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Geoengineering. Ethische Konflikte und Bedeutung des Moral Hazard

Titre: Geoengineering. Ethische Konflikte und Bedeutung des Moral Hazard

Dossier / Travail , 2020 , 19 Pages , Note: 1

Autor:in: Zino Roos (Auteur)

Politique - Politique climatique et environnementale
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Gegenstand der Hausarbeit ist die Identifikation zentraler Berührungspunkte der Geoengineering-Anwendung mit der Ethik. Der Klimawandel stellt die Menschheit vor eine massive Herausforderung. Gegenwärtige Aktionen, um dem Temperaturanstieg entgegenzuwirken, äußern sich in drei Strategien: Prävention (Prevention), Anpassung (Adaption) und Abmilderung (Mitigation). Beschreibt die erste einen Weg, der dem Entwicklungsstadium des Klimas nicht mehr gerecht wird, ist letztere Option die primäre Strategie.

Abmilderung, beispielsweise in Form von Einschränkung des Ressourcenverbrauchs und Emissionsreduktion, ist unerlässlich, um den Klimaänderungen effektiv zu begegnen. Entgegen dieses Kalküls gewinnt ein scheinbar utopischer Lösungsansatz Beachtung: Das Climate Engineering bzw. Geoengineering. Der Terminus beschreibt den beabsichtigten Eingriff des Menschen in das Klimasystem des Planeten. Die proaktive Maßnahme soll die Temperatur beeinflussen und auf das gewünschte Niveau mindern.

Geoengineering als Hervorkömmling einer jungen Wissenschaft ohne praktische Erfahrungswerte befindet sich in einem Spannungsfeld kontroverser Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten. Nebst technischer Möglichkeiten werden auch ökonomische, politische und ethische Berührungspunkte hitzig diskutiert. Die unzureichenden Kenntnisse und die eingeschränkte Forschung äußern sich nicht nur in der komplexen Natur des Geoengineering, sondern auch in dessen Status als postnormale Wissenschaft.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geoengineering

2.1 Begriffliche Abgrenzung

2.2 Die ethischen Kernkonflikte

2.2.1 Konsensproblem und die Frage der Gerechtigkeit

2.2.2 Unsicherheit und Hybris

2.2.3 Die Gefährdung von Sicherheit und Recht

2.2.4 Ablenkung durch den „Easy Fix“

3 Die Präsenz des Moral Hazard

3.1 Hintergrund

3.2 Danger of Distraction

3.3 Die Grenzen des Konzepts

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit identifiziert und analysiert zentrale ethische Berührungspunkte im Kontext von Geoengineering, mit einem besonderen Fokus auf die Problematik des Moral Hazard als unbeabsichtigte Folge technischer Klimainterventionen.

  • Grundlagen und Definition von Geoengineering (CDR und SRM)
  • Ethische Kernkonflikte (Gerechtigkeit, Unsicherheit, Hybris, Sicherheit)
  • Das Konzept des Moral Hazard in der Klimapolitik
  • Die Gefahr der Ablenkung von notwendigen Emissionsminderungen
  • Diskussion über Governance-Strukturen und zukünftige Forschungsnotwendigkeiten

Auszug aus dem Buch

3.2 Danger of Distraction

Ungeachtet des ökonomischen Ursprungs ist das Moral Hazard Konzept aufgrund der offenen Formulierung anwendungsfreundlich. Somit ist auch eine gesellschaftspolitische Übertragung problemlos: Politische Maßnahmen, die sozial unverträgliches Verhalten ausgleichen, könnten im Endeffekt genau diese Verhaltensweisen fördern (vgl. Lin 2012, S. 684).

