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Vom Umgang mit Minderheiten in einem föderalen Bundesstaat

Betrachtungen zu den Sezzessionsbestrebungen der Frankokanadier in der Provinz Québec

Title: Vom Umgang mit Minderheiten in einem föderalen Bundesstaat

Term Paper , 2002 , 45 Pages , Grade: bestanden

Autor:in: Diplom-Verwaltungswirt, Bachelor of Arts Michael Helbig (Author)

Politics - Region: Other States
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Summary Excerpt Details

Das Gerüst der vorliegenden Ausarbeitung bilden die folgenden Fragen:
Wie sind die historischen Ausgangsbedingungen?
Wo gibt es ähnlich gelagerte Probleme und sind diese vergleichbar?
Wieso entwickelte sich Frankokanada in eine konservative Richtung, während im Mutterland 1789 eine (bürgerlich-liberale) Revolution stattfand? Wieso entwickelte sich Montréal „anglophoner“ als der Rest der Provinz? Welche Rolle spielte die Religion und warum? Wo liegen die Spannungslinien zwischen Québec und der Bundesregierung in Ottawa (vom Beginn der Besiedlung bis zur Gegenwart) ?Wird sich Québec über ein weiteres Referendum abspalten können? Wie könnte sich Gesamtkanada damit weiterentwickeln?
Da das Gebiet Québec seit den ersten Einwanderungswellen in seinem Kern faktisch unverändert ist, eignet es sich gut für eine genauere Betrachtung der politischen Entwicklung unter Einbindung historischer Fakten.

Die patriotischen Spannungen in Québec sind von Interesse, denn heute ist Kanada eine der führenden Industrienationen der westlichen Welt. Somit lässt sich, in der Nachbetrachtung zur Staatsgründung aufzeigen, wie ein demokratischer Staat mit Problemen und Fragen einer Bevölkerungsgruppe – einer Minderheit in Kanada, aber einer Majorität in Québec – umgeht.

Die Ausgangsbedingungen für den Minderheitenstatus der „Québécois“ und die Einordnung des Themas stelle ich am Anfang in einem Überblick, als ersten Schwerpunkt dar. Die Provinz Québec entstand 1867, als Kanada gegründet und als „Dominion“ aus der unmittelbaren kolonialen Abhängigkeit zum Mutterland Großbritannien entlassen wurde.

Die entscheidenden Ereignisse, welche die Weichen für den Minderheitenstatus der Frankokanadier in Nordamerika stellten, liegen aber noch weiter zurück und sind europäisch beeinflusst.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit gilt dem Zeitraum seit 1980 und den Entwicklungen, die seit der ersten Volksabstimmung (Referendum) zur Abspaltung zu beobachten sind.
Am Ende der Arbeit, in der politikwissenschaftlichen Bewertung der Ergebnisse und dem Ausblick werden die ausgearbeiteten Punkte gewürdigt.
Im Anhang erfolgt eine ausführliche chronologische Darstellung der Ereignisse; er beinhaltet auch einen Statistikteil.
Zusätzlich werden in Fußnoten auch Übersetzungen aufgezeigt.
Außen vor bleiben in der Hausarbeit Betrachtungen zu Gesamtkanada, insbesondere zu den indigenen Urvölkern und den Inuit.

