Diese Forschungsarbeit befasst sich mit der wahrgenommenen Diskriminierung und ihren Folgen für die Betroffenen. Auswirkungen von Diskriminierungserfahrungen können ein niedrigeres Zugehörigkeitsgefühl zum Aufnahmeland und negative Folgen auf die psychische Gesundheit sein. Schutzfaktoren, wie die soziale Unterstützung, können den Stress, der durch die Diskriminierungserfahrung entsteht, abpuffern.
Um diese Aussagen bestätigen zu können, wurde eine Online-Befragung durchgeführt. Dafür wurden 112 Teilnehmer mit Hilfe von standardisierten Tests befragt. Darunter wurde die wahrgenommene Diskriminierung, die subjektiv erlebte Belastung, die nationale und ethnische Identität, die subjektive Integration und die soziale Unterstützung erhoben. Für die deskriptive Statistik wurden phänotypische Differenzen ermittelt. Zur Beantwortung der Hypothesen wurde der Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Diskriminierung und der nationalen Identität sowie der subjektiven Integration erforscht. Auch der Einfluss der wahrgenommenen Diskriminierung auf die subjektiv erlebte Belastung und die soziale Unterstützung als Schutzfaktor wurden analysiert. Nebenbei wurde auch der Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Diskriminierung und der ethnischen Identität, sowie die ethnische Identität als Schutzfaktor untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund zum Thema
2.1 Rassismus und wahrgenommene Diskriminierung
2.2 Akkulturation, soziale und nationale/ethnische Identität
2.3 Diskriminierung, Stress und Wohlbefinden
2.4 Soziale Unterstützung als Schutzfaktor
2.5 Integration und Zugehörigkeit
2.6 Fragestellung
3. Methode
3.1 Darstellung des methodischen Vorgehens
3.1.1 Wahrgenommene Diskriminierung
3.1.2 Ethische und nationale Identität
3.1.3 Psychische Gesundheit
3.1.4 Soziale Unterstützung
3.1.5 Integration
3.1.6 Zusätzliche Erhebungen
3.2 Darstellung der Stichprobe
3.3 Vorgehen bei der Auswertung
4. Ergebnisse
4.1 Spearman-Korrelation
4.2 Multiple Regressionsanalyse
4.3 Korrelationen
5. Diskussion der Ergebnisse
5.1 Zusammenfassung des theoretischen Hintergrunds und der Fragestellungen
5.2 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
5.3 Diskussion der eigenen methodischen Vorgehensweise
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Forschungsarbeit untersucht den Einfluss wahrgenommener Diskriminierung auf das psychische Wohlbefinden und das Zugehörigkeitsgefühl von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, wobei insbesondere die Rolle von sozialer Unterstützung und ethnischer Identität als potenzielle Schutzfaktoren analysiert wird.
- Wahrgenommene Diskriminierung und deren Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.
- Einfluss von Diskriminierung auf nationale Identität und subjektive Integration.
- Die Schutzfunktion sozialer Unterstützung bei diskriminierungsbedingtem Stress.
- Die Rolle der ethnischen Identität als möglicher Schutzfaktor.
- Empirische Analyse mittels standardisierter psychologischer Fragebögen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Rassismus und wahrgenommene Diskriminierung
Um über die Themen Diskriminierung und Rassismus diskutieren zu können, müssen erst einmal relevante Begriffe definiert werden. „Rassismus“ ist jedoch durch seine Komplexität und durch die hohe Politisierung des Begriffes schwer zu definieren (Rommelspacher, 2009). Die passendste Definition ist für diese Arbeit die folgende: „Rassismus konstruiert Rassen, sodass körperliche, kulturelle oder religiöse Aspekte als genuine Gruppenmerkmale erscheinen, die für alle Gruppenmitglieder zentral bedeutsam seien und einen grundsätzlichen Unterschied zur ‚eigenen‘ Gruppe markierten. Die Konstruktion von ‚Rassen‘ hat zum Ziel und/oder als Effekt, dass eine eigene Gruppenidentität durch Abgrenzung von Anderen geschaffen wird und dass Aggressionen, Ausschlüsse und Privilegien damit legitimiert werden“ (Attia & Keskinkilic, 2017, S. 118). Diese Definition erwähnt die Konstruktion von „Rassen“, welches in der Rassismuskritik einen wichtigen Aspekt darstellt.
