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Die Metamorphosen im "Sandmann" von E.T.A. Hoffmann

Title: Die Metamorphosen im "Sandmann" von E.T.A. Hoffmann

Seminar Paper , 2007 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nora Gielke (Author)

Literature - Romance Literature
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In dieser Arbeit wird die reversible Metamorphose von Mensch und Maschine genauer untersucht. Dabei soll eine Abgrenzung zu dem von Freud entworfenen Figurenkomplex und seiner Deutung stattfinden, um die Grenzen der psychoanalytischen Interpretation aufzuzeigen.
Zentral für die Untersuchung sind die distinktiven Merkmale zwischen psychoanalytischer und semiotischer Analyse und Interpretation des „Sandmanns“. Letztere bezieht das literarische Genre der Phantastik als determinierende Form in die Interpretation mit ein.
Für den Psychoanalytiker und Arzt Freud sind die phantastischen Elemente von geringer Bedeutung, da er sich ausschließlich für den Fall Nathanael interessiert. Dabei gehen gewisse Aspekte in der Betrachtung des Werkes verloren. Der semiotischen Analyse Kremers folgend werden hier diese Aspekte am Beispiel der Metamorphose von Mensch und Maschine im „Sandmann“ herausgearbeitet, ohne dabei eine generelle Aussage zum Nachteil der Psychoanalyse in der Literaturwissenschaft treffen zu wollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Erzählung

3. Leitlinien der Psychoanalyse

3.1 Nathanaels Ödipuskomlex und Kritik

3.2 Das Unheimliche als Weg ins Unbewusste

4. Leitlinien der Phantastik

4.1 Das Unbewusste

4.2 Verschmelzung

4.3 Augen als Transformationsmedium

4.4 Nathanaels Wahrnehmung

4.4.1 Männliche Figuren

4.4.2 Weibliche Figuren

5. Die Metamorphose am Beispiel von Mensch und Maschine

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Metamorphose-Momente in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ im Spannungsfeld zwischen psychoanalytischer Interpretation und semiotischer Analyse der Phantastik. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der reversiblen Metamorphose von Mensch und Maschine und dem Einfluss der Wahrnehmung auf die Identitätskonstitution der Figuren.

  • Psychoanalytische Deutung nach Sigmund Freud (Ödipuskomplex, Kastrationsangst)
  • Semiotische Untersuchung der Phantastik und der Rolle der Alchemie
  • Die Metapher der Augen als Transformationsmedium und Spiegel der Seele
  • Analyse der Figurenkonstellation (Nathanael, Olimpia, Coppelius/Coppola)
  • Die Bedeutung von Wahn und Einbildungskraft für die Erzählstruktur

Auszug aus dem Buch

3.1 Nathanaels Ödipuskomlex und Kritik

Die Bedrohung der Augen in Nathanaels Kindheit ist der Beginn einer dichten Kette von Momenten, in denen das Leitmotiv der Augen auftaucht. Für Sigmund Freud sind sie es, die ihn zu seiner psychoanalytischen Interpretation des Sandmanns inspirieren.

Das Motiv der Augen ist in der Psychoanalyse ein Ersatzmotiv für die Genitalien. Nathanaels Angst vor dem Augenverlust ersetzt die eigentliche Angst vor Kastration. Diese ist bestimmendes Element in Freuds Theorie des Ödipuskomplexes.

Nach der klassischen griechischen Tragödie „Ödipus Rex“ von Sophokles benannt, geht es dabei um die ödipale Phase eines jeden Sohnes, der in deren Verlauf ein sexuelles Begehren für die Mutter entwickelt, während er mit seinem Vater in Rivalität tritt. Dies kulminiert in einer inzestiösen Beziehung zur eigenen Mutter und der Ermordung des Vaters, der mit Blendung (Kastration) droht.

Ein Ende der antiken Sage berichtet, wie Ödipus die wahren Geschehnisse endlich durchschaut, als ihm der blinde Seher Teiresias die nötigen Informationen enthüllt. Daraufhin sticht sich Ödipus die Augen aus.

