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Das Selbstopfer in Hartmanns von Aue „Der arme Heinrich“

Das Mädchen zwischen Egoismus und Nächstenliebe

Título: Das Selbstopfer in Hartmanns von Aue „Der arme Heinrich“

Trabajo de Seminario , 2008 , 14 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Selina Kunz (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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In seiner Studie Hartmanns von Aue 'Armer Heinrich' und 'Gregorius' vertritt Christoph Cormeau die These, dass die meisten Interpreten des Werkes Der arme Heinrich das Bauernmädchen lediglich als ‚Beiwerk’ für die Geschichte Heinrichs einschätzen, ihre eigenständige Rolle jedoch nicht wahrnehmen oder sie für unwichtig halten. Dies mag zu einem großen Teil der Tatsache geschuldet sein, dass der Titel des Werkes klar den Ritter Heinrich fokussiert. Sieht man sich aber den Redeanteil des Mädchens innerhalb der Geschichte an, fällt schnell auf, dass dieser Charakter eine große Rolle einnimmt, er dominiert beispielsweise das sogenannte Lehrgespräch in der Mitte des Werkes völlig. Das Kind ist unverzichtbar für den Verlauf der Erzählung, ihre Handlungen sind für die Forschung und den geneigten Leser gleichermaßen von wesentlichem Interesse. Zentral für die Interpretation der Figur ist dabei ihre Beziehung zu Heinrich, da die Meierstochter „[...] trotz ständischer Differenzen als komplementäre Erscheinung zu Heinrich angelegt [ist]“ . Durch ihre Bereitschaft zum Selbstopfer und die zu Grunde liegende Motivation, wird die Rolle der Meierstochter zu einem viel diskutierten Thema innerhalb der mediävistischen Literaturwissenschaft.
Eine umfassende Interpretation der Rolle des Mädchens kann im Rahmen dieser Arbeit nicht geleistet werden, da eine solche Analyse viele weitere Teilaspekte, wie etwa ihre Beziehung zu Heinrich oder die Rolle innerhalb der Familie, einschließen müsste.
Die vorliegende Proseminararbeit möchte daher lediglich die Rolle der Meierstochter bezüglich ihrer Motivation zum Selbstopfer darlegen. Dabei soll im folgenden Kapitel zunächst die mittelalterliche Sicht auf das Selbstopfer kurz vorgestellt werden, um die Basis für ein Verständnis der Handlungen der Meierstochter zu schaffen. Den Hauptteil dieser Arbeit sollen dann eine Vorstellung und eine Analyse verschiedener denkbarer Motivationen des Mädchens bilden. Ziel soll es sein, zu erörtern, warum die Meierstochter bereit ist, für den Herren ihrer Familie zu sterben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Das Selbstopfer im Mittelalter

III. Die Motivation des Mädchens zum Selbstopfer

3.1 Das altruistische Motiv

3.2 Fremdbestimmung

3.3 Egoismus

3.4 Der geistige Wandel des Mädchens

IV. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Motivation der Meierstochter in Hartmanns von Aue „Der arme Heinrich“, sich für ihren kranken Herrn zu opfern. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob das Verhalten der Figur primär als altruistischer Akt, als göttliche Fremdbestimmung oder als Ausdruck eines egoistischen Strebens zu werten ist.

  • Mittelalterliches Verständnis von Selbstopfer und Tod
  • Analyse altruistischer Handlungsmotive
  • Rolle der göttlichen Inspiration (Fremdbestimmung)
  • Das egoistische Motiv und der Wunsch nach Märtyrertum
  • Der geistige Wandel der Protagonistin im Handlungsverlauf

Auszug aus dem Buch

3.1 Das altruistische Motiv

Das Mitleid mit ihrem Herren Heinrich sieht Christoph Cormeau als das Hauptmotiv für das Selbstopfer der Meierstochter an. Zu Beginn der Handlung wird das achtjährige (alternativ entsprechend der herangezogenen Handschrift zwölfjährige) Mädchen ausschließlich als positiv dargestellt, da sie sich für ihren Herren Heinrich aufopfert und ihm dient, wann immer sich eine Gelegenheit dazu bietet:

ein kint von ahte jâren. / daz kunde gebâren / sô rehte güetlîchen. / diu enwolde nie entwîchen / von ir herren einen vuoz. / umbe sîn hulde und sînen gruoz / diente si im alle wege / mit ir güetlîchen phlege.

