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Kann die EZB den EUR/USD-Kurs beeinflussen?

Title: Kann die EZB den EUR/USD-Kurs beeinflussen?

Seminar Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dominik Jahnke (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Anfang der siebziger Jahre brach das bis dahin gültige System fester Wechselkurse (Bretton-Woods) in sich zusammen. Der Grund hierfür bildeten die in den sechziger Jahren massiv abweichenden Inflations- raten der Mitgliedsstaaten, welche die Wettbewerbsstärke der Haupthandelsnationen veränderte. Während der Zeit fixer Wechselkurse wurden Interventionen nur passiv durchgeführt. Das heißt, falls z.B. die Nachfrage des privaten Sektors nach ausländischer Währung größer als das von der Zentralbank zur Verfügung stehende Angebot war, musste die Zentralbank die fehlenden Devisen kaufen. Diese „Interventionen“ waren das einzige geldpolitische Instrument. Heute bilden sich die Kurse der wichtigsten Währungen durch die Mechanismen des Marktes. Dieser Wechsel zu flexiblen Wechselkursen
sollte die Notwendigkeit der Zentralbanken grosse Fremdwährungsbestände zu halten, reduziert haben. Trotzdem liegen die weltweiten Zentralbankreserven auf Rekordniveau. Diese Reserven können die Währungshüter, um durch Interventionen auf die flexiblen Wechselkurse einzuwirken, nutzen. Devisenmarktinterventionen sind aber weitgehend als währungspolitische und nicht mehr geldpolitische Maßnahme zu sehen. Auch nach Artikel IV des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind die Zentralbanken dazu verpflichtet für ein stabiles Wechselkurssystem zu sorgen. Die Vergangenheit zeigte, dass Zentralbanken in aller Regel eine „leaning against the wind“-Strategie, das heißt eine Interventionspolitik, welche den herrschenden Kurstrend brechen soll, verfolgten. Fraglich ist, ob angesichts der Größe des Währungsmarktes, diese Strategie erfolgreich sein kann. Man muss schliesslich bedenken, dass im grössten Kassamarkt ($/€) über $200 Mrd. täglich gehandelt werden – Lyons (2002), S.3.
Nachfolgend will ich, an Hand der am 14. September 2000 gestarteten Interventionsserie der EZB untersuchen, inwieweit deren Eingriffe zur Stützung des €/$-Kurses wirkungsvoll waren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Interventionen und deren Wirkungsweise

2.1. Interventionen der EZB

2.2. Sterilisierte gegenüber nicht-sterilisierte Interventionen

2.2.1. Der Portfolio-Balance-Channel

2.2.2. Der Signalling-Channel

2.2.3. Der Noise-Trader-Channel

3. Eine Analyse der EZB-Interventionsserie vom 14.09.2000

3.1. Kurzfristige Effekte der Interventionen

3.2. Mittelfristige Effekte auf das Wechselkursniveau

3.3. Intervenierte die EZB systematisch?

3.4. Wechselkursvolatilität

4. Ergebnis

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Devisenmarktinterventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Stützung des Euro-Kurses gegenüber dem US-Dollar im Herbst 2000. Ziel ist es zu analysieren, ob und über welche Wirkungskanäle solche Interventionen die Wechselkursentwicklung sowie die Volatilität beeinflussen konnten.

  • Grundlagen und theoretische Wirkungsmechanismen von Zentralbankinterventionen.
  • Analyse der Interventionsserie der EZB vom Herbst 2000 mittels Intratagesdaten.
  • Untersuchung der kurz- und mittelfristigen Kurseffekte sowie der Wechselkursvolatilität.
  • Prüfung auf systematisches Interventionsverhalten der EZB.
  • Bewertung der Gesamteffektivität der Maßnahmen im Hinblick auf den Euro-Kurs.

