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"Erbolato" von Ludovico Ariosto. Wie parodiert Ariosto den Neuplatonismus mithilfe von Quacksalberei?

Titre: "Erbolato" von Ludovico Ariosto. Wie parodiert Ariosto den Neuplatonismus mithilfe von Quacksalberei?

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2021 , 22 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Djenisa Osmani (Auteur)

Romanistique - Philologie italienne et sarde
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Untersucht werden soll, wie Ariosto den Neuplatonismus mithilfe von Quacksalberei parodiert. Dabei liegt der Fokus dieser Arbeit auf einer intensiven Textstellenanalyse. Anschließend wird die Intention des Textes diskutiert. Vorerst wird allerdings geklärt, wieso der Neuplatonismus überhaupt von Ariosto parodiert wurde und es werden inhaltliche sowie sprachliche Grundinformationen zum Text gegeben.

Ludovico Ariosto gehört zu den einflussreichsten italienischen Autoren der italienischen Renaissance und des Humanismus. Sein in dieser Arbeit untersuchter Prosatext Erbolato ist der wohl am wenigsten bekannte Text von Ariosto. Die kurze Schrift wurde 1545 posthum in Venedig von einem der berühmtesten Scharlartane dieser Zeit veröffentlicht – Jacopo Coppa, auch „il Modenese“ genannt. Coppa war auch der Verleger von Ariostos Rime im darauffolgenden Jahr. Der Prosatext Erbolato hatte nur wenig Erfolg bei den Herausgebern und rief sogar bei den Gelehrten Ariostos alle möglichen Zweifel hervor. Dazu gehört u.a. der Zweifel über Ariostos Urheberschaft des Textes. Aufgrund eines linguistischen Vergleichs der Schrift mit anderen Texten Ariostos und einer gründlichen Studie und dem Essay von Giuseppe Fatini aus dem Jahre 1910 wurde die Urheberschaft Ariostos erst Jahrhunderte später anerkannt. Die Entstehungszeit des Textes soll zwischen 1530 und 1533 liegen.
Der Text handelt von einem Wanderarzt namens Antonio Faventino, der auf dem Marktplatz sein wundersames Heilmittel vermarkten und verkaufen möchte. Die zu Beginn philosophisch klingende Rede wandelt sich schnell zu einer Art Verkaufsmonolog, in der der Protagonist sein Heilmittel – das elettuario – verkaufen möchte.
Der kurze Prosatext besteht aus fünf etwa gleich langen Abschnitten. Es handelt sich um einen Monolog, inspiriert von realen Aufführungen von Scharlatanen und Wanderern, mit der Verwendung hoher Rhetorik, die auch nötig ist, um das Universalheilmittel an den Mann zu bringen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ariosto und der Neuplatonismus

3. Gattung, Funktion und Sprache des Erbolato

4. Textstellenanalyse des Erbolato

4.1 Abschnitt 1: Bezug zu Plinius‘ Naturalis historia

4.2 Abschnitt 2

4.2.1 Die edelste aller Künste

4.2.2 Wissensaustausch durch Sprache und das Reisen

4.3 Abschnitt 3

4.3.1 Abwertung und beginnende Manipulation

4.3.2 Manipulation durch nichtvorhandene Bescheidenheit

4.4 Abschnitt 4

4.5 Abschnitt 5

4.6 Die Macht der Worte

5. Intention und Zweck des Erbolato

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Prosatext Erbolato von Ludovico Ariosto mit dem Ziel, die satirische Parodie des Neuplatonismus durch die Figur des Quacksalbers Antonio Faventino aufzudecken. Dabei wird analysiert, wie der Protagonist durch rhetorische Strategien und Manipulation versucht, sein Heilmittel zu vermarkten und seine Autorität zu etablieren.

  • Parodie des Neuplatonismus in der Renaissance
  • Analyse von Manipulationsstrategien in der Rhetorik
  • Darstellung des Scharlatan-Topos als literarische Figur
  • Untersuchung von Sprachgebrauch und Verkaufsargumentation
  • Verhältnis zwischen humanistischem Wissen und Marktrealität

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Die edelste aller Künste

Die Medizin ist eine Kunst, die es zu beherrschen gilt. Sie ist die edelste aller Künste nach dem Protagonisten Antonio Faventino. Sie muss auch die edelste Kunst sein und sie kann erst nach einem sehr langen und anstrengenden Studium erlernt und angewendet werden, da diese Kunst u.a. dafür verantwortlich ist, dass der Mensch überlebt bzw. lange am Leben bleibt:

Ma più di tutte l’altre gli parve bella et utile e di lunghissimo studio e grandissima diligenza degna quell’arte che mostra di tenere l’uomo sano e dalla mala disposizione ritirarlo alle buona, la quale si chiama medicina; ché, senza alcun dubbio, se la vita e questo essere è la più preziosa cosa che noi abbiamo, l’arte che di mantenerla in buono et ottimo stato e di prolungarla ci insegna, conviene che sia la più nobile e la più necessaria che si impari.

