Informativ, übersichtlich, kompakt – die Reihe Deutsch-Bausteine fasst Grundlagenwissen zu den wichtigsten Themen aus dem Schulfach Deutsch zusammen. Unsere erfahrene GRIN-Redaktion wählt Erklärungen, Zusammenfassungen und Übersichtsdarstellungen aus, die Sie im Homeschooling und bei der Online-Nachhilfe unterstützen. So bietet GRIN mit den Deutsch-Bausteinen eine hilfreiche Ergänzung zu herkömmlichen Schulbüchern und dem Unterricht in der Schule.
Aus dem Inhalt:
- Vorgangspassiv
- Zustandspassiv
- Rezipientenpassiv
- Funktionen des Passivs
- Veränderung der syntaktischen Funktionen
Inhaltsverzeichnis
1. Fachwissenschaftliche Darstellung
1.1 Das Vorgangspassiv
1.2 Das Zustandspassiv
1.3 Das Rezipientenpassiv
1.4 Die Funktionen des Passivs
1.5 Die Veränderung der syntaktischen Funktionen
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit bietet eine fachwissenschaftliche Aufarbeitung der verschiedenen Passivformen im Deutschen. Das primäre Ziel ist es, die grammatikalischen Strukturen, die Bildung und die funktionalen Einsatzbereiche des Passivs verständlich darzulegen und die syntaktischen Veränderungen bei der Umwandlung von Aktiv- in Passivsätze zu erläutern.
- Grundlagen des Genus verbi (Aktiv vs. Passiv)
- Differenzierung zwischen Vorgangs-, Zustands- und Rezipientenpassiv
- Funktionen und situativer Einsatz des Passivs
- Zeitformen und Konjunktivgebrauch im Passiv
- Syntaktische Veränderungen und Valenzreduktion
Auszug aus dem Buch
1.1 Das Vorgangspassiv
Enthält der aktive Satz ein Subjekt und ein Akkusativobjekt, wird das Akkusativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt des Passivsatzes. Das Subjekt des Aktivsatzes kann im Passivsatz entweder weggelassen oder wird mithilfe einer von-Phrase realisiert. Das Vorgangspassiv wird mit dem Hilfsverb „werden“ und dem Partizip II eines Vollverbes gebildet. Die Wortstellung dabei ist frei.
(1) a. Ein Freund kaufte das Pferd.
b. Das Pferd wurde (von einem Freund) gekauft.
Nun ist es natürlich aber auch möglich, dass ein aktives Verb überhaupt kein Akkusativobjekt fordert:
(1.1) a. Bei mir daheim hat man oft gespielt.
Doch auch in diesem Beispiel ist die Bildung des Passivs möglich, dem passiven Satz fehlt allerdings ein Subjekt, man spricht vom unpersönlichen Passiv:
(1.1) b. Bei mir daheim wurde oft gespielt.
Verwendet wird das Vorgangspassiv besonders dann, wenn ein Perspektivenwechsel vom Sprecher beabsichtigt ist. Der passive Satz wird aus der Geschehensperspektive betrachtet, der aktive hingegen aus der Handlungsperspektive:
(1.2) a. Max ruft die Polizei.
b. Die Polizei wird (von Max) gerufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fachwissenschaftliche Darstellung: Dieses einleitende Kapitel definiert das Genus verbi als Überbegriff für Aktiv und Passiv und stellt die Grundlagen der Passivbildung im Deutschen vor.
1.1 Das Vorgangspassiv: Es wird die Transformation von Aktivsätzen mit Akkusativobjekten in das Vorgangspassiv beschrieben, inklusive der Bildung mit „werden“ und der Möglichkeit eines unpersönlichen Passivs.
1.2 Das Zustandspassiv: Dieses Kapitel erläutert die Bildung mit „sein“ und dem Partizip II zur Beschreibung von Ergebniszuständen eines Vorgangs.
1.3 Das Rezipientenpassiv: Hier wird die Verwendung von Hilfsverben wie „bekommen“ oder „kriegen“ behandelt, um das Dativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt zu machen.
1.4 Die Funktionen des Passivs: Die Sektion beleuchtet, warum das Passiv genutzt wird, um den Handelnden in den Hintergrund zu rücken, und zeigt die Anwendung in verschiedenen Zeitformen und Modi.
1.5 Die Veränderung der syntaktischen Funktionen: Das Kapitel analysiert die Verschiebung der thematischen Rollen und die einhergehende Valenzreduktion bei der Passivierung.
Schlüsselwörter
Passiv, Aktiv, Genus verbi, Vorgangspassiv, Zustandspassiv, Rezipientenpassiv, Hilfsverben, Partizip II, Syntax, Valenzreduktion, Deutsche Grammatik, Zeitformen, Konjunktiv, Sprachwissenschaft, Verb
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der grammatikalischen Struktur und den verschiedenen Formen des Passivs in der deutschen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Unterscheidung zwischen Vorgangs-, Zustands- und Rezipientenpassiv sowie deren funktionale Verwendung und syntaktische Implikationen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine kompakte, fachwissenschaftliche Darstellung der Passivkonstruktionen, um Grundlagenwissen zur Grammatik zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive linguistische Analyse auf Basis etablierter fachdidaktischer und grammatikalischer Standardliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der drei Passivarten, die funktionale Anwendung in verschiedenen Zeitformen sowie die Analyse der syntaktischen Veränderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Passiv, Syntax, Verb, Valenzreduktion und Deutsche Grammatik charakterisiert.
Was unterscheidet das Vorgangspassiv vom Zustandspassiv?
Das Vorgangspassiv beschreibt einen Prozess (gebildet mit „werden“), während das Zustandspassiv das Ergebnis eines Vorgangs (gebildet mit „sein“) beschreibt.
Was passiert bei der Umwandlung in ein Rezipientenpassiv?
Beim Rezipientenpassiv wird das Dativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt des Passivsatzes, unter Verwendung von Hilfsverben wie „bekommen“ oder „erhalten“.
Warum kommt es im Passivsatz zu einer Valenzreduktion?
Da im Passivsatz das Agens oft unrealisiert bleibt oder optional mittels „von“-Phrase hinzugefügt wird, reduziert sich die Anzahl der notwendigen Ergänzungen des Verbs im Vergleich zum Aktivsatz.
- Arbeit zitieren
- Sina Ramsperger (Autor:in), 2021, Das Passiv im Unterricht. Typen und Funktionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159098