Primär äußert sich moralisches Risiko des Geoengineering als politisch geführtes Instrument in einem Umstand. Staaten, Institutionen und Individuen laufen Gefahr, nicht mehr die Maßnahmen der Minderung und der Anpassung zu ergreifen (Mitigation/Adaptation Strategy), die für das Aufhalten des Klimawandels vonnöten sein könnten (vgl. Strauss und Burns 2013, S. 100). Der „Versicherte“, in diesem Fall der Mensch, verlässt sich auf sein „Versicherungsprodukt“, hier die Technologie. Dieses Verhalten ist für ihn aufwandsarm, kostengünstig und effizient – der Wohlfahrt aller aber nicht dienlich. Die Wahrnehmung der Technologie als einfache Lösung könnte die Klimadebatte ersticken und den Menschen veranlassen, fortan für ihn ”komplexere” Probleme zu lösen (vgl. Burkeman 2009). Da der Erfolg und die Machbarkeit nicht garantiert sind, ist diese Ablenkung ein ernstes Hindernis. Was nämlich, wenn diese Maßnahme keine Wirkung zeigt? Was, wenn die Aufnahme alternativer Möglichkeiten fortan keine Lösung mehr darstellt? Oder schlimmer: Was, wenn die menschliche Klimamodifikation die Lage noch verschärft hat?

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Klimawandel als globale Herausforderung dar und führt in das Thema Geoengineering als umstrittene technologische Antwort sowie die ethische Relevanz der Untersuchung ein.

2 Geoengineering: Dieses Kapitel definiert Geoengineering, unterscheidet zwischen Carbon Dioxide Removal (CDR) und Solar Radiation Management (SRM) und beleuchtet die damit verbundenen ethischen Konfliktfelder.

3 Die Präsenz des Moral Hazard: Hier wird das ökonomische Konzept des Moral Hazard auf die Klimapolitik übertragen und die Gefahr diskutiert, dass technologische Hoffnung von notwendigen Emissionsreduktionen ablenkt.

4 Fazit: Das Fazit fasst die ethischen Herausforderungen zusammen, betont die Notwendigkeit einer breiten Stakeholder-Einbindung und reflektiert die Legitimität der Forschung an Klimamodifikationen.

Schlüsselwörter

Geoengineering, Klimawandel, Moral Hazard, Solare Strahlungssteuerung, Carbon Dioxide Removal, Ethische Konflikte, Klimamodifikation, Risikomanagement, Governance, Technologieethik, Klimapolitik, Anthropogener Klimawandel, Postnormale Wissenschaft, Nachhaltigkeit, Treibhausgase.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den ethischen Problemen, die durch den Einsatz von Geoengineering-Technologien zur Bekämpfung des Klimawandels entstehen könnten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die ethische Bewertung von Klimamodifikationen, die Unterscheidung zwischen CDR und SRM sowie die Analyse des Moral-Hazard-Phänomens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Identifikation und literaturübergreifende Sichtung zentraler ethischer Konflikte bei der Implementierung von Geoengineering.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit philosophischen und politikwissenschaftlichen Argumenten zum Thema Geoengineering.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von Geoengineering, eine detaillierte Erörterung ethischer Grundkonflikte und eine spezifische Untersuchung des Moral-Hazard-Risikos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geoengineering, Moral Hazard, Klimaethik und Governance charakterisiert.

Warum wird Geoengineering als „postnormale Wissenschaft“ bezeichnet?

Da Entscheidungen über den Einsatz dieser Technologie auf einer unvollständigen Wissensgrundlage getroffen werden müssen, die jedoch von außerordentlicher Bedeutung sind.

Kann Geoengineering als „Versicherung“ betrachtet werden?

Ja, in der Argumentation wird es als eine Art „Versicherungsprodukt“ gesehen, das Menschen dazu verleiten könnte, risikoreiches Verhalten beizubehalten, da sie sich vor den Konsequenzen geschützt fühlen.

Was versteht man unter dem „Danger of Distraction“?

Es beschreibt das Risiko, dass der Fokus auf technologische „Easy Fixes“ Staaten und Individuen davon abhält, essenzielle Maßnahmen zur Emissionsminderung zu ergreifen.

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Résumé des informations

Titre
Geoengineering. Ethische Konflikte und Bedeutung des Moral Hazard
Université
Zeppelin University Friedrichshafen
Note
1
Auteur
Zino Roos (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
19
N° de catalogue
V1161444
ISBN (PDF)
9783346566621
ISBN (Livre)
9783346566638
Langue
allemand
mots-clé
geoengineering ethische konflikte bedeutung moral hazard
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Zino Roos (Auteur), 2020, Geoengineering. Ethische Konflikte und Bedeutung des Moral Hazard, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1161444
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Extrait de  19  pages
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