Excerpt


Inhaltsübersicht

1 Einleitung

2 Ausgangsbedingungen für den Minderheitenstatus der „Québécois“

2.1 Einordnung vergleichbarer Problemfelder

2.1.1 Allgemeines zu Minderheiten

2.1.2 Benennung von Minderheitenproblematiken

2.2 Entstehung einer frankokanadischen Identität in Kanada

2.2.1 Die Entwicklung bis zur Gründung der Union 1867

2.2.2 Der Gründungsakt 1867 aus der Sicht Québecs

2.2.3 Neuere Tendenzen

3 Die politischen Entwicklungen in Québec von 1980 bis 1995

3.1 Spannungspunkte zwischen Québec und Ottawa

3.1.1 Erstes Referendum zur Unabhängigkeit in Québec (1980)

3.1.2 Constitution Act (1982)

3.1.3 Das Meech Lake-Abkommen (1987) und der „Bloc Québécois“ (1990)

3.1.4 Volksabstimmung zum Abkommen von Charlottetown (1992)

3.1.5 Zweites Referendum zur Unabhängigkeit in Québec (1995)

3.2 Die aktuelle Problemlage seit 1995

3.2.1 Rechtliche Klärung der Separationsfrage Kanadas

3.2.2 Die Verfassungskonferenz von Calgary (1998)

3.3 Québecs „Traditionelle Forderungen“

3.4 Mögliche Entwicklungsperspektiven

4 Politikwissenschaftliche Bewertung der Ergebnisse der Untersuchung und Ausblick

4.1 Bewertung

4.1.1 Staatstheoretische Bewertung des Separationswunsches

4.1.2 Begrifflichkeit des „Québec-Nationalismus“

4.1.3 Beurteilung

4.2 Schlussbemerkungen

4.2.1 Zusammenfassung und Ausblick

5 Anhang

5.1 Politisches System Kanadas

5.2 Statistik

5.3 Chronologie

Zielsetzung & Forschungsschwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Zustandekommen der politischen Identität Québecs sowie den Umgang mit Minderheiten im föderalen kanadischen Staat, mit besonderem Fokus auf die historischen Ursprünge und die politischen Spannungsfelder bis zur Gegenwart.

  • Historische Genese der frankokanadischen Identität und deren Spannungsverhältnis zur britischen Krone.
  • Analyse der politischen Konfliktpunkte zwischen der Provinz Québec und der kanadischen Bundesregierung in Ottawa.
  • Untersuchung der separatistischen Bestrebungen und der Bedeutung der Volksabstimmungen von 1980 und 1995.
  • Staatstheoretische Einordnung des „Québec-Nationalismus“ und der Rolle des föderalen Systems Kanadas.
  • Bewertung der Entwicklungsperspektiven für das Verhältnis zwischen Québec und der kanadischen Union.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Die Entwicklung bis zur Gründung der Union 1867

Der eigentliche Ausgangspunkt, der Urknall, der zum Minderheitenbewusstsein der „Québécois“ führte, ist die Gründung der britischen „Province of Québec“ im Jahre 1763.

Das französische Militär sowie die Verwaltungs- und Wirtschaftseliten kehrten nach ihrer Niederlage gegen die Briten aus Québec nach Frankreich zurück. Geblieben ist die eher wertkonservative Bevölkerung auf dem Land, die sich zunehmend an den Priestern der katholischen Kirche orientierte. Auf die eher rückständigen Moralvorstellungen der Kirche ist auch das Bevölkerungswachstum der Frankokanadier zurückzuführen. Die Kirche machte sich zum Sprecher der Frankokanadier. Ihre soziale Autorität begann zu wachsen und die Privilegien der katholischen Kirche wurden im Laufe der Zeit von den Briten bestätigt.

Der „Québec Act“ (1774) ist vor dem Hintergrund der „Boston Tea Party“ (1773) zu sehen, um die Solidarisierung mit den unzufriedenen britischen Siedlern in den amerikanischen Kolonien vermeiden.

Aufgrund der Anerkennung der Vereinigten Staaten von Amerika durch Großbritannien flohen die der britischen Krone treu gebliebenen Siedler (Loyalists) von der „amerikanischen Revolution“ in die „Province of Québec“. Die „Loyalists“ fühlten sich von den französischen Kanadiern majorisiert, was 1791 mit dem „Constitutional Act“ zur Teilung in das anglophone Oberkanada und das frankophone Niederkanada führte. Gleichzeitig versah England die beiden neuen Kolonien mit jeweils einer lokalen Volksvertretung und einem von London ernannten Gouverneur an deren Spitze. Dieses System konzentrierte die wirkliche Macht in den Händen eines gesetzgebenden, von der Kolonialmacht bestallten, britischen Exekutivrats. Das Parlament der jeweiligen Kolonie hatte dabei nur wenig Kontrollmacht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsgerüst und die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der politischen Identität Québecs im föderalen Kontext Kanadas.

