Diese Arbeit soll sich vor allem damit beschäftigen, die verschiedenen Aspekte der Interkulturalität des Films "Der 13te Krieger" herauszuarbeiten. Dafür wird zunächst ein Überblick über den Begriff der Interkulturalität an sich gegeben, um
somit die Definition dieses Wortes für die folgende Arbeit festzulegen. In dem Zuge wird ebenfalls ein kleiner Überblick über den Hintergrund des Films und die Reiseberichte des historischen Ahmed Ibn Fadlan gegeben, um den Film im
Gesamtkontext besser einordnen zu können.
Im Anschluss wird sich den verschiedenen Gruppierungen des Films gewidmet. Dazu werden zunächst äußerliche und Charaktereigenschaften von dem filmischen Ahmed Ibn Fadlan, den Wikingern sowie den Wendol analysiert, um
zunächst die Unterschiede der verschiedenen Gruppen aufzuzeigen. Danach werden die verschiedenen Aspekte der Sprache, Religion und Männlichkeit in Bezug auf einen kulturellen Austausch analysiert.
Alle Beschreibungen und Zitate aus dem Analyseteil dieser Hausarbeit, die sich auf den Film beziehen, stammen, sofern nicht anderweitig gekennzeichnet, aus der deutschen Synchronisierung des Films "Der 13te Krieger“ aus dem Jahr 1999.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Interkulturalität und der geschichtliche Hintergrund des Films
3. Gruppierungen in „Der 13te Krieger“
3.1 Ahmed Ibn Fadlan
3.2 Die Wikinger
3.3 Die Wendol
4. Interkulturalität in „Der 13te Krieger“
4.1 Sprache
4.2 Religion
4.3 Männlichkeit
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die interkulturellen Aspekte des Films „Der 13te Krieger“ (1999) mit Fokus auf die Begegnung zwischen dem arabischen Poeten Ahmed Ibn Fadlan und einer Gruppe nordischer Krieger. Dabei wird analysiert, wie sich kulturelle Identität durch Sprache, Religion und Rollenbilder im Kontext der filmischen Handlung und der Auseinandersetzung mit der Bedrohung durch die Wendol entwickelt.
- Analyse der kulturellen Differenzen zwischen dem arabischen und wikingerzeitlichen Kulturraum.
- Untersuchung der Bedeutung von Sprache als Instrument der Integration und Identitätsstiftung.
- Betrachtung der religiösen Spannungsfelder und der gegenseitigen Akzeptanz verschiedener Glaubenssysteme.
- Deutung von Männlichkeitsvorstellungen und dem Einfluss westlicher Stärkenormen auf den Protagonisten.
Auszug aus dem Buch
3.1 Ahmed Ibn Fadlan
Ahmed Ibn Fadlan ist die Stimme des Films. Aus seiner Perspektive erleben die ZuschauerInnen die erzählte Geschichte. Man erfährt in dem Prolog des Films mehr über die Vergangenheit von Ahmed Ibn Fadlan, so erzählt er den ZuschauerInnen: „Es gab eine Zeit, da lebte ich als Poet in der prachtvollsten Stadt der Welt.“ Seine Heimat musste er aufgrund einer Affäre mit der Frau eines anderen Mannes verlassen, da er daraufhin von dem Kalifen als Botschafter aus der Stadt verwiesen wurde. In diesem Prolog, in dem Ahmed Ibn Fadlan aus dem Off zu den ZuschauerInnen spricht, ist er jedoch auch bildlich anwesend. So sieht man ihn in weite und edle Gewänder gehüllt, mit einem schwarzen Eyeliner um die Augen und mit kurzen und gepflegten Haaren.