Diese liebevolle Aufopferung spricht dafür, dass das Kind das christliche Gebot der Nächstenliebe auf ganz besonderes Weise zu erfüllen vermag. Während ihre Mitmenschen den Kontakt zu Heinrich vermeiden, sucht sie diesen Kontakt geradezu, wodurch Hartmann auf den starken Kontrast zwischen dem Mädchen und ihrer Umwelt hinweist. „Schon ihre Zuwendung zum leprösen Heinrich erweist ihre Frömmigkeitshaltung“. Der Erzähler trifft zudem die Aussage, dass das Mädchen Heinrich niemals alleine lässt und deshalb von ihm scherzhaft ‚gemahel’ genannt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorwort: Dieses Kapitel stellt die Forschungsthese vor, dass die Meierstochter eine zentrale Rolle einnimmt, und legt das Ziel der Arbeit fest, ihre Motivation zum Selbstopfer zu analysieren.

II. Das Selbstopfer im Mittelalter: Es wird die mittelalterliche Differenzierung zwischen Selbstmord als Weltflucht und Selbstopfer als religiös motivierte, edle Tat dargelegt.

III. Die Motivation des Mädchens zum Selbstopfer: Das Kernkapitel untersucht anhand von Textbeispielen die verschiedenen Ansätze, das Handeln der Meierstochter als altruistisch, fremdbestimmt oder egoistisch zu interpretieren.

3.1 Das altruistische Motiv: Hier wird die liebevolle Aufopferung des Mädchens aus christlicher Nächstenliebe und ihre Darstellung als engelhafte Figur beleuchtet.

3.2 Fremdbestimmung: Dieses Kapitel analysiert die These, dass das Mädchen als Instrument einer höheren Macht agiert, wobei die Meinung der Eltern eine zentrale Rolle spielt.

3.3 Egoismus: Es wird diskutiert, inwiefern Eigenliebe und der Wunsch nach einem Märtyrerschicksal als zusätzliche, teils egoistische Motive in den Text einfließen.

3.4 Der geistige Wandel des Mädchens: Hier wird die Entwicklung der Figur betrachtet, insbesondere ihre Einstellung zum weltlichen Leben nach der Begegnung mit dem Tod.

IV. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, dass die Ambivalenz der Figur die literarische Qualität des Werkes unterstreicht und Raum für unterschiedliche Interpretationen lässt.

Schlüsselwörter

Der arme Heinrich, Hartmann von Aue, Selbstopfer, Meierstochter, Nächstenliebe, Mittelalter, Motivation, Altruismus, Egoismus, Fremdbestimmung, Märtyrerschicksal, Literaturwissenschaft, Vita Angelica, Superbia, Epik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Handlungsmotivationen der Meierstochter im Werk „Der arme Heinrich“ von Hartmann von Aue im Hinblick auf ihre Bereitschaft zum Selbstopfer.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Spannung zwischen altruistischer Nächstenliebe, religiös motivierter Fremdbestimmung und egoistischen, auf das Jenseits ausgerichteten Ambitionen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es zu erörtern, warum die Meierstochter bereit ist, für den Herrn ihrer Familie zu sterben und welche verschiedenen Deutungsebenen Hartmann von Aue hierzu anbietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mit zeitgenössischer Forschungsliteratur vergleicht und die verschiedenen Motive anhand von Textbelegen untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das mittelalterliche Verständnis von Selbstopfer sowie die drei zentralen Erklärungsansätze (Altruismus, Fremdbestimmung, Egoismus) und der geistige Wandel der Figur detailliert analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind das Selbstopfer, die Meierstochter, christliche Nächstenliebe, das Motiv des Märtyrertods, die mittelalterliche Weltsicht und die Figur des „armen Heinrich“.

Wird das Mädchen in der Forschung einheitlich bewertet?

Nein, die Arbeit zeigt auf, dass es in der Forschungsliteratur keine dominierende Meinung gibt und das Bild des Mädchens zwischen Heiligkeit und Egoismus schwankt.

Welche Rolle spielt die „Superbia“ im Text?

Der Begriff der „Superbia“ (Stolz) wird eingeführt, um zu hinterfragen, ob die Opferbereitschaft auch eine Form von Selbstüberschätzung oder den Wunsch nach spiritueller Überlegenheit beinhalten könnte.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Selbstopfer in Hartmanns von Aue „Der arme Heinrich“
Subtítulo
Das Mädchen zwischen Egoismus und Nächstenliebe
Universidad
University of Trier  (Uni Trier)
Curso
Einführung in die deutsche Literatur des Mittelalters
Calificación
2,0
Autor
Selina Kunz (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
14
No. de catálogo
V115923
ISBN (Ebook)
9783640174034
ISBN (Libro)
9783640174232
Idioma
Alemán
Etiqueta
Selbstopfer Hartmanns Heinrich“ Einführung Literatur Mittelalters
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Selina Kunz (Autor), 2008, Das Selbstopfer in Hartmanns von Aue „Der arme Heinrich“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115923
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