Prävention von und Intervention bei Bullying durch Soziale Arbeit an Schulen


Hausarbeit, 2021

18 Seiten, Note: 2,7

Anonym


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Schulsozialarbeit?
2.1 Aufgaben der Schulsozialarbeit im schulischen und außerschulischen Kontext
2.2 Ziele der Schulsozialarbeit

3. Präventionsarbeit der Schulsozialarbeit
3.1 Präventionsmaßnahmen und Interventionsmaßnahmen bei Bullying
3.2 Was kann präventiv gegen Schulabsentismus getan werden?

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Schule ist ein Lern- und Lebensraum für Kinder und Jugendliche jeder Altersklasse, an welchen sie den größten Teil des Tages verbringen. So wundert es nicht, dass Schule der sekundären Ebene der Sozialisation zugeordnet ist. Grade als Sozialisationsinstanz, wird ihr eine hohe Bedeutung zugeschrieben, denn ihr Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung der SchülerInnen ist sehr hoch (vgl. Kracke 2009: 24f). Daher geht man davon aus, dass dieser Lebensraum sicher wäre. Für 500.000 SchülerInnen ist er das jährlich jedoch nicht. Sie leiden unter Bullying und weniger als die Hälfte sucht sich Hilfe (vgl. Zeichen gegen Mobbing e.V. o.J). Schule verfolgt das Ziel der Qualifizierung der SchülerInnen durch Leistungsförderung. Aufgrund der universellen Ausrichtung werden sie dort nicht als Einzelindividuum, sondern nur als Teil der homogenen Gruppe wahrgenommen (vgl. Kracke 2009: 24f.). SchülerInnen sind alle verschieden und haben daher auch individuelle Probleme. Diese können sich auf ihren Schulalltag auswirken und sie in ihrer Entwicklung behindern und beeinflussen. Schule dient ihnen bei ihren Problemen nicht als Ansprechpartner, da die LehrerInnen teilweise damit überfordert sind oder nicht wissen wie sie handeln sollen. In der Schule herrscht zwischen LehrerInnen und SchülerInnen ein formaler und zweckmäßiger Bezugsrahmen (vgl. ebd.). Hier greift die Schulsozialarbeit. Sie versucht als Kooperation von Jugendhilfe und Schule, durch verschiedene Maßnahmen das Schulklima und den Lernort zu verbessern. Sie dient als Brückenbauer zwischen den SchülerInnen selber, als auch zwischen den SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern. Bei auftretenden Problemen, steht die Schulsozialarbeit als Ansprechpartner zur Seite, sei es seitens der SchülerInnen oder bei Schwierigkeiten für LehrerInnen und Eltern. Die Schulsozialarbeit versucht den jungen Menschen durch Hilfestellungen in diesem Lern- und Bildungsprozess zur Seite zu stehen und den SchülerInnen auf dem Weg zum Erwachsenwerden eine Stütze zu. Daher wird sich im Folgendem mit dem Thema Prävention von und Intervention bei Bullying durch Soziale Arbeit an Schule beschäftigt. Hierzu wird zunächst erklärt was Schulsozialarbeit ist und was deren Aufgabenbereich im schulischen und außerschulischen Kontext betrifft. Danach folgen die Präventionsmaßnahmen der Schulsozialarbeit im allgemeinen und am Beispiel von Bullying. Dafür wurden vier Konzepte ausgewählt. Es gibt noch weitere Präventions- bzw. Interventionsmaßnahmen, welche durchaus relevant und erfolgversprechend sind. Doch ist es nicht möglich alle weiteren Maßnahmen zu erläutern, da dies den Rahmen der Hausarbeit überschreiten würde. Daher wurde sich auf vier Maßnahmen beschränkt, welche alle unterschiedliche Schwerpunkte haben und anders an die Opfer und Täter Rolle herantreten, um einen Überblick zu schaffen. Danach wird Prävention am Beispiel des Schulabsentismus erklärt. Dies geschieht anhand einer Maßnahme, da es vorrangig um die Prävention und Intervention bei Bullying geht. Abschließen folgt ein Fazit.

