Gütern und Services erlauben.
Dennoch verfügt die Sharing Economy über einige, grundlegende Merkmale. Eines der Hauptmerkmale ist die vermittelnde Rolle des SE-Unternehmens zwischen Angebot und Nachfrage. Dabei bringt das Unternehmen Anbieter und Nachfrager nur zusammen und stellt in den seltensten Fällen (wie z. B. beim eingangs erwähnten Carsharing) selbst Güter oder Dienstleistungen zur Verfügung (vgl. Krcal, 2017, S. 34). SE-Unternehmen entziehen sich durch ihr innovatives Geschäftskonzept oftmals regulatorischen Maßnahmen, wie z. B. im Fall Airbnb oder Uber, was ein weiteres Merkmal darstellt (vgl. Ytreberg, 2016, S. 6).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in den Trend der Sharing Economy und Problemstellung der Arbeit bezüglich Airbnb und der Wohnraumverknappung in Berlin.
2. Problemhintergrund und Themenschwerpunkt: Darstellung der Vorwürfe gegen Airbnb hinsichtlich Gentrifizierung, steigender Mieten und unfairen Wettbewerbs.
3. Airbnb und die Sharing Economy: Theoretische Einordnung der Sharing Economy und des Geschäftsmodells von Airbnb als Vermittlungsplattform.
4. Folgen des Markteintritts von Airbnb für den Berliner Mietwohnungsmarkt: Analyse der Marktdaten, Bevölkerungsentwicklung und der konkreten Auswirkungen von Airbnb auf das Berliner Mietwohnungsangebot.
5. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse, die einen negativen Einfluss der Kurzzeitvermietung durch Airbnb auf das reguläre Mietangebot bestätigen.
6. Diskussion: Kritische Reflexion der unzureichenden Datenlage und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Airbnb, Sharing Economy, Berliner Mietwohnungsmarkt, Kurzzeitvermietung, Mietpreisentwicklung, Wohnraumverknappung, Gentrifizierung, Marktregulierung, Zweckentfremdungsverbot-Gesetz, Negative Externalitäten, Immobilienmarkt, Tourismus, Datengrundlage, Wohnungsbau, Marktverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen des Markteintritts von Airbnb auf den Mietwohnungsmarkt in Berlin.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Sharing Economy, die Stadtentwicklung in Berlin, Mietpreisentwicklungen sowie die Wirkung regulatorischer Gesetze wie das Zweckentfremdungsverbot-Gesetz.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, welches Marktverhalten und -ergebnis der Eintritt von Airbnb in die bestehenden Berliner Wohnungsmarktstrukturen bewirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturrecherche, die quantitative und qualitative Studien sowie offizielle Statistiken und Berichte auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bevölkerungs- und Bauentwicklung in Berlin, die Nutzungsentwicklung von Airbnb sowie die kausalen Effekte von Kurzzeitvermietungen auf Mietpreise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Airbnb, Sharing Economy, Mietpreisentwicklung, Wohnraumverknappung und Marktregulierung geprägt.
Warum ist die Datengrundlage problematisch?
Airbnb verweigert die Veröffentlichung verlässlicher Nutzungszahlen, weshalb viele Studien auf schwer verifizierbaren „scrapped data“ basieren.
Gibt es auch positive Effekte von Airbnb laut der Arbeit?
Ja, die Arbeit nennt Vorteile wie ein attraktives Stadtbild durch Touristen, die Förderung kulturellen Austauschs und eine potenziell effizientere Nutzung von Wohnraum, sofern dieser sonst leer stünde.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Auswirkungen des Markteintritts von Airbnb auf den Berliner Mietwohnungsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1158581