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Das Phänomen "Incel" als Ausdruck schmerzbasierten Verhaltens. Beeinflussbar durch pädagogische Prävention, Intervention und Aufklärung?

Title: Das Phänomen "Incel" als Ausdruck schmerzbasierten Verhaltens. Beeinflussbar durch pädagogische Prävention, Intervention und Aufklärung?

Master's Thesis , 2021 , 137 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jennifer Schmitz (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Das Forschungsvorhaben dieser Arbeit zielt darauf ab, individuelle Beweggründe und Problemlagen von "Incels" nachzuvollziehen, um aus diesen Rückschlüsse für die pädagogische Praxis abzuleiten. Dazu sollen Beiträge und Kommentare eines "Incel"-Forums genauer untersucht werden.

Aufgrund des hohen Anstiegs an Einsamkeitsbekundungen auch im Kinder- und Jugendbereich sollten sich auch pädagogische Institutionen vermehrt mit dem Thema Einsamkeit und Isolation auseinandersetzen. Ein Phänomen, das sich durch die Abwesenheit von bedeutsamen Beziehungen definieren lässt, ist das der "Incels".

"Incels" sind in den letzten Jahren vermehrt durch ihre auffälligen Verhaltensweisen ins Gespräch geraten, da sie online misogyne Inhalte teilen, Frauen und Minderheiten diskriminieren und teilweise zu Gewalttaten gegen diese aufrufen. Des Weiteren bekundeten bereits einige Attentäter in den USA und in Deutschland ihre Verbindung zur Incelosphäre.

Obwohl das Thema eine gesellschaftliche Relevanz aufweist, wurde bisher nur wenig auf diesem Gebiet geforscht. Die meisten Publikationen zum Thema "Incels" sind auf öffentliche und private Medien zurückzuführen, die gezeigte Verhaltensweisen zwar stark kritisieren, die Entstehung dieser Verhaltensweisen jedoch nur unzureichend beleuchten und nachvollziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Ziele

1.2 Aufbau der Arbeit

2. Theoretischer Hintergrund

2.1. Kontextualisierung des Incel Phänomens

2.1.1 Entstehung und Merkmale der Incel-Community

2.1.2 Dissozialität

2.1.3 Unfreiwilliges Zölibat

2.1.4 Blackpill-Ideologie

2.1.5 Ambivalenz-Konflikt

2.1.6 Digitale Welten

2.1.7 Identitätspolitiken

2.1.8 Zwischenfazit und Überleitung zur Pädagogik

2.2 Das Konzept des schmerzbasierten Verhaltens

2.2.1 Definition und Entstehung von Schmerz

2.2.2 Sozialer Schmerz und seine Auswirkungen

2.2.3 Schmerzbasierte Verhaltensweisen

3. Methodische Umsetzung

3.1 Grundlegende Überlegungen zur Methodik dieser Arbeit

3.2 Die qualitative Inhaltsanalyse

3.3 Definition der Analyseeinheiten

3.4 Bildung der Kategorienschemata

3.5 Auswertung

3.5.1 Subjektivität im Forschungsprozess

3.5.2. Allgemeine Befunde

3.5.3 Ergebnisse der Ursprungsposts

3.5.4 Ergebnisse der Kommentare

4. Einordnung und Reflexion

4.1 Beantwortung der Forschungsfragen

4.2 Reflexion der Ergebnisse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht, ob das Verhalten von Incels (involuntary celibates) auf soziale Schmerzerfahrungen zurückgeführt werden kann und welche Implikationen sich daraus für die sonderpädagogische Praxis ergeben, um präventiv und interventiv gegen eskalierende Fallverläufe zu wirken.

  • Kontextualisierung des Incel-Phänomens und Abgrenzung zu dissozialem Verhalten
  • Analyse des Konzepts des schmerzbasierten Verhaltens nach Günther Opp
  • Qualitative Inhaltsanalyse von Beiträgen aus dem Online-Forum r/IncelExit
  • Erforschung von Zusammenhangen zwischen Einsamkeit, Identitätskrisen und Online-Kommunikation
  • Ableitung pädagogischer Handlungsfelder für Prävention, Intervention und Aufklärung

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Unfreiwilliges Zölibat

Incels beschreiben auf Foren Defizite in Bezug auf romantische und sexuelle Beziehungen zu Frauen. Solche Beziehungen weisen neben der emotionalen Tiefe auch einen hohen Grad an Körperlichkeit und damit Hautkontakt auf. Welche wichtige Rolle Hautkontakt in der sozialen und emotionalen Entwicklung eines Menschen einnimmt, wird im Folgenden beleuchtet.

Ein Bedürfnis nach Hautkontakt ist dem Menschen inhärent, da nur durch Berührungen die lebenswichtigen Entwicklungs- und Wachstumsprozesse im Säuglingsalter angeregt werden (vgl. Grunwald 2017: S. 77). Berührungen wirken dabei direkt, unmittelbar und rufen starke Gefühle hervor, die sowohl positiver wie auch negativer Natur sein können. Wird eine Berührung als bedrohlich empfunden, reagiert der Körper mit Flucht und Abwehrreaktionen, während positive und angenehme Berührungsreize Ruhe und Frieden spenden (vgl. Uvnäs-Moberg 2016: S. 50).

