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Synchronisation einer Sitcom

Eine situationskomische Fernsehserie durch die Augen eines Übersetzers

Title: Synchronisation einer Sitcom

Diploma Thesis , 2008 , 86 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Diplom Technikübersetzer FH Martin Thauer (Author)

Speech Science / Linguistics
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In einem Zeitalter, in dem sich das Leben der Menschen immer mehr in der Medienwelt verliert, spielt besonders das Fernsehen eine große Rolle. Mit einem Blick auf das heutige Programm wird ersichtlich, dass besonders Filme und Serien aus anderen Ländern, hauptsächlich den USA, stammen. Achtet man bei der Betrachtung dieser Programme auf die Dialoge, fallen zum Teil sehr merkwürdige Stellen auf, bei denen es fragwürdig ist, wie es zu solchen Formulierungen kommen konnte. Aus diesem Grund werde ich mich näher mit dem Thema der Synchronisation befassen. Ich möchte herausfinden, welche Ursachen diese Sonderheiten haben. Sind es einfach nur schlechte Übersetzungen? Woran erkennt man überhaupt schlechte Übersetzungen? Hatte der Übersetzer keine andere Wahl, als den Dialog so zu übersetzen? Um diese Fragen zu beantworten, werde ich die folgenden Punkte näher betrachten: Welche Faktoren spielen bei der Synchronisation eine Rolle? Hätte es eine bessere Lösung geben können? Zu diesem Zweck habe ich die amerikanische Sitcom Friends, die besonders im Originalton durch ihren saloppen und formlosen Humor besticht, und deren deutsche Synchronfassung als Untersuchungsgegenstand ausgewählt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

KAPITEL 1 Einleitung

KAPITEL 2 Übersetzung schriftsprachlicher Texte

2.1 Entwicklungs des Äquivalenzbegriffs

KAPITEL 3 Übersetzung audiovisueller Texte

3.1 Synchronisation vs. Untertitelung

3.1.1 Vorteile Synchronisation

3.1.2 Nachteile Synchronisation

3.1.3 Vorteile Untertitelung

3.1.4 Nachteile Untertitelung

3.2 Synchronisation

3.3 Unterschiedliche Arten von Synchronität

3.3.1 Lippensynchronität

3.3.2 Gestensynchronität

3.4 Äquivalenz

3.4.1 Synchronstimme

3.4.2 Akzent, Dialekt

3.4.3 Zensur

3.4.4 Kulturhintergrund

3.4.5 Humor

3.5 Das Übersetzungsverfahren

3.6 Charakteristika von Synchrontexten

3.6.1 Written to be Spoken

3.6.2 Anglizismen

KAPITEL 4 Sitcom

4.1 Definition

4.2 Ursprung

4.3 Verschiedene Kategorien einer Sitcom

KAPITEL 5 Friends

5.1 Fakten

5.2 Die Charaktere

5.2.1 Rachel Green

5.2.2 Monica Geller

5.2.3 Phoebe Buffay

5.2.4 Joey Tribbiani

5.2.5 Chandler Bing

5.2.6 Ross Geller

5.3 Storyline

5.4 Sprache

KAPITEL 6 Beispiele

6.1 Humor

6.2 Anglizismen

6.3 Maßeinheiten

6.4 Hinzugefügter Dialog

6.5 Veränderungen der Aussage

6.6 Unlogischer Dialog

KAPITEL 7 Ursachen

7.1 Lokalisierung

7.2 Anglizismen

7.3 Erhaltung des AS-Effekts

7.4 Veränderungen aufgrund der Lippensynchronität

7.5 Zensur

7.6 Übersetzungsprozess

7.7 Übersetzungsfehler

KAPITEL 8 Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Synchronisation audiovisueller Medien am Beispiel der US-Sitcom "Friends". Ziel ist es, Ursachen für häufig wahrgenommene "Merkwürdigkeiten" in deutschen Synchronfassungen zu ergründen, zu analysieren, ob diese auf handwerkliche Mängel oder systembedingte Zwänge des Synchronisationsprozesses zurückzuführen sind, und Ansätze zur Qualitätsverbesserung aufzuzeigen.

  • Grundlagen der audiovisuellen Übersetzung und Synchronisation
  • Methoden und Kriterien der Lippensynchronität und Gestensynchronität
  • Umgang mit kulturspezifischen Elementen und Humor in der Übersetzung
  • Analyse des Synchronisationsprozesses und typischer Fehlerquellen
  • Fallstudie: Sprachliche Anpassungen und Lokalisierungsstrategien in der Serie "Friends"

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Lippensynchronität

Ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung der Synchronisationsarbeit ist die Lippensynchronität. Viele von uns kennen die schlecht synchronisierten Fassungen asiatischer Filme und haben sich schon häufig über die Qualität der Synchronisation geärgert oder lustig gemacht.

Bis in die 60er Jahre galt die Lippensynchronität als wichtigster Bestandteil der Synchronisation. Mit der Zeit hat sich diese Ansicht allerdings geändert und der Lippensynchronität wird immer mehr eine nachrangige Priorität zugeordnet. Hesse-Quack bezeichnet die Lippensynchronität als „ein nicht notwendig zu betrachtendes Postulat“. (zitiert in Whitman-Linsen 1992: 21) Dies lässt sich hauptsächlich darauf zurückführen, dass Versuche gezeigt haben, dass der Zuschauer kleinere Diskrepanzen bei den Lippenbewegungen gar nicht wahrnimmt. Dabei bezeichnet Herbst (1994: 29) die Synchronisation als „eine der wenigen Tätigkeiten, bei denen die Lippenbewegungen der Sprecher bewusst einbezogen werden.“ Allerdings sollte dabei immer daran gedacht werden, dass der Zuschauer sich einen Film oder eine Serie normalerweise ansieht, um unterhalten zu werden und nicht um die Lippenbewegungen mit den tatsächlich zu hörenden Wortlauten zu vergleichen.