2. Was ist Schulsozialarbeit?

Schulsozialarbeit ist ein Thema, welches nicht viel Beachtung bekommt und bei den Meisten erst im Kontext, der Ermöglichung von Unterricht, präsent wird (vgl. Zimmermann 2013: 9). Im laufe der Zeit hat die Schulsozialarbeit eine immer wichtigere Rolle eingenommen, da eingesehen wurde, dass „vorbelastete Schüler kaum in der Lage sind Unterrichtsinhalte zu verarbeiteten oder Lernen im Klassenverbund bisweilen unmöglich wird“ (Just 2013: 9). Dennoch gibt es keine einheitliche, sondern „mehr als zwanzig unterschiedliche Definitionen“ (Just 2016: 15). Schulsozialarbeit ist ein kleiner selbständiger Teil der Jugendhilfe, welche Bestandteil der Sozialen Arbeit ist (vgl. Just 2020: 23). Der Begriff Schulsozialarbeit taucht im SGB VIII nicht explizit auf. Er wird aus §13 SGB VIII abgeleitet (1990). Der Ausübungsort der Schulsozialarbeit ist, wie der Begriff vermuten lässt, die Schule (vgl. ebd.). Hier wird nicht nur passiv gehandelt, „sondern sich aktiv [am] Prozess“ (ebd.) der Schule beteiligt. „Im Rahmen der Schulsozialarbeit gelten Jugendhilfe und Schule‘ als Kooperation“ (ebd.). Es gibt aktuell keine einheitlichen Vorstellungen und Projekte. Das Feld der Schulsozialarbeit wird von unterschiedlichen Trägern vertreten und diese unterschiedlichen Sichtweisen machen es problematisch einen gemeinsamen Nenner zu finden (vgl. ebd.: 16). Das problematische sind die unterschiedlichen Wahrnehmungen des Erzieherauftrags, die verschiedenen Zielsetzungen, organisatorisch als auch inhaltlich, und die unterschiedlichen Maßnahmen und Sanktionen. Diese Unterschiede sorgen dafür, dass die einzelnen Träger nicht immer kompatibel miteinander sind und sich ihre Vorstellungen meistens nicht ineinander integrieren lassen (vgl. ebd.: 24f.). Schulsozialarbeit „ist grundsätzlich an allen Schulformen sinnvoll und erforderlich“ und dennoch nicht überall vorhanden (Leitlinien für Schulsozialarbeit 2015: 6). Hierbei wird sich an das SBG VIII, das Kinder- und Jugendgesetz gehalten (vgl. ebd.). Die Schulsozialarbeit soll für alle Beteiligten transparent sein und basiert auf Vertrauen und Verlässlichkeit (vgl. ebd.: 8). Die Schulsozialarbeit orientiert sich am jeweiligen Lebensweltbezug, also Ressourcen, Ziele, individuelle familiäre Situation, Medien etc., und akzeptiert die individuellen Sichtweisen und Zielsetzungen der SchülerInnen (vgl. ebd.: 10). Sie werden als Einzelindividuen wahrgenommen und an ihre jeweiligen Wünsche, Probleme und Ängste wird individuell herangegangen, da hier nicht die Vermittlung von Sach- und Fachkompetenzen im Vordergrund steht, sondern die Hilfe und Rat suchende Person (vgl. Initiative Schule braucht Sozialarbeit 2017).