„Menschen brauchen Hautkontakt, sonst wissen sie nicht sicher, dass sie existieren. Sonst werden sie von Angst und Stress beherrscht.“ (von Thadden 2018: S. 20, zitiert nach Martin Grunwald) Der Haptik-Forscher Martin Grunwald verweist mit diesem Zitat auf die existentielle Wichtigkeit von Berührungen. Positive Berührungsreize vermitteln Zugehörigkeit und starke Emotionen wie Zuneigung und Mitgefühl besser als Mimik und Gestik (vgl. Grunwald 2017: S. 183). Sie helfen so dabei, negative Emotionen besser zu regulieren und starke Bindungen aufzubauen, indem die Aktivierung von Gehirnarealen, die für negative Emotionen, Mentalisierungsprozesse und das soziale Urteilsvermögen zuständig sind, unterdrückt wird (Bartels & Zeki 2004). Die Relevanz von Berührungen bei der Entstehung und Festigung emotionaler Bindungen ist somit enorm.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende gesellschaftliche Relevanz von Einsamkeit und führt das Incel-Phänomen als Untersuchungsobjekt ein, wobei Parallelen zu Jugendlichen im Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung aufgezeigt werden.

2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel kontextualisiert das Incel-Phänomen (u.a. Blackpill-Ideologie, Identitätspolitik) und führt das pädagogische Konzept des schmerzbasierten Verhaltens nach Günther Opp als theoretischen Rahmen ein.

3. Methodische Umsetzung: Hier wird der methodische Ansatz der qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz beschrieben, die Datenbasis (r/IncelExit, Dezember 2020) definiert sowie das Kategorienschema und die Auswertungsschritte dargelegt.

4. Einordnung und Reflexion: In diesem Teil werden die Forschungsfragen beantwortet und die Ergebnisse kritisch vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte reflektiert, ergänzt um Implikationen für die sonderpädagogische Praxis.

5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, die zeigen, dass soziales Schmerzempfinden als ein multifaktorieller Erklärungsansatz für das Incel-Verhalten dienen kann, jedoch eine undifferenzierte Stigmatisierung der Gruppe kritisch hinterfragt werden muss.

Schlüsselwörter

Incel, Soziale Schmerzerfahrungen, Schmerzbasiertes Verhalten, Einsamkeit, Dissozialität, Pädagogische Prävention, Blackpill-Ideologie, r/IncelExit, Identität, Qualitative Inhaltsanalyse, Sonderpädagogik, Emotionale und Soziale Entwicklung, Online-Forum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Internetphänomen der "Incels" und analysiert, ob deren gezeigtes Verhalten als Ausdruck von schmerzbasierter Verhaltensweise interpretiert werden kann, um daraus Ansätze für sonderpädagogisches Handeln abzuleiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Kontextualisierung des Incel-Phänomens, das Konzept des schmerzbasierten Verhaltens nach Günther Opp, die Bedeutung von Einsamkeit und digitaler Kommunikation sowie pädagogische Interventionsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, individuelle Beweggründe und Problemlagen von Incels subjektlogisch nachzuvollziehen und daraus Rückschlüsse für die sonderpädagogische Praxis (insbesondere im Bereich Emotionale und Soziale Entwicklung) zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Autorin verwendet die inhaltlich strukturierende qualitative Inhaltsanalyse nach Kuckartz, um Beiträge und Kommentare aus dem Subreddit "r/IncelExit" (Dezember 2020) kategorienbasiert auszuwerten.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Hintergrund, der Konzepte wie Dissozialität und soziale Schmerzerfahrungen auf Incels überträgt, und einen methodischen Teil, in dem die Forenbeiträge detailliert nach Kategorien wie Gefühle, Selbstwert und Bewältigungsstrategien analysiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschungsarbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Incel, Soziale Schmerzerfahrungen, Dissozialität, Einsamkeit und Pädagogische Prävention sowie durch das methodische Vorgehen der qualitativen Inhaltsanalyse charakterisieren.

Wie unterscheidet sich r/IncelExit von anderen Incel-Foren?

Die Analyse zeigt, dass r/IncelExit als eine Art "Aussteigerforum" fungiert, in dem ein moderates Gesprächsklima herrscht, die Moderation aktiv eingreift und ein Störungsbewusstsein sowie Reflexion bei den Mitgliedern vorhanden sind.

Welchen Einfluss hat das Konzept des "schmerzbasierten Verhaltens" auf die Ergebnisse?

Es ermöglicht, dissoziale oder auffällige Verhaltensweisen der Forenmitglieder nicht pauschal als böswillig, sondern als (oft internalisierte) Lösungsversuche zur Bewältigung tiefsitzender Schmerzerfahrungen zu deuten, was neue pädagogische Zugänge eröffnet.

Warum ist das Thema für die Sonderpädagogik relevant?

Es gibt deutliche Parallelen zwischen der Lebenssituation von Incels (Einsamkeit, soziale Ausgrenzung, Identitätskrisen) und Kindern/Jugendlichen im Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung, was präventive Maßnahmen besonders wichtig macht.

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Details

Title
Das Phänomen "Incel" als Ausdruck schmerzbasierten Verhaltens. Beeinflussbar durch pädagogische Prävention, Intervention und Aufklärung?
College
University of Hamburg
Grade
1,0
Author
Jennifer Schmitz (Author)
Publication Year
2021
Pages
137
Catalog Number
V1159296
ISBN (PDF)
9783346564221
ISBN (Book)
9783346564238
Language
German
Tags
Incels Schmerzbasierte Verhaltensweisen Sozialer Schmerz Dissozialität Kreislauf der Entmutigung Identitätspolitiken Manosphere Sonderpädagogik Förderschwerpunkt ESE Unfreiwilliges Zölibat Ambivalenzkonflikt Black-Pill Ideologie Perspektivwechsel Sozialpädagogik Maskulinismus Frauenfeindlichkeit Misogynie Projektion Introjektion Online-Forum Reddit Prävention Intervention Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Schmitz (Author), 2021, Das Phänomen "Incel" als Ausdruck schmerzbasierten Verhaltens. Beeinflussbar durch pädagogische Prävention, Intervention und Aufklärung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159296
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