Insgesamt wird Ahmed in dieser Anfangssequenz als sehr gepflegt dargestellt. Sein Gesicht ist glattrasiert und auch nachdem er als Botschafter ausgesandt wurde, sieht man ihn stets in der typischen arabischen Kleidung, welche zu keinem Zeitpunkt Zeichen von Schmutz aufweist. Diese Kleidung wechselt er regelmäßig, so trägt er meist schwarze Gewänder auf der Mission der Nordmänner, allerdings tritt er in dem Lager der Wikinger zu Beginn des Films auch mit farbenfroher und abwechslungsreicher Kleidung auf, die mit Goldstickereien verziert ist. Auch seine Kopfbedeckung ist ähnlich reich verziert. Die Kleidung lässt vor allem zu Beginn des Films im Vergleich zu den Wikingern einen Eindruck der Eleganz bei den ZuschauerInnen entstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Darstellung arabischer Kulturen im westlichen Film ein und stellt den Film „Der 13te Krieger“ als ein Werk mit positiver, historisch fundierter Charakterisierung dar.
2. Interkulturalität und der geschichtliche Hintergrund des Films: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Interkulturalität für die Arbeit und gibt einen Überblick über die historischen Reiseberichte von Ahmed Ibn Fadlan als Quelle.
3. Gruppierungen in „Der 13te Krieger“: Hier werden die drei zentralen Gruppen – Ahmed Ibn Fadlan, die Wikinger und die Wendol – hinsichtlich ihrer äußeren Erscheinung und Charaktereigenschaften analysiert.
4. Interkulturalität in „Der 13te Krieger“: Das Hauptkapitel untersucht den kulturellen Austausch und die Annäherung der Akteure anhand der Schwerpunkte Sprache, Religion und Männlichkeit.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die interkulturelle Anpassung einseitig ausfällt, da Ahmed vermehrt westliche Wertvorstellungen übernimmt, während er gleichzeitig als Brückenbauer zwischen den Kulturen fungiert.
Schlüsselwörter
Interkulturalität, Ahmed Ibn Fadlan, Wikinger, Der 13te Krieger, Wendol, kultureller Austausch, Identität, Sprache, Religion, Männlichkeit, Filmwissenschaft, Mittelalter, Reisebericht, Adaption, Buliwyf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die interkulturellen Begegnungsprozesse im Film „Der 13te Krieger“ unter besonderer Berücksichtigung der Charakterentwicklung des Protagonisten Ahmed Ibn Fadlan.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen kultureller Identität, sprachlicher Kommunikation, religiösen Riten und den im Film präsentierten Maskulinitätskonzepten.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage befasst sich damit, inwiefern ein echter kultureller Austausch stattfindet oder ob eine einseitige Anpassung des arabischen Protagonisten an die nordischen Werte vorliegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Die Autorin verwendet eine filmwissenschaftliche Analyse, die Charaktereigenschaften, ästhetische Gestaltung und narratologische Elemente zur Dekonstruktion interkultureller Dynamiken nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Charakterisierung der beteiligten Gruppen sowie eine spezifische Untersuchung von Sprache, Religion und Männlichkeit als zentrale Integrations- oder Abgrenzungsmerkmale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Interkulturalität, kultureller Austausch, Identitätsentwicklung, Geschlechterrollen, Wikinger-Mythologie und die filmische Repräsentation des Fremden.
Wie verändert sich die Darstellung von Ahmed Ibn Fadlan im Filmverlauf?
Ahmed wandelt sich vom zunächst eleganten, distanzierten Poeten zu einem kampferprobten Mann, der sich dem rauen Lebensstil der Wikinger anpasst, ohne jedoch seine Wurzeln vollständig aufzugeben.
Welche Rolle spielen die Wendol im interkulturellen Gefüge?
Die Wendol fungieren als mythische Antagonisten, deren Unbekanntheit und Bedrohungspotenzial dazu dienen, die anderen beiden Kulturen – die der Araber und der Wikinger – in ihrem gemeinsamen Überlebenskampf zusammenzuschweißen.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich des kulturellen Austauschs?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der Austausch asymmetrisch verläuft, da Ahmed stärker die westlichen Vorstellungen von Stärke und Männlichkeit verinnerlicht, als umgekehrt Einflüsse in die nordische Kultur fließen.
- Arbeit zitieren
- Mareike Kaufmann (Autor:in), 2021, Interkulturalität in dem Film "Der 13te Krieger" (1999, Crichton, McTiernan), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159159