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Limit-Erfahrung. Kann eine Erfahrung ebenso zerstören wie zerstört werden?

Title: Limit-Erfahrung. Kann eine Erfahrung ebenso zerstören wie zerstört werden?

Term Paper , 2021 , 23 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Kim Ann Woodley (Author)

Philosophy - Philosophy of the present
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Gegenstand dieser Arbeit ist die Frage, ob ein Mensch eine Erfahrung machen kann, ohne diese als Subjekt zu erfahren. Als Beispiele für potenziell subjektlose Erfahrungen möchte ich dazu Michel de Montaignes Essay "Von der Uebung" (1996) und Hanna Arendts Werk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" (2011) heranziehen. Dabei wird untersucht, inwiefern angenommen werden kann, dass beide Autor:innen jeweils von subjektlosen Erfahrungen sprechen.

Was ist eine Erfahrung? In der Philosophie verstehen wir darunter "durch Anschauung, Wahrnehmung, Empfindung gewonnenes Wissen als Grundlage der Erkenntnis". Wie aber wird dieses Wissen gewonnen? Dazu scheint es eine Person zu benötigen. Nur, wenn jemand die entsprechende Anschauung, Wahrnehmung und/oder Empfindung hat, kann dieser jemand eine Erfahrung daraus schöpfen — das heißt, es braucht ein Subjekt. Laut Agamben braucht es wohlgemerkt ein Subjekt, um dieses Wissen zu gewinnen; jedoch nicht, um dieses Wissen zu erzeugen. Die Erfahrung selbst sei Wissen und bestehe unabhängig von dem Menschen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Montaignes Ohnmacht

3. Das Entfliehen aus einer von Terror befallenen Realität

4. Eine subjektlose Erfahrung?

5. Die Limit-Erfahrung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das philosophische Phänomen, ob ein Mensch Erfahrungen machen kann, ohne dabei als bewusstes Subjekt an diesen teilzuhaben. Anhand von Montaignes Ohnmachtserfahrung und den Berichten von Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager analysiert die Autorin, inwiefern solche Grenzsituationen als „Limit-Erfahrungen“ interpretiert werden können, die das Bewusstsein unterbrechen.

  • Phänomenologie der Erfahrung und Subjektivität
  • Die traditionelle versus moderne Erfahrung nach Agamben
  • Mechanismen der Entmenschlichung und der totale Terror
  • Konzepte der Limit-Erfahrung bei Blanchot und Malabou
  • Zerstörung der Erfahrung als Schutzmechanismus der Psyche

Auszug aus dem Buch

Die Limit-Erfahrung

The self has never been the subject of this experience. The ‘I’ will never arrive at it, nor will the individual, this particle of dust that I am, nor even the self of us all that is supposed to represent absolute self-consciousness. Only the ignorance that the I-who-dies would incarnate by acceding to the space where in dying it never dies in the first person as an ‘I’ will reach it. Thus it is necessary to indicate one last time the strangest and most weighty trait of this situation. We speak as though this were an experience, and yet we can never say we have undergone it. An experience that is not lived, even less a state of our self; at most a limit-experience at which, perhaps, the limits fall but that reaches us only at the limit: when the entire future has become present and, through resolution of the decisive Yes, there is affirmed the ascendency over which there is no longer any hold. The experience of non-experience. (Blanchot 2003: 209f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in den Erfahrungsbegriff ein und stellt die zentrale Frage, ob subjektlose Erfahrungen möglich sind, gestützt auf Montaigne und Arendt.

2. Montaignes Ohnmacht: Dieses Kapitel analysiert Montaignes Ohnmachtserfahrung als Versuch, sich dem Unerfahrbaren – dem Tod – durch einen Bewusstseinsverlust anzunähern.

3. Das Entfliehen aus einer von Terror befallenen Realität: Arendts Analyse der Lager dient als Beispiel für eine totale Herrschaft, die darauf abzielt, die menschliche Spontaneität und Individualität auszulöschen.

4. Eine subjektlose Erfahrung?: Die Autorin reflektiert Benjamins Unterscheidung zwischen Erzählung, Roman und Information und hinterfragt die Präzision des Begriffs der subjektlosen Erfahrung.

5. Die Limit-Erfahrung: Abschließend wird der Begriff der Limit-Erfahrung bei Blanchot und Malabou diskutiert, um die These zu stützen, dass eine Erfahrung zerstören kann, um den Menschen vor der Erfahrung selbst zu schützen.

Schlüsselwörter

Erfahrung, Subjektivität, Bewusstsein, Ohnmacht, Limit-Erfahrung, Hannah Arendt, Michel de Montaigne, traditionelle Erfahrung, Entmenschlichung, Trauma, Selbstschutz, Giorgio Agamben, Maurice Blanchot, Identität, Spontaneität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung von Erfahrungen, in denen das menschliche Subjekt vorübergehend oder grundlegend abwesend ist.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Philosophie der Erfahrung, die Natur des Bewusstseins, die Auswirkungen totaler Herrschaft auf das Individuum sowie psychologische Schutzmechanismen bei Traumata.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Textes?

Die Hauptfrage lautet, ob ein Mensch eine Erfahrung machen kann, ohne diese als Subjekt zu erfahren – und ob man ein solches Ereignis überhaupt noch als „Erfahrung“ bezeichnen kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt einen philosophisch-phänomenologischen Ansatz, indem sie Texte von Autoren wie Agamben, Benjamin, Arendt, Blanchot und Malabou interpretiert und auf die Fallbeispiele von Montaigne und KZ-Überlebenden anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Montaignes Bericht über seine Ohnmacht und Arendts Ausführungen zu den Konzentrationslagern, um Gemeinsamkeiten in der Unterbrechung der persönlichen Kontinuität und der Erfahrung von Leid herauszuarbeiten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Limit-Erfahrung, Subjektivität, traditionelle Erfahrung, Trauma, Identität und der Selbstschutz des menschlichen Geistes.

Warum spielt die Ohnmacht in Montaignes Werk eine so zentrale Rolle für die Argumentation?

Montaigne nutzt die Ohnmacht als kontrolliertes Beispiel für eine Situation ohne Bewusstsein, um sich der menschlichen Grenze – dem Tod – anzunähern, ohne tatsächlich zu sterben.

Inwiefern unterscheidet sich Arendts Analyse von Montaignes Ansatz?

Während Montaigne die Ohnmacht als freiwilligen Annäherungsprozess an den Tod nutzt, beschreibt Arendt die extreme Fremdeinwirkung durch den Terror in Lagern, die den Menschen zwangsweise seiner Identität und seines Subjekt-Seins beraubt.

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Details

Title
Limit-Erfahrung. Kann eine Erfahrung ebenso zerstören wie zerstört werden?
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichte, Philosophie und Theologie, Abteilung Philosophie)
Course
The Destruction of Experience
Grade
1.3
Author
Kim Ann Woodley (Author)
Publication Year
2021
Pages
23
Catalog Number
V1158771
ISBN (PDF)
9783346562784
ISBN (Book)
9783346562791
Language
German
Tags
philosophy limit-experience Limit-Erfahrung Agamben Montaigne subjektlos Erfahrung experience
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kim Ann Woodley (Author), 2021, Limit-Erfahrung. Kann eine Erfahrung ebenso zerstören wie zerstört werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1158771
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