Dennoch ist Lippensynchronität ein wichtiger Faktor bei der Synchronisation von audiovisuellen Texten. Allerdings ist dies nicht während eines kompletten Films der Fall. So unterliegen Off-Passagen, in denen der Sprecher nicht zu sehen ist, nicht diesen Restriktionen. Das gilt ebenfalls für Szenen, in denen der Sprecher von hinten zu sehen ist. Der Übersetzer ist somit nur in On-Passagen an die Lippenbewegungen des Sprechers gebunden, wobei es auch hier wieder Unterschiede bei Totalaufnahmen und Nahaufnahmen gibt. Bei Totalaufnahmen muss lediglich die Länge des synchronisierten Textes mit den Lippenbewegungen übereinstimmen, wohingegen bei Nahaufnahmen auf die genauen Lippenbewegungen geachtet werden muss.

Zusammenfassung der Kapitel

KAPITEL 1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Synchronisation am Beispiel von "Friends" und Darlegung der Zielsetzung sowie des methodischen Vorgehens.

KAPITEL 2 Übersetzung schriftsprachlicher Texte: Theoretische Grundlagen der textuellen Übersetzung und Entwicklung des Äquivalenzbegriffs.

KAPITEL 3 Übersetzung audiovisueller Texte: Detaillierte Untersuchung der Herausforderungen bei der Übersetzung für Film und Fernsehen, insbesondere Synchronisation und Lippensynchronität.

KAPITEL 4 Sitcom: Definition, Ursprung und Kategorisierung des Serienformats Sitcom.

KAPITEL 5 Friends: Vorstellung der Serie, ihrer Fakten, Charaktere und inhaltlichen Struktur als Basis für die Analyse.

KAPITEL 6 Beispiele: Konkrete Dialogbeispiele aus "Friends", die Mängel oder Anpassungen in der deutschen Synchronfassung illustrieren.

KAPITEL 7 Ursachen: Systematische Analyse der Gründe für die zuvor aufgeführten Beispiele, differenziert nach Lokalisierung, Zensur und Prozessfehlern.

KAPITEL 8 Ergebnis: Zusammenfassende Bewertung der Synchronisationsqualität von "Friends" und Empfehlungen für eine bessere Einbindung des Übersetzers in den Produktionsprozess.

Schlüsselwörter

Synchronisation, audiovisuelle Übersetzung, Sitcom, Friends, Äquivalenz, Lippensynchronität, Lokalisierung, Humor, Untertitelung, Dialogübersetzung, Synchronstimme, Film, Übersetzungsfehler, Rohübersetzung, Sprachvarietäten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Qualität und die spezifischen Herausforderungen der deutschen Synchronisation der US-amerikanischen Sitcom "Friends" im Vergleich zum englischen Original.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die technischen und sprachlichen Zwänge des Synchronisationsprozesses, der Umgang mit Humor und kulturellen Anspielungen sowie die Balance zwischen Lippensynchronität und inhaltlicher Treue.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Der Autor möchte ergründen, warum manche Dialoge in der deutschen Synchronfassung merkwürdig oder fehlerhaft wirken, und ob diese Anpassungen auf notwendige technische Restriktionen oder auf Mängel im Übersetzungsprozess zurückzuführen sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine kontrastive Analyse: Ausgewählte Dialogszenen aus dem englischen Original werden der deutschen Synchronfassung gegenübergestellt und auf ihre übersetzerische Angemessenheit hin bewertet.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert zunächst die Theorie der audiovisuellen Übersetzung, definiert das Sitcom-Genre und beleuchtet die Charaktere und die Storyline von "Friends", bevor er zahlreiche Beispiele aus verschiedenen Staffeln analysiert.

Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern charakterisieren?

Die zentralen Konzepte sind Synchronisation, Äquivalenz, Lippensynchronität, Lokalisierung und die spezifischen Charakteristika von Synchrontexten.

Warum ist die Lippensynchronität für den Autor von besonderer Bedeutung?

Sie gilt als eines der wichtigsten Bewertungskriterien, stellt aber gleichzeitig eine massive Einschränkung für den Übersetzer dar, da Bild und Ton eine untrennbare Einheit bilden müssen.

Welche Rolle spielt die Zensur bei der Synchronisation von "Friends"?

Der Autor weist darauf hin, dass Zensur bzw. inhaltliche Entschärfung (z.B. durch Namenänderungen bei Personen oder Anpassung von Referenzen) eingesetzt werden, um die Serie an ein familienfreundliches Zielpublikum anzupassen.

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Details

Title
Synchronisation einer Sitcom
Subtitle
Eine situationskomische Fernsehserie durch die Augen eines Übersetzers
College
University of Applied Sciences Flensburg
Grade
1,7
Author
Diplom Technikübersetzer FH Martin Thauer (Author)
Publication Year
2008
Pages
86
Catalog Number
V116213
ISBN (eBook)
9783640181797
ISBN (Book)
9783640181971
Language
German
Tags
Synchronisation Sitcom Friends Übersetzen Lokalisierung Filme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Technikübersetzer FH Martin Thauer (Author), 2008, Synchronisation einer Sitcom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116213
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