2 Ausgangsbedingungen für den Minderheitenstatus der „Québécois“: Dieses Kapitel erläutert die historischen und theoretischen Grundlagen des Minderheitenbegriffs sowie die Entstehung der frankokanadischen Identität bis zur Gründung der Union 1867.

3 Die politischen Entwicklungen in Québec von 1980 bis 1995: Der Autor analysiert die wesentlichen Spannungsfelder zwischen Québec und Ottawa, inklusive der Referenden von 1980 und 1995 sowie verschiedener Verfassungsabkommen.

4 Politikwissenschaftliche Bewertung der Ergebnisse der Untersuchung und Ausblick: Dieses Kapitel bietet eine staatstheoretische Einordnung und kritische Beurteilung des Separationswunsches sowie einen Ausblick auf die zukünftige Stabilität des föderalen Systems.

5 Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Informationen zum politischen System, statistische Daten zur Provinz Québec und eine ausführliche Chronologie der Ereignisse.

Schlüsselwörter

Kanada, Québec, Politik, Föderalismus, Minderheiten, Identität, Souveränität, Separatismus, Verfassungsgeschichte, Frankokanadier, Referendum, Nationalismus, Rechtsstaat, Autonomie, British North America Act.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Entwicklung der politischen Identität der Menschen in der kanadischen Provinz Québec und dem damit einhergehenden Spannungsfeld zwischen föderaler Zugehörigkeit und separatistischen Bestrebungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die historische Genese der Frankokanadier, die rechtliche und politische Verfassungsgeschichte Kanadas sowie die Rolle der Sprache, Kultur und Religion als identitätsstiftende Merkmale.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für die politischen Spannungen zwischen Québec und der Bundesregierung in Ottawa sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer politischen Selbstbestimmung innerhalb des föderalen Systems aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet einen historisch-politikwissenschaftlichen Ansatz, der die Entwicklung anhand einer Zeitschiene betrachtet und durch staatstheoretische sowie völkerrechtliche Argumentationen ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Ausgangsbedingungen seit 1763, eine detaillierte Analyse der politischen Ereignisse zwischen 1980 und 1995 und eine anschließende politikwissenschaftliche Bewertung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Québec-Nationalismus“, „Föderalismus“, „Souveränität“ und den Minderheitenstatus der „Québécois“ geprägt.

Warum ist die „Stille Revolution“ in Québec von so zentraler Bedeutung?

Die „Stille Revolution“ markiert den tiefgreifenden gesellschaftlichen und politischen Wandel in den 1960er Jahren, bei dem sich Québec von der klerikalen Tradition löste und den Staat als Instrument zur Wahrung der eigenen Identität und Wirtschaftskraft etablierte.

Welche rechtliche Schlussfolgerung zieht das höchste Gericht Kanadas zur Unabhängigkeit?

Das höchste Gericht entschied 1998, dass Québec zwar ein Recht auf Unabhängigkeit habe, dieses jedoch nach nationalem und internationalem Recht zwingend die Zustimmung der restlichen kanadischen Provinzen erfordert.

Wie verändert der ethnische Pluralismus die heutige Unabhängigkeitsdebatte?

Durch die Zunahme von Einwanderern, die keine historischen Bindungen an den französisch-britischen Konflikt haben, verschiebt sich die demographische Basis, was das Verständnis für eine totale Separation in Teilen der Bevölkerung mindert.

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Details

Title
Vom Umgang mit Minderheiten in einem föderalen Bundesstaat
Subtitle
Betrachtungen zu den Sezzessionsbestrebungen der Frankokanadier in der Provinz Québec
College
University of Hagen  (Lehrgebiet Internationale Politik / Vergleichende Politikwissenschaft)
Course
Politische Identität
Grade
bestanden
Author
Diplom-Verwaltungswirt, Bachelor of Arts Michael Helbig (Author)
Publication Year
2002
Pages
45
Catalog Number
V115960
ISBN (eBook)
9783640177561
ISBN (Book)
9783640177622
Language
German
Tags
Umgang Minderheiten Bundesstaat Politische Identität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Verwaltungswirt, Bachelor of Arts Michael Helbig (Author), 2002, Vom Umgang mit Minderheiten in einem föderalen Bundesstaat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115960
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