Das Beherrschen dieser Kunst wird hervorgehoben, denn sie wird als das Wichtigste erachtet:

Questa cognizione ebbero i primi uomini e quelli che di età in età per molti secoli da loro successero; per questo non aveano in quella prima antichità altro più caro né miglior studio, che di cercare, investigare, apprendere le disposizioni e le proprietà dell’erbe, delle piante e dell’altre cose a loro servigio create; né più bel dono potea fare uno amico all’altro, né lasciare il padre al figliuolo eredità più proficua, che qualche nuova cognizione di alcuna cosa che a mantenimento e ricuperazione della sanità fusse utile.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Erbolato als wenig bekannter Text Ariostos und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Parodie neuplatonischer Ansätze.

2. Ariosto und der Neuplatonismus: Untersuchung der historischen Kontexte sowie der satirischen Bezugnahme des Autors auf humanistische und neuplatonische Schriften.

3. Gattung, Funktion und Sprache des Erbolato: Diskussion der gattungsspezifischen Einordnung als Pamphlet sowie der theaterähnlichen Strukturen des Verkaufsmonologs.

4. Textstellenanalyse des Erbolato: Detaillierte Untersuchung des Protagonisten Faventino, seiner rhetorischen Manipulation, der Selbstvermarktung und der Wirksamkeit seines Heilmittels.

5. Intention und Zweck des Erbolato: Diskussion der satirischen Intentionen und der Kritik Ariostos an der Verzerrung von Gelehrsamkeit und praktischer Realität.

6. Schlusswort: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung des satirischen Charakters des Werkes als Kritik am zeitgenössischen kulturellen Umfeld.

Schlüsselwörter

Ludovico Ariosto, Erbolato, Neuplatonismus, Scharlatan, Quacksalberei, Satire, Humanismus, Rhetorik, Manipulation, Antonio Faventino, Medizinhistorie, Renaissance, Verkaufsmonolog, Literaturanalyse, Ideologiekritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Prosatext Erbolato von Ludovico Ariosto und untersucht, wie der Autor mittels der Figur eines Scharlatans den damaligen Neuplatonismus parodiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die rhetorische Manipulation, die Verkaufsstrategien von Wanderärzten sowie die literarische Auseinandersetzung mit dem Humanismus und dem Neuplatonismus der Renaissance.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Ariosto durch die sprachliche Darstellung eines Quacksalbers die Glaubwürdigkeit neuplatonischer Lehren und zeitgenössischer medizinischer Autoritäten hinterfragt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer intensiven Textstellenanalyse in Verbindung mit der Auswertung von Forschungsliteratur zum historischen Kontext des 16. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse der Textabschnitte, in denen der Protagonist seine Kompetenz behauptet, rhetorische Kunstgriffe anwendet und seine vermeintlichen Heilmittel vermarktet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Satire, Manipulation, Rhetorik, Neuplatonismus, Scharlatan, sowie der spezifische Kontext der italienischen Renaissance.

Welche Funktion hat die Figur des Antonio Faventino im Text?

Faventino fungiert als Sprachrohr Ariostos, um durch seine Übertreibungen und seinen paradoxen Verkaufsstil die Leichtgläubigkeit der Masse und die Eitelkeit der Gelehrten offenzulegen.

Warum wird im Erbolato so viel Wert auf das Motiv des Reisens gelegt?

Das Reisen dient dem Protagonisten zur Legitimation seiner Autorität und hebt ihn von den ortsansässigen Ärzten ab, womit Ariosto die Praxisnähe gegen rein theoretisches Wissen ausspielt.

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Résumé des informations

Titre
"Erbolato" von Ludovico Ariosto. Wie parodiert Ariosto den Neuplatonismus mithilfe von Quacksalberei?
Université
University of Stuttgart
Note
1,7
Auteur
Djenisa Osmani (Auteur)
Année de publication
2021
Pages
22
N° de catalogue
V1159945
ISBN (PDF)
9783346559494
ISBN (Livre)
9783346559500
Langue
allemand
mots-clé
Italienisch Ariosto Erbolato Ludovico Ariosto Renaissance Magie Zauberei Kräuter Heilmittel Scharlartan Scharlartanerie Orlando Furioso ciarlatarno
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Djenisa Osmani (Auteur), 2021, "Erbolato" von Ludovico Ariosto. Wie parodiert Ariosto den Neuplatonismus mithilfe von Quacksalberei?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159945
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Extrait de  22  pages
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