Der Begriff der „Rasse“ wurde schon 1898 von Gustave Le Bon zurückgewiesen (Wunderlich, 2019). Auch die UNESCO hat 1950 eine Erklärung zur Frage der „Rasse“ veröffentlicht, welches durch wissenschaftliche Beweise die Theorie der Menschenrasse ablehnt und die „Rasse“ als ein soziales und nicht biologisches Phänomen beschreibt. Dieser Mythos hat einen enormen sozialen Schaden angerichtet (UNESCO, 1950). Der Soziologe Robert Miles beschreibt Rassismus als eine Ideologie (Miles & Brown, 2003). Nach Essed (1991) ist Rassismus aber nicht nur eine Ideologie, sondern wird durch tägliche Behandlungsweisen verursacht und verstärkt, womit Essed den Begriff des „Alltagsrassismus“ eingeführt hat. Rommelspacher (2009) verbindet mit dem Begriff Rassismus nicht nur "Vorurteile", sondern auch gesellschaftliche Diskriminierung. "Unter sozialer Diskriminierung wird die Benachteiligung von Menschen aufgrund gruppenspezifischer Merkmale wie ethnische oder nationale Herkunft, Hautfarbe, Sprache, politische oder religiöse Überzeugungen, sexuelle Orientierung, Geschlecht, Alter oder Behinderung verstanden. Ausgangspunkt jeder Diskriminierung ist die Konstruktion von Differenz" (Kösemen, 2015, S. 8).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Rassismus und Diskriminierung als Alltagserfahrungen für Menschen mit Migrationshintergrund ein und skizziert die wissenschaftliche Ausgangslage.
2. Theoretischer Hintergrund zum Thema: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Rassismus, Diskriminierung, Akkulturation und soziale Identität und stellt relevante psychologische Modelle vor.
3. Methode: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, insbesondere die Online-Befragung von 112 Teilnehmenden mittels standardisierter Fragebögen zur Diskriminierung, Identität und psychischen Belastung.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Korrelationen und Regressionsanalysen, die den Zusammenhang zwischen Diskriminierung, psychischer Belastung und sozialen Faktoren untersuchen.
5. Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden interpretiert und in den theoretischen Kontext eingeordnet, wobei auch die methodischen Stärken und Schwächen der Arbeit kritisch reflektiert werden.
6. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, diskutiert die gesellschaftlichen Konsequenzen und zeigt Potenzial für zukünftige Forschung auf.
Schlüsselwörter
Rassismus, Diskriminierung, Migrationshintergrund, Zugehörigkeitsgefühl, psychische Gesundheit, soziale Unterstützung, ethnische Identität, nationale Identität, Integration, subjektive Belastung, Stressbewältigung, Coping, Akkulturation, Alltagserfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wahrgenommenen Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland und deren Einfluss auf die psychische Gesundheit sowie das Zugehörigkeitsgefühl.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen umfassen Rassismus, Diskriminierungserfahrungen, Akkulturation, psychische Belastung (Stress) sowie die protektiven Faktoren soziale Unterstützung und Identitätsbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, ob und inwieweit wahrgenommene Diskriminierung das psychische Wohlbefinden sowie die nationale Identität und Integration beeinflusst und ob soziale Faktoren diese Prozesse abpuffern können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Untersuchung verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung mit 112 volljährigen Menschen mit Migrationshintergrund durchgeführt. Die Daten wurden mittels SPSS durch Korrelations- und Regressionsanalysen ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit der Literatur, eine detaillierte Beschreibung der eingesetzten psychologischen Messinstrumente sowie die Analyse und Diskussion der empirischen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Diskriminierung, Migrationshintergrund, psychische Gesundheit, soziale Unterstützung und Identität beschreiben.
Welches Hauptergebnis liefert die Analyse zur nationalen Identität?
Die Analyse konnte keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Diskriminierung und der nationalen Identität nachweisen, was die ursprüngliche Hypothese in diesem Punkt nicht bestätigen konnte.
Wie beeinflusst soziale Unterstützung laut den Ergebnissen die psychische Belastung?
Die Studie belegt, dass soziale Unterstützung einen negativen Zusammenhang mit der subjektiv erlebten Belastung aufweist, sie fungiert somit als Schutzfaktor, der diskriminierungsbedingten Stress abmildern kann.
Hat sich die ethnische Identität als Schutzfaktor bestätigt?
Nein, die Analysenergebnisse konnten die Hypothese, dass die ethnische Identität als Schutzfaktor für das psychische Wohlbefinden bei wahrgenommener Diskriminierung agiert, nicht stützen.
Welchen Einfluss hat Diskriminierung auf die subjektive Integration?
Es konnte ein signifikanter negativer Zusammenhang nachgewiesen werden: Je höher die wahrgenommene Diskriminierung, desto niedriger schätzen die Befragten ihre subjektive Integration in Deutschland ein.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Rassismus und wahrgenommene Diskriminierung. Der Einfluss auf das Zugehörigkeitsgefühl von Menschen mit Migrationshintergrund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1160740