2.1 Aufgaben der Schulsozialarbeit im schulischen und außerschulischen Kontext

„Die schulsozialpädagogische Arbeit findet im Alltag statt, in der Schule, in den Pausen, in der täglichen Präsenz des Schulsozialarbeiters bei der Unterstützung für Schüler[Innen], Lehrer[Innen] und Eltern“ (Just 2013: 11). Es wird versucht eine personelle Kontinuität zu schaffen, um mit den Schülern eine Basis des Vertrauens zu schaffen und ihnen bei Bedarf unterstützend zur Seite stehen zu können (vgl. Initiative Schule braucht Sozialarbeit 2017). Es ist also eine alltagsorientierte Arbeit mit unterschiedlichen Settings. Die genaue Aufgabenkonstellation hängt von der jeweiligen Schulform und dem jeweiligem Schulstandort ab. Variablen, welche zu unterschiedlichen Aufgabenkonstellation führen, sind die unterschiedlichen Situationen aber auch „die konzeptionelle Rahmung, die vertragliche Auftragslage, die Ausstattung an der jeweiligen Schule sowie das Selbstverständnis des Trägers der Schulsozialarbeit“ (Leitlinien für Schulsozialarbeit 2015: 11). Deshalb findet man nicht alle Aufgaben an allen Schulen gleichermaßen. Schulsozialarbeit befördert „jugendhilfespezifische Ziele, Tätigkeitsformen, Methoden und Herangehensweisen in die Schule [...], die auch bei einer Erweiterung des beruflichen Auftrages der Lehrkräfte nicht durch diese allein realisiert werden können“ (Berufsbild und Anforderungsprofil der Schulsozialarbeit 2006: 5). Für SchülerInne und ihre Bezugspersonen sorgt die Schulsozialarbeit für „Zugänge zum Leistungsangebot der Jugendhilfe [gibt] und erweitert deren präventive und integrative Handlungsmöglichkeiten“ (ebd.). Damit Bildung in der Schule gelingt, ist es die Aufgabe der Schulsozialarbeit, „den subjektiven Prozess junger Menschen in der Auseinandersetzung mit der Welt und der ,Aneignung der Welt‘ zu unterstützen und zu begleiten“ (Bildungsverständnis der Schulsozialarbeit 2013: 7). Schulsozialarbeit dient als nicht-formale Bildungsgelegenheit und passt sich den unterschiedlichen Lebenswelten der SchülerInnen an. Es werden neue Bildungsräume geschaffen, sei es für informelles Lernen, Selbstbildungsprozesse oder zur Erweiterung des Bildungshorizonts (vgl. Leitlinien für Schulsozialarbeit 2015: 7). Schulsozialarbeit soll zur Diversität, Inklusion und Chancengleichheit im Bereich der Bildung beitragen. Denn Diversität in der Schule bedeutet nicht nur unterschiedliche Lebensphasen, Erfahrungen, Lebensvorstellungen oder Lebenslagen der SchülerInnen. Es meint auch „soziale Differenzierungen wie die familiale Geschichte, eigene Migrationserfahrungen, religiöse Zugehörigkeit, soziale Herkunft, körperliches und psychisches Befinden, das Geschlecht, sexuelle Identität“ (ebd.: 8). Das alles beeinflusst Bildungsverläufe und Bildungschancen. Schulsozialarbeit versucht den, teilweise daraus resultierenden, Einschränkung entgegenzuwirken und die Bildungschance zu erhöhen. Durch einen diversitätsbewussten und inklusiven Arbeitsansatz wird versucht den SchülerInnen individuelle Erfahrungs- und Handlungsräume zu bieten. Hier haben sie den Freiraum selbstbestimmt zu entscheiden und zu handeln (vgl. ebd.). In diesen Zufluchtsorten wird ebenfalls darauf geachtet, dass es nicht zu Zuschreibungen oder struktureller Diskriminierung kommt, sollte es dazu kommen, wird gemeinsam eine Lösung bzw. ein Lösungsweg gesucht (vgl. ebd.). Schulsozialarbeit soll den SchülerInnen dabei helfen Normalitätsvorstellungen, beispielsweise die sexuelle Identität, nicht zu übernehmen, sondern sie zu hinterfragen und neue Lebensentwürfe zu entwickeln (vgl. ebd.). Zugänge und Übergänge sollen, auf der strukturellen Ebene, vereinfacht werden (vgl. ebd.). Primär wird der Übergang von Schule und Beruf gemeint, aber auch Übergänge von Kita in die Grundschule und von dort in die weiterführende Schule sind gemeint. Die Schulsozialarbeit versucht die jeweiligen Anschlusssysteme zu erkennen und die jeweiligen Aufnahmebedingung individuell für den/die SchülerInnen zu interpretieren und für eine entsprechende Begleitung zu sorgen (vgl. ebd.:11). Durch die Erfahrungen und die sogenannte Netzwerkarbeit der SchulsozialarbeiterInnen „können Stereotype und Benachteiligungen in Strukturen, Handlungsansätzen und Kommunikationsmustern erkannt werden“ (Leitlinien für Schulsozialarbeit 2015: 8). In Kooperation mit der Schule wird versucht die Diskriminierung von der Ursache bis zur Folge zu vermeiden und den einzelnen Schritten entgegen zu wirken (vgl. ebd.: 8). Prävention ist dementsprechend Teil der Aufgaben aber auch ein Grundprinzip der Schulsozialarbeit (vgl. ebd.: 9). Prävention soll „in einem ausgewogenen Verhältnis zur einzelfallbezogenen Intervention stehen“ (ebd.). Dem entsprechend sollen alle Belange der SchülerInnen frühzeitig Beachtung bekommen und frühzeitig in die richtige Richtung gelenkt werden. Ausgrenzung, Benachteiligung oder andere Probleme sollen rechtzeitig erkannt und verhindert, sowie Problemlösungsmöglichkeiten frühzeitig angeeignet werden. Ein weiterer Teil des Aufgabenbereichs der Schulsozialarbeit ist die Partizipation, die Beteiligung an sozialem Engagement und gesellschaftlicher Mitverantwortung. Begünstig wird diese durch die Förderung von Selbstbestimmung und Kritik- und Entscheidungsfähigkeiten der SchülerInnen. Die Schulsozialarbeit nützt als Unterstützung für die SchülerInnen und ihren Familien, um „passende Partizipationsmöglichkeiten im Lern- und Lebensraum zu entfalten“ (ebd.). Die Intention ist es, bereits bekannte demokratische Formen von Mitsprache und Beteiligung weiter auszubauen und aktiv umzusetzen (vgl. ebd.). Auch im Aufgabenfeld der Schulsozialarbeit lässt sich die Unterstützung der Schulentwicklung verorten. Schulsozialarbeit ist Teil einiger schulischer Gremien, denen sie mit ihrer Fachlichkeit hilft und sorgt damit für einen wesentlichen Beitrag zu Entwicklung der jeweiligen Schule und zur Verbesserung des Schulklimas. „Dabei transportiert sie die Belange der Sozialpädagogik in den Diskursraum der Schulpädagogik und forciert eine Entwicklung, die es den Lehrkräften erlaubt, einen professionellen Perspektivwechsel vorzunehmen“ (ebd.: 12).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Prävention von und Intervention bei Bullying durch Soziale Arbeit an Schulen
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,7
Jahr
2021
Seiten
18
Katalognummer
V1162257
ISBN (eBook)
9783346566942
ISBN (Buch)
9783346566959
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prävention, intervention, bullying, soziale, arbeit, schulen
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Prävention von und Intervention bei Bullying durch Soziale Arbeit an Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1162257

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