Die vorliegende Arbeit soll zuerst einen Überblick über die Gesamtsituation des Siebenjährigen Krieges und wird dann diesen auf die Situation in Nordamerikas zuspitzen. Damit einhergehend wird die Vorgeschichte zur Schlacht auf der Abraham-Ebene dargelegt. Im darauffolgenden Kapitel dieser Arbeit wird die Quelle von Michel-Roland Barrin de la Galissionère und seine Aussagen über die strategische Wichtigkeit von Québec untersucht. Hierbei soll es auch einen Vorausblick geben, inwieweit seine Vorhersagen sich bewahrheitet haben. Nach der Beschreibung der Ereignisse am 13. September 1759, soll dargelegt werden, welchen Stellenwert die Schlacht auf der Abraham-Ebene in der Selbstbetrachtung der québecischen Gesellschaft einnimmt.
Der Siebenjährige Krieg wird von Historiker:innen als einer der ersten tatsächlichen Weltkriege bezeichnet. Da seine Auseinandersetzungen nicht nur in Europa stattfanden, sondern auch - durch die Beteiligung der Kolonialmächte England und Frankreich - in Indien, der Karibik und Nordamerika. Während auf der einen Seite Preußen und Großbritannien eine Kriegspartei ausmachten, standen dem gegenüber die Kaiserliche, österreichische Habsburger Monarchie, Frankreich, das Heilige römische Reich und Russland. Konfliktgegenstand waren geopolitische Interessen.
Dabei standen im Konflikt zwischen Frankreich und Großbritannien besonders der Anspruch auf die Kolonien in Nordamerika, Indien, Afrika und der Karibik im Vordergrund. In Nordamerika hat der Siebenjährige Krieg einige territoriale Veränderungen hervorgerufen, die sich letztendlich auch bis heute manifestierten und noch kulturelle Spuren und Konflikte mit sich tragen. Ein Beispiel hierfür ist die kanadische, französischsprachige Provinz Québec, in dessen Gesellschaft sich ein großer Teil einer eher französischen Identität zuordnet und es bis in die 80er und 90er Jahre des 20. Jahrhundert mit Referenden über die Unabhängigkeit Québecs vom restlichen Kanada immer noch präsent war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Geschichtliche Hergang des Siebenjährigen Krieges
2.1 Die gesamte Situation des Siebenjährigen Krieg
2.1.1 Ausgangssituation
2.1.2 Beginn des Krieges
2.2. Der Siebenjährige Krieg in Nordamerika
2.2.1. Die Erklärung von Barrin de la Galissionière
2.2.2. Die Schlacht auf der Abraham-Ebene 1759
3. Die Eroberung Québecs in der quebecischen Geschichtsbetrachtung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Ereignisse des Siebenjährigen Krieges die Kolonien Frankreichs und Großbritanniens beeinflussten und wie insbesondere die Schlacht auf der Abraham-Ebene die Selbstwahrnehmung der Bewohner nachhaltig prägte. Dabei wird der strategische Wert Québecs analysiert und die historische Bedeutung des britischen Sieges für die kanadische Identitätsfindung reflektiert.
- Geopolitische Ursprünge des Siebenjährigen Krieges
- Strategische Bedeutung von Québec für Neufrankreich
- Militärische Ereignisse und die Schlacht auf der Abraham-Ebene 1759
- Quebecische Geschichtsbetrachtung und nationales Narrativ
- Auswirkungen der Eroberung auf die Frankokanadische Identität
Auszug aus dem Buch
2.2.1. Die Erklärung von Barrin de la Galissionière
Roland-Michel Barrin de la Galissionière war ein General, der für die französische Krone unter anderem in Indien und im Senegal gedient hatte. Ab 1747 wurde er nach Neufrankreich berufen, da sich dort die Angriffe der Briten häuften. De la Galissioniére war ein Verfechter des Aufrechterhaltens der Kolonien und war auch für die Errichtung der Forts im Ohiotal verantwortlich, die Schutz vor den Briten bieten sollten.
Allerdings musste seine Ansicht gegenüber des französischen König Ludwig XV. verteidigen. 1750 verfasste er aus diesem Grund die Memoiren zu den französischen Kolonien in Nordamerika. Er sah besonders die Notwendigkeit Québec als ein Bollwerk gegen die sich immer weiter ausbreitenden englischen Kolonien zu betrachten. Die Erklärung mit der moralischen Not, die Kolonie zu halten. „Motives of honor, glory and religion forbid the abandonment of an established Colony; the surrender to themselves, or rather to a nation inimical by taste, education and religious principle,“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Siebenjährigen Krieg als ersten Weltkonflikt und führt in die Fragestellung nach den langfristigen Folgen für die kanadische Identität ein.
2. Der Geschichtliche Hergang des Siebenjährigen Krieges: Das Kapitel bietet einen Überblick über die globalen Machtkonstellationen und spitzt diese auf die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nordamerika zu.
3. Die Eroberung Québecs in der quebecischen Geschichtsbetrachtung: Hier wird analysiert, wie die Niederlage von 1759 in der quebecischen Historiographie zu einem nationalen Trauma und identitätsstiftenden Narrativ verarbeitet wurde.
4. Fazit: Das Fazit fasst die strategische Bedeutung des Verlusts Québecs zusammen und resümiert die anhaltende Bedeutung der Eigenständigkeit Québecs innerhalb des kanadischen Staates.
Schlüsselwörter
Siebenjähriger Krieg, Québec, Abraham-Ebene, Neufrankreich, koloniale Identität, Geschichtsbetrachtung, General Montcalm, General Wolfe, Barrin de la Galissionière, Stille Revolution, Kanadische Geschichte, Britische Kolonialmacht, Nationales Trauma, Identitätsfindung, Frankokanadier.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Kampf um Québec während des Siebenjährigen Krieges und untersucht dessen Einfluss auf die kollektive Selbstwahrnehmung der Bevölkerung im heutigen französischsprachigen Kanada.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die geopolitischen Interessen der europäischen Großmächte im 18. Jahrhundert, die militärische Auseinandersetzung in Nordamerika sowie die historiographische Aufarbeitung des Verlusts von Neufrankreich.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Bedeutung der Schlacht auf der Abraham-Ebene als Scheidepunkt für die Entwicklung der frankokanadischen Gesellschaft und ihr nationales Selbstverständnis darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die Primärquellen – wie die Memoiren von Barrin de la Galissionière – mit wissenschaftlicher Forschungsliteratur zur Geschichte Kanadas und des Siebenjährigen Krieges verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Vorgeschichte des Krieges, die militärischen Ereignisse in Nordamerika, die strategische Bedeutung der Kolonie und die anschließende historische Reflexion durch quebecische Historiker.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Siebenjähriger Krieg, Québec, Abraham-Ebene, koloniale Identität und die spezifische Geschichtsbetrachtung durch französischsprachige Kanadier.
Welche Rolle spielte Barrin de la Galissionière?
Er war ein strategischer Denker und General, der den französischen König frühzeitig vor dem Verlust Québecs warnte und die Kolonie als unverzichtbares Bollwerk gegen die britische Expansion sah.
Warum wird die Schlacht auf der Abraham-Ebene als "Tragödie" bezeichnet?
In der quebecischen Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts wurde die Niederlage als verlustreiches Trauma interpretiert, das die Entwicklung der Frankokanadier als eigenständige, wohlhabende Nation verhinderte.
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- Jonas Franke (Author), 2021, Die Schlacht auf der Abraham-Ebene. Die strategische Wichtigkeit von Québec während des Siebenjährigen Krieges nach Michel-Roland Barrin de la Galissionère, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1161466