Interessant ist, dass Nathanael seinerseits, als er mit Hilfe eines Fernglases sozusagen sehend wird, nicht die Wahrheit erkennt, sondern sich blenden lässt von der künstlichen Erscheinung der Olimpia, die ein Spiegelbild seiner selbst ist. Gegen die blendende Macht der Olimpia kann sich Nathanael nicht wehren, weil er sich ihr in offensichtlicher Selbsttäuschung freiwillig hingibt und sich selbst in ihr verkennt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Metamorphosen in „Der Sandmann“ und Abgrenzung der methodischen Ansätze von Psychoanalyse und semiotischer Phantastik-Interpretation.

2. Die Erzählung: Kurze Zusammenfassung der Haupthandlung um den Protagonisten Nathanael und seine traumatische Kindheitserfahrung.

3. Leitlinien der Psychoanalyse: Analyse der Freudschen Interpretation des Sandmanns als Kastrationsdrama und die Bedeutung des Unheimlichen als Weg ins Unbewusste.

4. Leitlinien der Phantastik: Untersuchung der Rolle der Phantastik als Kulturphänomen, der alchemistischen Motive und der Bedeutung der Wahrnehmung für die Figurenkonstellation.

5. Die Metamorphose am Beispiel von Mensch und Maschine: Vertiefung der reversiblen Identitätswechsel zwischen Mensch und Automat unter Berücksichtigung der psychischen Disposition Nathanaels.

6. Zusammenfassung: Synthese der Analyseergebnisse und kritische Würdigung der psychoanalytischen Reduktion gegenüber der semiotischen Komplexität.

Schlüsselwörter

Metamorphose, E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Phantastik, Nathanael, Olimpia, Augenmotiv, Ödipuskomplex, Unheimliches, Alchemie, Automaten, Wahrnehmung, Semiotik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert die literarischen Wandlungsprozesse (Metamorphosen) in Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ und untersucht, wie diese sowohl psychoanalytisch als auch semiotisch interpretiert werden können.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Felder sind die Bedeutung des Unheimlichen, die alchemistische Tradition der Mensch-Maschine-Transformation und die Rolle der Wahrnehmung in romantischen Texten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, eine differenzierte Interpretation der Metamorphosen zu liefern, die über eine rein psychoanalytische Deutung hinausgeht und die phantastischen Elemente sowie die semiotische Struktur des Werkes stärker gewichtet.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es wird eine methodologische Gegenüberstellung von psychoanalytischer Interpretation (nach Freud) und semiotischer Literaturwissenschaft (unter anderem nach Detlef Kremer und Renate Lachmann) genutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Nathanaels Ödipuskomplex, die psychologische Bedeutung des Unheimlichen, die Symbolik der Augen sowie eine detaillierte Analyse der Figuren Olimpia und Nathanael als Automaten bzw. Menschen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Metamorphose, Psychoanalyse, Phantastik, Augenmotiv, Unheimliches und Identitätsverschiebung.

Wie wird das Motiv der Augen in der Erzählung gewertet?

Das Motiv der Augen dient als Transformationsmedium, das die Grenze zwischen Innen- und Außenwelt reguliert und sowohl als Sehhilfe der Aufklärung als auch als Werkzeug der Täuschung fungiert.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich Freuds Interpretation?

Die Autorin erkennt zwar den Wert von Freuds psychoanalytischem Grundgerüst an, kritisiert jedoch die Reduktion des komplexen Werkes auf einen reinen Kastrationskomplex, da dadurch die literarische Vielschichtigkeit und das phantastische Potenzial verloren gehen.

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Details

Title
Die Metamorphosen im "Sandmann" von E.T.A. Hoffmann
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Course
Seminar „Die Metamorphose in Literatur, Kunst und Film“
Grade
1,7
Author
Nora Gielke (Author)
Publication Year
2007
Pages
28
Catalog Number
V116026
ISBN (eBook)
9783640175901
ISBN (Book)
9783640176021
Language
German
Tags
Metamorphosen Sandmann Hoffmann Seminar Metamorphose Literatur Kunst Film“ Thema Der Sandmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nora Gielke (Author), 2007, Die Metamorphosen im "Sandmann" von E.T.A. Hoffmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116026
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