Auszug aus dem Buch

2.2.3. Der Noise-Trader-Channel

Einen dritten Ansatz, über den Devisenmarktinterventionen den Wechselkurs beeinflussen können, bildet der Noise-Trading-Channel. Hier treffen die Spekulanten ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen an Hand der Chart- und nicht über die Fundamentalanalyse. Chartanalysten gehen davon aus, dass im aktuellen Devisenkurs bereits alle Informationen enthalten sind. Das heisst der Kurs reflektiert nicht nur die Fundamentaldaten, sondern ebenso die „Psychologie“ der Marktteilnehmer. Zur Analyse benutzen die Charttechniker die unterschiedlichsten Analysemethoden. Neben der klassischen Formationserkennung, zum Beispiel der Bruch einer Widerstandslinie, gibt es eine Vielzahl mechanischer Indikatoren. Dies können Trendfolgeindikatoren wie der Schnitt zweier gleitender Durchschnitte oder Oszillatoren, welche die „Schwungkraft“ des Kurses messen, sein – vgl. Allen und Taylor (1990), S.49-59. Die beiden Autoren untersuchten den Einfluss technischer Indikatoren bei der Entscheidungsfindung Londoner Devisenhändler. Durch eine Umfrage bei Chefdevisenhändlern zeigte sich, dass auf kurze Sicht (bis eine Woche), 90 Prozent der Händler die Chartanalyse zur Wechselkursprognose mitbenutzen. Allerdings nimmt mit zunehmendem Prognosezeitraum die Zahl der Fundamentalanalysten zu. An charttechnisch kritischen Marken machen daher Zentralbankinterventionen durchaus Sinn. So werden Notenbanken bevorzugt bei Kursen, die Nahe an einer Widerstandslinie sind, intervenieren. Sie schafft dadurch ein charttechnisches Kaufsignal, auf das viele Marktteilnehmer ebenfalls mit Devisenkäufen reagieren werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext flexibler Wechselkurse und leitet die Forschungsfrage bezüglich der Effektivität von EZB-Interventionen zur Stützung des Euro-Kurses ein.

2. Interventionen und deren Wirkungsweise: Erläutert theoretische Konzepte wie den Portfolio-Balance-, Signalling- und Noise-Trader-Channel, durch die Notenbanken den Wechselkurs beeinflussen können.

3. Eine Analyse der EZB-Interventionsserie vom 14.09.2000: Analysiert empirisch die Effekte der fünf EZB-Interventionen im Herbst 2000 auf den Euro-Kurs und die Wechselkursvolatilität.

4. Ergebnis: Fasst zusammen, dass die Interventionen der EZB weitgehend ineffektiv waren und weder kurz- noch mittelfristig eine nachhaltige Stabilisierung des Euro-Kurses bewirken konnten.

5. Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen auf.

Schlüsselwörter

EZB, Euro, US-Dollar, Wechselkurs, Devisenmarktintervention, Portfolio-Balance-Channel, Signalling-Channel, Noise-Trader-Channel, Zentralbank, Geldpolitik, Währungsreserven, Wechselkursvolatilität, Markteffizienz, Fundamentalanalyse, Chartanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die Europäische Zentralbank (EZB) durch aktive Eingriffe am Devisenmarkt den Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar wirksam beeinflussen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Wirkungsmechanismen von Interventionen und einer empirischen Analyse der konkreten EZB-Interventionen im Jahr 2000.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Effektivität der EZB-Interventionen vom Herbst 2000 zu bewerten und zu prüfen, ob diese zu einer kurz- oder mittelfristigen Stützung des Euro führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Intratagesdaten der betreffenden Interventionszeitpunkte sowie auf bestehende ökonomische Literatur und Regressionsmodelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darstellung der Wirkungskanäle (Portfolio, Signalling, Noise-Trader) und die empirische Untersuchung der spezifischen Interventionsserie vom 14. September 2000.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Euro-Stützung, EZB-Interventionen, Wechselkursentwicklung, Signalling-Channel und die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen.

Warum waren die Interventionen der EZB laut Autor kaum effektiv?

Der Autor argumentiert, dass die EZB als „Player“ zu klein war, um die Risikoprämien nennenswert zu beeinflussen, und dass die Marktteilnehmer die Interventionen nicht als Zeichen für einen Kurswechsel der Geldpolitik wahrnahmen.

Welche Rolle spielten die „Noise-Trader“ bei der Bewertung der Interventionen?

Die Analyse zeigt, dass eine Intervention über den Noise-Trader-Channel nur dann erfolgreich gewesen wäre, wenn sie wichtige charttechnische Widerstandslinien durchbrochen hätte, was jedoch nicht nachhaltig gelang.

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Details

Title
Kann die EZB den EUR/USD-Kurs beeinflussen?
College
University of Duisburg-Essen  (FB Volkswirtschaftslehre)
Grade
2,0
Author
Dominik Jahnke (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V11594
ISBN (eBook)
9783638177115
ISBN (Book)
9783638641944
Language
German
Tags
EZB Euro US-Dollar Intervention Portfolio-Balance-Channel Signalling-Channel Noise-Trader-Channel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominik Jahnke (Author), 2003, Kann die EZB den EUR/USD-Kurs beeinflussen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11594
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